Krieg gegen Iran – Tag 145 seit dem Beginn der Kämpfe

9. Aw 5786

Die USA haben erstmals seit Beginn der Kämpfe mit dem Iran am 28. Februar 2026 Langstrecken-Bomber des Typs B-1 mit einer Tragfähigkeit von 24 Raketen mit Sprengladungen von 907 kg oder Dutzenden Marschflugkörpern in den Mittleren Osten verlegt. Der erste Einsatz fand am Dienstag von einem Stützpunkt in GB aus statt, kurz nachdem der neue britische PM die Nutzung britischer Stützpunkte für Angriffe der USA auf den Iran freigegeben hat. Der Einsatz von B-1 Bombern stellt nach allgemeiner Auffassung eine erhebliche Eskalation der Einsätze dar.

Erste Städte in Israel haben damit begonnen, die öffentlichen Schutzräume wieder zu öffnen. Nach Ramat Gan haben sich nun auch Kiryat Gat, Carmiel und Eilat zu diesem Schritt entschlossen. Andere Städte halten ihre Schutzräume während des ganzen Jahres geöffnet. Das ‘Heimat-Schutz-Kommando’ hat noch keine neuen Weisungen herausgegeben.

Der ehemalige PM Naftali Bennett, der hinter Gadi Eisenkot als zweitstärkster Kandidat um das Amt des kommenden PM gilt, erklärte heute gegenüber dem Armeesender: «Ich werde alles tun, was nötig ist, um zu gewinnen und Israel wieder auf Kurs zu bringen.» Es sei nicht ausreichend, nur den ‘Fahrer’ gegen einen anderen auszutauschen, um die vielen anfallenden Probleme des Landes zu bewältigen. «Ich werde alles tun, was in jeder Position erforderlich ist. Mir geht es nicht um das Amt … das Land bröckelt, und wir müssen es wieder in Ordnung bringen», sagte er, bevor er verschiedene Gründe aufzählte, warum er am besten geeignet sei, Premierminister zu werden.

Trump hat seinen Wunschkandidaten zum Nachfolger von UN-Generalsekretär António Guterres benannt. Seine Wahl fiel auf Gianni Infantino, den Präsidenten der FIFA. Ob der gebürtige Schweizer allerdings überhaupt an einer Bewerbung interessiert ist, ist nicht bekannt. Trump begründet seine Wahl damit, dass «Infantino von allen auf der ganzen Welt respektiert wird und über die besondere Fähigkeit verfügt, Menschen zusammenzubringen.» Ein Kandidat muss zunächst die Zustimmung des 15-köpfigen Sicherheitsrates erhalten, bevor er durch die UN-Generalversammlung bestätigt wird. Der italienisch-amerikanische Geschäftsmann und Diplomat Paolo Zampolli sprach sich ebenfalls für Infantino aus, der über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit internationalen Organisationen verfügt. Infantino hat sich allerdings bereits zur Wiederwahl für eine weitere Kadenz bei der FIFA aufstellen lassen.

Trump hat das zivile Nuklearabkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien davon abhängig gemacht, dass Saudi-Arabien dem Abraham-Abkommen beitritt und ein Verbot der Urananreicherung akzeptiert. Trump sagte, Washington habe nichts gegen zivile Kernkraftwerke, in denen kein Kernmaterial angereichert werde und verglich die vorgeschlagene Vereinbarung mit bestehenden Abkommen mit dem Iran [hier träumt Trump wieder einmal einen seiner Träume, denn ein solches Abkommen mit dem Iran ist bisher pures Wunschdenken], den VAE und anderen Ländern. Das US-Energieministerium teilte am Mittwoch mit, dass die USA ein Abkommen mit Saudi-Arabien zur nuklearen Zusammenarbeit geschlossen hätten. Netanyahu, wieder einmal im Modus, «welch grosser Präsident Trump doch ist,» jubelte: «Der Beitritt Saudi-Arabiens zu den Abraham-Abkommen stellt einen historischen Sprung nach vorne für den Frieden im Nahen Osten dar.» Es ist fraglich, ob dieser Beitritt in absehbarer Zeit stattfinden wird. Saudi-Arabien hat diesen Schritt immer wieder von einer klaren Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und den Palästinensern abhängig gemacht. Und von der sind wir weiter entfernt, denn je!

„Vergesst den Untesuchungsausschuss!“ © Guy Morad

Den heutigen 9. Aw nutzten mehr als 1.000 Juden heute, um auf den Tempelberg zu gehen und dort, auch an Stellen, wo dies verboten ist, unter Polizeischutz (!) gemeinsame Gebete abzuhalten. Am heutigen Fasttag gedenken Juden der Zerstörung beider Tempel [585 BCE durch die Babylonier und 70 CE durch die Römer], die einst an dieser Stelle standen.  Auch die Zerstörung der Festung Betar, des letzten, im Bar-Kochba-Aufstands (132-135 CE), gehaltenen Stützpunktes, fand am 9. Aw statt. Nach der rabbinischen Überlieferung erfolgte das Urteil Gottes über das Volk Israel wegen des ‘Goldenen Kalbs’ [4. Buch, 13] ebenfalls an diesem Tag. Das letzte Ereignis, das an diesem Tag genug Grund zur Trauer gibt, ist die Zerstörung Jerusalems im Jahr 136 CE. [Mischna, Traktat Ta’anit]. Heute konnte man Besucher sehen, die ungehindert auf der Esplanade spazierten und offen beteten. An anderer Stelle hatten sich Männer mit israelischen Flaggen aufgebaut und sangen die ‘Ha Tikwa’, die israelische Nationalhymne. Unter den Besuchern war auch Ben-Gvir, der sich schon lange dafür einsetzt, Gebete überall auf dem Tempelberg zu gestatten: «Seht euch an, was hier geschieht: Juden beten, sie fühlen sich wie die Eigentümer. Das ist hier noch nie vorgekommen.» Bis zum Mittag wurden 12 Personen festgenommen, die auf einer für Juden verbotenen Seite des Tempelbergs gebetet hatten.

