17. Tishri 5787
Das ‘Wall Street Journal’ schreibt, dass der Iran von den Mediatoren gedrängt wird, einen Kompromiss zu schliessen und den USA zuzustimmen, was das Nuklearabkommen betrifft. Nur so könnten die Gespräche mit dem Ziel eines Waffenstillstands wieder aufgenommen werden. Nach Trumps Ankündigung, unmittelbar nach den Midterms wieder mit den Bombardierungen zu beginnen, droht der Krieg zwischen dem Iran und den USA, der derzeit ruht, wieder in einen umfassenden Krieg zu eskalieren. Zwar hatte Trump gestern in einer erneuten Kehrtwende betont, die Gespräche könnten noch in dieser Woche wieder aufgenommen werden, aber nach seiner Rede vor der UNO betonte er, er werde den vollen Krieg wieder aufnehmen. «Ich überlege noch, ob ich die iranische Regierung vernichten soll, um sie daran zu hindern, eine Atombombe zu erlangen.» Der Iran hingegen ist überzeugt, einer Kampagne der Amerikaner jederzeit standhalten zu können. Die Macht im Iran liegt nun in den Händen des IRGC, einer paramilitärischen und wirtschaftlichen Kraft, die seit Langem eine harte Linie gegenüber Kompromissen mit dem Westen vertritt. «Wir sind voll und ganz darauf vorbereitet, dass der Krieg wieder aufflammt», sagte Aussenminister Aranghchi in der NBC-Sendung „Meet the Press“. «Wir stehen jeder neuen Aggression standhaft gegenüber, selbst wenn es zu einem Weltuntergangskrieg kommen sollte. Gleichzeitig sind wir aber auch bereit für Diplomatie. Es liegt an Präsident Trump, sich zu entscheiden.» Und der, das ist bekannt, ändert seine Meinung täglich.
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Der rechtsradikale Minister Ben-Gvir, der sich in einer neuen Rechtsaussen-Regierung schon als Verteidigungsminister sieht, hat jetzt an Sukkot, drei Jahre nach dem Massaker, viel Grund zur Freude. Auf dem Tempelberg, den er erneut mit grosser Entourage betreten hat, verkündet er: «Der 7. Oktober war mit grossem Leid verbunden, mit enormem Schmerz. Aber heute, drei Jahre später, am Sukkot-Fest, einem Fest der Freude, können wir uns über viele Dinge freuen, die seitdem geschehen sind.» Dann zählt er seine Errungenschaften auf: «Israel ist heute Herr über den Tempelberg. Wir sind die Herren der Gefängnisse. Wir haben das Leben der Terroristen zur Hölle gemacht. Wir haben Waffen verteilt und zivile Sicherheitstruppen eingesetzt. Drei Jahre später ist die Nation Israel auf dem Weg zum vollständigen Sieg», sagt er und lobt seine Politik, die von Sadismus, Rassismus und politischer und menschlicher Unfähigkeit geprägt ist.

Der saudische Aussenminister, Prinz Faisal bin Farhan, trifft sich in Washington mit seinem Amtskollegen Marco Rubio. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte in diesem Monat die USA um Hilfe im Kampf gegen die Houthi-Terroristen gebeten. Diese Bitte wurde jedoch von Trump mit der Begründung abgewiesen, dass die USA nicht in einen weiteren Krieg hineingezogen werden wollen. Was sie jedoch anboten, ist die Unterstützung bei der Weitergabe von nachrichtendienstlichen Informationen.
Die IDF eliminierte erfolgreich einen Scharfschützen, Adi Adil Abd al-Aaser, der in den letzten Monaten wiederholt Angriffe auf israelische Ziele in Gaza innerhalb der Pufferzone verübt hatte.
Shadi Abu Hasira, der als Geldschmuggler und -wäscher für die Hamas fungierte und u.a. das ‘Geneva-Geldwechsel-Netzwerk’ leitete, das Millionen Schekel in Fremdwährung tauschte, wurde gestern mit einem gezielten Angriff eliminiert.

