20. Tishri 5787
FZ1073 – der misslungene Terroranschlag
Innerhalb einer knappen Stunde nach dem ersten Bekanntwerden des Terrorangriffs auf die Maschine, verbreiteten sich antisemitische Verschwörungstheorien im Internet. Fast 3.000 Beiträge machten Israel, den PM, den Mossad, Zionisten oder Juden im Allgemeinen für den Anschlag verantwortlich. Mit dieser Verschwörungstheorie werden Juden oder Israelis als Drahtzieher von Anschlägen gegen sich selbst dargestellt. Die Täter-Opfer-Rolle wird verdreht, wodurch weitere Gewalt gegen Juden geschürt wird.
Der omanische Co-Pilot, der nach bisherigen Erkenntnissen Einzeltäter und kein Mitglied eines Terrornetzwerks ist, ist nach Angaben seiner Kollegen ein religiöser Extremist, der im Laufe des Tages wiederholt exzessiv betet. In seinen Social-Media-Accounts sprach er wiederholt davon, Juden töten zu wollen. «Wir können das erst mit Sicherheit sagen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind», fährt ein israelischer Beamter fort, «aber es sieht durchaus so aus, als wäre er ein Selbstmordattentäter gewesen, der wahrscheinlich versucht hätte, das Flugzeug zum Absturz zu bringen.» Der Terrorist wird in die VAE überstellt, wo die Untersuchungen stattfinden, an denen Israel ebenfalls beteiligt sein wird.

Yaniv Hayun, einer der israelischen Helden des gekaperten Flugzeugs, erzählte, dass er in der Reality-TV-Show ‘Air Disasters’ bei ‘Netflix’ gelernt habe, wie man sich verhalten muss, wenn niemand im Cockpit handlungsfähig ist. So gelang es ihm, das steuerlose Flugzeug aufzufangen und so lange gerade zu halten, bis die beiden dienstfreien Piloten an Bord die Steuerhebel übernahmen.

Nachdem das Flugzeug sicher am Flughafen Tubuk gelandet war, wurde zunächst der schwer verletzte Kapitän Mr. Smit Machchhar evakuiert, bevor die Passagiere aussteigen durften. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien teilte mit, dass er in stabilem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurde. «Er wurde in ein Krankenhaus in der Stadt Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens eingeliefert und erhält dort die notwendige medizinische Versorgung. Ein umfassender Bericht über seinen Gesundheitszustand steht noch aus, doch Berichten zufolge befindet er sich in einem stabilen Zustand», heisst es in dem Beitrag weiter. Nachdem sein Co-Pilot ihn niedergestochen hatte, begann er, die für die Steuerung und Navigation notwendigen Geräte zu zerstören. Dem am Boden liegenden Piloten gelang es mit letzter Kraft, die Verriegelung der Cockpit-Tür zu lösen, sodass die Helfer eintreten konnten.
Die EL AL wird morgen mit Rückflügen von Dubai nach Tel Aviv beginnen. Gäste, die ursprünglich für die abgesagten ‘flydubai’-Flüge gebucht waren, können ihren Rückflug zum Preis von US$ 249 über die Website von EL AL oder direkt bei Reisebüros buchen. Vertreter des Shin-Bet werden vor Ort die Sicherheitsvorkehrungen für die Rückführungsflüge treffen, die voraussichtlich morgen beginnen sollen.

Präsident Isaac Herzog hat vier Passagiere an Bord des betroffenen Flugzeugs mit dem ‘Präsidentenpreis für zivile Tapferkeit’ ausgezeichnet. Yaniv Hayoun, Tzvika Manes und Asaf Rajuan betraten das Cockpit und überwältigten den Co-Piloten, während Dr. Shota Musayev den schwer verletzten Piloten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versorgte. Der Preis wurde von Herzog nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 ins Leben gerufen. Er ist Israels höchste Auszeichnung für ziviles Heldentum.

