19. Ijjar 5786

Das ist wieder typisch für Trump, ‘rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln’. Gestern stellten VM Pete Hegseth und Gen. Dan Caine das ‘Projekt Freiheit’ als grossen Erfolg dar. Immerhin waren zwei Frachter unter dem Schutz des amerikanischen Militärs durch die Strasse von Hormus gesegelt. Hegseth jubelte: «Der Schiffsweg ist frei!» Wenig später schrieb Trump auf seiner Plattform ‘Truth Social’: «Aufgrund der Bitte Pakistans und anderer Länder, der enormen militärischen Erfolge, die wir im Rahmen der Kampagne gegen den Iran erzielt haben, sowie der Tatsache, dass grosse Fortschritte auf dem Weg zu einem umfassenden und endgültigen Abkommen mit Vertretern des Iran erzielt wurden, haben wir einvernehmlich beschlossen, dass zwar die Blockade in vollem Umfang in Kraft bleibt, das Projekt „Freedom“ (die Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus) für kurze Zeit ausgesetzt wird, um abzuwarten, ob das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet werden kann. Präsident DONALD J. TRUMP» Woher nimmt er immer diese Aussagen, die so gar nichts mit der Realität zu tun haben? Es ist das zweite Mal, dass Trump seine Hilfe ankündigt (im Januar versprach er das den Demonstranten … ), doch liess der Ankündigung keine Taten folgen.

Mittlerweile ist der Frachtschiffverkehr durch die Strasse von Hormus auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Krieges gefallen. Das zeigt, dass die Bemühungen der USA, die wichtige Meerenge zu öffnen, nicht von grossem Erfolg gekrönt waren. Das Analyseunternehmen Kpler, das sich ausschliesslich mit Frachtschiffen befasst, verzeichnet für Montag eine Durchfahrt, am Dienstag gab es keine. Die auf maritime Nachrichten spezialisierte ‘Lloyd’s List’ bestätigte, dass zu normalen Zeiten etwa 120 Schiffe pro Tag die Strasse von Hormus passieren. Einer der Schiffs-Agenten nahm es gelassen. »Das ist wieder ein Zeichen für Trumps ‘TACO’ Politik (geht leider nur in Englisch: Trump Always Chickens Out) was flapsig übersetzt heiss: Er zieht den Schwanz ein und macht einen Rückzieher.»

Trump macht es spannend. Gestern hatte Aussenminister Marco Rubio verkündet: «Die Operation ist abgeschlossen. Wir haben die Ziele dieser Operation erreicht.» Was waren die Ziele nochmal? 1. Einstellung des Nuklear-Programms, 2. Abgabe der kompletten Menge von angereichertem Uran und 3. Regimewechsel in Teheran. Und neu dazugekommen ist die völlige Öffnung der Strasse von Hormus. Was wurde davon bisher erreicht? Richtig, nichts! Doch Rubio hat auch auf das eine Antwort. «Das Ziel des Krieges sei es gewesen, den ‘konventionellen Schutzschild’ zu beseitigen, den der Iran mithilfe ballistischer Raketen aufzubauen versuchte.» Das System wurde tatsächlich geschwächt, ist aber, so Vermutungen der Geheimdienste nach wie vor intakt. Rubio betont, der Fokus habe sich jetzt auf das ‘Projekt Freiheit’ (Räumung der Strasse von Hormus) verschoben. Trump, so betont Rubio, zieht eine diplomatische Lösung vor. Am frühen Morgen erklärt Trump «es ist noch viel zu früh, um über Friedensgespräche nachzudenken. Ich denke auch nicht, dass man zu diesem Zeitpunkt schon Reporter nach Pakistan schicken sollte.»
Ein hochrangiges Mitglied des iranischen Parlaments bezieht sich auf einen Artikel in Axios, der auch den ein-seitigen Vorschlag der Amerikaner enthält. Dieser sei «eher eine Wunschliste, als realistisch zu sein. Die Amerikaner werden in einem Krieg, den sie verlieren, nichts gewinnen, was sie nicht bereits in direkten Verhandlungen erreicht hätten», schreibt Ebrahim Rezaei, Sprecher des Ausschusses für Aussenpolitik und nationale Sicherheit des Parlaments, auf X. Der Vorschlag beinhaltet darüber hinaus einige Bestimmungen, die inakzeptabel sind. «Die Verwendung von Drohungen gegenüber dem Iran ist wirkungslos und könnte die Lage für die Vereinigten Staaten verschlimmern», so eine ungenannte Quelle. Die Antwort aus Teheran steht noch aus.
Die Gespräche zwischen dem Libanon und Israel werden in der kommenden Woche an zwei Tagen in Washington stattfinden. Teilnehmer sind die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, Simon Karam, ein libanesischer Diplomat und ein Vertreter des regulären libanesischen Militärs. Wer die israelische Seite vertritt, ist noch unbekannt.
Eine mit Sprengstoff beladene Drohne der Hisbollah ist knapp hinter der Grenze auf israelischem Territorium eingeschlagen. Es gab keine Verletzten. «Das ist eine weitere Verletzung der Waffenruhe durch die Hisbollah-Terror-Organisation.» betonte die IDF.
Ein Soldat der IDF wurde durch eine explodierende Drohne der Hisbollah lebensgefährlich verletzt und wurde ins Krankenhaus evakuiert. Unmittelbar darauf begann die IDF, eine Salve von Raketen und Drohnen abzufangen. Die Ergebnisse sind noch nicht bekannt. Früher am Tag wurden bereits zwei Soldaten bei einem Drohnenangriff leicht verletzt.
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