Krieg gegen Iran – Tag 194 seit dem Beginn der Kämpfe

28. Elul 5786

Die einzige Gedenkstätte ausserhalb der USA, die die Namen aller 2997 Opfer der Terroranschläge vom 9/11 enthält, befindet sich im Arazim-Tal in Jerusalem. Bereits gestern fand dort eine Gedenkstunde anlässlich des 25. Jahrestages des Angriffs auf die Twin Towers in New York statt. Da der eigentliche Jahrestag mit dem Beginn des jüdischen Jahres zusammenfällt, wurde der Termin vorverlegt.  Die Feier wurde von KKL, der auch die Gedenkstätte errichtet hat, organisiert. «Fünfundzwanzig Jahre nach den schrecklichen Anschlägen vom 11. September 2001 gedenken wir der 2.977 unschuldigen Menschen, die ihr Leben verloren haben», sagte Botschafter Huckabee. Er bezeichnete das Denkmal als Zeugnis der Solidarität zwischen den USA und Israel sowie als Ausdruck der gemeinsamen Entschlossenheit, dem Terrorismus entgegenzutreten und unschuldiges Leben zu schützen.

Ein Sprecher des pakistanischen Aussenministeriums betonte, dass das Mekka-Abkommen, das zwischen Pakistan, der Türkei und Saudi-Arabien geschlossen wurde, ein reines Verteidigungsbündnis sei. Es bestehe keinerlei Absicht, dieses Bündnis zu erweitern. Dieses Statement erfolgt als Antwort auf die Angriffe der Houthi-Terroristen auf Saudi-Arabien.

Minister für die Diaspora, Amichai Chikli, Likud, ist der Ansicht, dass es für die derzeitige Regierung nichts zu entschuldigen gibt. «Ich denke, wenn man von mir verlangt, ‚Es tut mir leid‘ zu sagen, wird mir damit im Grunde die Schuld zugeschoben – so, als hätte ich es absichtlich getan. Und das lehne ich ab», sagt Chikli in einem Interview mit dem Sender Kan. «Es hat ein schwerwiegendes Sicherheitsversagen gegeben, das untersucht werden sollte. Aber wenn es so dargestellt wird, als hätte ich absichtlich Schaden angerichtet, als wäre da eine Art böswillige Absicht im Spiel gewesen, dann ist das einfach nicht meine Sichtweise. Diejenigen, die auf die Osloer Abkommen und auf den Rückzug aus dem Gazastreifen gedrängt haben – das sind die Leute, die sich entschuldigen sollten», fährt er fort. «Es gibt eine Grenze dafür, was ich von Leuten hören will, die die ganze Zeit über genau jene Politik vorangetrieben haben, die uns in diese Katastrophen geführt hat. Ich war gegen den Rückzug und gegen die Osloer Abkommen. Was soll das heissen, sich bei den Bewohnern der Gemeinden an der Grenze zum Gazastreifen zu entschuldigen?»

VM Isael Katz warnte heute nochmals intensiv davor, dass jeder Angriff des Iran auf Israel eine ‘kraftvolle Reaktion’ nach sich ziehen wird. Nach wochenlanger trügerischer Ruhe hat der Iran Dutzende ballistischer Raketen auf Jordanien abgefeuert. «Angesichts der Möglichkeit, dass der Iran aufgrund der wirtschaftlichen Strangulierung und des starken Drucks, unter dem er steht, beschliessen könnte, gegen Israel vorzugehen, warne ich die iranische Führung erneut: Jeder Angriff auf Israel, aus welchem Grund auch immer und an welchem Ort auch immer, wird mit einer kraftvollen Reaktion beantwortet werden, die dem Iran schweren Schaden zufügen wird, wie er ihn noch nie zuvor erlitten hat – einschliesslich seiner wichtigsten Energieanlagen, die dem iranischen Kriegs- und Terrorapparat Ressourcen und Fähigkeiten liefern.»

