Krieg gegen den Iran – Tag 16

26. Adar 5786

In einer CBS-Sendung erklärte der iranische Aussenminister Abbas Aragchi, dass etwa 440 kg angereichertes Uran ‘unter unseren Füssen liegen’. «Unsere Nuklearanlagen wurden angegriffen, und alles liegt unter den Trümmern. Natürlich gibt es die Möglichkeit, es zu bergen, aber unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation. Sollten wir eines Tages zu dem Schluss kommen, dies zu tun, würde dies unter der Aufsicht der Organisation geschehen. Aber vorerst haben wir kein Programm. Wir haben keinen Plan, es aus den Trümmern zu bergen.» Trump hatte in der vergangenen Woche laut darüber nachgedacht, Bodentruppen zu schicken, die das Material, bis zu 60 % angereichertes Uran, das unter der Stadt Isfahan liegt, zu sichern. Was allerdings die von den USA geforderte            völlige Abgabe des Urans an ein Drittland angeht, so zeigt sich der Iran unwillig. «Alles hängt von der Zukunft ab. Wenn wir uns irgendwann in der Zukunft entscheiden, Verhandlungen mit den USA oder anderen Gesprächspartnern aufzunehmen, werden wir entscheiden, was wir auf den Tisch legen. Derzeit liegt nichts auf dem Tisch.» Seine Aussagen sind möglicherweise nichts als Lügen, um die IAEA und die USA auf eine falsche Fährte zu locken. Wie schon seit Jahren!

Der israelische Aussenminister Gideon Sa’ar musste leider erklären, dass vorerst keine Gespräche zwischen Israel und der libanesischen Zivilregierungen stattfinden werden. Bei einem Besuch im gestern hart getroffenen Ort Zarzir betonte er vor Pressevertretern, dass ein solches Treffen nicht geplant sei (s. gestern). «Wenn die libanesische Regierung und die libanesische Armee etwas ändern wollen, sollten sie etwas unternehmen, um die Angriffe der Hisbollah von libanesischem Territorium aus zu stoppen», erläutert Sa’ar. «Bis jetzt haben sie nichts Wesentliches unternommen, um die Angriffe der Hisbollah zu stoppen.» Das Problem mit dem Libanon ist, so Sa’ar, die Hisbollah. Nicht der Staat Libanon. Mit dem habe es einige kleine Grenzschwierigkeiten gegeben, die aber gelöst werden konnten.

Sa’ar dementiert auch die Aussage eines Reporters, dass Israels Vorräte an Luftabwehrraketen zur Neige gingen. Angeblich habe Israel die USA in der vergangenen Woche darüber informiert. Das berichtet ‘Semafor’. Möglicherweise ist der vermehrte Einsatz von Cluster-Raketen der Grund, dass Israel unerwartet viele Abwehrraketen braucht, um diese erfolgreich abzuschiessen. Getroffen werden muss der Sprengkopf, der unmittelbar nach der Zerstörung die Bomblets freigibt. Wird nur die Rakete getroffen, der Sprengkopf fliegt aber unbeschädigt weiter, so ist es nicht mehr zu verhindern, dass er dort explodiert, wo es geplant war, über möglichst eng besiedeltem Gebiet, wo der Schaden am grössten ist. Das will der Iran erreichen. Trump gab früher im Monat an, über ein ‘unbeschränktes Lager an Raketen’ zu verfügen. Dann kann er ja ohne Weiteres Israel aushelfen. Dumm nur, dass es in US-amerikanischen Kreisen heisst, die eigenen Vorräte lägen hinter dem Bedarf zurück.

IDF-Sprecher Effie Defrin sagte, dass Pläne für mindestens drei weitere Kampfwochen gegen den Iran vorliegen. Es gebe noch mehr als 1.000 weitere Ziele, die angegriffen werden müssen. «Bis Pessach liegen noch etwa drei Wochen vor uns, die wir nutzen werden. Und in der Zeit danach haben wir noch viel zu tun. Wir arbeiten nicht mit der Stoppuhr oder nach einem Zeitplan, sondern arbeiten darauf hin, unsere Ziele zu erreichen.» Die Ziele, die leider nirgendwo konkret formuliert sind. In Gaza ist es bis heute nicht gelungen, alle Ziele zu erreichen, auch wenn Netanyahu das nicht wahrhaben will. Die Hamas ist nicht entwaffnet und stellt nach wie vor eine Bedrohung für Israel dar.

Sehr positiv zeigt sich hingegen ein nicht genannter israelischer Beamter, der behauptet, es gebe Risse im iranischen Regime. «Wir schaffen die Voraussetzungen für den Sturz des Regimes», sagt er und fügt mit dem Vorbehalt hinzu: «Letztendlich liegt es am iranischen Volk. Es mag Zeit brauchen, aber dies ist kein endloser Krieg, und wir liegen weit vor dem Zeitplan.»

Die Umverteilung der Budgetgelder……..

