3. Elul 5786

In einem Podcast, aufgenommen in einem Studio in Petach Tikwa, das der Likud bis zu den Wahlen exklusiv angemietet hat, leistete sich Netanyahu einen absolut unangemessenen Kommentar. In einem Interview mit Avi Harush, der seinen Sohn in Gaza verloren hat, sprach er über die Tradition, Namen in der Familie an die übernächste Generation weiterzugeben. Als Beispiel nannte er Winston Churchill (1940 – 2010), der nach seinem bekannten Grossvater benannt wurde. Netanyahu sagte, Churchills Enkel sei ein netter Mann und ein Freund Israels. Als Journalist habe er den Sechstagekrieg positiv betrachtet und auch entsprechend darüber berichtet. Im Krieg von 1967 eroberte und besetzte Israel Ostjerusalem und das Westjordanland. Und dann kam es: «Versuchen Sie doch mal, eine solche Haltung heute in Grossbritannien zu finden – oder in der sogenannten ‚Islamischen Republik Grossbritannien‘. Sie werden sie nicht finden», sagte er. «Jemand sagte – wissen Sie – dass die erste islamische Republik mit Atomwaffen die Islamische Republik Grossbritannien sein wird. Also sorgen wir dafür, dass es im Iran keine zweite solche geben wird.» Was neben der peinlichen Aussage, die eines PM nicht würdig ist und dessen Geisteszustand in Frage stellt, war seine Mimik. Als hätte er soeben den besten Witz des Jahres erzählt, lachte er sich halb kaputt, grinste und verzog sein Gesicht in seltsame Falten. Angeblich habe er sich auf eine Aussage von JD Vance aus dem Jahr 2024 bezogen, der bei einer National Conservatism Conference GB als das «erste wirklich islamische Land, das Atomwaffen erhalten wird» bezeichnete. Die Aussage ist dumm, sie zu zitieren ist noch dümmer. Harush frug «Aber ist das denn nicht in ganz Europa so?» Netanyahu schwieg einen Moment, bevor er mit «Ja» antwortete. Nota bene: Das Thema des Podcasts war die gemeinsame Erfahrung als Hinterbliebene.
Die morgen beim Likud stattfindenden Vorwahlen könnten zu einigen erstaunlichen Ergebnissen führen. Offenbar hat Wirtschaftsminister Nir Barkat von Netanyahu eine Ohrfeige erhalten, als er um ein Treffen mit dem PM bat. Netanyahu wies die Bitte mit den Worten: «Dazu besteht keine Notwendigkeit!» zurück. Angeblich wollte Barkat, gemeinsam mit Yuli Edelstein und Gilad Erdan, die beide mittlerweile aus dem Likud ausgetreten und eine eigene Partei gegründet haben, Netanyahu nach dem 7. Oktober 2023 mit einem Misstrauensvotum aus dem Amt bringen. Mit diesem Misstrauensvotum hätte ohne Wahlen ein neuer PM ernannt werden können, die Königsmörder konnten sich aber auf keine Person einigen.

Ben-Gvir mischt sich aktiv in den Vorwahlkampf des Likud ein, in dem er für insgesamt zehn Mitglieder, davon vier Minister (M) sowie der Knesset-Sprecher (SP), eine Wahlempfehlung ausgibt. Diese hatten sich angeblich um Aufnahme in die Partei Otzma Yehudit von Ben-Gvir beworben. Die von ihm empfohlenen Personen sind: Eli Cohen (M), May Golan (M), Ofir Katz, Amir Ohana (SP), Idit Silman (M), Shlomo Karhi (M), Tally Gotliv, Nissim Vaturi, Sasson Guetta und Osher Shekalim. Warum Ben-Gvir die Empfehlung ausgegeben hat, bleibt unklar.
Die IDF und der Palästinensische Rote Halbmond sind sich über die Vorkommnisse in der letzten Nacht nicht einig. Nach Angaben der IDF wurden in der Nacht Truppen zu einer israelischen Siedlung innerhalb von Hebron gerufen. Hebron ist in einen jüdischen und einen arabischen Teil geteilt. Vor Ort angekommen wurde die IDF Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen Juden und Palästinensern, die sich gegenseitig mit Steinen bewarfen. Einer der Israelis habe einen Schuss in die Luft abgegeben. Zwei Israelis wurden durch Steinwürfe verletzt. Später versuchten Palästinenser, die IDF anzugreifen. Zwei Palästinenser erlitten Schusswunden durch die IDF, zwei weitere wurden festgenommen. Der Rote Halbmond berichtete etwas völlig anderes. Die Siedler seien von der IDF begleitet worden, als sie begannen, die Palästinenser anzugreifen. Ein Bewohner hielt fest, dass jüdische Siedler-Terroristen gegen Mitternacht auf palästinensische Häuser zugingen, Steine warfen und versuchten, Fahrzeuge in Brand zu setzen. Mehrere Palästinenser, die aus ihren Häusern kamen, wurden laut seiner Aussagen von den Soldaten angeschossen.

