28./29. Tishri 5787
Im Yarkon Park fand am 7.10. abends eine berührende Gedenkfeier statt. Unter den Teilnehmern in der ersten Reihe sassen alle Oppositionspolitiker mit ihren Frauen. ביחד – gemeinsam.

Aus dem Facebook von Lihi Lapid: «Gemeinsam. Bei der herzzerreissenden Zeremonie für die Familien der Opfer des 7. Oktober. Tränen und Gänsehaut. Jede Geschichte. Jeder Name. Eine ganze Welt. Einer nach dem anderen. Leben, die jäh beendet wurden. Es raubt einem den Atem. Es ist unmöglich, das vollends zu begreifen. Was für Helden dieses Volk doch hat. Welch eine Stärke. Und wir müssen Aufklärung leisten. Wir müssen. Und ihrer aller gedenken.»




Etwa 50.000 Menschen hatten sich versammelt; es war die erste Gedenkveranstaltung dieser Grösse, die stattfand, ohne dass noch Geiseln in Gaza festgehalten wurden.
Der Schwerpunkt der Themen lag in diesem Jahr auf der Forderung, die Fehler und Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Massaker endlich zu untersuchen und die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Eli Sharabi, der 491 Tage lang in Gaza festgehalten wurde. Er wurde am 7. Oktober 2023 gemeinsam mit seiner Frau Lianne und ihren zwei Töchtern Noiya und Yahel entführt. Seine Familie wurde bereits während des Angriffs der Hamas grausam ermordet, sein Bruder Yossi während der Geiselhaft. «Erinnert euch daran, was geschehen ist. Untersucht, wie es geschehen ist. Nehmt keine Abkürzungen. Lasst nicht zu, dass die Zeit die Wahrheit verwischt, schreibt die Geschichte nicht um und lasst die Geschichte sich nicht wiederholen», sagte Sharabi von der Bühne aus.


Omri Shifroni, ein Gründer der Kumu-Bewegung, steht auf! (von Hebr. ‘lakum-aufstehen) , dessen Verwandte Liel und Yanai Hetzroni sowie Avia und Ayala Hetzroni im Kibbuz Be’eri ermordet wurden, forderte ebenfalls eine umfassende Untersuchung. «An jenem Morgen brachen die Systeme zusammen und der Staat versagte», sagte er. «Aber gegenseitige Verantwortung allein reicht nicht aus. Um das Vertrauen wiederherzustellen, brauchen wir auch die Wahrheit. Wir müssen wissen, was passiert ist. Ohne die Wahrheit aufzudecken, können wir die Dinge nicht in Ordnung bringen und nicht sicherstellen, dass so etwas nie wieder geschieht.»
Die Veranstaltung wurde als Alternative zur staatlichen Gedenkfeier ins Leben gerufen, die auf dem Herzlberg stattfand und von den Hinterbliebenen und Familien der Geiseln boykottiert wurde. Die Regierung, allen voran Netanyahu, weigert sich, eine staatliche Kommission zu benennen.

