2. Nissan 5786
Das Leben in Khallet a-Sidra, einer der Beduinen-Siedlungen nord-östlich von Jerusalem, ist seit der Amtsübernahme der jetzigen ‘Nicht-Regierung’ Ende Dezember 2022 anders geworden. Nicht mehr ruhig und beschaulich, wenn es auch nie leicht war. Seit damals hat die Gewalt der Siedler gegen sie andauernd zugenommen. Eine Familie nach der anderen gab auf und zog weiter. Der Grund war eine Welle der Gewalt, die im Oktober 2025 über sie hereinbrach.




59 Bewohner leben in Khallet a-Sidra, Menschen, die entweder in Zelten oder Blechhütten leben. Es gibt keinen Wasseranschluss, keinen Strom. Von medizinischer Betreuung und Schulen weit und breit nichts zu sehen.
Die Dörfer liegen innerhalb der E-1 Zone, die nach dem Willen von Smotrich bald schon ein weiterer Teil auf dem Weg zu ‘Gross-Israel’ werden soll und eine Zwei-Staaten-Lösung verhindert. Im Oktober legten die jüdischen Siedler-Terroristen Feuer an einige der Behausungen. Bevor sie sich wieder davon machten, stahlen sie noch einige Wassertanks.
Im Januar kam die nächste Welle. Mit noch mehr Gewalt. Die jüdischen Siedler-Terroristen schlugen gnadenlos mit Knüppeln auf die Bewohner ein, es gab Verletzte, es gab Tote. Wer konnte, brachte das Vieh in ein besser gesichertes Dorf. 3.900 Menschen flohen vor der Gewalt, 57 (!) Siedlungen wurden aufgegeben. Es war ein regelrechtes Pogrom, von jüdischen Siedler-Terroristen verübt an Palästinensern und Beduinen.
Israel plant, die Gebiete von Judäa und Shomron zu annektieren. Völkerrechtlich bedeutet das, dass aus dem temporär verwalteten Gebiet ein integraler Bestandteil des eigenen Landes wird. Dieser einseitige Schritt ist verboten und rechtlich betrachtet nichtig. Das Gebiet gilt weiterhin als besetzt, oder wie es korrekt heissen muss: ‘umstrittenes Gebiet’.

Lebt er noch, oder lebt er nicht mehr? Ayatollah Mojtaba Khamenei wurde seit seiner Ernennung zum Obersten Führer des Iran nicht in der Öffentlichkeit gesehen. Auch eine Videobotschaft gab es bislang nicht. Heute liess er in seinem Namen warnen, dass sich die Feinde seines Landes nirgendwo mehr sicher fühlen dürfen. Als Reaktion auf die Ermordung von Email Khatib, dem Chef des Geheimdienstministeriums, forderte Khamenei dieses auf, «die Sicherheit der inneren und äusseren Feinde des Irans aufzuheben.»

Der Sprecher der IRGC, Ali Mohammad Naini, wurde während der Nacht mit einem gezielten Angriff eliminiert. Der aktuelle Aufenthaltsort wurde der IAF vom militärischen Aufklärungsdienst übermittelt. Naini war seit zwei Jahren der führende Kopf der iranischen PR: «In seiner Funktion verbreitete Naini die terroristische Propaganda des Regimes an dessen Stellvertreter im gesamten Nahen Osten, um Terroranschläge gegen den Staat Israel von verschiedenen Fronten aus zu beeinflussen und voranzutreiben», heisst es in einer Erklärung der IDF.
Oops, jetzt hat Naini eine letzte Nachricht aus dem Jenseits verbreitet! Nachdem Netanyahu gestern erklärt hatte, der Iran sei nicht mehr in der Lage, Raketen zu bauen, widersprach Naini und betonte, dass der Iran sehr wohl weiterhin Raketen baut. «Unsere Raketenindustrie hat die Note 20 (die beste im iranischen Schulsystem), und es gibt diesbezüglich keinen Grund zur Sorge, da wir sogar unter Kriegsbedingungen Raketen produzieren, was erstaunlich ist, und es gibt keine besonderen Probleme bei der Lagerung. Diese Menschen erwarten, dass der Krieg so lange andauert, bis der Feind völlig erschöpft ist», sagt der General über die iranische Öffentlichkeit. «Dieser Krieg muss enden, wenn der Schatten des Krieges vom Land genommen ist.»

