Krieg gegen Israel – Tag 146 nach dem Beginn der Kämpfe

10. Aw 5786

Der 4 Jahre alte Yuval Kogan wird seit gestern vermisst. Gegen 12:30 wurde er mit seinen zwei Geschwistern und dem Vater beim Picknick im Gebiet von ‘Hofit Beach’ in der Nähe von Ashkelon gesehen. Die Mutter veröffentlichte ein Video, in dem sie sagt: «Wir durchsuchen dieses Gebiet nun schon seit fast 24 Stunden; es ist möglich, dass er sich gar nicht hier aufhält. Es könnte sein, dass er entführt wurde – ich weiss nicht, aus welchem Motiv heraus – vielleicht aus nationalistischen Gründen, oder vielleicht hat ihn ein Psychopath verschleppt. Die Polizei und der Shin Bet sind im Einsatz, aber das reicht nicht aus – ich will, dass alle mobilisiert werden, ich bitte euch inständig.» Tatsächlich sind viele Zivilisten dem Aufruf gefolgt und durchkämmen das gesamte Gebiet. Ich hoffe für die Familie, dass der kleine Junge gesund und munter gefunden wird!

Am Nachmittag wurde der Junge wohlbehalten von zwei Reitern etwas weiterentfernt am Stand gefunden. Bei seinen Eltern, der Familie und Freunden brach lauter Jubel aus.

Das Welternährungsprogramm der UNO warnt, dass es nicht in der Lage sein wird, die Versorgung von 70 % der gazanischen Bevölkerung aufrecht zu erhalten, wenn es keine weiteren finanziellen Mittel erhält. In diesem Monat wurde die Bargeldhilfe für 75.000 Menschen um 25 % gekürzt, während die Lebensmittelrationen für 220.000 Haushalte halbiert wurden, so Smith, Direktor der Notfallvorsorge. Bis Oktober wird das WFP noch weitaus massivere Kürzungen vornehmen müssen, sofern keine zusätzlichen Mittel gesichert werden. Israel erklärt, es schränke die Einfuhr von Lebensmitteln nach Gaza nicht ein und habe seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 die Einfuhr von mehr als 1,8 Millionen Tonnen Lebensmitteln in das Gebiet ermöglicht.

Trump hat erklärt, iranische Vermögenswerte, die bisher eingefroren waren, zu nutzen, um Schäden an Schiffen und Ladungen zu zahlen. Voraussetzung ist, dass die Schiffe in der Strasse von Hormus vom Iran angegriffen wurden. Auch Schäden durch die Houthis sollen mit den Geldern abgedeckt sein.

Nach dem tödlichen Vorfall von gestern nördlich von Nablus ist es heute erneut zu einer tödlich endenden Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und jüdischen Siedler-Terroristen gekommen. Bei der Auseinandersetzung wurden ein Israeli und vier Palästinenser getötet. Essam Saifi, der Ortsvorsitzende des Dorfes Tell schildert den dramatischen Tag. «Zunächst sind 25 bis 30 aggressive jüdische Siedler-Terroristen in den östlichen Teil des Dorfes eingedrungen und versuchten dort, zwei Häuser zu stürmen.» Als die Bewohner das Haus verliessen, eröffneten die Siedler sofort das Feuer und flohen. Eine halbe Stunde später kamen sie jedoch zurück, um diesmal von Westen anzugreifen. Sie erschossen dabei einen Minderjährigen. Das kurz darauf eintreffende Militär eröffnete gemeinsam mit den Siedlern das Feuer. Soweit der Bericht von Saifi. IDF und Siedler berichten naturgemäss etwas ganz anderes. «Wir sind hier in der Gegend gewandert, als wir von den Palästinensern angegriffen wurden. Einer von ihnen entwendete einem zivilen Sicherheitskoordinator seine Waffe und eröffnete damit das Feuer auf uns.» Als Reaktion auf die Eskalation der Gewalt wurden fünf weitere Kompanien im Gebiet stationiert. Tell und Nablus wurden, ebenso wie Beit Furik und Tubas, den Schauplätzen der gestrigen Gewalt, zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Das israelische Opfer, Benayahu Mellet, 32, s’’l, wird bei seiner Beisetzung als «lebendiger Geist“ und Gründer der Organisation „Kampf um jeden Dunam» bezeichnet. «Er gab sich nie mit anerkannten Strassen und Zäunen zufrieden und strebte unermüdlich danach, die Region zu erobern», schreibt ein Kollege auf Twitter. «Benayahu bestand stets darauf, keinen Unterschied zwischen den Zonen C und B zu machen», fuhr er fort und bezog sich dabei auf Mellets Bemühungen, die Kontrolle über Gebiete in Samaria und Judäa auszuüben. Mellet ist ein echter jüdischer Faschist und Terrorist. Ein zweites Mann, Yuval Ezra, 27, s’ll, wurde ebenfalls Opfer der Auseinandersetzungen. Die IDF erkannte beide Toten als ‘gefallene Soldaten’ an.  Der Tot von beiden Männern wäre leicht zu vermeiden gewesen, wenn sie sich nicht auf für Israelis verbotenem Gebiet bewegt hätten. Nota bene: sie waren als Zivilisten und nicht als Soldaten unterwegs!