Nach der Befürchtung, dass sich das Komitee für Trump, dem unwürdigsten aller Kandidaten, entscheidet, hat sich das Nobelpreisgremium für die zweitschlechteste Wahl entschieden. Ausgesucht wurde die Südafrikanerin Navi Pillay, die im vergangenen Jahr Israel vor der UN-Unabhängigen Untersuchungskommission (COI) wegen des Genozids und des Versuchs anklagte, das palästinensische Volk zu zerstören. In dem Bericht wurde der israelischen Führung – darunter Premierminister Benjamin Netanyahu, Präsident Isaac Herzog und der ehemalige Verteidigungsminister Yoav Gallant – vorgeworfen, «zum Völkermord angestiftet» zu haben.
Die Kommission gab bekannt, sie sei zu dem Schluss gekommen, dass Israel vier der fünf in der Konvention von 1948 zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes definierten Völkermordhandlungen begangen habe: «Tötung, Zufügung schwerer körperlicher oder seelischer Schäden, vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen, die auf die vollständige oder teilweise Vernichtung der Palästinenser abzielen, sowie die Auferlegung von Massnahmen zur Verhinderung von Geburten.»
In ihrem Bericht hat sie das bestialische Massaker der Hamas-Terroristen mit keinem Wort erwähnt.
Das Büro des israelischen Aussenministeriums kommentierte die Wahl: «Nun, da die Nobelkommission die grösste Lüge des 21. Jahrhunderts ausgezeichnet hat, applaudiert Joseph Goebbels sicherlich aus der Hölle.»
Die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UNO (COI) spricht nicht im Namen der UNO und ist auf heftige Kritik seitens Israels gestossen. Obwohl es sich nicht um ein Rechtsorgan handelt, können ihre Berichte diplomatischen Druck ausüben und als Beweismittel in späteren gerichtlichen Verfahren dienen.
Der Leiter der iranischen Atomenergie-Organisation, Mohammad Eslami, hat heute betont, dass der Iran die Urananreicherung nicht aufgeben und das bereits angereicherte Uran nicht abgeben werde. Damit ist klar, dass sich bei den angeblich fortgesetzten indirekten Gesprächen nichts getan hat. Bleibt die Frage, ob Trump den Krieg tatsächlich wieder mit voller Stärke hochfahren wird oder ob er das Interesse am Iran verloren hat. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, dass Friedensverhandlungen nur ohne Druck und gegenseitige Drohungen zum Erfolg führen könnten.
Anfang dieser Woche teilten hochrangige US-Offiziere dem Generalstabschef Zamir mit, dass sie vom Weissen Haus und vom Pentagon angewiesen wurden, sich auf einen massiven Angriff auf den Iran innerhalb der nächsten drei Wochen vorzubereiten. Zamir reagierte mit der Erklärung, dass ein Angriff dazu führen könne, die für den 27. Oktober geplanten Wahlen zu torpedieren. Dies in der Annahme, dass der Iran auf einen Angriff der USA durch einen Beschuss auf Israel reagieren könne. Heute erklärte Trump, dass vor den Midterms, am 2. November, keine Angriffe geplant sind.
VM Israel Katz hat angeblich angeordnet, pro-Palästina-Aktivisten für die Dauer der Olivenernte aus Samaria und Judäa zu verbannen. Mit dieser Massnahme soll den Eigentümern der Olivenbäume, den Palästinensern, geholfen werden, die Ernte ungestört fortzusetzen. Die Oliven sind ein wichtiger Bestandteil ihres Einkommens. Allerdings ist, wie der Yesha-Rates[1] berichtet, bisher noch keine Bestätigung aus dem Büro des Ministers eingegangen. «Wir werden nicht zulassen, dass extremistische Aktivisten – seien es Israelis oder Ausländer – in die Region gelangen, um Provokationen und Konfrontationen anzuzetteln. Die Olivenerntezeit wird nicht zu einem Instrument gemacht, um vor Ort absichtlich Spannungen zu schüren.»

Ein Angestellter der Saudi Airlines und zwei Unbeteiligte wurden bei zwei Angriffen der Houthi-Terroristen auf den King-Khalid-Flughafen in Riyad getötet. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Ein Flugzeug, in dem sich keine Passagiere befanden, wurde zerstört.
Ein Video, das zum Nachdenken anregt. Es zeigt jüdische Siedler-Terroristen, die in Yabrud, in der Nähe von Ramallah, das Fahrzeug eines Palästinensers zwischen zwei Fahrzeugen einklemmen und beginnen, das Auto und offenbar auch die Insassen mit Stöcken anzugreifen. Nach wenigen Sekunden gelingt es dem Fahrer, das Auto zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Dann scheint es, als ob die Terroristen ins Innere des Fahrzeugs schauen und sich entschliessen, von weiteren Angriffen abzusehen. Sekunden später läuft ein kleiner Junge, maximal drei Jahre alt, der sich offenbar aus dem Auto befreien konnte, ebenfalls davon. Was ist da geschehen, dass er sein Kind hilflos zurücklässt?
https://twitter.com/damirfalsteen/status/2108484951939129765/video/1

Die IDF gibt an, erneut zwei Mitglieder der Hamas-Terror-Organisation eliminiert zu haben, die massgeblich am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt waren. Muhammad Muhsen Nimr Yazji war nicht nur aktiv am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt, sondern hielt auch Emily Damari, Romi Gonen und Matan Angrest in Geiselhaft. Damati und Gonen wurden im Januar 2025 freigelassen, Angrest erst im Oktober 2025. Muhammad Fawzi Muhammad Awad Gamal, der ebenfalls massgeblich am Massaker beteiligt war, wurde in einem zweiten Anschlag eliminiert. Bei Präzisionsanschlägen wurden in Gaza vier umfangreiche Waffendepots der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Djihad zerstört.
Drei weitere Terroristen von Hamas und Djihad wurden heute von der IDF eliminiert.ES handelt sich dabei um Hassam Walid Hassan Abu al-Ata, Kommandant der Raketeneinheit des Djihad und Magdi Moien Yousef al-Ayoubi sowie Muhammad Aja, Kommandant einer Hamas-Einheit.
Netanyahu – Backup / Teil I des Interviews mit Avi Gil

Maj. Gen. Avi Gil, der vor, während und nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 Militärsekretär von Netanyahu war, gab in Kanal 12 ein höchst brisantes Interview. So habe sich Netanyahu in einigen Kabinettsitzungen dagegen ausgesprochen, Vereinbarungen zu treffen, die die Freilassung der Geiseln ermöglicht hätten. Netanyahu habe sich jedoch dazu entschlossen, die Regierung und damit vor allem sein politisches Leben zu retten. Einige der Geiseln starben später in Geiselhaft. Auf die Frage, ob man zumindest einige Geiseln früher hätten befreien können, antwortete er schlicht: «Das hätten wir können, ja.»
Gil räumte ein, dass Führung erfordere, das Gesamtbild zu betrachten, und dass «politische Überlegungen ebenfalls Teil der Angelegenheit seien». Dann fügte er hinzu: «Habe ich damals gedacht, dass es ein Fehler war? Habe ich gedacht, dass es richtig war, der Rückkehr der Geiseln Vorrang einzuräumen? Die Antwort lautet: Ja.» Netanyahu habe oft den rechtsextremen Partnern in der Koalition nachgegeben. Einer der Extremisten, Ben-Gvir, habe mehrfach geprahlt, während des Krieges eine Geiselnahme abgewendet zu haben. Es sei nicht nur einmal knapp vor einem Deal gestanden, als Netanyahu aufgrund der Koalitionspartner eine Kehrtwende machte und den Schwanz einzog.
Gil erhob eine Reihe von Vorwürfen; viele betrafen die Fragen, was Netanyahu bereits vor dem 7. Oktober wusste, wie er während des Angriffs handelte und welche Entscheidungen er in den Folgemonaten traf.

So räumte er u.a. ein, dass Telefonaufzeichnungen vom damaligen Stabschef Tzachi Braverman[2] manipuliert wurden. Stellungnahmen von Netanyahu seien zumeist unvollständig, inklusive Stellungnahmen im Rahmen einer Untersuchung durch den Staatskontrolleur, Matanyahu Engelman. Im Februar 2026 übergab Netanyahu ein 55-Seiten-Dossier. Darin seine Antworten auf Befragungen durch Englman. Das Dossier enthielt Ausschnitte aus Kabinettsitzungen, Zitate der Opposition sowie Telefonmitschnitte.
Auch wenn Netanyahu dies bis heute konsequent ablehnt, so betont Gil, dass er in den Wochen und sogar Monaten vor dem Angriff von den Sicherheitschefs gewarnt wurde.
Nach der Ausstrahlung des Interviews kam sofort die Reaktion aus dem Büro des PM, der alle Fehler auf Gil abwälzte. Ein miserabler Versuch, den Sicherheitschefs die Schuld daran zu geben, dass sie den blutigsten Tag in der Geschichte des Landes nicht verhindert haben. «Gils Äusserungen gegenüber den Medien sind ein Versuch, die einfache und schmerzhafte Wahrheit über sein Versagen zu verschleiern», sagte Netanyahu als Reaktion auf das Interview.
Auch die Opposition reagierte prompt: Gadi Eisenkot, der Spitzenkandidat der Wahl, forderte eine strafrechtliche Untersuchung wegen angeblicher Lügen des Premierministers. Avigdor Liberman, Vorsitzender der Partei Yisrael Beytenu, warf Netanyahu Landesverrat vor. Gadi Eisenkot versprach: «Nichts wird ihn vor der staatlichen Untersuchungskommission retten, die wir nach der Wahl einsetzen werden.»
Da ist es endlich, das Wort, das die vermuteten Straftaten Netanyahus benennt: «Landesverrat!» Im Penal Law von 1977 sieht es die Todesstrafe oder die lebenslange Haft vor.
[1] Der Yesha-Rat vertritt die legalen Siedlungen gegenüber der Regierung.
[2] Es war nicht das erste Mal, dass Braverman strafrechtlicher Verfehlungen beschuldigt wird. Gegen ihn liegt eine Anklage wegen Behinderung der Justiz, Betrugs und Untreue im Zusammenhang mit einem Skandal um die Weitergabe geheimer Dokumente vor. Aufgrund dieser Vorwürfe konnte er das Amt des nächsten israelischen Botschafters im Vereinigten Königreich, für das er vorgesehen war, nicht antreten.
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