Die IDF bestätigte, dass bei einem gezielten Angriff am Montag nicht nur der Kommandant der Basij-Milizen, Gholamreza Soleimani und sein Stellvertreter eliminiert wurde, sondern auch Ismail Ahmadi, der Chef der Aufklärung innerhalb der Basji-Milizen. Die Mitglieder dieser Miliz sind, abgesehen von der Führung, junge Männer aus den Unterschicht des Irans. Sie sind brutal, überall einsetzbar, eine schnelle Eingreiftruppe. Männer ohne Perspektive, ihnen gilt das Leben nichts.
Es war Netanyahus erste englische Pressekonferenz seit dem 28. Februar (Ivrith 15:56 bis 24:20, danach Englisch). Er bezog sich dabei auf den amerikanischen Philosophen Will Durant und zitierte: «Die Geschichte beweist, dass Jesus Christus leider und bedauerlicherweise keinen Vorteil gegenüber Dschingis Khan hat. Denn wenn man stark genug, rücksichtslos genug und mächtig genug ist, wird das Böse das Gute besiegen. Aggression wird die Mässigung besiegen.» [Das Zitat wird zwar Durant zugeschrieben, ist aber nirgendwo als solches aufzufinden]. Das nachfolgende Zitat wäre, sowohl auf den Iran als auch auf Israel zutreffender gewesen: «Eine überragende Kultur kann nicht von aussen her erobert werden, solange sie sich nicht von innen her selbst zerstört hat.»[1] Netanyahu beteuerte kurz darauf, als der mediale Shit-Storm über ihn hereinbrach, er habe Jesus nicht beleidigen wollen. Aber der Schaden war schon angerichtet!

Die Raffinerie in Haifa gab an, weitere Schäden gefunden zu haben, die bei der ersten Untersuchung nicht entdeckt worden waren. Die Reparatur wird einige Tage dauern. In einem Schreiben an die Börse in Tel Aviv heisst es: «Es gibt einen Schaden an einer externen Infrastruktur, die einem Dritten gehört. Für die Tätigkeiten der Raffinerie ist diese unerlässlich. Sie befindet sich ausserhalb des Raffineriegeländes.»



Eine Streubombe schlug in ein Haus in Rehovot ein und zerstörte das Haus zur Gänze. Eine Frau in den 70er-Jahren erlitt, während sie auf dem Weg zum Schutzraum war, moderate Kopfverletzungen durch herabstürzende Splitter oder Trümmer einer Rakete aus dem Iran. Sie wurde vom Magen David Adom in ein Krankenhaus evakuiert.
In der Nähe der Aussenmauern der Altstadt von Jerusalem schlug erneut eine Streubombe ein und verursachte mittelschweren Schaden an einem Gebäude und der Strasse an. Der Einschlag war nur 350 m Luftlinie zur al-Aksa Moschee.
In einer gemeinsamen Aktion haben die USA und Israel 16 iranische Frachtschiffe, die in Stadthäfen im Golf ankerten, zerstört. «Nach dem amerikanisch-zionistischen Luftangriff sind mindestens 16 Frachtschiffe, die Bürgern der Städte Bandar Lengeh und Bandar Kong gehören, bei dem Brand vollständig ausgebrannt», sagt ein lokaler Beamter aus der südlichen Provinz Hormozgan, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet.

So sah das ‘Bild’ einer abgefangenen Rakete über unserem ersten Haus in Zichron Yaakov aus……. Danke Gabi, tolles Bild!
[1] Epilog zu Caesar und Christus, Die Geschichte der Zivilisation Bd. 3, Bern, 1949
Kategorien:Israel
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