Der rechtsextreme Smotrich will die Verträge von Oslo II neu schreiben. Er plant, das Gebiet um Tell, Beit Furik und Iraq Burin von Zone B in Zone C umzuwandeln, resp. Netanyahu aufzufordern, dies zu tun. Eine solche Umwandlung, die die Zone gänzlich unter die Kontrolle Israels stellt, ist eine klare Verletzung der Oslo II-Verträge. «Die palästinensischen Dörfer Tell, Iraq Burin und Beit Furik sollten so aussehen wie die Flüchtlingslager in Nablus und Tulkarem», so Smotrich und bezieht sich dabei auf die gross angelegten Zerstörungen, die die IDF dort im Rahmen der jüngsten Operationen durchgeführt hat. Smotrich forderte die IDF auf, hart gegen Palästinenser vorzugehen, nachdem es gestern und heute tödliche Zwischenfälle gegeben hat. «Wir dürfen nicht hinnehmen, dass die Abschreckungskraft schwindet und unsere Feinde in den letzten Wochen gegen die Siedlungspioniere und die Farmen den Kopf erheben. Ich fordere die IDF auf, entschlossen gegen das mörderische Dorf und seine Umgebung vorzugehen und die Ordnung sowie die Abschreckung wiederherzustellen», so Smotrich in einem Beitrag auf X. Bei dem Vorfall wurden mindestens vier Palästinenser und ein Israeli getötet, acht weitere Personen wurden verletzt. «Die heldenhaften Landarbeiter und Siedlungspioniere sind die Schutzmauer des Staates Israel. Wir werden sie weiterhin stärken und für ihren unerschütterlichen Einsatz für unsere Existenz im Land Israel gegen den arabischen Terrorismus ehren.» Bei den Aussagen Smotrichs handelt es sich klar um Täter-Opfer-Umkehr. Smotrich versucht, der Öffentlichkeit zu beweisen, dass bisher überwiegend, wenn nicht sogar ausschliesslich jüdische Siedler-Terroristen Palästinenser oder Beduinen angriffen, in der Absicht, sie aus ihrem angestammten Gebiet zu vertreiben. Das Gegenteil war meist der Fall und ist auch belegt.

Die IDF hat die Vorfälle von heute Vormittag genau untersucht und kam zu folgendem Ergebnis: Eine Gruppe von Siedlern und Kindern drang in die Zonen A und B ein. Diese Zonen sind für Israelis Sperrgebiet. Die weiteren Erkenntnisse decken sich mit den anderen Berichten.

In der Nähe des Flughafens von Ebril, der Hauptstadt der autonomen Republik Kurdistan im Irak, wurden kilometerweit Explosionen gehört und dichte Rauchwolken gesehen. Das betroffene Gebiet dürfte jenes sein, in dem sich die Housing Area der US-amerikanischen Tuppen befindet.

Der Iran erklärte, mehrfache Drohnen-Angriffe auf US-amerikanische Militär-Stützpunkte in Bahrain und Jordanien ausgeführt zu haben. «Heute Morgen wurden Treibstofftanks, grosse Gerätelager und Silos sowie die Kasernen der US-Terrorarmee auf dem Luftwaffenstützpunkt Isa in Bahrain von Arash-Kamikaze-Drohnen angegriffen», heisst es in einer Erklärung der Armee, die vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. In Jordanien wurden angeblich Hangars, Wartungs-Gebäude und Baracken der ‘Al-Azraq Base’ angegriffen.



Kategorien:Israel, Politik

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar