18. Tishri 5787

Bei einem Besuch des Tel-Nof-Luftwaffenstützpunkts orakelte Netanyahu, es gebe Anzeichen, dass verdächtige Feinde Israel noch vor den Wahlen angreifen werden. «Von hier aus, vom Luftwaffenstützpunkt aus, vom langen Arm Israels aus, sende ich euch eine Botschaft: Legt euch nicht mit uns an – weder jetzt noch jemals. Unser langer Arm wird euch überall und jederzeit erreichen» fügt er in der hebräischen Botschaft hinzu. Netanyahu, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, Ankündigungen der IDF zu hochkarätigen Angriffen im Vorfeld der Wahlen zu machen, rühmt sich zudem, in den letzten Wochen in Gaza über 100 Terroristen getötet zu haben.
Aufgrund des von Netanyahu bekannt gegebenen Verdachts, dass noch vor den Wahlen ein feindlicher Angriff auf Israel erfolgen könnte, werden heute noch zwei wichtige Treffen stattfinden. Zum einen mit den Chefs von Mossad und Shin-Bet und zum anderen mit Oppositionsführer Lapid. Dieses Treffen findet um 23:30 (sic!) statt. Netanyahu hätte es bevorzugt, dass sein Militärsekretär Lapid informiert hätte. Lapid bestand zu Recht auf einem persönlichen Gespräch und schreibt auf X: «In dem Moment, in dem der PM eines demokratischen Landes öffentlich erklärt, dass eine Bedrohung besteht, die die Wahl stören könnte, müssen alle beteiligten Parteien umfassend darüber informiert werden, ob ein Problem vorliegt und welche Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass der Prozess uneingeschränkt abläuft. Daher fordere ich, dass Netanyahu umgehend ein Vier-Parteien-Gespräch mit ihm und mir sowie mit dem Leiter des Shin-Bet und dem Vorsitzenden der Zentralen Wahlkommission abhält.» Auch Gadi Eisenkot verlangt eine direkte Information von Netanyahu an Lapid: «Sollten Netanyahus Aussagen zu den Sicherheitsbedrohungen zutreffen, erfordert dies eine unverzügliche Unterrichtung des Oppositionsführers Yair Lapid», erklärt die Partei auf X und fügt hinzu, dass ein solches Treffen notwendig sei, «um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um eine echte Bedrohung handelt und nicht um ein politisches Manöver, das darauf abzielt, die Wahl zu beeinträchtigen.»
Spontan fällt mir dazu ein, vor Wochen den Satz «Im Krieg finden keine Wahlen statt» im Zusammenhang mit Israel, oder besser mit Netanyahu, gehört zu haben. In einem Interview mit dem ehemaligen PM, Ehud Barak, der einst auch militärischer Vorgesetzter von Netanyahu war und ihn sehr gut kennt, sagt er: «Im Gegenteil, Israel führt seit fast drei Jahren Krieg und hat trotz der beeindruckenden Erfolge der Armee, der Luftwaffe und der Geheimdienste bislang kein einziges seiner Kriegsziele erreicht. Nicht weil die Regierung nicht wüsste, wie man einen Krieg führt, sondern weil sie ihn absichtlich nicht beenden will.» (NZZ 11.08.2026)

Nota bene: Auch zum Bettelbesuch in den VAE am Sonntag (s. gestern) schleppte Netanyahu neben dem Chef des Mossad, dem Chef des Nationalen Sicherheitsrates, seinem Militärsekretär und dem Berater für Aussenangelegenheiten auch seine Frau Sara mit! Was hat sie wohl in den sechs Stunden Aufenthalt in den VAE gemacht?
Nachdem die ‘Demokraten’ mehrfach beim OGH gefordert hatten, den Shin-Bet anzuweisen, ihrem Vorsitzenden Yair Golan Personenschutz zu gewähren, gab dieser heute dem Antrag statt. Vor einigen Wochen hatte die Polizei die Gefährdungsstufe von Golan auf 4/6 angehoben. Zu den in der Petition angeführten Drohungen zählen Aufrufe, Golan solle ‘eine Kugel in den Kopf’ bekommen und ‘unter schrecklichen Qualen sterben’, sowie Botschaften wie: «Wir werden dir die Augen ausstechen», «Du und deine Familie werdet ausgelöscht werden» und «So jemand gehört nicht in die Politik – sondern nur an den Galgen.»


