Krieg gegen Iran – Tag 235 seit dem Beginn der Kämpfe (Tag 5 bis zu den Wahlen)

10. Cheschwan 5787

Netanyahu hatte offenbar geplant, den Iran zu Beginn des Monats anzugreifen, wurde jedoch von Trump daran gehindert. Es ist nicht auszuschliessen, dass Netanyahu den Angriff absichtlich geplant hatte, um einen Grund zu liefern, die Wahlen abzusagen, weil der Iran sicher mit einem Rückschlag reagiert hätte. Netanyahu hatte immer erklärt: «Im Krieg finden keine Wahlen statt». Er muss, wenn man den Umfragen trauen darf, um seinen Wahlsieg zittern. Trump hingegen hatte bekannt gegeben, die Angriffe erst nach den Midterms, die auch für ihn Schicksalswahlen sind, einzufrieren.

Nur noch wenige Tage vor der echten Schicksalswahl geht es in Israel schon lange nicht mehr ausschliesslich um Netanyahu oder Nicht-Netanyahu, sondern vielmehr um Faschismus oder Demokratie. Die ersten Wahlstellen für Soldaten der IDF sind ab heute für die Stimmabgabe geöffnet.

Gadi Eisenkot hat auf einer Jugendkonferenz erneut eindeutig abgelehnt, in irgendeiner Form gemeinsam mit Netanyahu in einer Regierung zu sitzen. Er schloss auch eine Rotation mit ihm als PM klar aus. «Ich versichere unmissverständlich, dass ich im Rahmen einer Rotationsvereinbarung nicht unter Netanyahu dienen werde. Punkt», sagt Eisenkot gegenüber Radio 103FM. «Sollte das zutreffen, würde ich meinen Rücktritt eine Stunde später einreichen.» Was er hingegen nicht ausschloss, war eine Regierung mit dem Likud, sofern klar sei, dass Netanyahu nicht mehr dabei sei.

Mansour Abbas von der Partei Ra’am erklärte, eine Wiederwahl von PM Netanyahu sei eine Katastrophe. »Zunächst und vor allem für den gesamten Staat Israel, aber auch für uns im arabischen Sektor.»

Yair Golan erklärte erneut seine Bestrebung, Netanyahu als PM zu ersetzen. Gleichzeitig betonte er, dass er auf jeden Fall mit Ra’am zusammenarbeiten werde.

Schade, dass die Absolventen eines Offizierskurses der IDF darauf verzichten müssen, ihre Abschlusszeremonie für Freunde und Verwandte digital aufzunehmen. Nachdem die IDF befürchtet hat – und das aus gutem Grund –, dass Netanyahu sie als Wahlveranstaltung missbrauchen wird. Gemeinsam mit GStA Galia Baharav Miara wurde beschlossen, die bereits eingerichtete Webseite für das Live-Streaming zu schliessen.

Im Gegensatz zur gestrigen Aussage werden die Wahlzettel für Kachol-Lavan nun doch aus den Wahlkabinen entfernt. Damit soll verhindert werden, dass die Stimmen bewusst als ‘verlorene Stimmen’ eingesetzt werden.

Von den etwa 7,3 Millionen wahlberechtigten Israelis leben rund 810.000 im Ausland und können deshalb ihre Stimmen zur Knesset-Wahl nicht abgeben.  Damit sind in Israel ungefähr 5,4 % mehr Personen wahlberechtigt als im Herbst 2022. 77 % sind Juden, davon etwa 10.5 % ultraorthodox, 15.1 % sind zwischen 18 und 24 und 26.3 % über 60 Jahre alt.

Betroffene Familien von gefallenen Soldaten und ermordeten Geiseln fordern in einem offenen Brief von Ofer Winter, dass er mit seiner Partei ‘Volk Israel’ aus dem Wahlkampf aussteigt. «Diese Wahlen sind entscheidend für die Siedlungsbewegung, das Justizsystem und die Sicherheit», schreiben die Familien. «Bei diesen Wahlen zählt jede Stimme. Ofer, in keiner Umfrage liegst du über der Wahlhürde. Wir, die Hinterbliebenen, appellieren an dich, Ofer: „Gefährde nicht die Sicherheit Israels.» Netanyahu schloss sich dieser Aufforderung an: «Ofer Winter, hör auf die Hinterbliebenen – zeig Verantwortungsbewusstsein und tritt zurück, damit die Rechte gewinnen kann!»

Saudi-Arabien hat erneut fünf Drohnenangriffe in der Nähe der Region Medina abgefangen. Medina gehört zu den heiligsten Stätten des Islams und wurde bereits mehrfach von Houthi-Terroristen angegriffen.

Die IDF eliminierte am Sonntag Musa Abd Muhammad Hamouda, der Mitglied der Nukhbah-Gruppe war. Am 8. September 2025  war er der führende Kopf hinter dem Angriff auf einen Panzer, bei dem  Lt. Matan Abramovitz, Staff Sgt. Uri Lamed, Sgt. Amit Arye Regev und Sgt. Gadi Cotal, s’’l, getötet wurden.



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