Jüdische Siedler-Terroristen zündeten im Dorf Ras Kakar in der Nähe von Ramallah Fahrzeuge an. Im benachbarten Dorf Deir Abu Mashal setzten sie ebenfalls Fahrzeuge in Brand und schmierten Graffiti auf die Hauswände: «Frohe Festtage von frohen Juden» und «Rache für Ein Raya» als Hinweis auf den tödlichen Angriff auf einen Israeli, der mit seinem Sohn am Vortag von Yom Kippur die Quelle besuchen wollte.

Netanyahu Back-up
So etwas macht man nur, wenn einem der Arsch auf Grundeis geht! Netanyahu hat am Sonntag im Rahmen einer ‘Geheimmission’ mit einem Business-Jet und einem zweiten Flugzeug als Begleitflugzeug die VAE besucht und sich dort am Flughafen mit dem Präsidenten des Landes, Scheich Mohamed bin Zayed, getroffen. Das berichtete zunächst Kanal 12. Quellen aus dem Umfeld, in dem auch der ehemalige Fatah-Funktionär Mohammed Dahlan lebt, berichteten dem Haaretz über das gestrige Treffen am Flughafen.
Diesen Quellen zufolge bat Netanyahu den Präsidenten der VAE, Berichte über ihr Telefongespräch sowie alle Details zu den Ereignissen vom 7. Oktober zu dementieren, die ihn in Verlegenheit bringen könnten. Netanyahu bat bin Zayed ausserdem um das, was die Quellen als ‘moralische Unterstützung’ bezeichneten.
Zum Telefonat, das zwischen Netanyahu und Zayed nur wenige Tage vor dem 7. Oktober geführt wurde, gibt es ausschliesslich Berichte, dass es tatsächlich stattgefunden hat. Auch der Haaretz, der vor wenigen Tagen erstmals über das Telefonat berichtete, bleibt beim Wahrheitsgehalt seiner Information und sieht sich einer Verleumdungsklage durch Netanyahu ausgesetzt.
Netanyahu hielt sich sechs Stunden in den VAE auf. Netanyahu und Zayed hatten in den vergangenen Wochen mehrfach telefoniert, bis es aufgrund von Druck seitens Netanyahus zu diesem Treffen kam. Emiratische Regierungsvertreter bezeichneten den Druck, den Netanyahu auf sie ausübte, als ‘besonders stark’.
Der Termin für das Treffen, das auf Wunsch Netanyahus noch vor den Wahlen stattfinden sollte, stand bereits fest. Der Besuch sollte geheim bleiben und erst nach seinem Ablauf bekannt gegeben werden, wurde jedoch in letzter Minute abgesagt. Als Grund gab man an, Zayed sei ausser Landes, was sich jedoch als Unwahrheit herausstellt. Damals vermutete man, Zayed wolle sich nicht am Wahlkampf von Netanyahu beteiligen. Dies umso weniger, als die persönlichen Beziehungen zwischen Zayed und Netanyahu schon seit Langem sehr angespannt sind.