Der Vorsitzende des Zentralen Wahlausschusses, Richter Noam Sohlberg, hat einen Antrag von Gadi Eisenkot und der Anwaltskammer abgewiesen, ein KI-Video zu blockieren. Dieses Video, generiert von der Partei ‘Religious Zionism’ von Bezalel Smotrich, zeigt, wie Richter des OGH sowie die GStA gewaltsam von Sicherheitskräften von einer Demonstration weggezerrt werden. Er argumentiert: «Es bestehen erhebliche Zweifel daran, dass sich die dargestellten Amtsträger durch dieses Video bedroht fühlen – oder sich bedroht fühlen sollten.» Er persönlich findet das Video geschmacklos, sieht aber keinen Grund, es zu verbieten.

Heute beginnt der OGH mit den Anhörungen zum Ausschluss der arabischen Parteien und Kandidaten von den Wahlen am 27. Oktober. Das erweiterte neun-köpfige Gremium wird über die Anträge beraten und darüber abstimmen, wobei Richter Noam Sohlberg nicht im Gremium sitzen wird. Er ist der Vorsitzende des Zentralen Wahl-Ausschusses. Vor dem Gebäude finden bereits Demonstrationen statt. MK Ofer Cassif erklärt: «Wir werden Gerechtigkeit, Frieden und eine erfolgreiche Zukunft für alle unsere Kinder schaffen – Palästinenser und Israelis, Juden und Araber. Wir werden den Faschismus besiegen, und er wird in den Mülleimer der Geschichte geworfen werden», fügt er hinzu. Die Antragsteller werden von Ben-Gvir und Tally Gotliv, Listenzweite bei Otzma Yehudit, vertreten. Man geht davon aus, dass alle Anträge, mit Ausnahme des Verbots von MK Abu Shehadeh, abgelehnt werden.
Der OGH fordert den Vorsitzenden der Balad-Partei, Sami Abu Shehadeh, auf, seine Kandidatur für die bevorstehenden Wahlen zurückzuziehen. «Es gibt eine Mehrheit für Ihre Disqualifizierung», sagte Amit während der Anhörung zu Abu Shehadeh. «Wir empfehlen, dass Abu Shehadeh seine Kandidatur zurückzieht.» Ben-Gvir empfand dieses Urteil als ‘zu milde’ und forderte ein klares Urteil. Abu Shehadeh drückte während der heutigen Anhörung sein Bedauern über den Artikel aus und bestritt, den bewaffneten Kampf zu unterstützen.

