Krieg gegen den Iran – die Tage 7 und 8

17. und 18. Adar 5786

Im sonst prunksüchtigen Iran sieht das irgendwie fast wie erzwungen aus.

Wie ernst sind die Entschuldigungen des iranischen Präsidenten Peseschkian bei den Nachbarstaaten für den Beschuss aus dem Iran zu nehmen? Aus Regierungskreisen kommt es immer wieder zu harscher Kritik der Hardliner, die sie als Schwäche auslegen, als Selbsterniedrigung und die eine erneute Entschuldigung fordern, beim Volk. Peseschkian hatte versprochen: «Von nun an werden die iranischen Streitkräfte keine Nachbarländer mehr angreifen oder Raketen auf sie abfeuern. Es sei denn, wir werden aus diesen Ländern angegriffen», schränkte er seine Zusage aber sofort ein. Doch Vorsicht, die Botschaft dahinter heisst, dass keine Angriffe auf den Iran aus dem betroffenen Land kommen. Es heisst nicht, dass der Angriff vom jeweiligen Militär aus erfolgen muss, sondern aus dem Land. Also auch aus einem der US-amerikanischen Stützpunkte. Die VAE und andere Golfstaaten liessen sich davon nicht einschüchtern und erklären unisono, sich weiterhin zu verteidigen, wenn sie angegriffen werden.

Am heutigen Nachmittag gab es wieder Angriffe auf die VAE, Katar und Bahrain. Die Explosionen stammen, so teilte das Verteidigungsministerium der VAE mit, von abgefangenen Raketen. In Doha und Manama, so berichtete ein Journalist, waren ebenfalls zahlreiche Explosionen zu hören. Der Flughafen von Doha erlitt einige Schäden, bleibt aber weiterhin betriebsbereit.

Eine breitangelegte Suchaktion, die sterblichen Überreste von Ron Arad, s’’l, zu finden, verlief erfolglos. Arad wurde 1986 im Libanon abgeschossen und gilt seither als vermisst. Arads Witwe Tami bedankte sich bei allen, die immer wieder versucht haben, eine Spur zu finden und seine Leiche zu einer ordentlichen Besetzung nach Israel zu bringen. «Wir haben als Familie mehr als einmal erklärt, dass wir Massnahmen ablehnen, die Soldaten gefährden würden. Deshalb sagen wir dem israelischen Premierminister: Wir danken allen, die an den Geheimdienstaktivitäten im Zusammenhang mit Ron beteiligt waren. Wir schätzen das Engagement des Staates Israel, bitten jedoch in jeder Hinsicht darum, keine Operationen durchzuführen, die auch nur das geringste Risiko für die Truppen darstellen», schreibt Tami Arad.

Als ob er nicht jetzt schon genug mit Venezuela und dem Iran zu tun hätte, und auch Grönland sicher noch nicht im Papierkorb gelandet ist, macht sich Trump jetzt auf den Weg nach Kuba.  «Kuba wird bald fallen! Sie wollen so dringend einen Deal», sagt Trump in einem Interview mit CNN einen Tag, nachdem er angedeutet hatte, dass er sich nach dem Krieg gegen den Iran einem nicht näher bezeichneten Projekt für Kuba zuwenden werde. «Wir haben viel Zeit, aber Kuba ist bereit – nach 50 Jahren.» Dass Aussenminister Marco Rubio sein Mann vor Ort sein wird, ist klar. Rubio stammt von kubanischen Einwanderern ab. Da ergibt sich fast schon selbstverständlich ein gemeinsames Ziel: den Regimewechsel in Kuba. Seit dem 9. Januar wurde kein Oel mehr nach Kuba geliefert. Für die schon lange herrschende Wirtschaftskrise ist das eine Katastrophe, die die Zustände im Land drastisch verschlechtern. Seit 1962 leidet der Staat unter einem Wirtschaftsembargo der USA. Es fehlt an Vielem. Wie Trump den Inselstaat retten will, bleibt vorerst sein Geheimnis.

Keiner versteht es so gut, militärische Erfolge als seine eigenen zu präsentieren. Beim ‘Shield of America Summit’ schöpfte Trump aus dem Vollen: «Wir sind im Iran sehr erfolgreich, das Ergebnis kann sich sehen lassen», sagt er. «Es war unglaublich, wir haben in drei Tagen 42 Marineschiffe versenkt, darunter einige sehr grosse. Das war das Ende der Marine. Wir haben ihre Luftwaffe ausgeschaltet, wir haben ihre Kommunikationswege lahmgelegt», sagt er. «Das sind schlechte Menschen, einfach schlechte Menschen», sagt er über die iranischen Führer. Hätten die USA ihre Produktion nicht im Juni 2025 gestoppt, «so hätten sie [die Iraner] jetzt eine Atomwaffe. Sie sind verrückt, sie hätten sie auch genutzt. Also haben wir der Welt einen Gefallen getan.»

