26. Tishri 5787
Ein vom ‘Jewish Institute for National Security of Amerika’ veröffentlichter Brief wurde von mehr als 75 ehemaligen hochrangigen US-Militär- und Rechtsexperten verfasst. Sie weisen alle Vorwürfe zurück, Israel habe in Gaza einen Genozid verübt. Sie argumentieren, dass solche Anschuldigungen nicht den rechtlichen Kriterien für Völkermord entsprechen und durch das Verhalten der IDF während des Krieges widerlegt werden.
Die bedauerlich hohe Zahl der zivilen Opfer könne nicht als Absicht zum Völkermord interpretiert werden. Weiterhin weisen sie auf israelische Evakuierungswarnungen, humanitäre Korridore, taktische Pausen, die rechtliche Überprüfung von Zielen und abgesagte Angriffe als Belege dafür hin, dass die IDF versucht habe, zivile Opfer zu vermeiden.
Andererseits mussten sie zugeben, dass die Rhetorik einiger israelischer Politiker, im Zusammenhang mit Gaza, nicht nur beschämend war, sondern auch als Aufforderung zu rechtswidrigen Übergriffen auf Zivilisten verstanden werden konnte.
«Viele der Unterzeichner dieses Briefes haben die Streitkräfte der Vereinigten Staaten im Kampf gegen Feinde befehligt, die sich regelmässig hinter Zivilisten verstecken und diese absichtlich in Gefahr bringen. Unter diesen komplexen Umständen zu kämpfen, ist besonders schwierig. Wir verstehen, dass der Verlust von Menschenleben unter der Zivilbevölkerung in Gaza tragisch ist. Aber wir wissen auch, dass solche tragischen Folgen nicht zwangsläufig gegen das Kriegsvölkerrecht verstossen», heisst es im Brief. ««Israel hat keinen Völkermord begangen, sondern vielmehr hohe Massstäbe gesetzt, wie Stadtkriegsführung gegen einen Feind zu führen ist, der vor nichts zurückschreckt – auch nicht vor dem Tod seiner eigenen Zivilisten», heisst es weiter, und es wird hinzugefügt: «Der heute in Bezug auf Israel geschaffene Präzedenzfall wird die Bedingungen prägen, unter denen amerikanische Streitkräfte morgen kämpfen werden. Der Schutz der Zivilbevölkerung und die Wahrung der Selbstverteidigungsfähigkeit unserer Nation erfordern, dass wir die Wahrheit verteidigen, wenn das Kriegsrecht verdreht wird, um falsche Vorwürfe des Völkermords zu erheben.»

Der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot besuchte während seines Aufenthalts in Israel den Platz der Geiseln in Tel Aviv sowie den Kibbutz Be’eri, der während des Massakers schweren Schaden erlitt und viele Mitglieder verlor. «Ich bin heute in Israel, um den Opfern des 7. Oktobers meine Ehrerbietung zu erweisen», erklärt Barrot in einer französischsprachigen Stellungnahme und fügt hinzu: «An jenem Tag verübte die Hamas das schlimmste antisemitische Massaker seit dem Holocaust, bei dem leider auch 51 französische Staatsangehörige ihr Leben verloren. Wir werden sie niemals vergessen. Nichts wird ihre Gesichter oder ihre Namen auslöschen.» Während seines Besuches in Israel ist kein Treffen mit hochrangigen Politikern geplant. «Mein Besuch dient ausschliesslich dazu, den Opfern des 7. Oktober zu gedenken». Barrot besucht Israel zu einem Zeitpunkt, an dem die bilateralen Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt stehen. Der Grund: Das Vorgehen der IDF gegen die Hamas und die israelische Siedlungspolitik.

Der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, hat sich ebenfalls zum Jahrestag des Massakers geäussert. Neben einer kurzgehaltenen Trauerbezeugung ging er sofort über zur Anklage gegen Israel, dem er Völkermord und Apartheid vorwirft: «Dieser Tag ist für so viele New Yorker zutiefst schmerzhaft. Er markiert den dritten Jahrestag der schrecklichen Kriegsverbrechen vom 7. Oktober. An jenem Tag tötete die Hamas mehr als 1’100 Israelis und entführte 251 weitere. Wir trauern gemeinsam mit unseren vielen Freunden und Nachbarn, die diesen unvorstellbaren Verlust noch immer mit sich tragen, sagt Mamdani. «Das Leid begann an jenem Tag nicht und endete an jenem Tag auch nicht. Es setzte sich vielmehr durch den verheerenden, andauernden Völkermord der israelischen Regierung in Gaza fort, bei dem mehr als 74’000 Palästinenser getötet wurden – darunter mehr als 21’000 Kinder», fährt er fort. «Selbst seit dem sogenannten Waffenstillstand wurden mehr als 1’400 Palästinenser getötet. Dieses Leid hat sich mit jeder israelischen Bombe, die auf vor Spitälern wartende Ambulanzwagen abgeworfen wurde, mit jedem Drohnenangriff auf ein Wohnhaus oder einen Journalisten und mit jeder an einem Grenzübergang zurückgewiesenen Lieferung von Nahrungsmittelhilfe noch verstärkt. Viele New Yorker setzen sich mit dieser unerträglichen Trauer auseinander, und wir trauern mit ihnen – wohl wissend, dass unsere Steuergelder diese Kriegsverbrechen finanzieren», fügt Mamdani hinzu. «Drei Jahre später dürfen wir uns nicht mit einer Welt abfinden, in der Besatzung und Apartheid andauern, in der Kriegsverbrechen strafflos bleiben und unsere Bundesregierung mit jeder Waffenlieferung weiterhin mitschuldig ist. Um die Toten zu ehren, müssen wir für eine Welt kämpfen, in der jeder Mensch in Freiheit, Sicherheit und Würde leben kann.»

Nickolay Mladenov, der Sonderbeauftragte des Friedensrates, fordert, den 20-Punkte-Plan von Trump schnellstmöglich umzusetzen. Beginnt die Umsetzung nicht in absehbarer Zeit, kommt es entweder zu einem erneuten Krieg oder zu einer unbefristeten militärischen Eindämmung, statt einer dauerhaften Lösung. In einem Artikel der emiratischen Tageszeitung ‘The National’ beschreibt er drei Szenarien. Das Erste ist der Wiedereintritt, der den Teufelskreis fortsetzt. Nichts ändert sich, der nächsten Auseinandersetzung folgt eine neue, nicht einzuhaltende Waffenruhe. Das zweite ist vielleicht ein bisschen erfolgversprechender. Gaza versetzt sich selbst in eine Art Schockstarre. Jede Bemühung, etwas zum Positiven zu wenden, verläuft nur sehr mühsam und langsam. Die Welt verliert das Interesse; Gaza versinkt letztlich im Vakuum. Das dritte Szenario sieht Mladenov als schwierig, aber erfolgversprechend an. Überprüfte Entwaffnung, Deradikalisierung, eine rechenschaftspflichtige zivile palästinensische Regierung, schrittweiser Rückzug Israels und Wiederaufbau. Die Zukunft des Gazastreifens muss letztlich von rechenschaftspflichtigen palästinensischen zivilen Institutionen bestimmt werden, nicht von rivalisierenden bewaffneten Fraktionen.
Das scheitert aber bereits am ersten Schritt. Israel verlangt zu Recht die vollständige Entwaffnung. Die Hamas will die Waffen nur irgendwo in Gaza lagern lassen. Mit ständigem Zugriff jederzeit! Das Ende eines illusorischen Traums!
Auch die Hamas meldete sich zum dritten Jahrestag zu Wort. «Der 7. Oktober war mit Gottes Hilfe ein aussergewöhnlicher militärischer Erfolg. Sowohl Feinde als auch Freunde haben das Ausmass der Planung, der Durchführung und der Täuschung anerkannt», sagt Abu Obeida, der Sprecher der Hamas und fügte hinzu: «Drei Jahre sind vergangen, seit die Waffen der Kämpfer die Sicherheitsdoktrin der Besatzungsmacht zerschlagen haben. Es gibt keine Abschreckung mehr. Palästina wird diejenigen nicht vergessen, die an seiner Seite standen, insbesondere jene, die ihr Blut dafür vergossen haben.» Eine perfekte Täter-Opfer-Umkehr.