Mehr als 100 jüdische Siedler-Terroristen brachen in der Nacht in das Dorf Jalud ein, setzten mehrere Häuser und Fahrzeuge in Brand, beschmierten Wände und griffen sowohl Palästinenser als auch Soldaten an. Shin-Bet und die Grenzpolizei beklagten, nicht über den Plan informiert worden zu sein und forderten, die im Juli aus den Häusern vertriebenen Eigentümer wieder in die Häuser zurückzubringen. Aufgrund dieser mangelhaften Koordination standen nur 12 Grenzpolizisten zur Verfügung, um die Soldaten zu unterstützen. «Die IDF hat bei einer der wichtigsten Bewährungsproben massiv versagt und eigenmächtig mit einer kleinen Truppe gehandelt.» Drei jüdische Siedler-Terroristen, 15, 17 und 18 Jahre jung, wurden festgenommen. Die palästinensische Familie von Mahmoud Tubasi, die auf dem Heimweg war, musste erfahren, dass ihr Haus abgebrannt war. Ihr Auto, in dem sie heimkamen, wurde ebenfalls angezündet. Sie überlebten nur leicht verletzt, weil die IDF sie aus dem brennenden Auto befreite und in ihrem Militärfahrzeug in Sicherheit brachte. Nachdem sich die jüdischen Siedler-Terroristen wochenlang im Haus aufgehalten hatten, zeigten sich auch im Inneren Spuren vorsätzlicher Zerstörung.
Aussenminister Gideon Sa’ar verurteilt die Siedler-Gewalt, die in der vergangenen Nacht in Jalud erneut eskaliert ist, auf das Schärfste und bezeichnet sie als ‘schwerwiegend und abscheulich’. «Jeder, der diese Straftaten begeht und Angehörige der Grenzpolizei sowie Soldaten der IDF angreift oder ihnen sogar Schaden zufügt, ist ein Krimineller, der mit der ganzen Strenge des Gesetzes bestraft werden muss», sagt Sa’ar auf X. «Sie schaden unseren Werten. Sie schaden den jüdischen Siedlungen. Sie schaden Israel.»
Auch Netanyahu fordert, dass die jüdischen Siedler-Terroristen mit aller Härte bestraft werden. «Die kleine Zahl der Randalierer (sic!!) repräsentiert nicht die gesetzestreue Siedlergemeinschaft in Judäa und Samaria», sagt er in einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung. «Sie fügen dieser Gemeinschaft grosses Unrecht zu und behindern unsere Einsatzkräfte bei der Erfüllung ihres Auftrags.» Netanyahu spielt immer wieder, auch in diesem Fall, das Verhalten der jüdischen Siedler-Terroristen als ein kleines Problem einiger ‘fehlgeleiteter Jugendlicher’ herunter. «Ich stehe hinter den Angehörigen der IDF und der Grenzpolizei, die daran arbeiten, den Terrorismus zu bekämpfen und die Sicherheit zu gewährleisten», fährt er fort, «und ich fordere die Strafverfolgungsbehörden auf, die Randalierer mit der vollen Härte des Gesetzes zu verfolgen.» Genau das ist es, was IDF und Grenzpolizei nicht tun; im Gegenteil: Sie schauen zu, wie jüdische Siedler-Terroristen ihr schändliches Treiben unbehindert fortsetzen. In vielen Fällen nehmen sie stattdessen die angegriffenen Palästinenser oder Beduinen fest.
Verteidigungsminister Israel Katz, das Sprachrohr von Netanyahu, bezeichnet die jüdischen Siedler-Terroristen ebenfalls als ‘eine Handvoll Randalierer’, die die IDF und Palästinenser angegriffen und sie daran gehindert hätten, in ihr Haus zurückzukehren, aus dem sie zuvor gewaltsam vertrieben worden waren.

Präsident Herzog schreibt dazu: «Die Gewalt ist von äusserster Schwere und stellt einen moralischen Makel sowie einen Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und unsere grundlegendsten Werte als Nation dar. Die Randalierer haben dem Sukkot-Fest, der Besiedlung des Landes und der Nation als Ganzes Schaden zugefügt», so Herzog. «Die Gewalt steht in tiefem Widerspruch zu den Werten des Judentums», erklärt Herzog.

Izz al-Din Bik, Kommandant der Nordbrigade der Hamas-Terrororganisation, wurde von der IDF gestern im Norden des Gazastreifens eliminiert. Zuvor war er für den Geheimdienst der Hamas zuständig. Als Kommandant war er für die Planung und Ausführung von Anschlägen gegen die IDF und Zivilisten verantwortlich.
Ein Video zeigt, wie eine grosse Gruppe Jugendlicher, erkennbar als orthodoxe Juden, zwei arabische Männer vor dem Damaskus-Tor hetzt, zu Boden wirft und tritt. Als die Polizei anrückt und Blendgranaten einsetzt, löst sich der Mob sehr schnell auf. Die Polizei nahm 11 Personen wegen Unruhestiftung und Aufruhrs fest.
Beim Versuch, einen Terroristen zu eliminieren, tötete die IDF ‘irrtümlich’ eine Frau und verwundete weitere Personen in Gaza. Die Familie befand sich auf der Dachterrasse ihres Hauses. In einem zweiten Angriff in Nuseirat wurde ebenfalls eine Frau getötet und weitere Personen verletzt. Ob der gesuchte Terrorist unter den Verletzten ist, wurde noch nicht mitgeteilt. Mittlerweile wurde bekannt, dass es ein weiteres Opfer gibt, leider wieder ein Kind, dessen Alter unbekannt ist.
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