Die zweite Phase der Waffenruhe – Tag 5

01. Schevat 5786

Heute, am späten Nachmittag es erneut zu einem Erdbeben im nördlichen Israel. Mit einer Stärke von 3.7 auf der Richter-Skala konnte es im Bereich des See Genezareth gespürt werden. Verletzte oder Schäden wurden nicht bekannt. Vor einigen Tagen hatte es in der Region um das südliche Tote Meer ein Beben in der Stärke von 4.2 auf der Richter-Skala gegeben. Das Gebiet ist Teil des Jordangrabens, der im Süden in den Grossen Afrikanischen Grabenbruch mündet und von Syrien bis Mozambique etwa 6.000 km lang ist.

Von wem stammt die Aussage? «Angesichts der Tatsache, dass Ihr Land beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis nicht zu verleihen, obwohl ich acht Kriege PLUS beendet habe, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, ausschliesslich an Frieden zu denken.» Nun? Ja stimmt, das schrieb Trump an den norwegischen PM Jonas Gahr Store. Trump hat, wie so oft, nicht alles verstanden. Nicht der Staat Norwegen vergibt den Nobelpreis. Er wird vom Nobelpreis-Komitee vergeben und aus dem Stiftungsfond von Alfred Nobel finanziert. Und acht Kriege PLUS will er befriedet haben? Ein typischer Traum, entstanden aus dem Grössenwahn von Trump, denn in Tat und Wahrheit sind es nach wie vor Null Frieden, die er erreicht hat. Dieser Grössenwahn, diese Fehleinschätzung der Realität macht den Mann sehr gefährlich.

K1 generiert von mir

Trump will das politische Machtgefüge nach seiner Vorstellung umgestalten. Im Friedensrat, zu dessen lebenslangen Vorsitzenden er sich selbst ernannt hat, sollen jetzt auch Putin, der mitten in einem Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt und Pakistan sitzen. Mein Vorschlag wäre, jetzt auch noch Kim Jong-un in das unsägliche Gremium einzuladen. Er müsste halt mit einem U-Boot die lange Reise von 8.015 km absolvieren und einer israelische Marina anlanden. UN-Generalsekretär Guterres sollte sich schon mal warm anziehen. Der Trump-Friedensrat wird seiner UNO bald den Rang ablaufen! Angeblich hat Trump die politischen Führer von etwa 60 Staaten zur Teilnahme eingeladen.

Nachdem gestern Ben-Gvir zum erneuten Halali auf Gaza blies, schloss sich heute der rechtsextremer Nicht-Politiker Smotrich dem Kriegsgeheul an. Er bezog sich auf den zeitgleichen einseitigen Rückzug Israels im Jahr 2005 aus Gaza und Teilen von Samaria. Mit seinem Vorstoss, das E1-Gebiet in Samaria grossräumig zu besiedeln und bisher nicht anerkannte Siedlungen zu legalisieren, hat er, so betonte er, «die Sünde der Vertreibung korrigiert. Aber es gibt eine Sünde, die wir noch nicht korrigieren konnten, obwohl wir die Möglichkeit und die Pflicht dazu hatten – die Vertreibung aus Gush Katif [einem jüdischen Siedlungsblock innerhalb von Gaza]. Israel hat in den letzten zwei Jahren des Krieges keinen Blutzoll gezahlt, damit die Türken und Katarer, die auch heute noch die Hamas unterstützen und sich in ihrem Wunsch, den Staat Israel zu zerstören, nicht von ihr unterscheiden, sich auf unsere Seite stellen können», und er fuhr fort: «Erdogan ist Sinwar. Katar ist die Hamas. Es gibt keinen Unterschied», erklärt er und verweist dabei auf die Entscheidung der Vereinigten Staaten, Vertreter Katars und der Türkei in den Exekutivausschuss des Friedensrats aufzunehmen, der die Nachkriegsverwaltung des Gazastreifens überwachen wird. Smotrich appelliert an Netanyahu, den Gazastreifen zu übernehmen, und sagt: «Entweder wir oder sie. Entweder die vollständige israelische Kontrolle, die Zerschlagung der Hamas und die fortgesetzte Unterdrückung des Terrorismus im Laufe der Zeit, die Förderung der Auswanderung des Feindes ins Ausland und die dauerhafte Besiedlung durch Israel oder, Gott bewahre, die Verschwendung der Anstrengungen und Kosten des Krieges und das Warten auf die nächste Runde.»

In einer nicht bewilligten Kindertagesstätte der haredischen Gesellschaft in Jerusalem kam es heute zu einem dramatischen Zwischenfall. Bilder zeigen, dass in einem kleinen Appartement 55 Babys und Kleinkinder zusammengepfercht untergebracht wurden. Babys schlafen dort teilweise auf dem nackten Boden im Badezimmer und in Schränken. Alle 55 Kinder wiesen Atemnot und Zeichen von Vergiftungen auf. Die Kinder wurden evakuiert. Für bisher zwei Babys kam jede Hilfe zu spät. MK Arye Deri klagte die Gerichte und Knesset-Abgeordnete an: «Wenn eine sehr grosse Bevölkerungsgruppe plötzlich in Not gerät, sind die Menschen gezwungen, nach anderen Lösungen zu suchen, und die Folgen können hart und bitter sein», erklärte er in offensichtlicher Anspielung auf die Kürzungen der Haredi-Budgets nach dem Urteil des OGH vom letzten Jahr im Zusammenhang mit den neuen Wehrpflichtgesetzen. GStA Gali Baharav-Miara hatte das Arbeitsministerium angewiesen, die Gelder für Tagespflege von Wehrdienstverweigerern zu kürzen.  Auch Smotrich hatte dazu etwas zu sagen: «Es ist klar, dass sich ein Schwarzmarkt entwickelt, wenn man der Öffentlichkeit den Hauptzugang zu lizenzierten Systemen versperrt. Ich kann nicht sagen, dass es vorher keinen Schwarzmarkt gab.» Unter den betroffenen Familien ist auch die von MK Meir Porush, United Torah Judaism. Sein Urenkel wird in dieser illegalen Einrichtung ‘betreut’. Leider ist nicht bekannt, ob der Vater des Kindes ein Wehrdienstverweigerer ist, oder ob er derzeit in der IDF dient. Sollte er den Wehrdienst verweigern, so fehlt seiner Familie sicher das Geld für eine andere Betreuung. Sollte er in der IDF dienen, so erhält er Betreuungsgeld und sollte sich etwas Besseres leisten können.



Kategorien:Israel, Politik

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