29. Adar 5786

Wie lange haben wir auf diese Worte warten müssen? Der Generalstabschef Eyal Zamir verurteilte heute die Angriffe jüdischer Siedler-Terroristen auf Palästinenser und Beduinen, aber auch auf die IDF im Gebiet von Judäa und Samaria auf das Allerschärfste. «In letzter Zeit hat die Zahl nationalistischer Straftaten zugenommen, von denen sich einige direkt gegen unsere Soldaten und die Zivilbevölkerung richten. Es ist inakzeptabel, dass die IDF während eines Krieges an mehreren Fronten gezwungen ist, sich auch mit einer bedrohlichen Minderheit aus den eigenen Reihen auseinanderzusetzen», sagt er laut einer Stellungnahme der IDF. Zamir bezeichnet die Angreifer als «Randalierer, die nicht die Siedlungen repräsentieren. Im Gegenteil, sie gefährden die Siedlungen, die Sicherheit, die Stabilität und unsere Werte als Volk und als Staat», sagt er. «Ich fordere alle Behörden des Landes auf, sich gegen dieses Phänomen zu stellen und es auszurotten, bevor es zu spät ist. Wer glaubt, diese Handlungen trügen zur Sicherheit bei, irrt sich; sie sind moralisch und ethisch inakzeptabel und fügen den Bemühungen der IDF ausserordentlichen strategischen Schaden zu.» Alles richtig, aber die Rolle der IDF in diesen zu verurteilenden Fällen hätte er klarer ansprechen und verurteilen müssen.

Gegen Mittag hat die IAF-Teile der Gasanlagen in der Sonderwirtschaftszone South Pars in Asaluyeh, in der Provinz Busher, angegriffen. Es handelt sich um die grösste Gasverarbeitungsanlage der Region. Das Mega-Feld South Pars/North Dome ist die grösste bekannte Gasreserve der Welt. Das Feld liefert rund 70 % des iranischen Erdgasbedarfs… Die Anlage wurde vollständig evakuiert. Der Angriff sei, so berichtet Axios, mit dem Weissen Haus abgesprochen und auch bestätigt worden. Trump reagierte kurz nach dem Angriff auf seinem Social Truth Account: «Denkt daran: Für all die absoluten ‚Narren‘ da draussen gilt der Iran in aller Munde als der STAATLICHE TERRORFÖRDERER NUMMER EINS. Wir machen ihnen das Geschäft schnell kaputt!»
Als Racheakt kündigt das staatliche TV des Irans an, werde man Oel- und Gasinfrastrukturen in den Golfstaaten angreifen. Die Gaslieferungen des Iran in den Irak wurden nach dem Angriff gestoppt.

Der Sprecher des katarischen Aussenministers, Majed al-Ansari, bezeichnete den Angriff als ‘gefährlich und unverantwortlich’. «Angriffe auf die Energieinfrastruktur stellen eine Bedrohung für die globale Energiesicherheit sowie für die Bevölkerung der Region und ihre Umwelt dar“, fährt er fort und fordert alle Seiten auf, «keine lebenswichtigen Einrichtungen», anzugreifen.

Dieser Ansicht ist auch Yoel Guzansky, leitender Mitarbeiter am ‘Institute for National Security’ in Tel Aviv. «Dieser Angriff könnte strategische Bedeutung haben – ja sogar einen Wendepunkt im Krieg markieren –, nicht wegen der Bedeutung dieser spezifischen Anlage für den Iran, so bedeutend sie auch sein mag, sondern weil dies das erste Mal ist, dass Gas-Anlagen im Iran ernsthaft angegriffen wurden», sagt Guzansky. «Sollte der Iran sich dazu entschliessen, die Gas- und Oelanlagen in der gesamten Golfregion anzugreifen, so könnte das eine Eskalation des Krieges auf einer anderen Stufe darstellen und Auswirkungen auf die internationalen Märkte haben.»

Erst gestern hatte Trump noch vollmundig erklärt, dass die USA keine Hilfe der NATO-Verbündeten braucht, um die Strasse von Hormus halbwegs passierbar zu machen. Heute schreibt er in seinem Truth Social Account: «Die Verbündeten der USA müssen sich zusammenreissen – sie müssen sich engagieren und dabei helfen, die Strasse von Hormus wieder zu öffnen.» Jetzt hat sich NATO-Chef Mark Rutte des Problems angenommen. Entsprechend seiner Mitteilung sind sich alle Verbündeten einig, dass die Strasse von Hormus wieder geöffnet werden muss. Über das ‘Wie’ muss jetzt diskutiert werden.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian kommentierte die Eliminierung einer Gruppe von hohen Mitgliedern der Regierung von gestern und heute Vormittag: «Die feige Ermordung meiner lieben Kollegen Esmaeil Khatib, Ali Larijani und Aziz Nasirzadeh sowie einiger ihrer Familienangehörigen und Begleitpersonen hat uns in tiefe Trauer versetzt», schreibt Pezeshkian auf X und bezieht sich dabei auch auf den Vorsitzenden des iranischen Nationalen Sicherheitsrates und den Verteidigungsminister, die beide bei israelischen Angriffen im Rahmen des am 28. Februar ausgebrochenen Krieges der USA und Israels gegen den Iran getötet wurden. Khatib, der bei einem nächtlichen Angriff getötet wurde, war der dritte hochrangige iranische Beamte, der innerhalb von 24 Stunden ums Leben kam. «Ich spreche dem grossartigen iranischen Volk mein Beileid zum Märtyrertod von zwei Kabinettsmitgliedern, dem Sekretär der Shura sowie den Militär- und Basij-Kommandanten aus“, fährt er fort und bezieht sich dabei auf den Chef der repressiven freiwilligen paramilitärischen Truppe. »Ich bin sicher, dass ihr Weg entschlossener als zuvor fortgesetzt wird.»