Die mit dem Iran verbündeten Houthi-Terroristen gaben bekannt, dass Saudi-Arabien heute bereits etwa 50 Angriffe auf ihr Gebiet verübt hat. Mit der Einnahme der Stadt Mokka durch die Houthis ist die strategisch wichtige Meerenge Bab el-Mandeb faktisch geschlossen. Die Terroristen drangen in die Stadt ein und sangen: «Tod Amerika, Tod Israel!» 28 Frachtschiffe segelten gestern durch die Meerenge Bab el-Mandeb, 16 segelten nordwärts und 12 südwärts. Damit bleibt die 10-Tages-Frequenz stabil bei 27 Schiffen täglich.  

Weitaus weniger Schiffe frequentieren derzeit die Strasse von Hormus. Die 10-Tages Frequenz von 14 Schiffe pro Tag, sank in den letzten Tagen auf sieben und zwölf. Hierzu muss jedoch gesagt werden, dass einige Schiffe ihre Transponder ausschalten und daher nicht gezählt werden können. 

Bei einem Angriff der IDF auf ein Haus in Beit Lahia im Norden des Gazastreifens wurden eine Familie und darunter leider wieder zwei Kinder im Alter von 12 und 8 Jahren getötet. Im Süden des Landes wurden bei einem Angriff drei Personen, darunter leider zwei Kinder, verletzt. Die IDF gab bisher lediglich an, beide Vorfälle untersuchen zu wollen. 

Die IDF eliminierte mit einem gezielten Angriff Ismail Ibrahim Darwish Qandi, ein Mitglied der Nukhba-Gruppe, die massgeblich am Massaker vom 7. Oktober beteiligt war. Qandi war an der Ermordung von Col. Jonathan Steinberg in Kerem Shalom beteiligt.

Netanyahu update: 

Zu den Vorwürfen, die Sara N. im Kanal 14, dem regierungsergebenen Sender, gegen Yair Golan und andere Beamte der IDF und der Sicherheitsdienste geäussert hat, meldete sich der ehemalige VM Yoav Gallant zu Wort. Er wählte als Medium den Kanal 12, der von Netanyahu und seiner Kamarilla als ‘linksgerichtet’ bezeichnet wird. Er erklärte, Netanyahu erst am 7. Oktober 2023 um 10 Uhr im Militärhauptquartier in Tel Aviv gesehen zu haben. Auf die Frage, ob die beiden zuvor telefoniert hätten, antwortete Gallant, er könne sich nicht daran erinnern, «aber auf jeden Fall gab es kein substanzielles Gespräch, und ich weiss nicht, wer es initiiert hat.» Netanyahu hatte für sich reklamiert, dass alles anders verlaufen wäre, «wenn man ihn nur früh genug geweckt hätte.» Dazu Gallant: «Netanyahu behauptet, er sei die einzige hochrangige Persönlichkeit gewesen, die die Lage im Griff hatte. Schauen Sie sich die Bilder und Videos der damaligen Sitzungen an. Dann können Sie feststellen, wer wie gewirkt hat», und er fährt mit einem Seitenhieb auf Netanyahu fort: «Ich war übrigens nicht geschminkt. Ich sah einen Ministerpräsidenten, der entweder eine Atmosphäre des Defätismus erzeugte oder empfand und verbreitete. Das hat mich wirklich beunruhigt.» Die regierende Likud-Partei wirft Gallant daraufhin vor, zu lügen, und beharrt darauf, dass Netanjahu bereits um 8:22 Uhr in der Kirya war «und dort bis 9:55 Uhr auf Gallant und den Generalstabschef gewartet hat, ohne jedoch zu präzisieren, was der Ministerpräsident in dieser Zeit getan hat. Auf jeden Fall gab es noch stundenlang keine aussagekräftige Lageeinschätzung, die man dem Ministerpräsidenten hätte vorlegen können», fügt der Likud hinzu. Dieser Bericht wurde am 10.9. im ToI veröffentlicht. Bereits am 9.2. wird in der Jüdische Allgemeinen  ein Artikel veröffentlicht, der wie das Vorspiel zu den neuesten Statements passt. Sabine Brandes hat Informationen von Yoav Gallant und Gadi Eisenkot zusammengetragen, die ich hier gerne weitergeben möchte.

