Krieg gegen Iran – Tag 210 seit dem Beginn der Kämpfe (30 Tage bis zu den Wahlen)

16. Tishri 5787

Hoffentlich wird dieser Moment der Hoffnung wahr! Der nachfolgende Text stammt von Lihi Lapid, der Frau von Yair. Ich habe ihn auf Facebook gefunden und musste ihn einfach kopieren.

«Ich gebe zu, dass ich aufgeregt war. Und ich hatte Hoffnung.

Seit bekannt wurde, dass die Parteivorsitzenden sich treffen würden, stieg eine gewisse Vorfreude in mir auf. Der Wunsch, sie gemeinsam zu sehen. Und die Hoffnung, dass sie wirklich anders sind und eine Politik der Verbundenheit betreiben können. Eine Politik des Miteinanders.

Für mich natürlich umso mehr. Auch weil es Yair ist. Und Naftali, der ein Freund ist.

Und auch, weil es bei mir zu Hause war (Hilfe! Was stellt man in so einem Moment auf den Tisch?! Wie füttert man Hoffnung?)

Sie kamen und setzten sich im Keller, in Yairs Arbeitszimmer, dem Ort, an dem schon so vieles begonnen hatte. Und sie schlossen die Tür. Und da waren nur sie. Fünf Personen.

Es war still im Haus. Und plötzlich rief Yair mich: «Kannst du uns bitte fotografieren?»

Sie redeten weiter, denn es gab noch ein paar Dinge zu klären. Und ich beobachtete sie. Und ich sah etwas. Später las ich das Dokument, das sie verfasst hatten. Und ich hatte Tränen in den Augen. Tränen der Hoffnung.

Ja, es ist möglich. Anders zu sein. Anders zu handeln. Den wunderbaren Israelis etwas zu geben, das sie respektieren. Dass sie eine Führung haben, die sie verdienen.

Samstagnacht, bei mir zu Hause. Ein historischer Moment.

Also habe ich ein Foto davon gemacht.

Und ich empfand es als grosses Privileg.

Und mein Herz war voller Hoffnung.“

Leider wird Lihis Hoffnung bereits wenige Stunden nach dem Treffen in einem Punkt wieder enttäuscht. Yair Golan, Demokraten, erklärte, dass eine arabische Partei durchaus Teil der nächsten Regierung sein könne. Erst gestern hatten die fünf Parteivorsitzenden versprochen, gegenseitige Angriffe zu unterlassen, um das Wahlergebnis nicht zu gefährden. Es ist aber genau die Frage der arabischen Regierungsbeteiligung, die nach wie vor eine innere Spaltung des Blocks darstellt. In diesem Punkt unterstütze ich Yair Golan voll und ganz; es handelt sich immerhin um 21 % der Bevölkerung, die in der kommenden Regierung nicht vertreten sein sollen.

«Wir glauben, dass eine arabische Partei Teil der Regierung sein kann. Das ist natürlich, richtig, angemessen und demokratisch», sagt Golan gegenüber dem israelischen Radiosender Reshet Bet und fügt hinzu, dass eine solche Partnerschaft «einen echten Wandel nach Jahren der Hetze darstellen wird.» Kurz nach dem Interview bemühte sich die Partei um Schadensbegrenzung: «Wir wollen die jüdisch-arabische Partnerschaft und die Integration arabischer Bürger Israels in die Führung des Staates nach den Wahlen fördern und sie nach Möglichkeit in die nächste Koalition aufnehmen. Die Frage sei während des Treffens der Oppositionsführer am vergangenen Abend nicht zur Sprache gekommen.» Beim Treffen gestern Abend hatten sich die anderen Oppositionsführer gegen eine Beteiligung der arabischen Parteien ausgesprochen.

Der Likud hat das Interview mit Golan, das heute Vormittag in einem Wahlkampfvideo entstand, so dargestellt, als sei es Teil der Gespräche von gestern Abend gewesen. Die Demokraten haben den Likud aufgefordert, das Video bis heute um 19 Uhr von allen Plattformen zu entfernen. Andernfalls werden sie rechtliche Schritte einleiten. Der Rechtsberater der Partei, Omri Segev, bezeichnet das Video als «falsche und erfundene Darstellung» und argumentiert, es könne «den vernünftigen Wähler in die Irre führen, der glauben könnte, die Tonaufnahme des Vorsitzenden der Demokraten sei mit Zustimmung oder Duldung der anderen Teilnehmer dieses Treffens entstanden.»

