Krieg gegen Iran – Tag 223 (Tag 16 bis zu den Wahlen)

29. Tishri 5787

Erneut musste die IDF leider den Tod eines Soldaten bekannt geben. Cpt. Eliav Haim Tzapalamus, 21, s’’l, wurde Opfer eines tragischen Unfalls. Während er gemeinsam mit drei Kollegen, die verletzt wurden, in einem Jeep im Süden des Libanons unterwegs war, überschlug sich das Fahrzeug aus noch ungeklärter Ursache. Die IDF untersucht den Vorfall.

Wie nicht anders zu erwarten war, beschimpft Trump Norwegen – nicht ihm, sondern einer «mysteriösen Person, von der ich noch nie gehört habe, den Nobelpreis verliehen zu haben. Niemand hat das.» In jedem Jahr seiner Präsidentschaft hat Trump seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass er den Preis nicht gewonnen hat.

Trump versprach: «Der Krieg gegen den Iran wird bald zu Ende sein, so oder so. Wir haben den Iran daran gehindert, eine Atomwaffe zu besitzen – und die [Benzin-] Preise werden einbrechen», sagte Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. «Wir können es so oder so machen, aber es ist ganz einfach – so oder so wird es bald vorbei sein», fügt Trump hinzu und scheint dabei entweder auf eine diplomatische oder eine militärische Lösung für den monatelangen Konflikt anzuspielen. «Sie haben keine Armee, sie haben keine Marine, sie haben keine Luftwaffe, sie haben keine Flugabwehrmittel», sagt Trump über den Iran.

Der Iran behauptete, seine Raketen- und Drohnenfabriken wieder so weit aufgebaut zu haben, dass er seine Waffenvorräte wieder auffüllen kann. Darüber hinaus, so ein Beamter, erhalte der Iran Raketen aus Russland. Das russische Verteidigungsministerium gab dazu keine Stellungnahme ab. Bloomberg berichtete, der Iran verfüge nach eigenen Angaben über einige Schiffsabwehrwaffen und eine hohe Zahl ballistischer Raketen. Diese Aussage steht in absolutem Widerspruch zu den Äusserungen des US-amerikanischen VM Pete Hegseth, der am 30. September erklärt hatte, «die USA haben die militärisch-industrielle Kapazität des Irans und seine gesamte Verteidigungsbasis zerstört.» Die neue Sprecherin des Weissen Hauses, Anna Zacharia, erklärte: «Erstens hat Präsident Trump während der Operation Midnight Hammer die iranischen Nuklearanlagen ausgelöscht», zitiert Bloomberg Zacharia «Anschliessend zerstörte die Operation ‹Epic Fury› erfolgreich den konventionellen Schutzschild, den der Iran um sein Atomprogramm herum aufbauen wollte, einschliesslich seiner ballistischen Raketen, Produktionsanlagen und der Marine».

Obwohl VM Israel Katz vorgestern verlangt hat, jüdische Siedler-Terroristen und -Aktivisten während der Olivenernte aus Samaria und Judäa zu verbannen, kam es gestern erneut zu Zusammenstössen. In Deir Abu Mashal, in der Nähe von Ramallah, wurden mindestens neun Palästinenser von jüdischen Siedler-Terroristen und Sicherheitskräften verletzt. Eine Person erlitt durch einen Schuss ins Bein eine Wunde, andere wurden geschlagen und von Gummigeschossen getroffen. Angeblich wurde auch ein türkischer Journalist verwundet. Die Streitkräfte setzten auch Tränengas gegen die Palästinenser ein. Warum wieder gegen sie und nicht gegen die jüdischen Siedler-Terroristen? Bei einem zweiten Vorfall in Deir Ibzi wurden zwei Palästinenser durch jüdische Siedler-Terroristen bei der Olivenernte mit Pfefferspray und Schlagstöcken schwer verletzt, 

Die IDF eliminierte Muhammad Abu Shalouf, der als Kommandant des Islamisch Palästinensischen Djihads am Massaker vom 7. Oktober beteiligt war. Ein zweiter Terrorist, Musa Atef Musa Abu Dan, Mitglied der Nukhba-Truppe, wurde bei einem weiteren Angriff ebenfalls eliminiert. 

