Krieg gegen Iran – Tag 170 seit dem Beginn der Kämpfe

4. Elul 5786

Der Iran gab bekannt, ein Abkommen mit dem Oman zur gemeinsamen Verwaltung der Strasse von Hormus getroffen zu haben. Derzeit arbeitet man daran, weitere Details auszuarbeiten, bevor das Papier veröffentlicht werden kann. Der Vertrag beinhaltet vor allem die Festlegung der sicheren Transitroute in beide Richtungen. Am Wochenende lief die Deadline von 60 Tagen aus, in der die USA und der Iran zu einer bindenden Übereinkunft als Vorstufe zu einem Friedensvertrag hätten kommen sollen. Es wäre möglich gewesen, die Frist zu verlängern, offenbar besteht aber auf beiden Seiten kein Interesse daran.

Trump drohte am Montag mit Bombenangriffen auf den Oman. Er forderte den Iran zur Kapitulation auf, nachdem Teheran bekannt gegeben hatte, dass es mit dem Oman eine Einigung erzielt habe. Zitat: «I’ll bomb the shit out of them»

Seit 10 Uhr Ortszeit sind die Wahlstationen im ganzen Land für die Vorwahlen des Likud geöffnet. 140.000 registrierte Likud-Mitglieder sind aufgefordert, ihre Stimme den Kandidaten zu geben, die sie auf den interessanten Plätzen bei den Wahlen im Oktober sehen wollen. Nicht zur Wahl stehen jene Kandidaten, die bereits einen von Netanyahu festgelegten Platz erhalten haben. Die Wahllokale werden bis 21 Uhr Ortszeit geöffnet sein. Die Wahlbeteiligung ist bisher sehr gering, am späten Nachmittag lag sie nur bei 24.5 %.

Nachdem sich Jared Kushner, Nickolay Mladenov und Tony Blair in Kairo mit Führern der Hamas getroffen haben, werden sie heute für ein Treffen mit Netanyahu in Jerusalem eintreffen. Wer von israelischer Seite aus am Treffen teilnehmen wird, ist noch unklar. Das Treffen dient dazu, den neuen 15-Punkte-Plan, der helfen soll, den 20-Punkte-Plan von Trump zu revitalisieren, zu unterstützen. Während die Hamas dem Plan zugestimmt hatte, hat Netanyahu den Plan bisher abgelehnt.  Das Hauptthema des Plans ist die teilweise Entwaffnung der Hamas und der Rückzug der IDF aus Gaza.

Im ersten Podcast ‘October 8’, der von der ehemaligen Geisel Rom Braslavski gestaltet wird, kam Polit-Rambo Ben-Gvir zu Wort.  «Es ist kein Geheimnis, dass ich mit dem PM nicht einer Meinung bin», erklärte er über Israels eingeschränkte Militäroperationen gegen die Hamas und andere Ziele im Gazastreifen vor dem Hintergrund internationaler Bemühungen, den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump voranzutreiben. «Ich denke, wir sollten gezielte Tötungen im Gazastreifen durchführen und jede Nacht 30 bis 40 von ihnen ausschalten. Nicht nur diejenigen, die eine unmittelbare Bedrohung darstellen. Nein, es gibt dort Menschen, die es nicht verdienen, zu leben», führte er weiter aus. «Sie sollten nicht leben. Sie sind nicht einmal Menschen.» Ben-Gvirs unglaublicher Hass und seine Verachtung gegenüber allen nicht-jüdischen Menschen erinnert mehr und mehr an die Machenschaften von SS, KGB, Pol Pot und anderen.

Im gleichen Podcast bat Braslavski Ben-Gvir, ob er derjenige sein dürfe, der seinen Peiniger eigenhändig töten dürfe. «Ich werde jeden Terroristen in Israel mit meinen eigenen Händen hinrichten», sagte der ehemalige Gefangene der Hamas. Auch wenn die Wut von Braslavski durchaus nachvollziehbar ist, hätte an dieser Stelle der Minister für Nationale Sicherheit ihm sagen müssen, dass in Israel die Gerichte auch für die Urteilsfällung von Terroristen und Mördern zuständig sind. Doch was tat der sadistische Ben-Gvir? Er erklärte: «Ich werde die Welt auf den Kopf stellen, um dies zu erreichen. Es ist einer meiner grössten Träume, dich dort zu sehen.»

Heute vergebe ich sehr gerne wieder einmal die Rose des Tages. Sie geht an vier Generationen der arabischen Familie Safia. Vier Generationen, die die Uniform der israelischen Polizei trugen und tragen.

