Krieg gegen den Iran – Tag 18

28. Adar 5786

Die UNO fordert von Israel, sofort den massiven Ausbau der Siedlungen im Gebiet von Judäa und Samaria zu beenden. Um diesen zu ermöglichen, wurden innerhalb eines Jahres 36.000 Palästinenser und Beduinen von ihrem Grund und Boden vertrieben. Diese Vertreibung widerspricht dem humanitären Völkerrecht, das systematische Umsiedlungen von Bewohnern in ‘besetzten Gebieten’ ausdrücklich verbietet. Betrachtet man die Situation gemeinsam mit der im Gazastreifen, wo Hunderttausende als teilweise mehrfach Binnenvertriebene gelten, so kommt das einer ‘ethnischen Säuberung’ schon sehr nahe. Neben den etwa 3 Millionen Palästinensern leben in Judäa und Samaria etwa 300.000 Israelis in international nicht anerkannten Siedlungen.

Für das Video braucht es keine Worte!

Trump, der sich so sicher war, dass alle NATO-Mitglieder, wie er schrieb, ‘enthusiastisch’ an seinem Befreiungsschlag der Strasse von Hormus teilnehmen werden, musste erleben, dass er von einem Staat nach dem anderen eine Ablehnung erhielt. In seinem Social Media Account kann man seine Wut spüren: «Da wir solche militärischen Erfolge erzielt haben, ‚brauchen‘ oder wünschen wir uns die Unterstützung der NATO-Staaten nicht mehr – DAS HABEN WIR NIE GETAN! Das Gleiche gilt für Japan, Australien oder Südkorea», schreibt Trump. «Tatsächlich brauchen wir, ich spreche als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, dem mit Abstand mächtigsten Land der Welt, DIE HILFE VON NIEMANDEM!» Ohne direkt zu antworten betonte er, noch sei Amerika nicht ganz bereit, sich aus dem Iran zurückzuziehen. Aber man werde in sehr kurzer Zeit soweit sein. Der Iran, so Trump, werde zehn Jahre brauchen, um wieder aufgebaut zu sein.

Ayatollah Mojtaba Khamenei hat Vorschläge zur Entspannung der Situation oder sogar eine Waffenruhe abgelehnt. Das hat er an seiner ersten Sitzung klar und unumstösslich erklärt. Ob er selbst an der Sitzung teilnahm, wurde nicht bekannt. Er habe erläutert: «Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für Frieden, bis die Vereinigten Staaten und Israel in die Knie gezwungen sind, ihre Niederlage akzeptieren und Entschädigungen zahlen.» Interessant dazu ist, dass Trump Bemühungen von Verbündeten abgewiesen hat, in diplomatische Verhandlungen einzutreten.

Präsident Herzog wandte sich in einer Videobotschaft an die Iraner. Er gab seiner Hoffnung für die Zukunft Ausdruck: «Ihr habt Besseres verdient. Ihr verdient Veränderung. Ihr verdient das Gute. Ich hoffe, dass dieser ‘Charshanbeh Suri’[1] eine echte Veränderung mit sich bringt – Veränderung in der Region, Veränderung im Iran, Veränderung für die Zukunft unserer Kinder.»

Netanyahu wandte sich ebenfalls in einer Videobotschaft an das iranische Volk und gratulierte zum Beginn des neuen Jahres im Iran, das heute mit dem ‘Fest des Lichts’ begangen wird.

Die IDF gab bekannt, dass in einem gezielten Angriff während der Nachtstunden der Chef der Basij paramilitärischen Truppe Gholamreza Soleimani eliminiert wurde. Zum Zeitpunkt des Angriffs befand er sich in einem Zeltlager, das als temporäres Hauptquartier diente, nachdem zahlreiche Stützpunkte zerstört sind. Auch sein Stellvertreter und weitere ranghohe Mitglieder der Truppe wurden getötet. Basij war für die gewaltsame und brutale Unterdrückung der Januar-Demonstrationen verantwortlich, die abertausende unschuldige Opfer forderte. Bei den Angriffen wurden, wie ‘Iran International’ berichtete, etwa 300 Mitglieder seiner Truppe getötet.