Die ehemalige Geisel, Yocheved Lifshitz, erhebt harte Vorwürfe gegen Netanyahu. Er hat MK Itzik Bonzel als von ihm speziell ausgewählten Kandidaten auf Platz 29 seiner Wahlliste gesetzt. Damit hat Bonzel zwar keine Chance, in die Knesset einzuziehen, aber er erhält immerhin eine Würdigung für seinen in Gaza gefallenen Sohn Amit, s’ll, und für seine lautstarken Interventionen mit Pro-Netanyahu in der Knesset und beim OGH. Heute Morgen schrieb er auf Facebook: «Ich wünschte, ich könnte die Uhren zurückdrehen, Yocheved Lifshitz, an die Hamas zurückgeben.» Später entschuldigte er sich halbherzig für den Post. «Als trauernder Vater, der seinen Sohn im Krieg um die Freilassung von Geiseln verloren hat, tat es mir weh, die harten Worte zu sehen, mit denen unsere Soldaten gedemütigt wurden, doch in einem Ansturm von Emotionen schrieb ich im Zusammenhang mit der Hamas einen Satz über Yocheved Lifshitz, den ich so nicht gemeint habe, und dafür entschuldige ich mich.» Was war der Grund für den unsäglichen Angriff auf Lifshitz? Er war seine Antwort auf ein Interview, das Lifshitz in Kanal 13 gab und in dem sie Netanyahu und seine Regierung scharf angriff. «Netanyahu hat seinen Beauftragten geschickt, um gegen mich zu hetzen, damit die Menschen nicht über die Geheimdienstwarnungen sprechen, die ihn erreicht haben, und über die persönlichen Warnanrufe, die er erhalten hat und die das Scheitern hätten verhindern können», Sie setzte ihre Attacke fort und sagte: «Netanyahus Lügen und Verleumdungen werden ihm nichts nützen; das israelische Volk versteht nur zu gut, dass er für das Scheitern verantwortlich ist. Er hat mich am 7. Oktober im Stich gelassen, meinen Mann Oded und 45 weitere Geiseln, die lebend gefangen genommen wurden, dem Tod in der Gefangenschaft überlassen und gefährdet weiterhin unsere Sicherheit», schloss sie mit den Worten: «Ich habe keine Angst – weder vor ihm noch vor dem Kreis der Aufwiegler, die ihn umgeben.» Bonzel reagierte darauf: «Ich habe noch nie zuvor auf diese Weise geschrieben, aber ich wünschte, es gäbe eine Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen und dich wieder in die Hände der Hamas zu geben – denn angesichts dieser Undankbarkeit scheint es, als hättest du es einfach nicht verdient, dass unsere kostbaren, heiligen Söhne ihr Leben für dich opfern.“
Der Vorsitzende der Partei Yashar, Gadi Eisenkot, Netanjahus Hauptkonkurrent bei den bevorstehenden Wahlen am 27. Oktober, verurteilt ebenfalls Bonzels Äusserungen, bezeichnet Lifschitz als „Heldin“ und den Vorfall als «einen weiteren moralischen Tiefpunkt. Jemand, der eine Person handverlesen hat, die sich wünscht, dass ein israelischer Bürger in die Hände der Hamas fällt, ist ungeeignet, dieses Volk zu führen“, sagt Eisenkot und bezieht sich dabei auf Netanyahus Entscheidung, Bonzel auf einen der neun für ihn reservierten Listenplätze zu setzen.
Netanyahu plant, eine weitere Verleumdungsklage einzureichen, verabsäumt jedoch, zu sagen, gegen wen. Er betont, dass er sich niemals mit ausländischen Geheimdienstchefs trifft, ohne dass ihre israelischen Amtskollegen anwesend sind. Deshalb bestreitet er auch deutlich, dass «er sich in den Monaten vor dem 7. Oktober weder mit Abbas Kamel, dem damaligen Leiter des ägyptischen Geheimdienstes, getroffen noch mit ihm gesprochen habe. Kein israelischer Geheimdienstmitarbeiter hat mir eine ägyptische Warnung übermittelt», schreibt er auf X, nachdem sowohl das „Wall Street Journal“ als auch „The Atlantic“ berichtet hatten, dass Kamel Warnungen an israelische Amtsträger übermittelt habe, darunter auch einen Telefonanruf an Netanyahu selbst. Nicht zuletzt wurde auch 11 Tage vor dem Massaker beobachtet, dass ein Flugzeug der ägyptischen Regierung halb versteckt auf dem Flughafen Ben-Gurion stand und es dort zu einem Treffen zwischen Netanyahu und Kamel kam.
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