Der Urgrossvater, Salim Safia, trat 1943 (1923-1972) in den Dienst der Polizei des britischen Mandatsgebietes. Er war 20 Jahre alt, als er zum ersten Mal die Uniform anzog. Nach der Staatsgründung 1948 verpflichtete er sich bei der israelischen Polizei. Er war Polizeibeamter in Haifa.

Sein Sohn Ahmad (1948) hatte die Loyalität gegenüber dem Vaterland gelernt und übernommen. Ahmad ist pensionierter Kommandant-Feldwebel aus dem Küstenbezirk. Er wuchs in Kfar Yasif im westlichen Galil auf. «Ich liebte die Polizei schon von klein auf», sagte er. «Ich wuchs mit den Geschichten meines Vaters über die britische Polizei, über die Mandatszeit, über den Dienst an der Öffentlichkeit und die Hilfe für die Menschen auf.» Mit 25 trat er der Polizei bei. «Damals war ich fast der einzige muslimisch-arabische Polizeibeamte», erinnert er sich. «Das war damals nicht üblich. Mein Vater ermutigte mich, mich zu verpflichten, und ich hatte das Gefühl, in seine Fussstapfen zu treten und seine Ziele zu verwirklichen» Nach einigen Jahren als Streifenpolizist und Absolvierung des Unteroffizierslehrgangs wurde Ahmad zum Leiter des Polizeipostens am Yachthafen von Akko ernannt. 2004 ging er nach 30 Dienstjahren in den Ruhestand.

Oberfeldwebel Adham (1975) wollte schon als Kind nichts anderes, als Polizist werden. Adham erzählt lachend, dass er den Polizeidienst quasi mit der Muttermilch aufgesogen habe. «Meine Eltern erzählten mir, dass mein Vater im Dienst war, als bei meiner Mutter die Wehen einsetzten.» Die Familie rief auf der Polizeiwache an, um mitzuteilen, dass sie auf dem Weg zur Entbindung sei. «Mein Vater stieg in einen Streifenwagen und brachte meine Mutter ins Krankenhaus in Nahariya, und so kam ich zur Welt», sagte Adham. «Wenn ein Baby in einem Streifenwagen zur Welt kommt, was kann es dann im Leben anderes tun, als Polizist zu werden?» Adham begleitete seinen Vater oft zur Arbeit. «Ich sah, welchen Respekt die Menschen ihm entgegenbrachten und welchen Respekt er der Öffentlichkeit entgegenbrachte, und mir wurde klar, dass ich genau das werden wollte, wenn ich gross bin», sagte er. «Ich war von der Lebensweise meines Vaters fasziniert.» Sein Vater sei jeden Tag lächelnd nach Hause gekommen, er hätte seinen Beruf geliebt. Nach dem Job als Streifenpolizist war er Polizist im Krankenhaus in Nahariya. Seit 2004 ist er Mitglied des Polizeipostens des Rambam Spitals in Haifa. Heute ist er als Verantwortlicher für bürgernahe Polizeiarbeit am Rambam Health Care Campus tätig. «Dieser Ort ist mehr als mein Zuhause», sagte er. «Jeder Krankenhausdirektor kennt mich. Alle Ärzte und Krankenschwestern kennen mich.» Auch VIP-Besuche im Krankenhaus laufen über ihn. «Ich begleite sie und bin für ihre Sicherheit innerhalb des Krankenhauses verantwortlich», sagte er.

Die derzeit letzte Generation wird von Karin (2005), vertreten. Sie ist bei der Polizeistation Westgaliläa im Küstenbezirk tätig. «Schon von klein auf wollte ich Polizistin werden», sagte Karin. «Ich sah, wie mein Vater in Uniform nach Hause kam und Menschen half, und ich wusste, dass ich so sein wollte wie er. Die Polizei war schon immer Teil der Familie.» Schon im Kindergarten war sie sich ihres Berufswunsches sicher. Nach der Matura bewarb sie sich um den Zivildienst innerhalb der Polizei und später als Berufspolizistin. Sie studiert Jus, will aber auch danach weiter bei der Polizei bleiben. «Ich komme jeden Morgen mit einem breiten Lächeln zur Arbeit. Ich habe das Gefühl, eine Mission für die gesamte Öffentlichkeit zu erfüllen.»

Auch ihre jüngere Schwester wird ihren Weg bei der Polizei machen. Meinen Respekt und Dank dieser aussergewöhnlichen Familie! Kol ha Kavod!



Kategorien:Israel, Politik

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