21. und 22. Ijjar 5786
Die US-amerikanische Marine unternahm gestern einige Luftangriffe, um leere Frachtschiffe für Rohöl zu zerstören, die versuchten, die Blockade Richtung Iran zu durchbrechen. Iranische Medien schrieben später am Tag, dass es immer wieder zu ‘sporadischen Zusammenstössen’ mit US-Marineschiffen käme. In der Nacht auf Freitag war die Waffenruhe immer wieder gestört worden. Beide Seiten beschuldigten sich, die Waffenruhe zu brechen, wobei der Iran betonte, er habe dem Feind einen herben Schlag versetzt. Trump insistierte, die Waffenruhe mit Iran sei nach wie vor intakt, trotz der gelegentlichen Scharmützel. «Ja stimmt, sie haben sich heute mit uns angelegt, wir haben sie vernichtend geschlagen. Ein Abkommen mit dem Iran kommt vielleicht nicht zustande kommt, aber es könnte jeden Tag zustande kommen. Ich glaube, sie wollen das Abkommen mehr als ich.» (Originalton Trump!)


Satellitenaufnahmen zeigen, dass ein Ölteppich in der Grösse von etwa 45 km2 die Insel Kharg auf der westlichen Seite umgibt. Die Ursache der möglichen Verschmutzung und der Ursprungsort seien noch unbekannt, fügt Moreland von Data Desk hinzu und merkt an, dass Bilder vom 8. Mai keine Anzeichen für weitere aktive Verschmutzungen zeigten. Kharg ist der Umschlagplatz für etwa 90 % der iranischen Ölexporte, die hauptsächlich nach China gehen.