Nach einer kriegsbedingten zweiwöchigen Pause nahm die Knesset heute wieder ihre Arbeit auf. Heute soll über einige zurückgestellte Gesetzesentwürfe diskutiert werden. Entwürfe, die den Medienmarkt grundlegend reformieren, die Rolle des Generalstaatsanwalts aufteilen und eine politisch besetzte Untersuchungskommission zu den Versäumnissen vom 7. Oktober 2023 einrichten würden. Sowohl Oppositionsführer Yair Lapid, als auch der ehemalige und vielleicht auch zukünftige PM Naftali Bennett verurteilten die Wiederaufnahme der Arbeit zu diesem Zeitpunkt. Lapid beschuldigte dabei Knesset-Sprecher Amir Ohana «und alle Extremisten, sich nicht darum zu kümmern, dass Israel sich im Krieg befindet. Während das ganze Land zusammensteht, treibt die Koalition ihre extremistische Agenda voran und stiehlt Geld für politische Zwecke.» Bennett sieht in der Arbeit an den Gesetzesentwürfen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben, «einen Schlag in den Magen der IDF-Kämpfer und der Öffentlichkeit in Kriegszeiten.» Yair Golan von den Demokraten forderte von Knesset-Rechtsberaterin Sagit Afik, «dass die Arbeit an Gesetzentwürfen, die nicht mit dem Krieg in Zusammenhang stehen, ausgesetzt wird.»

TV: Die Begnadigung verzögert sich. Trump: Gib mir den Kriegsminister

Morgen soll im Ausschuss für Verfassung, Recht und Justiz über die Bildung einer politischen Untersuchungskommission zu den Vorkommen um den 7. Oktober 2023 diskutiert und abgestimmt werden. Eine Gruppe von Hinterbliebenen plädierte an Amit Ohana: «Wir fordern Sie auf, die Diskussion über die Einrichtung der politischen Untersuchungskommission unverzüglich abzubrechen. Sollten Sie diese Forderung ignorieren und die Gesetzgebung während des Krieges weiter vorantreiben, tragen Sie die Verantwortung für die Folgen», schreibt der Oktober-Rat, der Hunderte von Hinterbliebenen vertritt, in einem Brief an Ohana und den Abgeordneten Simcha Rothman, der den Vorsitz des Ausschusses innehat.

Das Ehepaar Ali Khaled Bani Odeh, 37, seine Frau Wa’ad, 35 und ihre Söhne Muhammad, 5 und Othman, 7, wurden gestern am frühen Abend in Tammun, nördlich von Nablus von IDF-Soldaten erschossen. Zwei weitere Kinder wurden durch Splitter verletzt.  Die IDF, die zum fraglichen Zeitpunkt in Tammun gegen mutmassliche Terroristen operierte, sah das Auto der Familie herankommen und fühlte sich entsprechend eigenen Aussagen ‘bedroht’. Daraufhin eröffneten sie sofort das Feuer. Ein weiterer Kommentar ist von der IDF noch nicht gekommen. Ich bedauere die unschuldigen Opfer, s’’l.

Am Mittag meldete Magen Adom, dass während der letzten Angriffswellen aus dem Iran zwei Personen verletzt wurden. In Bnei Brak wurde ein 60-jähriger Mann durch Glassplitter, verletzt. Ein Bomblet und weitere Trümmer von der Rakete verursachten grossen Schaden an einem Wohnhaus. In Ramat Gan erlitt ein Mann nach einem Einschlag ein Knall-Trauma. Bei einem weiteren Vorfall wurden durch herabstürzenden Bomblets leicht verletzt und einige Pkws in Brand gesetzt. Mitten in der Nacht wurden zwei Personen in Holon leicht verletzt. Ein Mann in den 80ern konnte vor Ort behandelt werden, eine etwas gleichaltrige Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung, Damit erhöht sich die Zahl der Verletzten seit Mitternacht auf sieben Personen.

Durch einen Angriff der IAF auf ihr Haus in Nuseirat, Gaza, wurde ein Ehepaar, ihr 10 Jahre alter Sohn und ein 15 Jahre alter Nachbarssohn getötet. Der jüngere Bruder überlebte den Angriff mittelschwer verletzt. Er berichtete, dass der Angriff mitten in der Nacht und ohne Vorwarnung erfolgte. Das al-Aqsa Spital gab nach der Autopsie bekannt, dass die junge Frau Zwillinge erwartete. Die IDF gab bisher noch keinen Kommentar.

Mit einer Welle von Luftangriffen beschoss die IAF am Nachmittag im Gebiet von Hamedan, im Westen des Irans, zahlreiche Kommandozentralen der IRGC und der paramilitärischen Badij-Miliz. Mit dem erfolgreichen Angriff, der das Gebiet weitgehend zerstörte, wurden die ‘Führungs- und Kontrollfähigkeiten’ des Regimes weiter zerstört.



Kategorien:Israel, Politik

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