Krieg gegen Iran – Tag 174 seit Beginn der Kämpfe

8. Elul 5786

Die sterblichen Überreste von Sgt. First Class Yehuda Katz, s’’l, die seit 44 Jahren als vermisst galten, wurden von der IDF geborgen und nach Jerusalem überführt. Dort fand heute Vormittag die Beisetzung am Friedhof am Ölberg statt. Bevor er 1982 in die IDF eintrat, studierte Katz an der Kerem B’Yavne Yeshiva, von wo aus heute auch die feierliche Überführung stattfand. Unter den Anwesenden waren Mossad-Chef Roman Gofman und der ehemalige Regierungsbeauftragte für Geiseln und Vermisste, Gal Hirsch. Neben dem Bruder von Katz, hielt auch Rabbi Mordechai Greenberg eine Trauerrede, in der er betonte, dass Katz als Beweis dafür gilt, «dass die Wehrpflicht niemanden daran hindert, ein religiöses Leben zu führen.» Und ein religiöses Leben hindert niemanden daran, die Wehrpflicht zu erfüllen!

Die Türkei hat einen internationalen Haftbefehl gegen Netanyahu erlassen. Der Grund ist die Aufbringung der letzten Gaza-Flotilla zu Beginn des Sommers. Nach dem Haftbefehl, der gegen Netanyahu und andere hochrangige Politiker wegen ‘Völkermord gegen die Gazaner im Zusammenhang mit dem Krieg’ bereits erlassen wurde, ist dies nun der zweite. Nach der israelischen Anerkennung des Genozids an den Armeniern durch die Türkei sind die bilateralen Beziehungen völlig zusammengebrochen.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte bei einem Treffen mit Ärzten: «Es ist besser, wenn wir den Krieg jetzt beenden, da wir uns in einer Position der Stärke und Würde befinden und die ganze Welt unseren Sieg anerkennt und betont, dass Amerika unter Verletzung aller Vorschriften unsere Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur angegriffen hat und weltweit verhasst ist.» Eine Reaktion aus Washington steht noch aus.

Das US-Finanzministerium änderte gestern die rechtliche Einstufung der Terror-Organisation Hisbollah. Die Gruppe sei lediglich „ein Ableger“ der Quds-Truppe, so der Beamte, und ‘keine libanesische Widerstandsbewegung’. Seit Jahren wurde die «operative, finanzielle und logistische Verflechtung zwischen der Hisbollah und der Quds-Truppe, dem für Auslandseinsätze zuständigen Arm der IRGC, dokumentiert.» Für die Einsätze, die auf normalen kommerziellen Flügen agieren und ein Netzwerk zwischen dem Libanon, der Türkei, den VAE sowie dem Iran aufrechterhalten, werden Kuriere genutzt, die bis zu ‘hundert Millionen Dollar’ zwischen den Staaten verschieben. Die Hisbollah antwortete darauf: «All diese ungerechten Sanktionen und Einstufungen werden uns nicht davon abhalten, den Weg des Widerstands weiterzugehen und das Recht des Libanon und der Libanesen auf die Verteidigung ihres Landes, ihrer Souveränität und ihrer Ressourcen zu wahren.»

Die Ministerin für Siedlungen und jüdische Projekte, Orit Strock, hat einen Antrag an die Regierung gestellt, dass die jährlichen Gebete der Rabbiner zum Monat Elul in Gaza stattfinden sollen. «Der PM hat diesen Antrag ernsthaft geprüft, aber letztendlich hat er mir zu meinem grossen Bedauern eine ablehnende Antwort gegeben. Wir werden nicht vergessen und können nicht vergessen, dass Gaza uns gehört», fügte Strock hinzu. «Gaza gehört dem Volk Israel, und das neue Gaza wird in der Tat aufgebaut werden, aber es wird zum Wohle seiner wahren Söhne, der Söhne des Volkes Israel, errichtet werden.» Das Gebet soll an einen Brandanschlag auf Synagogen in Gush Katif im Jahr 2005 anlässlich des Abzuges der Israelis aus Gaza erinnern. «Wir befinden uns mitten in einem grossen nationalen Bussprozess, kehren in die Regionen des Landes zurück, die wir verlassen und vernachlässigt haben – das haben wir im Norden Samarias getan, und das werden wir auch hier im Gazastreifen tun», schloss Strock. Strock gehört zu den Politikern des rechten Blocks, die sowohl eine erneute jüdische Besiedlung Gazas, als auch die Annektierung von Samaria und Judäa fordern. Gaza gehörte nie zu Israel.

Die linke NGO ‘Yesh Din’ (Es gibt ein Gesetz) veröffentlichte Videos, die zeigen, wie ein Soldat Frauen- und Kinderkleidung aus dem Fenster des besetzten Hauses der Familie Kusai Abi Ridi wirft.  Das Haus wurde von der IDF besetzt. Angeblich wollen sie damit die Bewohner von Qusra vor den jüdischen Siedler-Terroristen ‘schützen’, die in der Nähe Aussenposten errichtet haben. Die Siedler sind zwar aus der unmittelbaren Nähe der Häuser abgezogen, sind aber noch nicht nach Hause zurückgekehrt, obwohl sie sich innerhalb einer geschlossenen Militärzone aufhalten. Die Eigentümer baten darum, Kleider aus dem Haus holen zu dürfen, woraufhin die Soldaten sie in einer weiteren Form der Erniedrigung aus dem Fenster warfen. «Das ist absolut empörend. Das Filmmaterial zeigt, dass das Militär diese Familien nicht schützt, sondern sie weiteren Misshandlungen aussetzt», heisst es in einer Erklärung von Yesh Din.

Zwei Palästinenser erlitten Schussverletzungen, die ihnen von zivilen Sicherheitskräften eines illegalen Aussenpostens zugefügt wurden. ‘Hilltop News’, eine den Siedlern nahestehende Zeitung berichtete, dass ultra-orthodoxe Wanderer im Gebiet von Sa’ir, nördlich von Hebron, Judäa, angekommen seien, als sie von Palästinensern grundlos mit Steinen beworfen wurden. Einige der Siedler wurden nach eigenen Angaben leicht verletzt. Die Wanderung war nicht von der IDF genehmigt worden.  Ein Video, welches aber leider nicht sehr informativ ist, zeigt keine Wanderer, sondern Personen, wie sich auf einem Jeep nähern. Zivile Sicherheitskräfte, die vor Ort erschienen, eröffneten das Feuer auf die Palästinenser, so die IDF. Die Wanderer sind in der Regel jüdische Siedler-Terroristen, die gezielt in Regionen ‘spazieren gehen’, zu denen sie per Gesetz keinen Zutritt haben. Für Sa’ir, das in den Zonen B und C liegt, gilt das hingegen nicht. Gegen Mittag musste die PA bekanntgeben, dass einer der beiden Palästinenser, der 17 Jahre alte Karim Shalaldeh, an den Folgen der Schussverletzungen gestorben ist.

Die IDF eliminierte mit einem gezielten Angriff Sobhi Sami Mahmoud Shahtot, der während der Geiselnahme durch die Hamas einige Geiseln gefangen hielt und auch bei den zynischen Übergabe-Zeremonien immer wieder entdeckt wurde. Dank des Gesichtserkennungsprogramms, das vom Shin Bet zum Einsatz kommt, konnten in den letzten Monaten sehr viele Terroristen eliminiert werden, die am Massaker vom 7. Oktober 2023 aktiv teilgenommen haben.



Kategorien:Israel

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