Shin Bet und das Aussenministerium verstärken gemeinsam die globale Sicherheit Israels während des fortgesetzten Krieges Israel-USA gegen den Iran. «Angesichts konkreter Bedrohungen gegen israelische Ziele und israelische Vertretungen weltweit hat der Shin Bet in Zusammenarbeit mit dem Aussenministerium kürzlich die Einsatzbereitschaft der Sicherheitsteams durch spezielle Massnahmen erhöht, die in enger Abstimmung mit den lokalen Sicherheitskräften rund um israelische Ziele im Ausland durchgeführt werden.» Sowohl offene, als auch verdeckte Massnahmen werden vor allem im Nahen Osten, aber auch in Europa und Afrika vermehrt durchgeführt. Betroffen sind sämtliche diplomatische Vertretungen samt ihren Mitarbeitern, aber auch Flughäfen, in den Bereichen, wo Israelis auf den Heimflug warten. Grundsätzlich geht es um schnelle und sichere Reaktion, vor allem Evakuierungspläne.

Jetzt muss der US-amerikanische Hans Dampf in allen Gassen, Mike Huckabee für seinen ausser Kontrolle geratenen Chef Trump beim israelischen Präsidenten die Kastanien aus dem Feuer holen. Dabei muss er sich glücklich schätzen, dass er nicht zu einem unangenehmen Gespräch ‘vorgeladen’ wurde, sondern zu einem offenbar schon lange geplanten Treffen in die Präsidentenvilla kommen durfte. «Präsident Herzog ist einer der wichtigsten Freunde, die ich seit meiner Ankunft als Botschafter hier gewonnen habe, und seine Führungsrolle in dieser Funktion ist nicht nur für uns als US-Regierung wichtig, sondern auch auf persönlicher Ebene sind er und seine Frau meiner Frau und mir sehr, sehr nahegekommen», betonte Huckabee. Die beiden besprachen die enge Zusammenarbeit der USA und Israel beim Krieg gegen den Iran. Präsident Herzog schaut optimistisch in die Zukunft: «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir, sobald wir dieses Reich des Bösen, das von Teheran ausgeht, untergraben haben, den Menschen im Nahen Osten Wege zu Frieden, gutem Willen und einer prosperierenden Zukunft bieten können.»

In den letzten 24 Stunden griffen die IAF und die USA im westlichen Iran mehr als 500 militärische Ziele an. Unter den Zielen waren auch 170 Abschussrampen für Langstreckenraketen und Lagerhäuser für Drohnen. Die IDF schätzt, dass der Iran noch über 100 bis 200 Langstreckenraketen verfügt, nachdem in der ersten Kriegswoche schon etwa 300 abgeschossen wurden. Die IAF betont, vor allem Abschussrampen im Visier zu haben, um den Beschuss von Israel zu erschweren. Zusätzlich zerstörten sie ein mobiles Luftabwehr-System. Die Soldaten, die dabei waren, das System an einen anderen Ort zu fahren, wurden eliminiert.

Bei einem Angriff der Hisbollah auf den Norden von Israel wurden gestern acht Soldaten der Givati Brigade verletzt. Die Rakete schlug in ein Militärlager nahe der Grenze ein. Obwohl der Alarm ausgelöst wurde, gelang es den Soldaten nicht, früh genug in einen Schutzraum zu gelangen. Fünf Soldaten erlitten schwere Verletzungen, drei, darunter auch der Sohn von Smotrich, wurden nur leicht verletzt. Heute wurden erneut zwei Soldaten durch einen Raketenbeschuss des gleichen Militärlagers wie vorgestern, verletzt.  

