Krieg in Israel – Tag 671

13. Aw 5785

Mittlerweile wurden Einzelheiten zur geplanten Besetzung von Gaza bekannt. Sie soll sich über fünf Monate hinziehen und sich zunächst vor allem auf Gaza-City beziehen, wo noch etwa eine Million Menschen leben. Die Idee hinter diesem höchst umstrittenen Plan ist die endgültige Zerschlagung der Hamas und die durch den Druck erzwungene Freilassung der Geiseln.

Netzfund © Dave Granlund

In der ersten Phase sollen Gaza-City eingenommen und rund eine Million Menschen nach Süden in die ‘humanitäre Zone’ in Mawasi vertrieben werden. Gleichzeitig sollen in Absprache mit den USA die Lebensmittel-Abgabe-Zentren ausgebaut werden. Huckabee, der Polit-Hans-Dampf in allen Gassen, erklärte, zu den vier bestehenden GHF-Zentren sollen 12 weitere hinzukommen. Die Erweiterung würde etwa mit US$ 1 Milliarde zu Buche schlagen und mit Spenden aus den USA und anderen Staaten finanziert werden.

Sobald Gaza-City menschenleer ist, soll mit dem Aufbau einer zivilen Infrastruktur, wie Krankenhäusern und Auffanglagern begonnen werden. Diese Phase soll einige Wochen dauern.

Die zweite Phase soll mit einer Rede von Trump angeschoben werden, der die Beschleunigung der humanitären Hilfe in Abstimmung mit Israel ankündigen soll. Gleichzeitig soll eine erneute Militäroffensive starten, wobei nicht klar ist, wo und vor allem gegen wen. Diese Offensive wird vier bis fünf Monate dauern. Neben Gaza-City sollen auch die bisher noch nicht betroffenen Flüchtlingslager angegriffen werden.

Die Zivilbevölkerung wird zeitgleich weiter in den Süden gedrängt werden. In den Regionen, in denen sich vermutlich Geiseln befinden, werden nur Manöver stattfinden.

Ägypten und Katar sowie die USA drängen hingegen auf eine Wiederaufnahme der Gespräche.

Katz und Netanyahu: „Wen nehmen wir anstelle von Zamir? „Yair N. aus Miami: „Genau den! “ © Guy Morad

Es wird erwartet, dass Netanyahu darum bitten wird, gemeinsam mit VM Katz operative Entscheidungen treffen zu dürfen. Dies erinnert mich an das Gedicht vom Lahmen und dem Blinden.

Auch wenn Innenminister Gideon Sa’ar und MK Aryeh Deri gegen den Plan sind, geht man doch davon aus, dass Netanyahu eine Mehrheit für den Plan erhalten wird.

Generalstabschef Eyal Zamir versucht, das zerbrochene Geschirr zwischen ihm und Netanyahu möglichst schnell und elegant zu entsorgen. «Eine Kultur der Meinungsverschiedenheiten ist ein untrennbarer Teil der Geschichte des israelischen Volkes; sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Organisationskultur der IDF, sowohl intern als auch extern. Wir werden unsere Positionen weiterhin ohne Angst, sachlich, unabhängig und professionell vertreten.» In den letzten Tagen war es teilweise zu lauten Ausbrüchen von Netanyahu gekommen, als sich Zamir seinen Plänen und Vorstellungen entgegenstellte. Sogar von einem möglichen Rücktritt war die Rede. Laut Zamir nähert sich die IDF ‘jetzt der Endphase’ der im Mai begonnenen Militäroffensive gegen die Hamas, die begrenzter war als der jetzt vorliegende Vorschlag.

«Wir haben die Ziele der Operation erreicht und sogar übertroffen, und wir werden weiterhin handeln, um die langfristige Sicherheit der Gemeinden im Süden zu gewährleisten», sagte er. «Wir beabsichtigen, die Hamas zu besiegen und zu zerschlagen. Wir werden weiterhin mit Blick auf unsere Geiseln handeln und alles tun, um sie nach Hause zu bringen.»

Die Lebensmittel- Verteil-Zentren der GHF werden ihre Öffnungszeiten stufenweise bis auf 24 Stunden pro Tag anheben. Nachdem sie teilweise nur 15 Minuten am Tag geöffnet waren, stehen sie der Bevölkerung derzeit immerhin einige Stunden zur Verfügung. Durch die sehr beschränkten Öffnungszeiten war es immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen gekommen. Es wurde nie ganz geklärt, ob diese von der Hamas oder der IDF verursacht wurden. Trotz der heftigen Kritik an den chaotischen Zuständen lobte Botschafter Huckabee die Zentren als ‘phänomenal’.

Seit dem 29. Juli sind 463 mit Hilfsgütern beladene Lkws nach Gaza gefahren. Das ist mehr als in den Wochen zuvor, aber immer noch deutlich weniger als die zwischen Israel und der EU vereinbarte Zahl. Die WHO gab die angeblichen Opferzahlen für den Juli bekannt: 12.000 Kinder unter fünf Jahren leiden an Mangelerscheinungen, 2.500 von ihnen sogar unter schwerer Mangelernährung. Mindestens 99 Menschen sind gestorben. Davon 64 Erwachsene und 35 Kinder. 29 von ihnen waren angeblich unter fünf Jahre alt.

Der OGH hat als Termin für die Anhörungen der Petitionen im Zusammenhang mit der Entlassung der GStA den 3. September angesetzt. Dem Gremium vorsitzen wird OGH-Präsident Isaac Amit und es wird neun Richter umfassen.

Die sterblichen Überreste von Awdah Hathleen  wurden nach sich häufenden Protesten von der IDF an die Familie übergeben. Die Beisetzung fand um 10:00 statt. Die IDF hinderte Besucher daran, nach Um al-Kheir zu gelangen, um an der Beisetzung teilzunehmen. Das Gebiet war zuvor zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden.



Kategorien:Israel, Politik

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