27. Adar 5786
Nach zwei Wochen unfreiwilliger Ferien oder Fernunterricht, wurden heute wieder einige Schulen, vor allem in den Gebieten rund um das Tote Meer und den Gazastreifen, aber auch in Beit Shean geöffnet. Die Voraussetzung war, dass sie über entsprechende Schutzräume innerhalb der Schule verfügen. Der Unterricht wird für zwei Wochen vor Beginn der Pessach Ferien aufgenommen.
Trump überlegt, die iranische Insel Kharg zu beschlagnahmen (s. vorgestern), falls die Strasse von Hormuz weiterhin geschlossen bleibt. Betroffen von der Schliessung sind überwiegend US-amerikanische und israelische Frachtschiffe. Sollte es zu einer solchen Beschlagnahmung kommen, müssten daran Bodentruppen beteiligt werden. Bereits 1988 plante Trump den Überfall auf Kharg: «Sie haben uns psychologisch geschlagen und uns wie eine Bande von Narren aussehen lassen. Ein einziger Schuss auf einen unserer Männer oder eines unserer Schiffe – und ich würde Kharg Island übel mitspielen. Ich würde reingehen und es einnehmen. Heute kling es ganz ähnlich. In einem Interview mit NBC News erklärte er «die Angriffe hätten die Insel Kharg «vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spass.»

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius lehnte eine Beteiligung «von einer oder zwei Handvoll europäischer Fregatten ab. Was können die in der Strasse von Hormus erreichen, was die mächtige US-Navy nicht kann? Das ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen!» Trump hatte erklärt, dass der NATO ein ‘ganz schlimmes Schicksal’ bevorstünde, falls ihre Mitglieder sich weigern, Washington zu Hilfe zu kommen. Pistorius sagte, er rechne nicht damit, dass die NATO aufgrund dieser Differenzen auseinanderbrechen werde.
Yair Lapid hat seine Ankündigung von der letzten Woche widerrufen. «Ich wollte heute eigentlich keinen Misstrauensantrag stellen, aber Sie haben mir keine andere Wahl gelassen», erklärt Lapid und führt aus, dass er sich zu diesem Schritt gezwungen sah, weil die Koalition umstrittene Gesetzesvorhaben vorantreibt, die nichts mit den Kriegsanstrengungen zu tun haben, und mitten in einem bewaffneten Konflikt Milliarden Schekel an Koalitionsmitteln an die ultraorthodoxe Gemeinschaft überweist. Die Knesset hatte nach Kriegsausbruch am 28. Februar alle nicht kriegsbedingten Aktivitäten eingefroren, und auch, wo möglich, die parteipolitischen Entscheidungen auf ein Minimum zu reduzieren. Am Sonntag jedoch wurde der ‘business as usual’-Modus wieder hochgefahren (s. gestern). «Nichts ist offensichtlicher als der Plan der Regierung – dass wir wegen des Krieges schweigen sollen, während sie das Land auseinandernehmen. Das wird nicht funktionieren. Wir werden die Sicherheitskräfte weiterhin unterstützen, aber es wird ihnen nicht gelingen, uns zum Schweigen zu bringen», sagte Lapid.

MK Avigdor Liberman hält die jetzige Nicht-Regierung für unfähig, einen Sieg über die Hisbollah oder den Iran zu erringen. Trotz der langen Kriegsdauer von jetzt schon fast zweieinhalb Jahren, gäbe es noch an keiner der Fronten einen Sieg, nicht gegen die Hamas, nicht gegen die Hisbollah und nicht gegen den Iran. «Wo ist der ‚absolute Sieg‘ über die Hamas? Wir sehen diesen Tagen denselben ‚absoluten Sieg‘ auch im Norden. Wir müssen die Kriegsziele klar neu definieren: den Sturz des Regimes im Iran und die Zerschlagung der Hisbollah. Diese Regierung ist dazu schlichtweg unfähig», sagt er (s. gestern)
Yair Golan, ehemaliger stv. Chef des Generalstabs, von den Demokraten stellte der Regierung, allen voran Netanyahu ebenfalls ein ganz schlechtes Zeugnis aus. «Diese Regierung weiss nicht, wie man Kriege gewinnt. Sie weiss nur eines: wie man eine weitere Front, eine weitere Runde, einen weiteren Kreislauf des Blutvergiessens eröffnet – ohne Ziele, ohne Perspektive und ohne eine Strategie, die militärische Erfolge in echte Sicherheit umsetzen kann», fährt er fort und bezeichnet Premierminister Benjamin Netanyahu als ‘Hindernis’ für die nationale Sicherheit. «Er prahlt und ist stolz auf die Erfolge der IDF, versagt jedoch in seiner Pflicht, diese in eine strategisch-politische Entscheidung umzusetzen», fährt er fort. Golan verweist auf Israels Krieg im Gazastreifen, wo er feststellt, dass die Hamas trotz militärischer Erfolge, erheblicher Verluste und mehr als zwei Jahren Kampf weiterhin auf freiem Fuss ist. Wenn wir nicht ganz schnell zu einer tatsächlich für das Management dieser Kriege geeigneten Regierung kommen, werden wir im Libanon und im Iran bald vor dem gleichen Desaster stehen.


