Krieg gegen Iran – Tag 216 seit dem Beginn der Kämpfe (Tag 25 bis zu den Wahlen)

22. Tishri 5787

Der Ort des Nova-Musical-Festivals in Re’eim heute

Heute vor genau drei Jahren, am 7. Oktober 2023, an Simchat Torah, fand das schreckliche Massaker der Hamas in den südlichen Kibbutzim und an anderen Orten rund um den Gazastreifen statt. Mehr als 1.200 Menschen –  Frauen, Männer, Kinder und Babys – wurden grausam vergewaltigt, verstümmelt und ermordet. 251 Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt. 168 von ihnen kamen lebend zurück, 73 starben in der Geiselhaft oder wurden grausam ermordet. Es war der grösste tödliche Angriff auf Juden seit der Shoah. In allen Synagogen weltweit wurde heute beim Feiertagsmorgengottesdienst der Opfer des Massakers gedacht. 

Weitere Untersuchungen zum misslungenen Terroranschlag auf den ‘flydubai’-Flug von Dubai nach Tel-Aviv ergaben, dass der Terrorist den Piloten mit der ‘Notfall-Axt’ angegriffen hat. Die im Cockpit vorhandene Axt dient dazu, im Notfall ein Fenster zu zerbrechen, um aus dem Flugzeug fliehen zu können, oder Teile der Verkleidung zu entfernen, wenn es zu einem Kabelbrand kommt. Der Name des omanischen Co-Piloten wurde als Hamam al-Hammami, 29, angegeben. Der Bericht zitiert eine Quelle an der Universität, die CNN mitteilte, dass er drei Jahre lang im Fernstudium an der Hochschule studiert und 2023 seinen Abschluss in Luftfahrtmanagement gemacht habe. CNN berichtet zudem, dass al-Hammamis X- und Instagram-Konten inzwischen gelöscht wurden; auf Letzterem wurden nach dem Anschlag zwei Videos geteilt – eines davon enthielt Aufnahmen von israelischen Flugzeugen, die aus anderen Cockpits gefilmt wurden, und endete mit Fotos des ehemaligen Al-Qaida-Führers Ayman al-Zawahiri und des jordanischen Dreifachagenten Humam Khalil Abu-Mulal al-Balawi, der 2009 einen tödlichen Selbstmordanschlag auf eine CIA-Basis in Afghanistan verübte.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der VAE dauern noch an. 

Heute wurde bekannt, dass der Co-Pilot aus seinem Heimatland Oman mit einem Flugverbot belegt wurde, weil Befürchtungen bestanden, er könne sich radikalisiert haben. Trotzdem wurde er vor ca. einem halben Jahr bei ‘flydubai’ eingestellt und flog daher auch die besonders sensible Strecke zwischen den VAE und Israel. Ob der Oman seine Bedenken anderen Staaten mitgeteilt hat, steht noch nicht fest. Auch wann und wo er sich radikalisiert hatte und in welchem Umfang seine Radikalisierung ausfiel. Ein Sprecher der VAE lehnte es ab, sich zur Vorgeschichte des Angreifers in Oman zu äußern, «um eine Vorwegnahme des Ermittlungsergebnisses oder eine Beeinträchtigung des Ermittlungsverlaufs zu vermeiden.» Weder vom Oman noch von ‘flydubai’ waren bisher Stellungnahmen zu erhalten. Im Artikel des ‚Wall Street Journal‘ heisst: «Ein im Mai 2024 vom israelischen Rechnungshof veröffentlichter geheimer Bericht deckte eine Reihe von Sicherheitsmängeln bei Flügen von und nach Israel auf, darunter unzureichende Sicherheitsvorkehrungen an ausländischen Flughäfen, wie das „Wall Street Journal“ zuvor berichtete. Der Bericht stellte fest, dass sich das israelische Verkehrsministerium auf israelische Fluggesellschaften konzentrierte und nicht genügend Geld und Ressourcen in die Sicherheit ausländischer Fluggesellschaften investierte, die nach Israel fliegen.»

