Krieg gegen Iran – Tag 8 der 60-Tage-Frist (gestern)

10. Tammus 5786

Leider muss auch heute die IDF den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Master Sgt. (res.) Basil Sweid, 32, s’’l, war dabei, seinen Lastwagen zu betanken, als der sich plötzlich überschlug. Ein zweiter Soldat wurde mittelschwer verletzt und ins Krankenhaus evakuiert.  Die IDF untersucht den Vorfall.

Beim Zusammenbruch eines Hochhauses in Gaza kam der beduinische Zivilangestellte der IDF, Raad Abu al-Kiyan, s’’l, ums Leben. Aus unbekannten und nicht erklärlichen Gründen wird er nicht als gefallener Soldat anerkannt.

Drei Notfall-Organisationen sind bereit, bei den Rettungsarbeiten in Venezuela zu helfen. ‘Worldwide Disaster Relief’ wird mit einem acht Personen starken Team nach Südamerika fliegen. Mit dabei ausgebildete Ersthelfer und Sozialarbeiter, die auch bereit sind, ein Feldlazarett aufzustellen. ‘ZAKA’ wird mit einigen Teams bei den Rettungsarbeiten dabei sein. Die dritte Organisation ist ‘IsraAid’. Alle drei haben jahrzehntelange Erfahrung bei Rettungsarbeiten nach Erdbeben oder sonstigen Katastrophen.

Dass Israel mit der Absichtserklärung zwischen dem Iran und den USA sehr unzufrieden ist, ist nachvollziehbar. Immerhin wurden über seinen Kopf hinweg der Libanon und damit indirekt auch Israel in das Abkommen hineingeschrieben, ohne gefragt worden zu sein. US-Aussenminister Rubio beteuert, man werde vor der endgültigen Fassung sicherstellen, dass «nichts den Interessen unserer Verbündeten und Partner zuwiderläuft.» Rubio warnt zudem davor, dass sich iranische Gebühren für Schiffe, die die Strasse von Hormus passieren, auf andere Wasserstraßen ausweiten könnten, was völliges Chaos zur Folge hätte und er fährt fort: «Internationale Wasserstrassen gehören keiner Nation oder keinem Staat. Das ist ein Grundprinzip der heutigen Welt, ohne das die Welt im völligen Chaos versinken würde. Wenn wir tatsächlich akzeptieren würden, dass man für die Nutzung einer internationalen Wasserstrasse Geld verlangen kann, nur weil sie zufällig in der Nähe des eigenen Hoheitsgebiets liegt, dann würde sich dies wie eine Seuche über die ganze Welt ausbreiten.»

Der iranische Parlaments-Sprecher Mohammad Bagher Ghalibaf widersprach der Absicht von Trump, die freigegebenen Gelder in den US-amerikanischen Lebensmittelmarkt zu investieren. «Die USA behaupten fälschlicherweise, dass wir mit unseren freigegebenen Vermögenswerten ihre Agrarprodukte kaufen werden. Interessant. Die einzige Ernte, die wir einfahren, ist das, was ihr gesät habt: jahrzehntelanges Misstrauen», schreibt Ghalibaf in einem Beitrag auf X – dies ist die jüngste Bekräftigung Teherans, dass es seine Vermögenswerte selbst verwalten wird. «Unsere Ernte ist biologisch, reichlich vorhanden und aus eigenem Anbau. Aber anscheinend exportieren die USA nur gentechnisch veränderte Sojabohnen, gebrochene Versprechen und provokante Äusserungen.» Dieser von Kushner in Qatar ausgeklügelte Kuhhandel könnte der Anfang vom Ende sein. Trump hätte sich das so schön vorgestellt und nun machen die Iraner nicht mit.

Auch die bilateralen Gespräche zwischen dem Libanon und Israel, die auf diplomatischer Ebene in Washington stattfinden, werden von der Verärgerung beeinflusst. Beide Länder sind der Ansicht, dass ihr Gremium eigens dafür geschaffen wurde, um den Einfluss des Iran auf den Libanon und die Hisbollah zu minimieren. Die verärgerte Stimmung in Jerusalem hat dazu geführt, dass Israel sich noch mehr sträubt, sich aus dem Libanon zurückzuziehen. Der Libanon hat seine Gangart gegenüber Israel verschärfen müssen, um nicht den Eindruck zu vermitteln, es sei eher der Iran, als der Libanon selbst, der über sein Territorium bestimmt. Das von den USA angestrebte Ziel, ein Pilotprogramm vorlegen zu können, scheint in weiter Ferne zu liegen.

Die IDF müsse sich, so der Kommandeur der Quds-Truppe der IRGC, Esmaeil Qaani, aus eigenem Antrieb völlig aus dem gesamten libanesischen Staatsgebiet zurückziehen. Sollten sie dies nicht tun, so werde man sie zwingen, sich «geschlagen zu geben und zu fliehen.» An diesem Punkt gehen die Meinungen zwischen Israel und dem Iran grundsätzlich auseinander. Während Teheran die Ansicht vertritt, Israel müsse sich völlig zurückziehen, beharrt Israel nach wie vor darauf, zumindest in der Pufferzone im Süden des Libanon zu verbleiben.

Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest, die gestern bei den grossen Demonstrationen der Haredim eine Waffe auf die Demonstranten gerichtet haben sollen. Einer der beiden richtete, während er langsam auf der Hauptstrasse Richtung Jerusalem unterwegs war, seine Pistole auf die auf der Strasse gehenden  Haredim.

Der zweite Verdächtige, der später in der Nacht auf der Gegenrichtung unterwegs war, besitzt keinen Waffenschein. Die Polizei war bis zum Mittag noch mit der Befragung des Mannes beschäftigt. Die meisten Demonstranten wurden gestern zurückgewiesen, bevor sie nach Kfar Yona hineinfahren konnten. Unter den Zurückgewiesenen befanden sich auch einige haredische MKs.

Col. Ella, eine arabisch sprechende Militärsprecherin, gab bekannt, dass Adam Muhammad Ibrahim Abu Hadid, Kommandant der Einheit für Waffenproduktion des palästinensisch islamische Djihad, gestern in Khan Younis eliminiert wurde. Durch seine Aufgabe stellte er eine tatsächliche andauernde Gefahr für Israel dar.

Die IDF hat die Zerstörung von einigen Tunnelanlagen, die die Hisbollah im Süden des Libanon gebaut hatte, wegen der herrschenden Waffenruhe verschoben. In der vergangenen Woche konnten Journalisten eine unterirdische ‘Drohnen-Airbase’ beim libanesischen Dorf Majdal Zoun, nur wenige km von der Grenze entfernt, besuchen. Die Basis entstand in den letzten Jahren mit direkter Hilfe des Irans. (Die Tunnel-Anlagen der Hamas in Gaza sind im Vergleich dazu nahezu stümperhaft zusammengesetzt) Von hier aus werden unbemannte Fluggeräte nach Israel abgeschossen. Die Anlage liegt innerhalb neuen israelischen Pufferzone. Sie ist nach Aussagen der IDF durchaus mit den unterirdischen syrischen Raketenfabriken, die die IDF im September 2024 gestürmt hatte, vergleichbar.



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