Die IRGC gab an, eine US-amerikanische Basis in den VAE getroffen zu haben, die möglicherweise als Abschussbasis für den Angriff auf eine Schule in Minab gedient hatte. «Der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra, der amerikanischen Terroristen in der Region gehört, wurde mit Drohnen und Präzisionsraketen angegriffen», erklärte die IRGC in einer Erklärung, die im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Die IAF hat bei Angriffen während der Nachtstunden den «zentralsten Luftverteidigungsraum der IRGC-Luftwaffe» angegriffen und weitgehend zerstört. Die IDF erklärte, auch iranische Luftverteidigungssysteme, Hauptquartiere, Logistiklager und andere Gebäude in der Nähe der Kommandozentrale angegriffen zu haben. Darüber hinaus habe die IAF im Rahmen der Angriffswelle eine Produktions- und Abschussanlage für ballistische Raketen getroffen, zu der auch ein Waffenlager der IRGC-Quds-Truppe gehörte. Bei den Angriffen wurden 16 Militär-Flugzeuge der Truppe zerstört.

Die IDF erneuert den dringenden Aufruf an die Bewohner des südlichen Libanons, das Gebiet zu verlassen. An den grossen Küstenstrassen ausserhalb der Städte haben gestrandete Binnenvertriebene provisorische Lager errichtet, die Strassen nach Norden sind nach wie vor verstopft.

Was geschah am 28. Februar 2026 in Minab, ganz im Süden des Irans. Das Wallstreet Journal meldet um 11:56 (Iran. Zeit) dass sämtliche Schulen im Iran geschlossen wurden. Andere Medien melden ähnliche Zeiten. Satelliten-Bilder zeigen später das Ausmass der Zerstörung. Eine Grundschule für Mädchen auf dem Gebiet der Revolutionsgarde ist weitgehend zusammengebrochen. Unter den Trümmern liegen 168 Opfer eines US-amerikanischen Angriffs, der etwa gegen 10:45 stattfand. Drei Einschläge hat es gegeben, einer in der Nähe der Einfahrt, zwei weitere auf das Schulgebäude, das am Rand des Grundstücks liegt. Nicht direkt getroffen wurde die Klinik. Sie weist jedoch, wie andere Gebäude auch Brandspuren und kleinere Schäden auf. Jamon Van den Hoek von der Oregon State University, Spezialist für die Analyse von Satellitenbildern erklärt: «So viele Einschlagstellen in relativer Nähe zueinander, lassen vermuten, dass es ein oder mehrere Ziele in unmittelbarer Nähe zueinander gab», sagte er. «Es scheint, als sei es beabsichtigt gewesen, dieses Gebiet zu treffen. Aber wir wissen nicht, was sie treffen wollten.» Weder Israel noch die USA übernehmen die Verantwortung für diesen möglicherweise völlig überflüssigen Beschuss. Israel beteuert, zum fraglichen Zeitpunkt nicht in der Region operiert zu haben. Für die USA spricht Verteidigungsminister Pete Hegseth: «Natürlich greifen wir nie zivile Ziele an, aber wir werden das genau anschauen.» Endgültigen Aufschluss kann nur die Identifizierung eines Trümmerteils der abgeschossenen Raketen bringen.

Im palästinensischen Dorf Wadi al-Rakhim, im südlichen Judäa kam es heute zu einem tödlichen Angriff durch jüdische Siedler-Terroristen.  Amir Shenaran, 28, wurde erschossen und sein Bruder, 33,  schwer verletzt, als sie versuchten, die Angreifer abzuwehren, die ihr Vieh auf das Gebiet der palästinensischen Familie gebracht hatten. Ein Video zeigt einen Soldaten, der mit einem Sturmgewehr in der Hand unmittelbar neben dem Ermordeten steht. Die IDF gab bisher noch keinen Kommentar zu diesem verachtenswerten Vorfall. Man beachte, dieser feige Angriff erfolgt wieder an einem Shabbat. Wie bigott muss man sein, um konsequent die Gesetze zu übertreten?

In Khan Younis wurde bei einem Drohnenangriff auf sein Haus Ahmed al-Qudra, 34, getötet. Seine kleine Tochter erlitt schwere Verletzungen. Das ‘Gesundheitsministerium der Hamas’ erklärte, dass während der letzten 48 Stunden weitere drei getötete und drei schwerverletzte Personen in Spitäler eingeliefert wurden. Die Vorfälle ereigneten sich alle auf dem von der Hamas kontrollierten Gebiet des Gazastreifens.

Eine Drohne der Hisbollah stürzte auf den Parkplatz des ‘Galilee Medical Center’ in der nördlichen Küstenstadt Nahariya. Sie schien nach dem Absturz ziemlich unbeschädigt zu sein. Ein zweite Drohne wurde mit Handfeuerwaffen einer Zivilschutztruppe. abgefangen. An Bord befand sich Sprengstoff und eine Kamera.



Kategorien:Israel, Politik

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