23. Elul 5786

Am 14. Januar 1993 versuchte Netanyahu zu retten, was zu retten war. Mit Sara N. war er seit dem 4. März 1991 verheiratet. Ob die Ehe glücklich war oder ist, ist nicht bekannt. Zur Wahl stellten sich prominente Vertreter der noch relativ jungen Partei. Und Netanyahu, der die Erstgereihten in der direkten Wahl besiegte. In der Wahlphase rief ein anonymer Anrufer die Privatnummer Netanyahus an und drohte Sara N., eine Tonbandaufnahme veröffentlichen zu wollen, die das aussereheliche Verhältnis Netanyahus zu seiner Beraterin, Dr. Ruth Bar, belegen würde, sollte er nicht zurücktreten. Doch Netanyahu wollte siegen.

Und ging vor die Kamera. Sein Bekenntnis ging live online. Netanyahu blieb diskret nannte keinen Namen. Die Ehen der beiden Paare überlebten mehr oder weniger unbeschadet das mehrere Jahre andauernde Verhältnis. Netanyahu steht erneut vor einer Wahl, Bar veröffentlicht ein neues Buch. In einem Interview erzählt sie erstmals von ihrer Beziehung mit Netanyahu. Seit dem 14. Januar 1993 hatte sie keinen Kontakt mehr zu ihm. Für ihn blieb das Bekanntwerden einem On-dit zu Folge nicht ohne Konsequenzen. In einem ausgeklügelten Ehevertrag soll angeblich geregelt sein, dass Sara N. ihren Mann auf jeder Reise, die länger als zwei Tage dauert, begleiten darf. Und weiters, dass sie ein Veto-Recht habe, wenn es um Ernennungen hochstehender Beamter gehe. Die Netanyahus bestreiten das, aber wir erleben es immer wieder. Ein Zufall kann das nicht sein. Ebenso wenig, wie die Koffer mit Schmutzwäsche, die bei jedem Flug nach Washington mit an Bord sind….

Der politische Neustarter, der es sich offen hält, ob er mit dem pro- oder anti-Netanyahu Block koalieren will, täte besser daran, sich noch vor dem 8. September aus dem Wahlkampf zurückzuziehen. Die Rede ist von Gen. a.D. Ofer Winter, dem Mann, der von sich behauptet, ‘Stimmen in sich zu hören’ (s. Tag 182). Im Jahr 2016 kam es in seiner Givati Brigade zu mehreren schwerwiegenden Vorfällen. Anstelle ordnungsgemäss der Militärpolizei Meldung zu machen und eine Untersuchung anstellen zu lassen, handelte er schlampig und ungerecht. Es ging um sexuelle Belästigung zweier Soldaten durch einen Zugführer. Winter belog einen der Belästigten, indem er ihn davon überzeugte, den Zugführer unehrenhaft entlassen zu haben. Das stimmte nicht. Winter verbot den Betroffenen, Anklage gegen den Zugführer einzureichen. Als einer der Betroffenen die Basis verlassen wollte, wurde er von Winter gestoppt und vor das Militärgericht gestellt. Das Opfer, der betrogene Soldat, wurde zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Mit dieser Aktion hat Winter sein wahres Gesicht gezeigt. Heute versucht er, sich als moralisch überlegen gegenüber anderen Politikern darzustellen. Er passt nicht gerade in das Bild des neuen Politikers mit sauberen Händen, der das Recht hätte, auf all jene vermeintlich verdorbenen politischen Veteranen herabzuschauen. Mehr noch, er hat sich sein Recht, als Vorbild politisch tätig zu werden, vertan.

Rund 50 Mitglieder des Gemeinsamen Stabs der US-Streitkräfte mussten sich einem Lügendetektortest unterziehen. Dieser aussergewöhnliche Schritt wurde im Zusammenhang mit Informationslecks an Journalisten, darunter auch Informationen darüber, wie der Krieg gegen den Iran zu einem Mangel an wichtiger Munition geführt hat, angeordnet. Offiziere und zivile Mitarbeiter des Joint Staff wurden befragt, ob sie geheime Informationen an Pressevertreter weitergegeben und Angaben zu den geschrumpften US-Munitionsvorräten gemacht hätten. Nachdem im August entsprechende Meldungen in den Medien bekannt wurden, sollten die Tests nicht nur die Informanten herausfiltern, sondern auch als Abschreckung für die Zukunft dienen. Pentagon-Sprecher Sean Parnell betonte, das Ministerium «äussert sich nicht zu internen Personal- oder Ermittlungsangelegenheiten, nimmt jedoch jede Weitergabe geheimer Informationen zur nationalen Sicherheit äusserst ernst und geht entsprechend vor. Der Schutz geheimer Informationen ist entscheidend für die Gewährleistung der Sicherheit der Vereinigten Staaten und unserer weltweit stationierten Truppen», fügte er hinzu. Die Informationslecks haben eine Atmosphäre tiefen Misstrauens und der Paranoia im Pentagon verstärkt – eine Stimmung, die nach Aussagen aktueller und ehemaliger Beamter von Verteidigungsminister Pete Hegseth geschürt wurde. Hegseth hat seit dem 5. Mai keine Pressekonferenz mehr für die im Pentagon akkreditierten Journalisten zum US-Krieg im Iran abgehalten und versucht, den Zugang von Journalisten zum Pentagon einzuschränken – eine Vorgehensweise, die die „New York Times“ vor Gericht angefochten hat. Noch steht Trump hinter seinem VM und betont, dass er ‘fantastische Arbeit’ leiste.

