Krieg gegen Iran-Tag 149 seit Beginn der Kämpfe

13. Aw 5786

Netanyahu ist heute in die USA ohne Journalisten an Bord, vom Luftwaffenstützpunkt Nevatim abgereist. Und, welch Überraschung, Sara N. ist dabei! Für morgen Vormittag 11 Uhr ist ein Treffen mit Trump im Weissen Haus vorgesehen, um 14 Uhr wird Netanyahu an der Gedenkfeier für den verstorbenen Senator Lindsey Graham teilnehmen. Und dann?  Alle möglichen Gründe, den Besuch bis Mittwochabend auszudehnen. Warum? Damit Sara N. endlich wieder einmal amerikanische Luft schnuppern kann. Laut Ehevertrag darf sie bei jedem länger als zwei Tage dauernden Auslandsaufenthalt mitfliegen, was sie jedesmal weidlich ausnutzt.

Die zunehmenden Pogrome von jüdischen Siedler-Terroristen gegen Palästinenser und Beduinen in Samaria und Judäa gefährden «die Sicherheit Israels, die Interessen der USA und die regionale Stabilität», warnen mehr als 600 ehemalige Spitzenbeamte des israelischen Militärs, der Polizei, des Shin Bet und des Mossad in einem Brief an Trump. Sie warnen darin «vor einer möglichen massiven Eskalation aufgrund des zunehmenden jüdischen Terrors in Verbindung mit der Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde.» Die Folgen könnten sich als noch katastrophaler erweisen, als die des 7. Oktober 2023 es waren. Unter diesen Bedingungen könnte Trump weder seinen 20-Punkte-Plan für Gaza noch die Erweiterung der Abraham-Akkorde weiter vorantreiben.

Die ‘bösen Nachbarländer’ des Irans haben sich, im Alleingang oder mit Hilfe der USA, getraut, sich gegen die Angriffe aus dem Iran auf ihre Territorien zu wehren! Das brachte den Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmaeil Baghaei, auf den Plan. «Entgegen allen Normen des Völkerrechts und dem Grundsatz der guten Nachbarschaft haben diese Länder ihr Territorium für Parteien geöffnet, die den Iran angreifen. In einigen Fällen wissen wir, dass sie eigenständig an der militärischen Aggression gegen den Iran teilgenommen haben.» Bahrain und Kuwait haben angeblich am Wochenende mit Hilfe der USA geheime Angriffe auf iranischen Drohnen- und Raketendepots durchgeführt.  Baghaei erklärte auch, dass trotz des derzeitigen Stopps der Kämpfe keine direkten Verhandlungen mit den USA stattfinden. «Wir haben auch nicht darum gebeten, die Gespräche wieder aufzunehmen.»

Netanyahu betonte vor seinen Kabinettsmitgliedern, die USA verlangten, die IDF aus Syrien, dem Libanon und Gaza zurückzuziehen. Er gibt dabei jedoch nicht an, ob es sich um einen vollständigen oder teilweisen Rückzug handelt. Netanyahu teilte seinen Ministern mit: «Ich beabsichtige, auf eigenen Beinen zu stehen und Widerstand zu leisten. Ich werde ihnen Nein sagen», soll er seinen Ministern gesagt haben.

Trump lehnt die Information, dass den USA die Munition langsam ausgehe, als Fake-News ab. «Wir haben weitaus mehr Munition als jemand anderer in der Welt. Und weitaus mehr als wir jemals brauchen werden», erklärte er gegenüber Wall Street Journal. Dazu postet er mehrere KI-generierte Bilder, die die militärische Übermacht der USA demonstrieren sollen. Zum einen den Angriff auf die Insel Khargh, die die wesentlichen Oel-Raffinerien und Verladehubs der iranischen Petro-Industrie beheimatet. Zum anderen eine Serie von Bildern eines iranischen Oel-Tankers, der von ihm übernommen wurde. Betitelt wird die Serie mit den Worten «Das ist jetzt unser Oel-Tanker!»

Nickolay Mladenov, der Gesandte des ‘Friedensrats für Gaza’ lobte die Entscheidung des Sicherheits-Kabinetts, eine kleine Gruppe einer internationalen Stabilisierungstruppe in den Gazastreifen einreisen zu lassen. Wie das konkret vor sich gehen soll, welche Truppen dazu zur Verfügung stehen und wo sie stationiert werden sollen, ist noch völlig offen.

Dass der Wahlkampf in Israel friedlich und fair ist, wissen wir seit Jahrzehnten. Zumindest seit Netanyahu im Jahr 1995 erstmals in die Wahlkampfarena stieg. Besonders dramatisch und bis heute in den Köpfen der Israelis präsent, ist eine Szene in Jerusalem, als vor dem Hotel Ron Demonstranten am 5. Oktober 1995 gegen Yitzhak Rabin demonstrierten. Der Hauptgrund war der Abschluss der Oslo II Verträge, die eine Vorbereitung zur Autonomie der Palästinenser in Samaria und Judäa darstellten. Unten zogen Demonstranten durch, die Rabin in der Uniform eines Nazis oder eingehüllt in eine Keffiyah zeigten. Oben stand Netanyahu und schüttelte die Faust, um den Demonstranten Recht zu geben.

Hierbei handelt es sich um das Pulsa diNura gegen Ariel Sharon, kurz bevor er 2005 die  Räumung des Gazastreifens anordnete.

Kabbalisten standen vor Rabins Wohnhaus und verfluchten ihn mit dem alten Ritual ‘Pulsa diNura’, ein schlimmes Ritual, das natürlich keinen realen, dafür aber einen hohen medialen Wert hat. Im Wahlkampf 2026 ist Vieles ‘verfeinert’ worden, seit KI ist nichts mehr unmöglich. Netanyahu hat ein Video generieren lassen, wie es perfider und geschmackloser kaum geht.

Eisenkot läuft auf einen jungen Mann zu, die Arme weit ausgebreitet, das Gesicht strahlend. Ihm entgegen kommt ein junger Mann, natürlich ist es nicht sein Sohn Gal, s’’l, der fiel 2023 in Gaza, aber man erkennt deutlich, wer dargestellt wird. Auch er lacht von Herzen und läuft auf seinen Vater zu. Doch der läuft an ihm vorbei, nimmt ihn gar nicht wahr und umarmt den hinter dem Jungen stehenden Mansour Abbas von der arabischen Ra’am Partei. Die Botschaft ist klar. Doch wer ist Netanyahu, dass er sich anmasst, so ein Video zu veröffentlichen? Eisenkot hat einen Sohn und zwei Neffen in Gaza verloren, während Netanyahus Sohn Yair das dolce vita in Miami geniesst. Netanyahu, du bist tief gesunken! Wer einen sehr guten Artikel über Gadi Eisenkot lesen möchte, dem empfehle ich den Artikel «Kein Charisma und ziemlich spröde: Wer hat Angst vor Gadi Eisenkot?» in der NZZ von heute.

Die IDF bestätigt, zwei Drohnen an der Grenze zu Jordanien abgeschossen zu haben. Die Drohnen, deren Herkunft untersucht wird, drangen nicht bis in israelisches Gebiet ein.



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