Ein hochrangiger Berater der Regierung der VAE, Anwar Gargash, betonte bei einem Kongress: «Wir sehen nicht 2.000 israelische Raketen und Drohnen, die auf uns gerichtet sind. Wir sehen 2.000 iranische Raketen und Drohnen, die auf uns gerichtet sind», erklärte er. «Für Länder, die Beziehungen zu Israel unterhalten, wird diese Beziehung meiner Meinung nach sogar noch weiter gestärkt. Für Länder, die keine Beziehungen haben, erwarte ich, dass sich weitere Kanäle öffnen werden.»
Bereits am Sonntag war der für die Geldbeschaffung verantwortliche Hamas-Terrorist, Wissam Mustaf Hussein Taha in der libanesischen Küstenstadt Sidon eliminiert worden. Er war dafür zuständig, hunderte Millionen Dollar weltweit für die Hamas zu sammeln. Die Gelder wurden zur Finanzierung des Terrorismus, Ausbildung und Bezahlung der Terroristen des ‘militärischen Zweigs’ der Hamas gebraucht.


Ein Volltreffer durch eine Rakete richtete an einem Haus in Ramat Gan grossen Schaden an. Ein Ehepaar, s’’l, beide in den 70ern, wurde getötet. Die beiden waren Augenzeugenberichten zufolge auf dem Weg in den Schutzraum.

Durch herabstürzende Trümmerteile einer abgeschossenen iranischen Rakete wurden am Flughafen Ben-Gurion drei private Flugzeuge zerstört. Ein Flugzeug brannte völlig aus, zwei weitere erlitten kleinere Schäden. In Zentralisrael kam es durch Streumunition an verschiedenen Stellen zu Schäden, aber nicht zu Verletzungen.

In Petah Tikva wurden eine 44 Jahre alte Frau und zwei 12 und 13 Jahre alte Kinder durch Streumunition einer iranischen Streubombe leicht verletzt. Weitere Streumunitionen lösten Schäden in ganz Zentralisrael aus, eine von ihnen an einem Haus.

Nicht zum ersten Mal erhält Polit-Rambo Ben-Gvir den Kaktus des Tages. Unmittelbar nachdem Superintendantin Rinat Saban im vergangenen Sommer im Rechtsfall Netanyahu gegen ihn aussagte, blockierte Ben-Gvir die bevorstehende Beförderung der jungen Polizistin. Die Begründung: wer gegen seinen Regierungschef aussagt, verdient das nicht! Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Saban hat sich nicht einschüchtern lassen und ihre Bürgerpflicht erfüllt. Seither streiten die Gerichte. Jetzt scheint den Richtern am Bezirksgericht Jerusalem endgültig der Geduldsfaden gerissen zu sein. Fünf Tage hat Ben-Gvir Zeit, das Papier zu unterschreiben. Tut er es nicht, wird Saban auch ohne seinen Segen, auf den sie sicher gerne verzichtet, befördert. Zusätzlich muss der Polit-Rambo US $800 zahlen, um die Gerichts- und Rechtsanwaltskosten zu seiner Mitarbeiterin zu zahlen.

Ein zweiter Kaktus des Tages geht an den Kreml. Dmitry Peskov verurteilte die gezielte Tötung von hochrangigen iranischen Politikern. «Wir verurteilen unmissverständlich alle Handlungen, die darauf abzielen, Mitgliedern der Führung des souveränen und unabhängigen Iran sowie anderer Länder Schaden zuzufügen oder sie gar zu ermorden oder zu beseitigen. Wir verurteilen solche Handlungen», erklärt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gegenüber Reportern, als er nach Russlands Reaktion auf Larijanis Tod gefragt wird. Und das aus dem Munde eines Russen, dessen Land seit 12 Jahren einen völlig ungerechtfertigten Krieg gegen die Ukraine führt und zahlreiche politisch motivierte Morde, der wohl prominenteste darunter von Alexej Nawalny, ausgeführt hat.
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