Mitglieder der Fraktion-‘Aufwachen!’ im Jerusalemer Stadtrat stellten vor dem jetzt am Shabbat geschlossenen Caféhaus Basimta einen mobilen Caféausschank-Truck auf und bedienten dort die Gäste, die vor verschlossenen Türen standen. Die liberalen Aktivisten erklärten, sie seien entschlossen, den Zwängen der Haredim nicht nachzugeben. Ein Video zeigt, wie ein städtischer Beamter den Aktivisten mitteilt, sie müssten leider auf Beschluss ‘von oben’ den Caféhaus-Truck schliessen und wegfahren.


Der diplomatische Hans-Dampf-in-allen-Gassen, Mike Huckabee, besuchte heute das Haus eines amerikanisch-palästinensischen Doppelbürgers in Turmus Ayya. Bei einer Pressekonferenz betonte er: «Eine der Botschaften, die wir bisher vermittelt haben und auch weiterhin vermitteln werden, ist, dass die Menschen in diesen Gemeinden ein Recht darauf haben, in Sicherheit und Geborgenheit zu leben, und dass die Regierung dafür verantwortlich ist, dies zu gewährleisten. Verbrechen ist Verbrechen, Terror ist Terror. Wer solche Taten begeht, muss damit rechnen, dass dies schwerwiegende Konsequenzen nach sich zieht.»

Eine zweite Botschaft hatte er für die Bewohner von Gaza. «Ich kann Ihnen ganz klar sagen, dass es keinerlei Pläne seitens der Israelis gibt, Menschen gegen ihren Willen aus dem Gazastreifen zu vertreiben.» Da erzählt Huckabee leider Blödsinn. Zum einen wird die den Gazanern zugebilligte Landfläche immer kleiner und damit die Bevölkerungsdichte immer bedrückender. Im 20-Punkte-Plan von Trump steht eindeutig, dass, beginnend mit 53 % der Kontrolle über den Gazastreifen, die IDF sich nach und nach zurückziehen soll. Stattdessen kontrolliert die IDF derzeit 60 % mit dem Ziel Netanyahus diese auf 70 % anzuheben. In diesem Gebiet leben nahezu keine Palästinenser, sie wurden entweder zwangsumgesiedelt oder verliessen das Gebiet freiwillig. Das bedeutet, dass in den noch zur Verfügung stehenden Gebieten etwa 2.1 Millionen Menschen auf engstem Raum zusammenleben. Die rechts-extremen Politiker, darunter Ben-Gvir, Smotrich, Strock sind offene Verfechter der ‘freiwilligen Abwanderung’, ein Plan, den auch Trump und Netanyahu seit Beginn des Krieges verfolgen. Es fand sich aber bis heute kein Land, das die Flüchtlinge aufnehmen wollte.

Nach dem Beschuss eines iranischen Tankschiffes durch die USA waren in der Nähe der Insel Kharg mehrere Explosionen zu hören, wie die halbofizielle Zeitung Fars schrieb. Allerdings war an der vermuteten Einschlagstelle kein Rauch zu sehen. Die Insel Kharg ist der bedeutendste Öl-Verladeterminal des Irans. CENTCOM gab am Nachmittag bekannt, dass drei mit der IRGC in Verbindung stehende Öltanker angegriffen und zerstört wurden. «Nach den gescheiterten Angriffen des Iran hat das CENTCOM die IRGC-Rohöltanker M/T Downy vor der Küste der Insel Kharg und M/T Stark 1 in der Nähe von Jask dauerhaft ausser Gefecht gesetzt. Der unbeladene Rohöltanker M/T Kylo wurde im Golf von Oman vollständig zerstört, indem das Schiff an mehreren kritischen Stellen getroffen wurde, um es manövrierunfähig zu machen. Die Besatzung wurde zuvor angewiesen, das Schiff zu verlassen.» Vorhergegangen waren mehrere Angriffe auf amerikanische Kriegsschiffe.
Sara N. update:

Am 7. Oktober 2023 soll der PM, so neueste in einem Fernsehbericht ausgestrahlte Erkenntnisse, mehr als zwei Stunden gebraucht haben, um von seinem Haus in Caesarea ins Militärhauptquartier in Tel Aviv (45 km) zu kommen. Der Bericht hält fest, dass er um 6:29 sofort über den Angriff der Hamas-Terroristen informiert worden sei. Zwischen der Information und der Ankunft im Hauptquartier habe er mit keinem Chef der Sicherheitsorganisationen gesprochen. Erst um 9:55 hat Netanyahu die Grenze zum Gazastreifen schliessen lassen und die gesamte IDF mobilisiert. Am Donnerstag wurde das Protokoll seines Tagesablaufs veröffentlicht. Warum mehr als eine Stunde verging, bis er das Haus verliess und dann nochmals fast eine Stunde, bis er in Tel Aviv ankam, bleibt offen. In der Ankunftszeit gibt es Differenzen, die mehr als 1 ½ Stunden auseinanderliegen. Nahe dem Haus in Caesarea gibt es genügend Lande- und Starplätze, da hätte ein Heli leicht abfliegen können. Meine Vermutung, das Ehepaar weilte noch in ihrem Hotel auf dem Golan, wird nirgends geteilt, scheint mir aber durchaus denkbar.
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