Bei einem Angriff der Houthi-Terroristen auf den Flughafen von Riyadh wurden Dutzende Menschen verletzt, und fünf Personen mussten schwer verletzt zur Intensivpflege ins Spital gebracht werden. Der Raketenangriff fand heute gegen 15 Uhr Ortszeit statt.

Netanyahu – Backup 

Wer ist Tzachi Braverman, der ehemalige Stabschef von Netanyahu?  Braverman, seit dem 29. Dezember 2022 Stabschef von Netanyahu, wurde 2025 zum Botschafter Israels in GB ernannt. Warum befindet er sich dann immer noch in Israel und warum ist der Posten in London immer noch vakant? Während die Knesset die Ernennung bestätigte und Braverman seinen Posten als Stabschef verliess, wurde seine Akkreditierung durch GB abgelehnt. 

Am 11. Januar 2026 wurden ein Ausreiseverbot sowie eine Kontaktsperre gegenüber Netanyahu verhängt. Am 2. März hob das Amtsgericht Rishon Lezion das Verbot, als Botschafter zu dienen, auf. Zeitgleich endeten auch das Ausreiseverbot sowie die Kontaktsperre zu Netanyahu. 

Am 26. Mai gab das Büro von GStA Gali Baharav-Miara bekannt, dass es Braverman zu einer Anhörung wegen Rechtsbehinderung, Betrugs und Untreue vorladen werde.

Die Berichte des ehemaligen Militärsekretärs von Netanyahu, Avi Gil, erhärten den Verdacht, dass Braveman im Zusammenhang mit dem Geschehen rund um den 7. Oktober 2023 Urkunden gefälscht hat (s. gestern). Er steht im Verdacht, den angegebenen Zeitpunkt geändert zu haben, zu dem Netanyahu erstmals telefonisch von Avi Gil, dem damaligen Militärsekretär des Premierministers, über den Einmarsch der Hamas am 7. Oktober informiert wurde; angeblich änderte er ihn von 6:40 Uhr auf 6:29 Uhr.

Braverman soll zugegeben haben, den Zeitstempel geändert zu haben, und der Polizei erklärt haben, er habe dies nur getan, weil er glaubte, dieser sei falsch.

Teil II des Interviews mit Avi Gil

Ein wichtiger Teil des Interviews betrifft die 251 Geiseln und ihr Schicksal. Immer wieder fragt sich Gil, ob es nicht möglich gewesen wäre, sie lebend aus der Geiselhaft zu befreien. 

Die rechtsextremen Minister hätten im Laufe des Krieges immer mehr darauf gedrängt, den Druck auf die Hamas zu erhöhen und sich gegen Austauschabkommen und Waffenstillstände ausgesprochen. Jedes Einknicken Netanyahus bezeichneten sie als persönlichen Erfolg. «Im Laufe der Zeit entstanden Diskrepanzen zwischen den Empfehlungen der Verteidigungsbehörden und vielleicht sogar den eigenen Wünschen des Premierministers» einerseits «und den Entscheidungen oder Empfehlungen seiner Minister» andererseits, sagte Gil und kam zu dem Schluss, dass die Geiseln schon früher hätten zurückkommen können. 

Einmal sei er bei einer Kabinettsitzung anwesend gewesen, bei der Netanyahu sich für «die Regierung und die Politik, mit anderen Worten für sein eigenes politisches Überleben» anstelle des Lebens der Geiseln in Gaza entschieden habe, antwortete Gil schliesslich: «Tatsächlich ist genau das passiert.» 

