8. Schwat 5786
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Israel verfügte seit einiger Zeit über Angaben zum angeblichen Lageort der letzten toten Geisel, hatte aber die Bergungsarbeiten immer wieder verschoben, um genauere Informationen zu erhalten. Die IDF bestätigte, dass die Arbeiten im Gebiet eines muslimischen Friedhofs im Norden des Gazastreifens durchgeführt wurden. Die Arbeiten fanden ausschliesslich auf der von Israel kontrollierten Seite des Gazastreifens statt. Aus Sicherheitsgründen wurden jedoch Soldaten auf der von der Hamas kontrollierten Seite positioniert.
Ein Sprecher der Qassam-Brigaden der Hamas gab in einer Stellungnahme bekannt, dass «der Feind (sic!) auf Grundlage von Informationen, die wir den Vermittlern gegeben haben, nach der Leiche der letzten toten Geisel in Gaza, Master Sgt. Ran Gvili, sucht.» Um welchen Ort es sich handelt, sagte er nicht. Israel hat sich bisher geweigert, weitere Zugeständnisse, wie die Öffnung des Grenzübergangs Rafah, zu machen, bevor nicht die letzte tote Geisel nach Israel zurückgeführt wurde. Unter dem Druck der USA musste Israel jedoch in einigen Teilfragen nachgeben. Es ist auffallend, dass die USA ausschliesslich Israel unter Druck setzt, aber nie Katar und andere Beteiligte.

Die sterblichen Überreste von Gan Gvili wurden gegen 14 Uhr geborgen und noch vor Ort identifiziert, nachdem mehr als 250 Leichen untersucht und erneut beigesetzt wurden. Anschliessend wurde die Familie von Polizeichef Danny Levy und Generalstabschef Eyal Zamir informiert. Die sterblichen Überreste wurden nach einer kurzen Zeremonie zurück nach Israel gebracht.

Mit der Rückkehr von Gvili nach Israel enden die traumatischen Geiselnahmen von lebenden und toten Opfern der Hamas-Schlächter am 7. Oktober 2023. Für die betroffenen Familien und Freunde, aber auch für ganz Israel kann jetzt die eigentliche Trauerarbeit beginnen. Ganz heilen werden die Wunden in dieser Generation nie, so wie die Wunden der Shoa bis heute noch erkennbar sind.
Israel wird nach der Bergung der sterblichen Überreste von Master Sgt. Ran Gvili, 24, s’ll, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen und die Leichen von 15 palästinensischen Gefangenen an die Hamas zurückgeben.
Hazem Qassem, Sprecher der Hamas betonte: «Die Entdeckung der Leiche des letzten israelischen Gefangenen in Gaza bestätigt die Verpflichtung der Hamas, alle Anforderungen des Waffenstillstandsabkommens im Gazastreifen zu erfüllen, einschliesslich des Gefangenenaustauschs. Die Hamas wird weiterhin alle Aspekte des Abkommens einhalten.» Das ist natürlich eine leicht zu durchschauende Lüge. Die Hamas-Terroristen wussten vom ersten Tag an, wo die sterblichen Überreste von Gvili zu finden waren. Sie haben sie als ‘Joker’ zurückgehalten, um möglichst viele Zugeständnisse von den USA und den anderen Mediatoren zu erhalten.
Am Nachmittag gab es eine Dringlichkeitssitzung zum Budget 2026. Der Terminplan hatte für heute die erste Lesung des Haushaltsvorschlages auf der Agenda. Diese soll nun am Mittwoch stattfinden. Teilnehmer an diesem, als lautstark bezeichneten Treffen, waren neben Netanyahu, Finanzminister Smotrich, der Vorsitzende von Degel HaTorah, Moshe Gafni, und der Vorsitzende von Shas, Aryeh Deri. Smotrich erklärte den Teilnehmern, was geschieht, wenn es bis zum Beginn der Frühjahrspause kein Budget gibt: «Ich werde das Budget nur unterstützen, wenn es nicht an das Wehrdienstgesetz gekoppelt wird. Ich bin keine Geisel und kein Jojo. Wir müssen die Wirtschaft verwalten. Wenn es keinen Haushalt gibt, werden wir Wahlen durchführen.» Zuvor hatte Smotrich in einem Schreiben an Netanyahu angeregt, sollte der Budgetentwurf die erste Lesung nicht überstehen, die Knesset sofort aufzulösen und innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen durchzuführen. «Wenn es kein Wehrpflichtgesetz gibt, wird es Wahlen geben», kontert Gafni. Deri machte seine Entscheidung von der Entscheidung des ‘rabbinischen Weisenrates’ abhängig, der zuerst dazu befragt werden müsse. Die zunehmende Vermischung von Religion und Politik in Israel ist verheerend.

Italien wird beim Treffen der 27 EU-Aussenminister am Donnerstag den Vorschlag einbringen, dass die EU die ‘Iranischen-Revolutions-Garden’ als Terror-Organisation einstuft. Das erklärte der italienische Aussenminister Antonio Tajani. «Das Vorgehen bei den Protesten in Teheran und anderen Städten verlangt eine klare Antwort.»
Der Vorsitzende des Exekutiv-Rates, Nickolay Mladenov, wird zu Beginn der Woche in Israel erwartet. Er wird mit hochrangigen Politikern und Militärs über die Umsetzung des 20-Punkte-Plans von Trump diskutieren. Von Israel aus wird er nach Kairo weiterreisen, um dort mit Mitgliedern des Technokraten-Teams über Fortschritte in deren Aufgaben zu sprechen.
Netanyahu hat gestern auf Druck der USA einer teilweisen Öffnung des Grenzübergang Rafah zugestimmt. Allerdings wird die Grenze nur für Fussgänger und nicht für Fahrzeuge geöffnet. Israel wird die völlige Kontrolle übernehmen. Die Öffnung der Grenze ist Teil des 20-Punkte Plans. Mit der Öffnung wird noch heute gerechnet.
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