Zitat: Gadi Eizenkot wirft Netanyahu vor, mit seinem Verteidigungsdokument ein ‘bewusst verzerrtes Narrativ’ zu konstruieren. Die Antwort an den Staatskontrolleur Englman beruhe auf selektiv ausgewählten Protokollauszügen, die aus ihrem Zusammenhang gerissen worden seien, so Eizenkot. Dadurch entstehe der Eindruck, der Premierminister habe entschlossen gehandelt, sei jedoch von den Sicherheitschefs ausgebremst worden. Tatsächlich sei die Entscheidungsfindung vor dem 7. Oktober deutlich komplexer gewesen. Er betont, Netanyahu habe an zentralen sicherheitspolitischen Beratungen teilgenommen, Bewertungen akzeptiert und politische Leitlinien mitgetragen. Fehler und Fehleinschätzungen seien nicht ausschliesslich dem Sicherheitsapparat anzulasten, sondern ‘Ergebnis eines kollektiven politischen und militärischen Versagens’. Eizenkot fordert daher die vollständige Veröffentlichung aller relevanten Sitzungsprotokolle, um die tatsächliche Verantwortungskette offenzulegen.

Zitat: Auch Yoav Gallant, Verteidigungsminister am 7. Oktober, geht in seiner Reaktion auf Konfrontationskurs. In einem Interview mit Kanal 12 bezeichnete er Netanyahus Darstellung als ‘gezielte Bewusstseinsmanipulation’. Aus stundenlangen, oft widersprüchlichen sicherheitspolitischen Diskussionen würden einzelne Sätze herausgelöst und neu zusammengesetzt, um eine konsistente, entlastende Geschichte zu erzählen, wirft Gallant seinem ehemaligen Chef vor.

Er widerspricht insbesondere Netanyahus Behauptung, es habe keine eindeutigen Warnungen vor einem bevorstehenden Angriff gegeben. Stattdessen seien Warnungen mehrfach an die politische Führung herangetragen worden. Der Premier trage als Regierungschef letztlich die Verantwortung dafür, wie mit diesen Warnungen umgegangen wurde – unabhängig davon, welche Empfehlungen die Sicherheitsdienste gaben.

»Ich hätte nie gedacht, dass ich hier im Studio sagen müsste: Wir haben einen Lügner als Premierminister«, sagte Gallant in einem scharfen Angriff und wiederholte: »Der Premierminister ist ein Lügner.«

»Nach dem verheerenden Fiasko am 7. Oktober, als die israelischen Streitkräfte und der Inlandsgeheimdienst Schin-Bet unter Führung des Generalstabschefs und des Schin-Bet-Chefs mutig zurückschlugen und an vorderster Front standen, hat Netanyahu sie hintergangen, alle Regierungsmitglieder gegen sie aufgehetzt und das Ganze so der Öffentlichkeit präsentiert«, warf Gallant ihm vor.

Sara N. update: 

Nachdem Sara N. der Aufforderung von Yair Golan nicht nachgekommen ist, sich öffentlich für ihre, wie Golan es nennt, haltlosen Anschuldigungen gegen ihn zu entschuldigen. Er hat nun, wie angekündigt, eine Anklage wegen Verleumdung gegen sie eingereicht und Schadenersatz in Höhe von US$ 843 Tausend gefordert. «Bei dieser Klage geht es nicht nur um meinen guten Ruf oder darum, was ich am 7. Oktober getan habe. Es ist eine zivilrechtliche Anklage eines ganzen politischen Lagers gegen eine Regierung, die jegliche Zurückhaltung verloren hat», sagt Golan in einer Erklärung zur Einreichung der Klage. Gleichzeitig wirft er Netanyahu, der nie eine direkte Verantwortung für die Versäumnisse rund um das Massaker übernommen hatte und seiner Familie vor, die versuchten, «sich der Verantwortung für das schlimmste Versagen in der Geschichte des Landes zu entziehen, indem sie versuchten, die Geschichte umzuschreiben und diejenigen, die in das Inferno eilten, um Leben zu retten, zu Verrätern zu machen.» Die Klage zielt auch darauf ab, dass Sara N. mit ihren Aussagen direkt zur Gewalt anstiftet. Die Online-Hetze gegen ihn sei seit dem Interview der Sara N. um 45’ % (sic!) gestiegen. Sein Antrag auf Personenschutz sei, trotz angehobener Gefahrenstufe, bisher abgelehnt worden. 



Kategorien:Israel

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