Bei der fünften Angriffswelle aus dem Iran seit Mitternacht gab es zahlreiche Einschläge. Untersuchungen laufen noch, in welchen Fällen es sich um Bomblets und in welchen um Trümmer von abgefangenen Raketen handelt. Der Alarm wurde von der Region Jerusalem bis Zentralisrael ausgelöst
Am Vormittag wurde ein Haus in Zentralisrael von Stremunition stark beschädigt, es gab gottseidank keine Verletzen. Einschläge von Streumunition wurden an mehreren Orten in der Region entdeckt, ohne dass grosser Schaden entstanden ist. In der Nacht entstand an einem weiteren Haus in Zentralisrael massiver Schaden. Eine Bombe hatte das Haus direkt getroffen. Auch hier gab es keine Verletzten.
Am späten Nachmittag wurde ein Haus in Nahariya direkt getroffen. Derzeit ist nur bekannt, dass Magen David Adom mindestens drei Verletzte vor Ort behandelt. Sie litten unter vom Feuer ausgelösten Rauchgasvergiftungen.





Erstmals gab es beträchtliche Einschläge in Jerusalem. Trümmerteile von abgefangenen Raketen schlugen ein Haus in Ostjerusalem ein, wo sie grossen Schaden anrichteten. Weitere Trümmer landeten bei der Nationalbibliothek in der Nähe der Knesset und in der Nähe der Grabeskirche in der Altstadt. Hier wurde eine Person leicht verletzt, die ungeschützt eines der glühend heissen Metallteile anfasste. Auch auf dem Tempelberg stürzte ein Trümmerteil ab, verursachte aber keinen Schaden. Nota bene: Wann immer ein Schaden an einem der ‘Heiligtümer’ der Moslems auf dem Tempelberg erkennbar sein wird, wird behauptet werden, wir, die Israelis, hätten ihn verursacht. Der heutige Beschuss, der erstmals auch die Altstadt Jerusalems betraf, hat gezeigt, wie schnell und unvorhergesehen so etwas geschehen kann.

Nach einem erneuten Drohnenangriff auf die Ölindustrie der VAE, ist in Fujairah ein Grossbrand ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehren sind dabei, die Brände einzudämmen und unter Kontrolle zu bringen. Fujairah liegt vor der Strasse von Hormuz im Golf vom Oman. Eine Drohne, die die Öltanks in der Nähe des Flughafens von Dubai angriff, führte dazu, dass der Flughafen vorübergehend geschlossen wurde. Die VAE gab bekannt, dass seit dem 28. Februar bis zum 15. März insgesamt 304 ballistische Raketen, 15 Präzisions-Raketen und etwa 1.627 Drohnen abgefangen wurden.
Die IDF hat mit einer ‘gezielten Bodenoperation’ im Süden des Libanon begonnen. Die bestehende Pufferzone soll weiter in den Norden verschoben und dort abgesichert werden. Bei ersten Einsätzen im Osten des Gebietes wurden mehrere Hisbollah-Terroristen getötet. «Diese Operation ist Teil der Bemühungen, eine weiter im Norden liegende Verteidigung zu etablieren, einschliesslich der Zerstörung der Terrorinfrastruktur und der Eliminierung von Terroristen, die in dem Gebiet operieren, um Bedrohungen zu beseitigen und eine zusätzliche Sicherheitsebene für die Bewohner des Nordens zu schaffen», so das Militär. Vor der eigentlichen Operation wurde eine Welle von Luftangriffen durchgeführt, um allfällige Terroristen zu eliminieren.

Die IAF zerstörte auf dem Flughafen ‘Maharavd’ in Teheran das Flugzeug von Imam Ali Khamenei, das nicht nur ihm, sondern vielen ranghohen Führern des Terrorregimes zur Verfügung stand. Das Flugzeug diente einerseits dazu, militärische Lieferungen zu transportieren, aber auch die Kontakte mit befreundeten Staaten aufrecht zu halten. Die IAF zerstörte bereits zuvor 16 Flugzeuge auf einem anderen Flughafen, die dem ausländischen Teil der IRGC, der ‘Quds Force’, zur Verfügung standen. Mit diesen Flugzeugen wurden Waffen und Geld zu den befreundeten Terror-Organisationen, darunter auch zur Hisbollah, transportiert. Der Iran hat versucht, einige der Flugzeuge unter die ‘out-of-service’ Flugzeuge zu mischen, um es Israel und den USA zu erschweren, zu erkennen, welche Flugzeuge einsatzbereit sind und welche nicht.
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