© https://iranhumanrights.org/2012/07/cartoon_12/

Zunächst war unklar, ob auch Ali Laridjani dem Angriff zum Opfer gefallen war. Am Mittag bestätigte VM Israel Katz seinen Tod. Laridjani war enger Berater von Imam Ali Khamenei und galt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Präsidenten.

Eine Frau, übte schon im Jahr 2008 Appeasement-Politik gegenüber dem Mullah-Regime in Teheran aus. Die damalige Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sollte der Schweizer Aussenhandelsdelegation bei einem Treffen mit Ahmadinejad mehr Gewicht verleihen. Der Deal gelang, der Erdgas-Vertrag wurde unterzeichnet, versiegte aber nur acht Jahre später in den Pipelines unter dem Mittelmeer. Was bis heute blieb, war die Bundesrätin mit dem dekorativ um den Kopf geschlungenen weissen Kopftuch. Niemand hätte das verlangt. Noch heute, 18 Jahre später rechtfertigt Calmy-Rey ihr damaliges Verhalten. In der Weltwoche vom 11. März 2026 beschreibt sie ihr erstes Treffen mit Ali Laridjani in Bern im Jahr 2006. «Er hatte einen Master in westlicher Philosophie und verhandelte ohne Skrupel, zeigte aber den Willen, eine Einigung [im Erdgasvertrag] zu erzielen. Er war ein Moderater, der die vom Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen scharf kritisierte. (…) Ali Laridschani, seit Jahrzehnten dem Regime treu ergeben, aber manchmal beharrlich auf einen Dialog mit dem Westen drängend: Auf diese zwiespältige Persönlichkeit setzt der Iran heute, um den enormen Druck sowohl Israels als auch der USA zu überstehen. Ob das iranische Regime den Militärschlägen standhalten wird, liegt nun auch in seinen Händen.» Welchen Wissenszuwachs wir aus dem Artikel von Calmy-Rey  ziehen können, ist mir unklar, auch der Unterhaltungswert ist gleich Null. Was ich daraus erkenne ist ihre nach wie vor schwärmerische völlige Fehleinschätzung der Mullahs, sei es im braunen Kittel oder im Massanzug. Niemand dort war je moderat, Laridjani  war eine mörderische Bestie!

Akram al-Ajouris und weitere ranghohe Mitglieder der Terror-Organisation Palästinensisch Islamischer Djihad sollen am heutigen Vormittag getötet worden sein. Eine endgültige Bestätigung liegt noch nicht vor.

Bei den bisherigen Angriffswellen wurde nur Sachschaden, u.a. an einem Bahnhof verursacht, es gab keine Verletzten. Auch die Angriffswellen über Mittag und am Nachmittag verliefen ohne nennenswerte Schäden. In Rishon Lezion schlug Streumunition in eine Strasse ein und brachte ein Fahrzeug zum Umkippen.

Die IDF tötete drei Gazaner, die gemeinsam mit weiteren 14 auf einem Fahrzeug sassen. Der Vorfall fand heute Vormittag in Mawasi, in der Nähe von Khan Younis statt.  Die IDF gab keine weiteren Informationen. Palästinensische Medien sprachen von zwei Toten und 12 Verletzten. Der Angriff sei mit einer Bombe erfolgt. Die Verletzten wurden im Mawasi Feldspital erstversorgt.

Im südlichen Libanon zerstörte die IAF bereits gestern ein unterirdisches Waffenlager der Hisbollah. Im Lager befanden sich Hunderte Raketen und Marschflugkörper. Die Evakuierungsaufforderungen der letzten Tage wurden wiederholt und erweitert: «Die Terroraktivitäten der Hisbollah zwingen die IDF dazu, in diesem Gebiet entschlossen gegen sie vorzugehen, und sie hat nicht die Absicht, Ihnen Schaden zuzufügen», sagt IDF-Sprecher Avichay Adraee.