Ein massgebliches Dokument hätte den geplanten Geisel-Deal scheitern lassen. Ein Bericht der New York Times, vom 11. Juli 2025 beschreibt, wie Netanyahu im April 2024 bereit war, den Krieg in Gaza mit einem Kompromiss zu beenden. Ein Gesandter war unterwegs nach Ägypten; ein fertiger Plan lag bereits vor. Das Thema stand nicht auf der Traktandenliste. Netanyahu wollte den Überraschungseffekt nutzen, um seinen widerstrebenden Ministern keine Chance zu geben, den Plan zu torpedieren. Mit der Annahme wäre der Krieg für mindestens sechs Wochen unterbrochen worden. Ein ausreichendes Zeitfenster für die Freilassung von Geiseln, Verhandlungen über einen anhaltenden Waffenstillstand und ein Ende der grauenhaften Zerstörung von Gaza, die zwei Millionen Menschen zu Gejagten ohne Zukunftsperspektive machten. Sobald das Thema auf dem Kabinetttisch lag, drohte Smotrich mit dem Sturz der Regierung. Damit wurde der Plan auf Eis gelegt. 

Die bereits oben erwähnten Änderungen der Zeitstempel zweier Telefonate am 7. Oktober sind ebenfalls von höchster Brisanz, wenn es darum geht, welche Informationen der PM wann und von wem erhalten hat. Die Protokollführerin kam persönlich zu Gil und stellte den Sachverhalt dar: «Sie kam in mein Büro, schloss die Tür und erzählte mir alles», sagte er. «Sie war sich bewusst, dass dies eine Abweichung von der gängigen Praxis darstellte. Zwei Monate zuvor war ein Dokument verschickt worden, in dem erklärt wurde, was erlaubt ist und was nicht … Sie sagte mir, es sei mir verboten, dies zu ändern. Das Erste, woran ich mich erinnere, war die Frage, warum sie sich im Januar 2024 mit dem Stenogramm eines vierminütigen Telefonats vom Morgen des 7. Oktober befassten? Für wen ist das wichtig? Was stand in dem Gespräch, das es so wichtig machte, sich damit zu befassen?»

Gil ging in seinem Interview mit Braverman hart ins Gericht: «Wir sprechen hier von einem Muster kriminellen Verhaltens von Leuten, die glauben, sie dürften tun, was sie wollen. Und der Stabschef verhielt sich wie jemand, der glaubte, er könne alles tun. Es ist möglich, dass sie bereits an der Darstellung arbeiteten, die wir heute sehen: dass der PM der Einzige war, der handlungsfähig war, als das Chaos begann, weil er angeblich von der allerersten Sekunde an alle notwendigen Anweisungen erteilt hat.» Dieses Verhalten von Braverman wirft natürlich Fragen auf: Warum musste man vertuschen, was heute jeder weiss: Netanyahu hat um 6:29 weder einen klaren Gedanken gehabt, weil er noch schlief. 

Wo er schlief, in Caesarea, was man uns glauben machen will, oder doch noch in seinem Hotel auf dem Golan, wo er sich seit dem 3. Oktober in den Ferien befand?

Auch um 6:40 hat er keine klaren Anweisungen gegeben. Wir wissen das aus anderen Berichten, die ebenfalls sehr glaubwürdig sind. Aber er musste als der GröFaZ in der Öffentlichkeit erscheinen, als den er sich selbst so gerne sah. 

Wusste er, was Bravermann tat, um das Bild zu korrigieren? Gil stellt fest: «Ich kann mir kaum vorstellen, dass er es nicht wusste. Und selbst wenn er es nicht wusste, ist das äusserst schwerwiegend. Narrative entstehen nicht aus dem Nichts, jemand ist dafür verantwortlich, jemand genehmigt sie. Es gab wahrscheinlich eine Diskussion, und jemand hielt es offensichtlich für wichtig, den Zeitpunkt des Anrufs zu ändern. Aber nehmen wir einmal an, er wusste es nicht. Sobald ich darüber berichtet hatte, wusste er es. Was hat er dagegen unternommen? Nichts.»



Kategorien:Israel, Politik

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