Der stv. PM und Verteidigungsminister der VAE, Kronprinz Hamdan bin Mohammed, erklärte, dass der Pilot der ‘flydubai’-Maschine, Smit Machchhar, «ein Höchstmass an Mut, Verantwortungsbewusstsein und Sorge um Menschenleben verkörpert. Von uns und von der Führung der Nation erhält er unsere volle Anerkennung und unser Lob», schreibt der emiratische Prinz. «Wir sind stolz darauf, dass er Teil unseres Teams ist … Teil der Geschichte unserer Nation … und Teil dessen, wofür die VAE stehen … eine Nation des Mitgefühls … eine Nation des Friedens … und eine Nation des Lebens.»

©KI by me

Die Kooperation zwischen Israel und Saudi-Arabien war aus israelischer Sicht nicht so kooperativ wie es sich Netanyahu gewünscht hätte. Zwar wurden die gestrandeten Passagiere nach eigenen Angaben am Flughafen bestens empfangen und betreut. Damit aber endete die Kooperation. Als es darum ging, die Passagiere so schnell wie möglich nach Hause zu bringen, bestand Israel auf EL AL-Flugzeugen, die zwar eine Überflug-, aber keine Landebewilligung haben. Die anderen zur Frage stehenden Militärmaschinen haben noch nicht einmal ein Überflugsrecht. Schliesslich wurden sie doch mit einer anderen flydubai-Maschine nach Tel Aviv geflogen. Vor dem Hintergrund der Bemühungen, die Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien zu normalisieren, wäre es opportun gewesen, das eigene Ego beiseitezuschieben und die von Saudi-Arabien angebotene Hilfe ohne Diskussion anzunehmen. Das hätte auch für Netanyahu politische Pluspunkte bringen können. So aber schüttelt die Welt nur wieder den Kopf über die Dummheit und Sturheit Israels.

VM Israel Katz hat angeordnet, dass Frachtflugzeuge nach Dubai fliegen, um das Gepäck der Passagiere nach Israel zu bringen, die mit Rückholflügen aus den VAE nach Israel zurückgebracht werden. Auf diesen Flugzeugen ist nur Kabinengepäck gestattet. Das erste Frachtflugzeug sollte noch am Nachmittag abfliegen. Der erste Rückholflug landete am Nachmittag in Ben-Gurion.

Auch am Shabbat und an Feiertagen ging das gewaltsame Vorgehen aggressiver jüdischer Siedler-Terroristen gegen palästinensische Olivenbauern weiter. Im Gebiet von Osarin, südlich von Nablus, in Samaria wurde ein 50-jähriger Mann auf einer Leiter in den Ort getragen. Siedler hatten ihn mit Stöcken krankenhausreif geprügelt. Videos zeigen, dass Dutzende jüdische Siedler-Terroristen Steine auf Fahrzeuge und Gebäude warfen und dabei ein Fahrzeug stark beschädigten. Ein Video zeigt Soldaten und jüdische Siedler-Terroristen, wie sie Palästinenser zusammentreiben, sie zwingen, sich auf den Boden zu setzen, und sie bewachen. Zwischenzeitlich stahlen die Terroristen die bereits geernteten Oliven sowie die Ausrüstung. Eintreffende Soldaten versprühten Tränengas; drei Personen mussten medizinisch versorgt werden. 

https://twitter.com/paldf/status/2106285110085783847/video/1

https://twitter.com/qudsn/status/2106296385892970508/video/1

Die IDF versuchte in der Nacht, den de facto-Chef der Hamas im Gazastreifen, Ali al-Amoudi, mit einem gezielten Angriff zu eliminieren. Der Angriff richtete sich gegen ein Haus in Gaza City.  Wie palästinensische Medien berichteten, wurden beim Angriff fünf Personen getötet, darunter drei Frauen und leider auch wieder ein Kind. Al-Amoudi befand sich demnach nicht unter den Opfern. Die IDF hat den Vorfall noch nicht kommentiert. 

Die Namen der Opfer wurden identifiziert:

  • Maria Hafez Abu Dawood (Christin)
  • Ihre Tochter Maysa Abu Dawood (Christin)
  • Dr. Yasmin Al-Bubu
  • Mohammed Abu Audeh, 21
  • Eine noch unbekannte Frau

Die Angriffe wurden im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit Helikoptern und Panzern durchgeführt.  Die Chancen, dass Amoudi dem Anschlag entkommt, wurden im Vorfeld als sehr gering eingeschätzt. 



Kategorien:Israel, Politik

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