Die IDF geht davon aus, dass die Hisbollah für die kommenden Stunden eine massive Angriffswelle auf Israel plant. Diese Welle soll sowohl den Norden, als auch das Zentrum Israels betreffen. Die IDF ist bereit, den geplanten Beschuss mit Luftabwehrraketen abzufangen. Die IDF erklärt, dass sie mit der Bekanntgabe der bevorstehenden Angriffe keine Panik bei der Bevölkerung auslösen will, sondern eben versuchen will, diese zu verhindern.

Die Rose des Tages geht an alle friedliebenden Iraner, die die Hoffnung auf eine bessere Zeit nicht aufgegeben haben. Heute Abend sollten im ganzen Iran öffentliche Festivals, mit offenen Feuerstellen, Feuerwerken und Musik stattfinden. Mit den Aktivitäten sollen die negativen Energien des vergangenen Jahres vertrieben und die positiven für das neue Jahr, das morgen beginnt, gestärkt werden.  Die Polizei rät dringend, daheim zu bleiben, nicht auf die Strasse zu gehen und das Fest im sicheren Rahmen zu feiern. Es bestünde berechtigter Verdacht, dass «der Feind und Gegner im Land Unsicherheit stiften könnte.» ‘Chaharshanbe Suri’ ist ein altes zoroastrisches Fest, das am Vorabend des letzten Mittwochs des iranischen Kalenders stattfindet, wobei die Iraner üblicherweise Feuerwerk zünden und in ihren Innenhöfen oder auf den Strassen über das Feuer springen. «Der Feind könnte versuchen, mit solchen Aktionen Unfälle und sogar Todesopfer zu verursachen, um die Stimmung im Land anzuheizen“, sagte Polizeichef Radan laut staatlichen Medien.

Ich wünsche euch allen: Chaharshanbe suri mubarak!

Der Kaktus des Tages geht wieder einmal an Netanyahu, Sara N. und Yair N. . Es sollte ein intensives Abendessen im King David Hotel werden. Zahlreiche sensible Themen sollten im kleinen Kreis besprochen werden. Und auf einmal standen zwei Elefanten im Raum: Sara N. und Yair N. Niemand hatte sie eingeladen. Das Begrüssungsfoto zeigt einen breit grinsenden Yair N. und einen offenbar verärgerten Narendra Modi. Auf einmal wurde aus dem geplanten Arbeitsessen ein family-dinner. Das Büro des PM, nichts anderes als eines seiner Sprachrohre schrieb später: «PM Modi freute sich sehr über die Teilnahme der Frau des Premierministers und ihres Sohnes Yair an einem gemeinsamen Abendessen mit ihm gestern Abend, wie es die Familie Netanyahu bereits unzählige Male in der Residenz des Premierministers in Jerusalem mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt getan hat. Sensible Gespräche finden nicht in diesem Rahmen statt, sondern in anderen Gremien, an denen die zuständigen Beamten teilnehmen.» Lügen, nichts als Lügen!

Wieder eines der von Sara N. retuschierten Fotos (s.Bildunterschift)

Aus dem Umfeld von Modi war zu hören, dass die Teilnahme der beiden Elefanten weder geplant noch bekannt gewesen sei.  Die indische Delegation zeigte sich verärgert. Hätte man gewusst, dass Yair N. teilnimmt, hätte man eine Begleitung für Modi gesucht und gefunden.  Auch die Sitzverteilung machte zunächst Probleme. Verteidigungsminister Israel Katz und Aussenminister Gideon Sa’ar waren sich nicht einig, wer auf Platz 1 neben Netanyahu und auf Platz 2 daneben sitzen sollte. Schlussendlich verzichtete Katz auf die Teilnahme und damit auch auf seinen Platz neben Netanyahu. Dort nahm Sara N. Platz. Was vom Tage übrig blieb, war vielleicht die ‘Medal of the Knesset’, die speziell für ihn kreiert wurde.


[1] Charshanbeh Suri ist der Name des heute Abend beginnenden ‘Fest des Feuers’, das immer am letzten Mittwoch vor dem Beginn des neues Jahres stattfindet. Die Feste beginnen immer am vorhergehenden Abend. Mit den Feuern sollen die schlechten Energien des vergangenen Jahres zerstört und die positiven für das neue Jahr geweckt werden



Kategorien:Israel, Politik

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