Einem ehemaligen Leibwächter des eliminierten Hamas-Führers Ismail Haniyeh und Sohn eines hochrangigen Hamas-Mitglieds wurde 2015 der Asylstatus in GB zugestanden und später in eine Staatsbürgerschaft umgewandelt. Aus rechtlichen Gründen muss in GB seine Identität geheim bleiben; er wird in den Medien nur als ‘Mister A’ bezeichnet. Nachdem GB damals noch Mitglied der EU war, genoss er die Freiheit, in allen Mitgliedstaaten zu wohnen. Dies endete jedoch mit dem Brexit im Jahr 2020. Anlässlich des zweiten Jahrestages des Massakers vom 7. Oktober 2023 plante er offenbar Anschläge auf jüdische Gemeindezentren, israelische Diplomaten und pro-israelische Demonstrationen in Deutschland und Österreich, berichtete die ‘Sunday Times’. Im November 2025 wurde er nach Bekanntwerden der Pläne durch den Mossad und deutsche Geheimdienste festgenommen. Jetzt steht eine Auslieferung nach Deutschland bevor. Im Juli 2025 hatte er fünf Pistolen und Munition von Berlin nach Wien transportiert. Zeitnah hatte er maskiert und bewaffnet vor einer Hamas-Flagge einen Angriff angekündigt.

Ein Video aus Gaza zeigt, wie die Hamas ein Kind dazu missbraucht, Waffen offen über eine Strasse in ein ziviles Haus zu tragen, das möglicherweise als Lager genutzt wird. Das Kind dient offenbar dazu, den Mann, der es begleitet, zu schützen, damit die IDF nicht angreift und den Transport verhindert. 

https://twitter.com/idfonline/status/2104134082640691471/video/1

Saher Nidal Saqr, der während des Massakers vom 7. Oktober 2023 Noa Argamani  und Avinatan Or in den Gazastreifen verschleppte, wurde gestern bei einem gezielten Angriff eliminiert. Der Angriff fand im Flüchtlingslager Nuseirat statt. Saqr war Mitglied der ‘Global Jihadist Organizations’. Der Angriff gestern wurde von einer Eliteeinheit der Polizei durchgeführt.

Muhammad Hamad Muhammad Ghabain, der die neun israelischen Geiseln Ziv Berman, Gali Berman, Eitan Mor, Liri Albag, Agam Berger, Matan Angrest, Omri Miran, Keith Siegel und Alon Ohel in Geiselhaft genommen hat, wurde gestern in Gaza City eliminiert.  Ghabain war Kommandant einer der Gruppen, die massgeblich am Massaker beteiligt waren. 

Netanyahu – back up

Der damalige Verteidigungsminister Yoav Gallant berichtete gegenüber Armeeradio Galatz, dass vor dem 7. Oktober 2023 eine Warnung vor einem bevorstehenden Angriff der Hamas-Terrororganisation auf Israel eingegangen sei. Die einzige Nachricht sei beim Geheimdienst Shin-Bet eingegangen und besagte, dass «Sinwar die Gefängnisse zum Beben bringen werde.» 

Gallant betonte, von den anderen Warnungen erst aus den Medien erfahren und darüber nicht informiert gewesen zu sein. Sollte die Warnung bei der politischen Führung eingegangen sein, aber nicht an die Verteidigungsbehörde weitergeleitet worden sein, so stelle dies «ein schwerwiegendes Versagen bei der Gesamtbeurteilung der Lage dar.» Galllant bezog sich dabei auf einen Bericht des Haaretz. «Ich weiss nicht, ob das stimmt oder nicht, obwohl die Zahl der Quellen, die diese Geschichte bestätigen, zunimmt», sagte er. «Angenommen, dies ist wahr: Wenn der Ministerpräsident eine Warnung vom Staatschef eines anderen Landes erhält, ist dies kein politischer Trumpf für ihn, sondern ein Sicherheitsvorteil, der dem Verteidigungsapparat zusteht.» 

Hätten der Sicherheitsapparat und der Generalstabschef am Tag vor dem 7. Oktober vom bevorstehenden Angriff und von der Wahrscheinlichkeit eines Krieges gewusst, so hätten alle entsprechend darauf reagiert. Gallant ging auch auf Berichte über eine Warnung aus Ägypten kurz vor dem Angriff ein. «Es gab keinen Bericht darüber, weder schriftlich noch mündlich. Es wurde mir überhaupt nicht mitgeteilt, nicht dem Generalstabschef und meiner Meinung nach auch nicht dem Chef des Shin-Bet.»

Gallant hielt fest, dass er während des Krieges immer häufiger von sensiblen Gesprächen zwischen den Amerikanern und Netanyahu ausgeschlossen wurde. «Ich erfuhr oft erst dann von entscheidenden Gesprächen, die der PM zu den heikelsten Themen – Geiseln, Munition – geführt hatte, wenn die Amerikaner mein Büro anriefen und versuchten, zu überprüfen, was Netanyahu ihnen gesagt hatte. Sie massen dem, was Netanyahu ihnen erzählte, wenig Glaubwürdigkeit bei“, fügte Gallant hinzu.



Kategorien:Israel, Politik

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