5./6. Schwat 5786 23./24. Januar 2026
Shabbateingang in Jerusalem: 16:25
Shabbatausgang in Jerusalem: 17:44
Shabbateingang in Zürich: 16:56
Shabbatausgang in Zürich: 18:05
Die dramatische Geschichte, die im Jahr 2448 (i.e. 1312 BCE) zum Auszug aus der Sklaverei führt, nähert sich ihrem Höhepunkt. Von sieben Plagen haben wir in der vergangenen Woche gelesen. Drei weitere werden in diesem Wochenabschnitt folgen.

Die Heuschrecken werden über das Land herfallen und alles abfressen, was den Menschen als Nahrung gelten kann. Heutzutage kann man sie mit modernen Mitteln, die für Menschen, Pflanzen und andere Tiere nicht gefährlich sind, erfolgreich bekämpfen. Sowohl Pilze, als auch Biopestizide aus Pflanzenölen kommen zum Einsatz. Die Ägypter waren den gierigen Insekten wehrlos ausgeliefert.
In den Jahren 2003, 2013 und 2021 fielen sie in Israel ein. Die meisten von ihnen blieben in der südlichen Arava Wüste, nur wenige schaffen es bis in den Norden. Die Wanderheuschrecke ist sogar koscher.
Im 3. Buch Moshe 21 heisst es: „Doch das dürft ihr essen von allem fliegenden Gewürm, das auf Vieren geht; was Gelenke hat oberhalb der Hinterbeine, damit zu springen auf der Erde.“ Vor wenigen Jahren wurde in der EU ein Gesetz akzeptiert, das den Verzehr von einigen Insekten erlaubt. Auch das Verarbeiten bestimmter Insekten in Lebensmittel ist jetzt zugelassen. Wanderheuschrecken, das sind die hier beschriebenen, gehören dazu.
Für meine muslimischen Freunde: Sie sind sogar halal und dürfen auch in der strikt muslimischen Küche zum Einsatz kommen.
Doch zurück zu Moshe.
Auf die Heuschrecken folgte die Dunkelheit.
Wann immer ich diese Textstelle lese, erinnere ich mich an die „black sun“ im August 1999. Der Mond verdeckte für einige Minuten komplett die Sonne, das Licht wurde schwächer, die Temperatur sank merklich ab. Mein Hund fürchtete sich sicht- und hörbar. Es war unheimlich. Auch wenn nach wenigen Minuten alles vorbei war.
Und noch immer gibt Pharao nicht nach. Doch die nächste Plage wird ihn überzeugen. Sie wird ihn, sowie alle anderen Väter und Mütter im Land treffen, Menschen, wie Tiere. Alle Erstgeborenen werden sterben.
Um zu verhindern, dass auch die Kinder der Israeliten getötet werden, fordert Gott sie auf, ihre Türstöcke speziell zu markieren. Die Familien sollen ein Lamm zubereiten. Was folgt, ist die Vorschrift, wie wir das Pessach Mahl zubereiten und geniessen sollen. Ein wesentlicher Bestandteil des Mahles ist das ungesäuerte Brot, das wir während der Pessach-Tage zu uns nehmen.
Als Pharao erkannte, dass zu grosses Leid über ihn und seine Familien gekommen war, beschloss er, die Israeliten fortzujagen. Sie nahmen, wie Gott es ihnen befohlen hatte, Gold und Silber aus den Haushalten der Ägypter mit. Was damit geschieht, werden wir in wenigen Wochen lesen.
Nach 430 Jahren in der Sklaverei brachen sie auf. Folgt man der Torah waren es 600.000 Erwachsene, die sich auf den Weg machten, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet.
Lesen wir diesen Wochenabschnitt, so könnten wir an der Gnade und Weitsicht Gottes zweifeln. Er lässt eine Plage nach der anderen über das Volk der Ägypter kommen, und sie machen keinen Unterschied, ob es die Adeligen, den Pharao oder die Sklaven betrifft. Ist das ein gerechter Gott, den wir hier treffen? Man ist geneigt zu sagen, nein, es ist ein Gott, der keine Gnade kennt.
Was er aber tatsächlich tut, ist den Kampf gegen die alten Götter der Ägypter aufnehmen. Gegen den Nil-Gott, der sich in Blut verwandelt, gegen Ra den Sonnengott, der zur Dunkelheit gezwungen wird, gegen die verschiedenen Fruchtbarkeitsgötter, gegen die heiligen Skarabäen, die sich in Heuschrecken verwandeln.
Pharo selbst ist kein Erstgeborener, er stirbt erst im Schilfmeer, er muss die Verantwortung für den Verlust seiner Soldaten übernehmen, die er ins Schilfmeer schickt.
Shabbat Shalom!
Kategorien:Israel
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