Krieg gegen Iran – Tag 190 seit dem Beginn der Kämpfe

24. Elul 5786

Die Hohen Feiertage beginnen am kommenden Freitag mit Rosh HaShana, dem jüdischen Neujahrsfest und enden am vierten Oktober mit Simchat Torah, dem Tag, an dem der Lesezyklus des fünften Buches Mose endet und gleich darauf mit dem ersten Buch neu begonnen wird. Dieser fröhliche Feiertag ist seit 2023 vom Massaker der Hamas-Terroristen im Süden des Landes überschattet. Wie jedes Jahr werden von den Botschaften im Ausland und den Sicherheitsorganisationen im Inland Warnungen herausgegeben. Die Gefahr durch Anschläge ist in diesen Tagen besonders hoch. Der dem PM direkt unterstellte Nationale Sicherheitsrat betonte, dass «der Iran und seine Stellvertreter Hamas und Hisbollah sowie die globalen dschihadistischen Gruppen Islamischer Staat und Al-Qaida nach wie vor hoch motiviert sind, Israelis und Juden weltweit anzugreifen.» Die anhaltenden Konflikte Israels mit der Hisbollah und der Hamas hätten «zu einem starken Anstieg der Motivation terroristischer Gruppierungen geführt, israelische und jüdische Ziele weltweit anzugreifen.» Der Sicherheitsrat warnt dringend vor Reisen in stark gefährdete Regionen. Auch das Tragen von Kippot und Magen David sollte nach Möglichkeit unterlassen werden.

Die Parteichefs der Gross-, Klein- und Mikroparteien, die sich am 27. Oktober der Wahl stellen, haben noch bis Dienstag, 8.9. um 22 Uhr Zeit, ihre Wahllisten dem Wahlkomitee vorzulegen. Im Jahr 2022 waren es 40 Parteien, von denen es 11 in die Knesset schafften. Acht Parteien bildeten schliesslich die Koalition unter Bennett/Lapid. Seit Tagen veröffentlichen die Zeitungen bereits Listen. Vereinzelt gab es Überraschungen, aber die grossen Knalleffekte blieben bisher aus. Netanyahu, der immer noch auf einen Sieg hofft, wird von seinen Wahlkampfmanagern als ‘eine Klasse für sich’ bezeichnet. Trotzdem wirkt er überaus angeschlagen und müde. Er hat kein neues Zugpferd finden können, das dem Likud neue Wähler bringen könnte. Im Gegenteil: Der Abgrund, in den seine ausgebrannte Regierung uns in den letzten Jahren geführt hat, wird immer offensichtlicher. Diese Wahl wird eine Abrechnung mit ihm sein, ein Urteil über seine Art der Staatsführung. Während andere Parteichefs damit punkten, authentische Zeugen von Netanyahus verfehlter Politik auf die Spitzenplätze zu setzen, setzte Netanyahu auf seine alten Getreuen, grummelige ältere Herren, die ihm nach dem Wort reden. Wenn er sich selbst gegenüber noch einen Funken Respekt hätte, müsste er noch heute zurücktreten und seinen Platz in der Knesset räumen. Welche Probleme sich derzeit vor ihm aufhäufen, kann er noch gar nicht beurteilen. Sein Gerichtsverfahren, das ihn wieder einholt, sein Fehlverhalten rund um den 7. Oktober 2023, das er nicht mehr verleugnen kann und nun auch seine Ex-Geliebte, die sich nach 33 Jahren zu Wort meldet. Caesarea ist ein schöner Ort. Um in Ruhe alt zu werden und seine Wunden zu lecken, die das verpfuschte politische Leben geschlagen hat. Es ist Zeit, zu gehen.

Die Aussenministerien von Saudi-Arabien, Jordanien, den VAE, der Türkei, Katar, Ägypten, Indonesien und Pakistan verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die Ankündigungen von VM Katz und Ben-Gvir, die ‘erleichterte und freiwillige Auswanderung der Palästinenser aus dem Gazastreifen’ zu fordern (s. gestern Bericht über Huckabee). Die Araber sehen in den Bemühungen nichts anderes, als die Bestrebung, die Palästinenser aus ihrem angestammten Gebiet zu vertreiben. «Diese Äusserungen und provokativen Vorschläge stellen einen eklatanten Verstoss gegen die Grundsätze des Völkerrechts, einschliesslich des humanitären Völkerrechts, dar und sind eine direkte Bedrohung für die legitimen und unveräusserlichen Rechte des palästinensischen Volkes.» Ben-Gvir nähert sich damit mehr und mehr der Haltung Reinhard Heydrichs an, des Chefs der Polizei und Leiter des Reichssicherheitshauptamtes. Als Leiter der Wannseekonferenz war er für die ‘Endlösung der Judenfrage’ verantwortlich.

Als Reaktion auf einen Drohnenangriff der Hisbollah flog die IAF einige Angriffe gegen Stellungen der Hisbollah im Süden des Landes. Libanesische Gesundheitsbehörden gaben bekannt, dass in Nabatieh al-Fawqa zwei Menschen getötet und zwei verletzt wurden; in Nabatieh wurden acht Menschen verletzt; in Arab Salim zwei Menschen getötet und sechs verletzt; und in Kafr Rumman vier Menschen verletzt. Die IDF teilte dazu mit, dass die Angriffe Mitgliedern der Terror-Organisation und deren Infrastruktur galten. Das stillgelegte Ghandour-Krankenhaus in Nabatieh al-Fawqa, das bei einem Angriff zerstört wurde, diente der Hisbollah als Waffenlager und Kommandozentrale.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun fordert die USA und die internationale Gemeinschaft auf, die verstärkten Angriffe der IDF auf Stellungen der Hisbollah zu stoppen.



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