In einer weiteren Verletzung des ‘Status Quo’ wurde es heute Morgen Juden gestattet, Gebetbücher mit zum Gebet auf dem Tempelberg zu bringen. Der Status-Quo verbietet es Juden explizit, offen, d.h. laut mit oder ohne Siddur (Gebetbuch) zu beten. Ben-Gvir hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit einer Gruppe und begleitet von einem Rabbiner, seine Gebete am Tempelberg verrichtet und auch rituelle Niederwerfungen ausgeführt. (Er selbst hat sich aufgrund seiner Körpermasse natürlich nicht auf den Boden begeben!) Bislang waren die Gläubigen jedoch darin eingeschränkt, liturgische Gegenstände mitzubringen, die über das einzelne Blatt Papier hinausgingen – diese waren laut „Haaretz“ erstmals im Januar erlaubt worden, das Mitnehmen des Siddurs stellt tatsächlich einen bedeutsame Änderung dar.



Zwar haben sich die jüdischen Siedler-Terroristen in der vergangenen Nacht von dem besetzten Dorf Qusra zurückgezogen und wurden auch nicht mehr in unmittelbarer Nähe gesehen. Jedoch wurden sie beobachtet, wie sie einige hundert Meter entfernt mit ihren Golf Carts über die Schotterwege fahren und das Gelände im Auge behalten. Die in einigen Häusern stationierten Soldaten haben Yusuf Hassan, dessen Haus seit einer Woche belagert wurde, dringend angeraten, das Haus nicht zu verlassen. Allgemein wird befürchtet, dass sie in dem Moment, wenn die IDF abzieht, zurückkehren werden. Zwischenzeitlich sind Mitarbeiter der UN in Qusra angekommen, um den Belagerten Wasser und Lebensmittel zu bringen. Ein grosser Wasser-Tankwagen wird von der IDF zurückgewiesen.
Nicht genug, dass die jugendlichen und erwachsenen jüdischen Siedler-Terroristen gegen die palästinensischen Dörfer und deren Bewohner vorgehen. Nein, seit Neuestem schicken sie jetzt ihre offensichtlich minderjährigen Kinder los, um die Palästinenser zu schikanieren, Steine zu werfen und Feuer zu legen. So geschehen in der vergangenen Nacht in Turmus Ayya. Wie üblich kam es zu keinen Festnahmen.

Wie kann man nur so dumm sein? Ein israelischer Tourist, der an der nördlichen Küste von Kreta ein Barbecue veranstalten wollte, zündete dazu einen Grill. Prompt wurde durch den Funkenflug ein Waldbrand ausgelöst, der nun von der Feuerwehr bekämpft werden muss. Auf der ganzen Insel, wie derzeit fast überall in Europa, herrscht die höchste Warnstufe, die jede Art von Feuer verbietet. Er wird der fahrlässigen Auslösung eines Waldbrandes angezeigt werden.
In Zukunft soll jeder Iraner belohnt werden, der einen US-amerikanischen Soldaten oder zivilen Mitarbeiter der US-Army tot oder lebendig gefangen nimmt. Sollte die Gefangennahme durch eine Frau erfolgen, verdoppelt sich die Summe von US$ 30.000. Armeechef Amir Hatami behauptet laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, der Plan sei aufgrund „zahlreicher Anfragen“ nach einer finanziellen Beteiligung ausgearbeitet worden.

Adm. Brad Cooper machte einen Besuch an Bord der USS Lincoln. Der Flugzeugträger befindet sich nunmehr seit mehr als 240 Tagen ununterbrochen auf See. An Bord sind mehr als 5.000 Matrosen und Soldaten. Eine so lange Zeit auf See hat möglicherweise negative Auswirkungen sowohl auf das technische Material als auch auf die mentale Gesundheit der Mannschaft. Laut der Erklärung des CENTCOM reiste Cooper ausserdem nach Bahrain, in den Irak, nach Israel, Jordanien, Saudi-Arabien und in die VAE, um sich mit zivilen und militärischen Führungskräften zu treffen.


Am Nachmittag flog die IAF einen Angriffsflug der angeblich einen Terrorzelle im südlichen Gazastreifen betraf. Der Angriff zerstörte ein Zelt in der Nähe der Al-Aqsa-Universität westlich von Khan Younis. Mehrere Personen wurden verletzt.
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