Krieg gegen Iran – Tag 3 der 60-Tage-Frist

5. Tammus 5786

So oder ähnlich könnte es sich abgespielt haben:

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Das Schweizer Aussenministerium betonte, dass die Schweiz weiterhin einen ‘diskreten und zuverlässigen Rahmen’ im Bürgenstock-Resort bietet, um Gespräche über die Umsetzung einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran zu ermöglichen. In einer Erklärung fügt es hinzu, dass aus Gründen der Vertraulichkeit keine weiteren Einzelheiten zu den Teilnehmern und dem Inhalt der Gespräche bekannt gegeben würden.

Heute, am 20. Juni  2026, um 3 Uhr morgens wurde gemeldet, dass Steve Wittkoff, der nicht besonders erfolgreiche Sonderbeauftragte Trumps für alle Kriegsgebiete, sich auf den Weg in die Schweiz begeben habe. Axios berichtete, dass er sich dort an den Gesprächen mit dem Iran, die bereits am Freitag hätten beginnen sollen, beteiligen wird. Der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner sei bereits vor Ort. Vance gab ebenfalls an, in den kommenden Tagen in die Schweiz zu reisen. Auch das iranische Staatsfernsehen erklärte, dass die Verhandlungsdelegation sich auf den Weg in die Schweiz begeben hat. Das pakistanische Aussenministerium teilte mit, dass «im Anschluss an die Unterzeichnung des Islamabad-Memorandums am 21. Juni in Bürgenstock, Schweiz, Fachgespräche stattfinden werden.»

Der parlamentarische Abgeordnete der Hisbollah, Hassan Fadlallah, bezeichnet die Terror-Organisation Hisbollah erneut als Widerstandsgruppe und betont: «Es ist von einer Waffenruhe die Rede. Für uns ist entscheidend, dass der Feind die Waffenruhe vollständig und umfassend einhält und nicht versucht, unser Land und unsere Dörfer anzugreifen oder neue Stellungen zu besetzen. Der Widerstand hat das uneingeschränkte Recht, diesem Feind entgegenzutreten, wenn er uns angreift, da er der Aggressor und Besatzer ist.» Das ist nicht korrekt. Nach dem schrecklichen Massaker vom 7. Oktober 2023 griff die Hisbollah am 8. Oktober erstmals nach einer relativ langen Zeit der Ruhe Israel aus ‘Solidarität mit der Hamas’ an. Israel errichtete eine vier km breite Pufferzone entlang der Grenze, 64.000 Menschen wurden evakuiert und konnten bis heute noch nicht vollständig wieder zurückkehren. Am 27. November 2024 begann ein fragiler Waffenstillstand, vermittelt durch die USA und Frankreich. Die Hisbollah hielt sich von Anfang an nicht an die Vereinbarungen. So weigerte sie sich, sich bis nördlich des Litani-Flusses zurückzuziehen. Nach dem Beginn des Iran Krieges am 28. Februar 2026 griff die Hisbollah am 2. März erneut Israel an. Damit ist klar, wer der Aggressor ist.  Es ist nicht Israel. Man muss aber auch festhalten, dass es immer wieder teils heftige Reaktionen von Israel gab, wenn die IDF sich einer Bedrohung ausgesetzt sah. Dieses Vorgehen kostete etwa 5.000 Menschen, darunter Zivilisten, Frauen und Kinder das Leben. Diese Taktik wendet Israel auch aktuell in Gaza an. Alles, was bedrohlich wirkt, wird erschossen…..

Die IDF berichtete von etwa 50 Geschossen der Hisbollah, die während der Nachtstunden auf israelische Truppen abgeschossen wurden. «Dies stellt wiederholte Verstösse gegen das Waffenstillstandsabkommen durch die Hisbollah-Terrororganisation dar. Die IDF wird keine Angriffe auf israelische Zivilisten und ihre Streitkräfte dulden und auf jegliche Gewaltanwendung gegen sie mit aller Härte reagieren», heisst es in der Erklärung. Die IDF erklärt, dass sie sich strikt an die Vereinbarungen zur Waffenruhe hält. Seitens der IDF gab es keine weiteren Informationen, weder über mögliche Opfer noch darüber, dass sie plane, in Richtung Ali-Taher-Kamm bei Nabatieh vorzustossen. Die IDF verfügt über Informationen, dass die Hisbollah dort über ein weitläufiges Tunnelsystem innerhalb des Hügels verfügt.

Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, schrieb heute auf seinem ‘X-Account: «Während der letzten 24 Stunden wurden 176 Geschosse, darunter 147 Raketen, 20 Sprengstoff-Drohnen und 9 Anti-Panzer-Raketen von etwa einem Dutzend Dörfern innerhalb der gelben Linie auf israelische Truppen abgeschossen. Die Hisbollah ist eine Terror-Organisation. Die Hisbollah lügt. Die Hisbollah ist der verlängerte Arm des Irans und sie will keine Waffenruhe.» Leiter hat bereits vor längerer Zeit damit begonnen, zeitnah genau Berichte aus dem Libanon zu veröffentlichen, teilweise noch vor der IDF.