Falls diese in ‘X’ geposteten Aufnahmen der Body-Cam einer Polizistin echt sind, bringen sie die Grausamkeit und den Sadismus der israelischen Polizei auf ein nicht vorstellbare Mass! Rechtsanwalt Salah Khalil Faisal Na’ameh, der als Staatsanwalt für die Regierung im Süddistrikt arbeitet, wurde bereits am Mittwoch von der Polizei bei einer unbegründeten Festnahme brutal zusammengeschlagen. Die Polizisten kamen in die Wohnung, nachdem es wegen angeblicher Lärmbelästigung zu einer Anzeige gekommen war. Die Polizei beschuldigte Na’ameh und seine zwei Familienangehörigen, sie beim Eintreffen in der Wohnung angegriffen zu haben. Die Aussagen der Beschuldigten tönen völlig anders. Die Polizisten in Zivil seien ohne Durchsuchungsbefehl gekommen und verliessen die Wohnung, nachdem die drei sie dazu aufgefordert hatten. In der Nacht kamen sie jedoch mit einem Sturmtrupp zurück. Vor dem Haus versammelte sich eine grosse Zahl von maskierten Polizisten. Na’ameh tat das einzig Richtige: Er rief die Polizei an und bekam den guten Rat, die Wohnung nicht zu verlassen. Was aber die Beamten nicht daran hinderte, gewaltsam in die Wohnung einzudringen. Die Festnahme schildert Na’ameh: «Sie traten mir auf den Kopf, versetzten mir Tritte, sagten mir, ich würde mich der Festnahme widersetzen, und beschimpften mich. Während der gesamten Fahrt schlugen sie mich und behandelten mich wie den schlimmsten Verbrecher», sagte er und merkte an, dass er im Rahmen seiner Arbeit jeden Morgen vor Gericht erscheint. «Ich hätte nicht geglaubt, dass die Polizei so etwas tun könnte.» Auf der Wache wurden die drei Männer weiter geschlagen, die Body-Cams waren zu dem Zeitpunkt ausgeschaltet. Die drei Männer wurden unter dem Verdacht der Gewalt gegen die Polizei für drei Tage festgehalten. MK Gilad Kariv, Demokraten, hielt fest: «Immer mehr Teile der israelischen Polizei werden zu einer Gefahr für die Öffentlichkeit, anstatt sie zu schützen.» Er machte den rechtsextremen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, der die Polizei beaufsichtigt, dafür verantwortlich, einen «rassistischen und gewalttätigen Geist» zu fördern. Er lobt und stützt nur die, die seine sadistischen Befehle blindlinks befolgen.
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Zeitgleich fand gestern bei angenehmen Temperaturen der 10. palästinensische Marathon in Jerusalem und im Gazastreifens statt, insgesamt waren 2.4000 Teilnehmer am Start. Eine Gruppe von Kriegsverletzten lief mit, um zu zeigen, wie hoch die Widerstandskraft der Gazaner ist.
Das Deutsche Reich kapitulierte am 8. Mai 1945 um 23:01 und beendete damit den Zweiten Weltkrieg. Die Siegermächte waren noch jahrelang an der regionalen Politik der vier Zonen beteiligt oder hatten die Führung ganz an sich gerissen. Putin verkündete, anlässlich der Feierlichkeiten eine dreitägige Waffenruhe auszurufen. Er warnte die Ukraine in der Zeit z.B. die grosse Parade am Roten Platz in Moskau anzugreifen. Zelensky stimmte der Waffenruhe zu. Beide Staaten vereinbarten einen Austausch von jeweils 1.000 Gefangenen. Trump erklärte die Ankündigung wieder einmal zur ‘Chefsache’ und sieht in der Waffenruhe «hoffentlich den Anfang vom Ende eines sehr langen tödlichen und hart geführten Krieges.»
Jüdische Siedler-Terroristen schändeten gestern ein frisch ausgehobenes Grab und zwangen die palästinensischen Familienangehörigen, den Leichnam zu exhumieren und an einem anderen Ort, weiter entfernt von ihrem Ort Sa-Nur beizusetzen. Sa-Nur zwischen Jenin und Nablus in Samaria gelegen, wurde 2005 im Zuge der Entflechtungen geräumt und erst vor Kurzem neu gegründet. Die Beisetzung war im Vorfeld mit der IDF abgesprochen worden. Jetzt jedoch standen die Soldaten zunächst Nichts tuend neben dem infamen Geschehen. Wohl um weitere Eskalationen zu vermeiden, nahmen sie den Israelis die Geräte ab. «Die IDF verurteilt jeden Versuch, in einer Weise zu handeln, die der öffentlichen Ordnung, der Rechtsstaatlichkeit und der Würde der Lebenden und der Toten schadet. Die Frage der Koordination der Beerdigung und der Bewältigung des Vorfalls wird von den Kommandanten untersucht, und es werden entsprechende Lehren daraus gezogen», fügt die Armee hinzu.
Am vierten Tag in Folge wurden heute drei Soldaten durch explodierende Drohnen aus dem Libanon verletzt, einer von ihnen schwer. Der Vorfall fand auf israelischem Gebiet nahe der Grenze statt. Diese Häufung von Verletzungen unterschiedlicher Schweregrade weist darauf hin, dass es tatsächlich noch kein einwandfrei funktionierendes Abwehrsystem gibt. Sowohl Generalstabschef Zamir als auch Netanyahu haben das in der vorvergangenen Woche zugeben müssen. Und auch, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis ein solches System einsatzbereit ist.
Bei einem anderen Vorfall wurde heute ein unbemanntes Räumfahrzeug getroffen, es entstand nur Sachschaden.
Auch gestern und heute wurden wieder der Evakuierungsbefehle für 15 im Süden des Libanon gelegene Dörfer ausgegeben. Auch wenn die IDF immer wieder beteuert, das private Eigentum der Bewohner des Gebietes nicht zerstören zu wollen, gleicht der südliche Libanon mehr und mehr dem völlig zerstörten Gazastreifen. Wo sind die alten ‘Pin-Point-Aktionen’ auf die die IDF zu Recht so stolz war? Um einen Hisbollah-Terroristen zu töten, wird heute billigend in Kauf genommen, dass ganze Strassenzüge platt gemacht werden. Die IDF gibt an, in den vergangenen Tagen mehr als 85 Terrorinfrastrukturen zerstört zu haben. Darunter Raketenwerfer, Waffenlager und eine unterirdische Waffenproduktionsstätte in zivilen Häusern im Beqaa-Tal. 12 Personen kamen bei den Angriffen ums Leben.
Bei drei Drohnenangriffen der IDF auf Ziele im südlichen Libanon bei Nabatieh wurden heute ein Syrer und seine 12 Jahre alte Tochter getötet. Sie waren mit einem Motorrad unterwegs. Die erste Drohne verfehlte ihr Ziel, die zweite traf den Vater, der sofort starb und die dritte verletzte die Tochter, die leider auf dem Weg ins Spital ihren Verletzungen erlag.
Drei weitere Personen wurden bei einem Luftangriff im südlichen Libanon getötet. Der Angriff galt einem Pkw auf der Strasse zwischen Burj Rahal und Abbasiyyeh. Beide Dörfer wurden heute Vormittag geräumt.
Eine mit Sprengstoff beladene Drohne der Hisbollah stürzte heute auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon ab. Es ist das erste Mal, dass eine ferngesteuerte Drohne landete, ohne zu explodieren. Fachleute entschärften sie und nahmen sie zur weiteren Untersuchung mit.

Auf dem Dach einer Schule in Nahariya wurde gestern am späten Vormittag eine Drohne der Hisbollah gefunden. Es besteht völlig Ungewissheit, wann die Drohne dorthin abgestürzt ist und warum sie nicht explodierte. Sie wurde gestern bei regulären Instandhaltungsarbeiten entdeckt. Die Schule wurde sofort evakuiert und Sprengstoffspezialisten wurden beauftragt, sie zu entschärfen und zu entfernen.

In der Strasse von Hormus sitzen derzeit etwa 1.500 Frachtschiffe fest und warten auf ihre Weiterfahrt. Auf den Frachtschiffen befinden etwa 20.000 Soldaten und zivile Arbeiter. «Das sind alles unschuldige Menschen, die tagtäglich für andere Staaten ihren Job erledigen. Und jetzt sitzen sie hier, ohne an der Situation etwas ändern zu können.»



Der Kaktus des Tages geht an die Organisation ’Torah HaMedina’. Ziel der Organisation, vertreten durch Simcha Rothmann, ist es, die gesamte IDF der Halacha unterzuordnen. Bisher regelt der Ehrenkodex der IDF ‘The Spirit of the IDF’ die vier fundamentalen und zehn zusätzlichen Werte des israelischen Militärs. Leider empfindet man heute immer mehr Abweichungen, die in Frage stellen, ob sie heute überhaupt noch Gültigkeit haben. Insofern wäre eine Überarbeitung und vor allem eine intensive Schulung dringend notwendig. Am vergangenen Montag trafen sich einige Dutzend Männer, einige als Haredim erkennbar, einige bewaffnet, um der Veröffentlichung eines neuen Buches ‘Wiederhersteller des Geistes’ beizuwohnen. Dieses Buch soll die ’jüdische Alternative’ zum ‘Ehrenkodex’ werden. Nachdem Rothman den Raum betreten hatte, war klar: Das war der Beginn einer Kampagne zur Änderung des Ethikkodex der IDF, die der Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, untergeordnet werden soll. «Seit Jahren sind wir daran gewöhnt, Krieg als eine dunkle Aufgabe zu betrachten – ein Ansatz, der direkt zu dem fortwährenden Versuch führt, den Kämpfer zu zügeln und ihn aufzuhalten, aus Angst vor moralischer Korruption», schrieben die Autoren, Rabbi Yair Kartman und Rabbi Yaakov Yakir, in einem Artikel, der am Vorabend der Buchvorstellung veröffentlicht wurde. «Die Quellen der Torah lehren uns jedoch einen anderen, erfrischenden Ansatz. Krieg ist ein Gebot, er ist eine göttliche Mission, er ist unser Weg zum tikkun olam [die Welt zu heilen].» Diese bigotten Texte gab es früher auch in innereuropäischen Kriegen.

Rothman ist Vorsitzender des Knesset-Ausschusses für Verfassung, Recht und Justiz. Für ihn «ist die Zeit des Ethikkodex vorbei, er ist zu beliebig und kann für jedes Land gelten, aber sicherlich ist es nicht angemessen für den einzigen jüdischen Staat auf der Erde. Für den einzigen Staat, der Nation, Land, Torah und Kampf vereint, die aus einem kühnen Geist, Heiligkeit und Heldentum hervorgehen.» Mit im Publikum war Rabbi Avraham Zarbiv, der eine ‘Mechina’, eine vormilitärische Akademie in Beit El leitet. Er ist der Held des Krieges. Als Reservist arbeitet er mit einem D9-Caterpillar in Gaza. In einem Video prahlt er: «Zehntausende Familien haben keine Papiere, keine Kinderfotos, keine Ausweise mehr. Ich habe sie heimatlos gemacht.» Der Rabbiner mit einer Lizenz zum Töten. Beim Unabhängigkeitstag durfte er eine der Fackeln anzünden, er tat es unter tosendem Beifall.
Rothman zeigte sich erstaunt, dass es gegen die Auswahl von Zarbiv Gegenstimmen gegeben habe. Zarbiv, so sagte er, «vereint den Geist der Torah mit dem Kampf und sollte als solcher Teil des absoluten Konsenses sein» und verkörpere «das grösste Ideal, das es gibt: In der einen Hand hält er einen D9, in der anderen das Buch [die hebräische Bibel], und gemeinsam bauen sie das Königreich Israel auf.» Er hielt einen Moment inne und fügte dann mit einem Grinsen hinzu: «Eigentlich zerstören sie es in diesem Fall.» Gelächter aus dem Publikum. Shame on you, Rothman!
Wie man sich den Umbau der Armee vorstellt, das erklärte Zarbiv in seiner Rede, die gestern hier im Haaretz veröffentlicht wurde. Und es soll nicht nur die IDF sein, die sich der Halacha unterordnet, auch die allgemeine Gesetzgebung und Gerichtsbarkeit. Im Iran ist es die IRCB, die an der Regierung vorbei die Macht hat. Welchen Namen die neuen Herrscher Israels sich als Gruppe geben, ist noch unbekannt.
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