Besonders berührend war ein Appell von Yarden Bibas, dem Vater der beiden Rotschöpfe, Ariel, 7, und Kfir, 4 und Ehemann von Shiri, 35, s’’l, auf Facebook: «Shiri, Ariel und Kfir. Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ihr da oben seid und ich hier», schreibt er. «Ich liebe euch mehr als alles andere auf der Welt. Immer. Für immer.» Die Familie war am 7. Oktober 2023 gemeinsam aus dem Kibbutz Nir Oz in den Gazastreifen verschleppt worden. Yarden wurde im Februar 2025 freigelassen, die sterblichen Überreste von Shiri, Ariel und Kfir wurden zwei Wochen später nach Israel zurückgebracht. Sie wurden von der Hamas auf das Grausamste und bestialisch von Hand ermordet!
Einav Zangauker, die Stimme des Protests gegen die Regierung, klagte heute die Regierung an, «dass sie keine Verantwortung für den 7. Oktober übernimmt und sich weigert, eine unabhängige Untersuchungskommission einzurichten, um die Versäumnisse aufzuklären. Sie versuchen, uns vergessen zu lassen, was am 7. Oktober passiert ist», sagt sie gegenüber Army Radio. «Wir werden es nicht vergessen, wir werden die Wahrheit einfordern, denn das ist unser Vermächtnis. In ihrem Andenken und um ihretwillen», sagt sie. «Die Angst hat sich in mein Herz eingegraben, die Tränen, die nicht aufhören wollen, das Herz, das bis zum heutigen Tag schmerzt und blutet und in Stücke zerbrochen ist», betont sie. Ihr Sohn Matan, der ebenfalls aus dem Kibbutz Nir Oz verschleppt wurde, wurde vor einem Jahr freigelassen.
Nachdem bisher 7.415 in Dubai gestrandete Passagiere, die für einen Flug von den VAE nach Israel gebucht waren, sicher wieder daheim gelandet sind, sollten heute oder morgen die letzten Rückholflüge durchgeführt werden. Die Flüge wurden bisher von der israelischen Fluglinie ‘Arkia’ durchgeführt. Jetzt wurden die Flüge abgesagt, nachdem die VAE die Landerlaubnis widerrufen hat. Die Rückholflüge wurden notwendig, nachdem ‘flydubai’ nach dem gottseidank misslungenen Terrorakt alle Flüge von und nach Israel gestrichen hat. Bisher ist es ‘Arkia’ nicht gelungen, eine Begründung von den VAE zu erhalten.
Die Angriffe auf Frachtschiffe, die die Strasse von Hormus passieren wollen, sind seit Ende Februar, als der Krieg begann, auf den höchsten Stand angestiegen. Angriffe, versuchte Angriffe und Störmanöver – darunter Drohnenüberflüge, Überwachung und Anrufe über UKW-Funk durch die IRGC – halten in der Strasse weiterhin an, wie das von der US-Marine geleitete Joint Maritime Information Center (JMIC) am Sonntag in einer Mitteilung mitteilte. DAS JMIC vermutet, dass der Iran mit diesen Aktionen seine Präsenz an dieser wichtigen Transitroute behaupten will.

Die IDF konnte in der Nacht einen Anschlag auf Soldaten verhindern. Soldaten beobachteten zwei Männer, die das Kama-Adwan-Spital im Norden des Gazastreifens verliessen. Einer von ihnen legte einen Sprengsatz, den sie aus dem Spital mitgenommen hatten, in unmittelbarer Nähe der ‘Gelben Grenze’ ab. Sobald die IDF sicher war, dass es sich um Hamas-Terroristen handelte, wurden sie eliminiert. Einer von ihnen ist Mohammad Tammous, ein Scharfschütze, der in der Zivilverteidigung der Hamas diente.
Bilder zum 7. Oktober 2023/2026














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