Dwarim, Ekew 7:12-11:25

17./18, Aw 5786                                                              31.Juli/1.August 2026 

Shabbateingang in Jerusalem:                                                               18:57

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                              20:16

Shabbateingang in Zürich:                                                                       20:43

Shabbatausgang in Zürich:                                                                      21:54

Wieder einmal beginnt unser Wochenabschnitt mit einem „Wenn……dann“ Konditionalsatz. Wenn wir, die Menschen, die Rechtsvorschriften Gottes achten und einhalten, dann wird Gott seinerseits den Bund einhalten, den er mit unseren Vätern geschlossen hat. Moshe wiederholt an dieser Stelle noch einmal alles, was Gott uns versprochen hat und von dem wir überzeugt sein dürfen, dass er sich buchstabengetreu daran halten wird. Wenn wir auch unseren Teil der Vereinbarung einhalten. Gott ist davon überzeugt, dass das so sein wird, denn er sagt: „Wenn ihr diese Vorschriften einhaltet“ und nicht „falls ihr…..“

Aber Gott lässt uns auch noch einmal wissen, dass die Besitznahme des Landes, der neuen Heimat, nicht selbstverständlich ist. Das Volk Israel ist stur, wir lesen es hier nicht zum ersten Mal und es gilt auch bis heute, bis in unsere Tage. Gott betont nochmals, dass wir keinen Rechtsanspruch auf das Land haben. Zu oft haben wir uns gegen ihn aufgelehnt. Immer wieder stand das Volk Israel kurz davor, ausgelöscht zu werden, und immer wieder war es Moshe, der mit seinem unerschütterlichen Glauben und seiner Zuversicht Gott anflehte, uns nochmals eine Chance zu geben. Gemessen an dem, was Gott uns versprochen hat, ist es so wenig, was er von uns verlangt: Wir müssen nur seine Vorschriften einhalten, die unsere Beziehung zu ihm und zu unseren Mitmenschen regeln.

Moshe darf in der letzten grossen Rede vor seinem Tod frei sprechen, er ist nicht mehr das Sprachrohr Gottes, er darf Schwerpunkte in seinen Ausführungen setzen. Und so ist es ein Testament, das er kurz vor seinem Tod formuliert. «Denn nicht, weil du im Recht bist und die richtige Gesinnung hast, kannst du in ihr [der Kanaaniter] Land hineinziehen und es in Besitz nehmen. Vielmehr vertreibt der Herr, dein Gott, diese Völker vor dir, weil sie im Unrecht sind und weil der Herr die Zusage einlösen will, die er deinen Vätern Abraham, Isaak und Ja‘acov mit einem Schwur bekräftigt hat. Du sollst erkennen: Du bist ein halsstarriges Volk. Daher kann dir der Herr, dein Gott, dieses prächtige Land nicht etwa aufgrund eines Rechtsanspruchs geben, damit du es in Besitz nimmst. Denk daran und vergiss nicht, dass du in der Wüste den Unwillen des Herrn, deines Gottes, erregt hast. Von dem Tag an, als du aus Ägypten auszogst, bis zur Ankunft an diesem Ort habt ihr euch dem Herrn ständig widersetzt. Vor allem am Berg Horeb habt ihr den Unwillen des Herrn erregt. Damals grollte er euch so sehr, dass er euch vernichten wollte.» (Dwarim 9:6 – 8)

Gottes Versprechen an uns: «Du wirst essen und satt werden und den Herren preisen für das herrliche Land, das ich dir gegeben habe.» (Deut 8:10) Wir erinnern uns bei jedem Kiddusch vor der Mahlzeit am Shabbat und an den Feiertagen an den Auszug aus Ägypten.

Im Tischgebet, das bei uns nach der Mahlzeit gesprochen wird, erinnern wir uns im ersten und zweiten Segensspruch an die Speisen, die wir im Jetzt und auf der Wanderung erhalten haben und des Landes, in das Gott uns geführt hat und in dem wir auch heute unsere emotionale Identität leben. 

Was können wir aus diesem Wochenabschnitt für unser Leben ableiten? Im Abschnitt Vers 10:18 und 19 lesen wir: „Gott liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und Kleidung, auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen.“

Gottes Rechtsprechung zu achten und zu halten bedeutet also auch, Menschen zu helfen, die heute das sind, was wir einmal waren: Fremde. Die bei uns ankommen, um Schutz und Sicherheit zu finden und einen Neustart wagen zu können. Vergessen wir das doch nie!

Shabbat Shalom



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