Krieg in Israel – Tag 211

26. Nissan 5784

Am Mittag, gegen 12 Uhr Ortszeit war von der Hamas zu hören, dass sie innerhalb der nächsten Stunden dem neuesten Vorschlag zustimmen werden. Das gab die palästinensische Tageszeitung ‘al-Quds’ bekannt. Bestätigt wurde die Ankündigung auch von der saudischen Tageszeitung ‘Ashraq’. Eine in den Berichten ungenannte Quelle wird darin zitiert, dass «wir dem ersten Teil des Plans zustimmen, der keinen völligen Abzug der IDF aus dem Gazastreifen vorsieht.» Weiterhin bestätigt der Bericht eine Aussage der USA, die dafür garantieren, dass sich Israel nach der dritten Phase völlig aus Gaza zurückzieht. Allerdings wird gerade dieser Punkt bisher nicht von Israel bestätigt. Wie immer sind auch in diesen Berichten zwei Botschaften enthalten. Zum einen, dass die Antwort innerhalb weniger Stunden kommt und zum andern, dass «die Hamas hofft, bis zum Ende der [kommenden] Woche eine für alle Seiten annehmbare Einigung zu erzielen.» Man darf gespannt auf die kommenden Stunden sein.

Kurz nach den Veröffentlichungen kamen aus Jerusalem wieder genau gegenteilige Meldungen: «Entgegen den Meldungen, wird Israel unter keinen Umständen zustimmen, den Krieg als Teil des Geisel-Abkommens zu beenden. Wie die politische Spitze beschlossen hat, wird die IDF in Rafah einmarschieren und die dort verbliebenen Hamas-Bataillone vernichten – mit oder ohne vorübergehende Ruhepause, um die Freilassung unserer Geiseln zu ermöglichen.»

US-Aussenminister Antony Blinken ist sich sicher, dass die Annahme des vorliegenden Vorschlages eine Selbstverständlichkeit für die Hamas sein sollte. Allerdings sei es schwer, die Motivation der Terror-Organisation für oder gegen eine Annahme zu erkennen. Blinken weist darauf hin, «…, dass die Terrorgruppe vorgibt, das palästinensische Volk zu vertreten. Wenn das stimmt, dann sollte es ein Leichtes sein, den Waffenstillstand einzuhalten. Aber vielleicht ist etwas anderes im Gange, wir werden in den nächsten Tagen ein besseres Bild davon haben.» Die echte Schwierigkeit bei den Verhandlungen ist, dass die Hamas-Führer im Ausland leben und nur indirekte Kontakte zulassen. Auch die tatsächlichen Entscheidungsträger, allen voran Sinwar, leben in Gaza und sind ebenfalls nicht persönlich erreichbar.

Anlässlich einer Veranstaltung in Arizona wurde US-Aussenminister Antony Blinken nach dem innenpolitischen Ansehen von Netanyahu in Israel gefragt.  Blinken beteuerte, dass unabhängig davon, was man von Netanyahu und seiner derzeitigen Regierung hält, es wichtig ist, zu verstehen, dass vieles von dem, was er tut, nicht nur seine eigene Politik widerspiegele, sondern auch das, was die grosse Mehrheit der Israelis derzeit empfinde. Warum er diese Aussage angesichts der klaren Ergebnisse von Befragungen und der grossen Zahl von regelmässigen Demonstrationen tätigt, ist mir unverständlich und ist eine völlig falsche Botschaft.

Unter Bezugnahme auf die Friedensverhandlungen bei denen den Palästinensern bis zu 97% der von ihnen verlangten Gebiete angeboten wurden und die sie trotzdem einseitig beendeten, hielt er fest: «Aber ich denke, das letzte Jahrzehnt war eines, in dem sich die Israelis vielleicht mit dem Status quo abgefunden haben. Und wie ich schon sagte, ich glaube nicht, dass das auf Dauer haltbar sein wird.»

Heute Abend nach dem Ende von Shabbat beginnt der Erinnerungstag an die Opfer der Shoa in Israel. Die für den Abend geplanten Demonstrationen sollen speziell an alle israelischen Geiseln erinnern, die aus Familien von Überlebenden der Shoa stammen. Familien und Freunde der Geiseln haben die heutige Veranstaltung unter den Titel ‘Nie wieder ist jetzt’ gestellt. Dieses Hashtag hat, so die Veranstalter, seit dem 7. Oktober eine zweite Bedeutung erhalten. «Die Redner werden den Premierminister und das Kabinett aufrufen: Dies ist die Zeit, Ihre Pflicht als Führer des Volkes zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass ‚Nie wieder‘ Realität wird! Treffen Sie die richtige und mutige Entscheidung – bringen Sie sie alle nach Hause – die Lebenden zur Rehabilitation und die Ermordeten zur Beerdigung!»

Das Zentralkommando der US-Army (CENTCOM) gab gestern bekannt, dass die Bauarbeiten am temporären Landungssteg vor Gaza vorübergehend gestoppt wurden. Als Grund wurde der mit 1.40 m recht hohe Wellengang angegeben. Die teilweise fertiggestellte Plattform wurde in den Hafen von Ashdod geschleppt. Die am Bau beteiligten Marineschiffe wurden ebenfalls dorthin verlegt. Die Montage wird dort fertiggestellt, die Plattform wird anschliessend an den vorgesehenen Standort gebracht. Die ankommenden LKWs können dann direkt vom Schiff aus über den Pier an Land fahren, von wo aus die Lieferungen zur Verteilung übergeben werden.

Kampfflugzeuge der IAF haben am frühen Vormittag eine Raketenabschussbasis in Khan Younis zerstört, von der aus gestern eine Rakete auf den Kibbutz Ein HaShlosha abgeschossen worden war. Die Rakete stürzte, ohne Schaden anzurichten, kurz hinter dem Grenzzaun ab. In einem zweiten Angriff wurden weitere Abschussbasen zerstört, die vorbereitet waren, Raketen auf Israel abzuschiessen. Zuvor wurden Zivilisten, die sich in unmittelbarer Nähe befanden, evakuiert. Die Marine unterstützte die IDF mit gezieltem Beschuss.

In einem gezielten Angriff, der vom Shin Bet gemeinsam mit der IDF vorbereitet wurde, wurde heute Abend Inam Zerev  neutralisiert. Der ranghohe Terrorist des Islamisch-Palästinensischem Djihad war massgeblich an der Vorbereitung und Durchführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt. Seit Beginn der Bodenoffensive in Gaza war er verantwortlich für Kämpfe gegen die IDF im südlichen Gazastreifen. Beim gleichen Angriff wurde zwei weitere Terroristen getötet.



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1 Antwort

  1. Nice post.I subscribed. Have a happy weekend🍀☘️💝

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