Unter diesen Voraussetzungen wird es kaum zu einer Einigung kommen. Die USA und der Iran sprechen unterschiedliche Sprachen. Während Trump immer wieder betont, der Iran ‘bettle und flehe’ um ein Abkommen, und man stehe kurz davor, gibt sich der iranische Aussenminister Abbas Araghchi ganz anders. «Das Problem ist die amerikanische Herangehensweise, die irrational, überzogen und herrisch ist», erklärt er gegenüber den staatlichen Medien am Rande der Gespräche zwischen dem iranischen Präsidenten Mahmoud Pezeshkian und dem irakischen Premierminister Ali al-Zaidi. «Solange sie nicht begreifen, dass es keine Alternative dazu gibt, das iranische Volk und seine Interessen zu respektieren, werden die Voraussetzungen für Fortschritte nicht gegeben sein», fügt er hinzu. «Sie müssen einfach ihre Politik überdenken.»

Trump warnt den Iran, dafür verantwortlich gemacht zu werden, wenn die Houthis weiterhin im Jemen saudische Schiffe angreifen. «Vor einem Jahr haben die USA die Houthis wegen ihrer Störung von Handel und Verkehr durch Beschuss von Schiffen sehr massiv angegriffen», schreibt Trump auf Truth Social. «Seitdem und während unseres Konflikts mit dem Iran haben sie sich sehr verantwortungsbewusst verhalten. Leider fangen sie nun wieder damit an und haben letzte Nacht zwei saudi-arabische Schiffe beschossen», fährt er fort. «Bitte nehmt diese WAHRHEIT zur Kenntnis: Sollte dies erneut geschehen, werden die USA den Iran zur Verantwortung ziehen, da die Houthis ein Stellvertreter und/oder eine Marionette des Irans sind, und es wird eine massive militärische Vergeltung gegen den Iran und natürlich auch gegen die Houthis selbst geben.» Die Houthis, die mit dem Iran affiliiert sind, hatten in der Nacht saudische Öltanker beschossen. Wie man von einer anerkannten Terror-Organisation wie den Houthis als ‘verantwortungsbewusst’ sprechen kann, kann auch nur einem Irren wie Trump einfallen.

Heute ist es angeblich zu einem tödlich endenden Vorfall gekommen. Die Fakten: In der Nähe von ‘Derech Avraham’ brannte es heute Vormittag. Ein israelischer Zivilist, 51, wurde mit Stichwunden schwer verletzt und mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus evakuiert. Die IDF hat das Gebiet umzingelt und führt Untersuchungen durch.

Die Vermutungen: Polizei und Feuerwehr vermuten, dass Palästinenser aus der Stadt ‘Beit Fuik’ den Brand gelegt haben. Zwei Palästinenser haben einen Zivilisten verletzt. Siedler aus der Aussenstelle seien damit beschäftigt gewesen, das Feuer zu löschen. Ein zweiter Zivilist entdeckte den Angriff und neutralisierte die beiden palästinensischen Terroristen. Frage: waren die beiden Zivilisten jene Siedler, die den Brand löschen wollten? Der Palästinensiche Halbmond gibt bekannt, dass die Männer, 40 und 43 Jahre alt, Schusswunden im Bauch aufweisen. Der Tod der beiden wird nicht bestätigt. Wafa, die palästinensische Nachrichtenagentur, betont, das Feuer sei von jüdischen Siedler-Terroristen gelegt worden.

Die Staatsanwaltschaft der Polizei erhob in einem seltenen Vorgang Anklage gegen einen jungen Mann aus Jerusalem, der Journalisten, darunter ein Filmteam der CNN im Gebiet von Samaria angriff. Das Team wollte über den Jahrtag der Ermordung des US-amerikanisch-palästinensischen Staatsbürgers, Sayfollah Musallet, zu berichten, der von einer Gruppe von jüdischen Siedler-Terroristen zu Tode geprügelt worden war. Das Team war gerade erst vor Ort angekommen, als vier jüdische Siedler-Terroristen, die mit Holz- und Metallstangen bewaffnet waren, sich ihren Fahrzeugen näherten und versuchten, ihnen den Weg zu versperren. Dem Haupt-Angeklagten wird vorgeworfen, die Reifen eines der Fahrzeuge aufgeschlitzt zu haben und anschliessend auf die Motorhaube gesprungen zu sein und die Windschutzscheibe mit einer Stange malträtiert zu haben. Die Polizei nahm vier Männer fest, denen Drohungen, der illegale Besitz eines Messers und die Beschädigung eines Autos vorgeworfen werden.

Auch heute flog der Iran wieder Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Jordanien und Baharain. Die Geschosse konnten allesamt abgefangen werden, ohne dass Schaden entstand. Der Iran hielt fest, solange mit den Angriffen fortzufahren, wie die USA ihrerseits die Angriffe auf iranische Ziele fortsetzen.

Die IRGC gab weiterhin an, Drohnenangriffe auf US-Stützpunkt in Kuwait ausgeführt zu haben. Dabei heisst es, seien Lagerhäuser, Tanklastwagen und ein Munitionsdepot auf den Stützpunkten al-Doha, al-Salem und Arijfan in dem Golfstaat getroffen worden. US-amerikanische Raketen seien in der Nacht erneut auf Busher, dem einzigen zivilen A-Kraftwerk, abgeschossen worden.



Kategorien:Israel, Politik

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