Die IDF berichtete, dass sie von Netanyahu und Katz angewiesen wurde, den Beschuss im Libanon einzustellen. Kanal 12 berichtete, dass «die Anweisung nach einer «Abstimmung zwischen der politischen Führung und den Vereinigten Staaten» erfolgt sei», aber, so der Sender, dass sich das Militär nicht aus dem Südlibanon zurückziehen werde. Das berichtete ToI, aber auch das libanesische Naharnet und auch Xinhuanet. Widersprüchlicher können zwei Meldungen nicht sein.

Die libanesischen Medien melden, dass bei Angriffen der IDF auf Qennarit, in der Nähe von Sidon, 7 Personen getötet und 13 verletzt wurden. Früheren Berichten zufolge wurden bei einem Angriff im Süden des Landes 16 Personen getötet und 12 weitere verletzt. In beiden Fällen gibt es noch keine Stellungnahme der IDF. Bei einem dritten Angriff im Beqa’a-Tal wurden bei der Zerstörung eines Hauses vier Personen getötet und eine weitere verletzt.

Während die IRGC bekannt gab, die Strasse von Hormus aufgrund der israelischen Anschläge wieder geschlossen zu haben, erklärt Vance, dass es keine Belege dafür gebe. «Hiermit wird bekannt gegeben, dass die Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt wird; es wird darauf hingewiesen, dass dieser erste Schritt eine Reaktion auf den Vertragsbruch des Feindes ist, und sollte die Aggression andauern, werden weitere Massnahmen geplant und ergriffen, um den Feind zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen», behauptet die IRGC

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Trump teilte voller Vergnügen einen Bericht der Online-Zeitung ‘JusttheNews’, der ihn mit einem Interview im Sender ‘Kan’ zitiert. Dort stellte er eine Reihe von Druckmitteln in Aussicht, die er einsetzen könne, falls Israel von der Absichtserklärung abweicht. Gleichzeitig stellt er die Möglichkeit seiner Unterstützung bei der bevorstehenden Wahl in Aussicht, um Netanyahu zum Wahlsieg zu verhelfen. «Ich muss erst sehen, wer kandidiert. Ich habe ein gutes Verhältnis zu Bibi, aber er muss rationaler sein. Ich bin bereit, mich mit ihm zu treffen. Er macht seine Sache sehr gut; er muss nur ein bisschen rationaler sein.» Dazu verlieh er seiner Hoffnung Ausdruck, dass Netanyahu sich gegenüber der Hisbollah rationaler und zurückhaltender verhalten solle. Erst vor wenigen Tagen machte Trump aus der Ferne die sich vertiefende Kluft zu Netanyahu deutlich, indem er bei einer öffentlichen Zurechtweisung auf dem G7-Gipfel betonte, »ohne mich gäbe es kein Israel». Trump erklärte, er werde höchstwahrscheinlich Netanyahu unterstützen, müsse aber zunächst «schauen, wer antritt», wobei er ausdrücklich potenzielle Herausforderer wie Naftali Bennett oder Gadi Eisenkot erwähnte. Ein starkes Teilnehmerfeld oder Anzeichen für Netanyahus Verwundbarkeit könnten Trump dazu veranlassen, sich zurückhaltend zu zeigen, neutral zu bleiben oder sich einem anderen Kandidaten zuzuwenden, der seinen Prioritäten besser entspricht. In der Vergangenheit hat Trump zwar häufig ihre ‘gute Beziehung’ hervorgehoben, aber auch betont, dass Netanyahu sich enger an Trumps Botschaften ausrichten muss und nicht aus der Reihe tanzen dürfe. Dieser erneute Einmischung in die israelische Innenpolitik zeigt wieder einmal, wie Trump von sich selbst überzeugt ist. Es wird Zeit, dass Israel sich von diesem Mann ablöst.

Bei einem Angriff der IDF auf ein Appartement in Gaza City wurden vier Personen getötet und eine unbestimmte Anzahl wurde verletzt. Die IDF begründete den Angriff noch nicht. Unter den Toten befanden sich leider wieder zwei Frauen und ein Kind. Es gab mehrere Verletzte. Bei einem zweiten Vorfall wurde eine Frau in Beit Lahiya getötet. Bei einem Luftangriff in Khan Younis wurde mindestens eine Person getötet und acht weitere Personen wurden verletzt. Auch wenn der Gazastreifen aufgrund des Kriegs mit dem Iran und den fortgesetzten Kämpfen im Libanon etwas aus dem Blickfeld gerückt wird, hier von einer Waffenruhe, weder in Phase eins, geschweige denn in Phase zwei des einst hochgejubelten Trump-Plans zu sprechen, ist reine Makulatur und Schönfärberei.



Kategorien:Israel, Politik

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