Ben-Gvir und Tally Gotliv lieferten sich vor dem Gerichtssaal ein Schreiduell mit den Vorsitzenden der arabischen Parteien. «Ihr seid die Frontlinie des Terrorismus in der Knesset. Wir werden euch aus der Knesset werfen», brüllte Ben-Gvir. «Jeder hat mal seinen grossen Tag», antwortete Tibi auf Arabisch, während Jabareen und Cassif Ben-Gvir als ‘Nazi’ bezeichneten. In einem anderen Fall geht Gotliv auf Tibi zu, schreit ihn an und verlangt von ihm, zu sagen, ob er einen jüdischen Staat anerkenne. «Ich erkenne an, dass Sie einen Psychiater brauchen», antwortet dieser.
US-Aussenminister Marco Rubio hat am Montagabend die iranische Delegation, die zur UNO-Generalversammlung angereist war, dringend aufgefordert, die USA zu verlassen. Das berichtet Axios. Als Grund für diese ungewöhnliche diplomatische Massregelung wurden die Gespräche zwischen Teheran und Washington genannt, die erneut ins Stocken geraten waren. In einer Meldung des Aussenministeriums heisst es: «Aussenminister Rubio hat die iranische Delegation, die ihre Willkommenszeit überschritten hatte, des Landes verwiesen. Die UN-Generalversammlung war vorbei, also war es Zeit für sie zu gehen.» Zu den des Landes verwiesenen gehörte auch der iranische Amtskollege von Rubio, Abbas Araghchi. Am frühen Morgen reisten die Iraner in Richtung Doha ab. «Vielleicht werde ich sie in die Luft jagen», sagte Präsident Trump am Mittwoch zu Reportern, als er gefragt wurde, wie er ein Abkommen mit einem Regime erzielen könne, das er als verrückt bezeichnete. «Vielleicht jage ich sie in die Luft. Wir müssen diese Entscheidung treffen. Entweder wir jagen sie in die Luft oder wir schliessen ein Abkommen. Aber die Zeit rückt näher. Es wird sehr bald auf die eine oder andere Weise enden.»
Der OGH hat der Bekanntgabe eines Namens im Zusammenhang mit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 zugestimmt. Es handelt sich um Lt. Col. Aryeh Amidror, der als Sicherheitsoffizier bei der Gaza-Division diente. Nach neuesten Erkenntnissen gilt es als gesichert, dass er bei den Fehlentscheidungen, die zum Massaker führten, eine Schlüsselrolle gespielt hat. Amidror hatte die detaillierte Warnung eines Unteroffiziers vor einem bevorstehenden Angriff als «völlig aus der Luft gegriffen» abgetan. Im vergangenen Dezember entliess Generalstabschef Zamir mehrere hochrangige Offiziere, darunter auch Amir. Dessen Entlassung wurde jedoch erst im Juni rechtskräftig, nachdem Amidror lange vor Gericht dagegen angekämpft hatte. Besonders bedeutsam ist, dass Amidror der Sohn von Yaacov Amidror ist. Amidror sen., ein pensionierter General und nationaler Sicherheitsberater, wurde regelmässig im israelischen Fernsehen zu Sicherheitsfragen interviewt, ohne dabei die Rolle seines Sohnes zu erwähnen. Einmal erklärte er, er lehne eine staatliche Untersuchungskommission zu den Ereignissen vom 7. Oktober ab.

Mashhour Yassin, 51, wurde von jüdischen Siedler-Terroristen im Dorf Yasuf getötet. Die Nachrichtenagentur WAFA berichtete, er sei im Zuge einer Auseinandersetzung während eines Überfalls der Siedler erschossen worden. Angeblich hatten die Palästinenser Steine auf die jüdischen Siedler-Terroristen geworfen. Soldaten schossen auf zwei weitere Bewohner des Ortes und verletzten sie. Andere Bewohner wurden festgenommen.
Ein Hamas-Terrorist, Mohammad al-Najar, der am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt war, wurde gestern in Khan Younis durch einen gezielten Angriff der IDF eliminiert. Palästinensische Medien gaben an, es handele sich bei Najar um einen Journalisten, während Bilder belegen, dass er aktiv am Massaker beteiligt war.

Bei einem Angriff auf ein Fahrzeug wurde Ammar Mahmoud Muhammad al-Sharafi, ein Kommandant des militärischen Flügels der Terrororganisation Hamas, getötet. Bei diesem Angriff wurden mindestens vier Personen getötet und 14 weitere verletzt. Insgesamt wurden gestern bei zwei Angriffen mindestens sieben Personen, darunter eine Frau, getötet.
Drei Terroristen, die am Massaker vom 7. Oktober 2023 aktiv teilgenommen hatten, wurden heute von der IDF eliminiert. Muhammad Jamal Mahmoud Abu Al-Shaar nahm an der Stürmung und der brutalen Zerstörung des Kibbutz Be’eri teil. Anschliessend war er an der Verschleppung von Sharon Hertzman-Avigdori, Noam Avigdori, Adi Shoham, Nave Shoham, Yahel Shoham und Shoshan Haran beteiligt. Musab Abd al-Jalil Saqib Balbisi war Kommandant im Palästinensisch-Islamischen-Djihad. Ein dritter Terrorist, ebenfalls Mitglied des Palästinensisch-Islamischen-Djihad, Bilal Mahmoud Suleiman Samiri, wurde im Süden des Gazastreifens eliminiert.
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