17. Elul 5786

‘Winter is coming’! ist nicht die meteorologisch korrekte Vorhersage, dass nach diesem Hitzesommer am 21.12. der Winter beginnt. Es ist der Slogan der derzeit letzten neuen Partei in Israel. Ofer Winter hat ihn als sein Markenzeichen gewählt. Sein Name bedeutet ‘Volk Israels’ und soll, das ist das Versprechen der Partei, die Liebe zu Israel, Erneuerung, Hoffnung, Stärke und Mut beinhalten. Yossi Verter hat sich am 28.8. ausführlich mit dem politischen Neuling befasst. «Winters Rede wirkte, als sei sie aus einem Klischeewörterbuch kopiert – ein endloses Durcheinander hohler Aussagen („Was war, wird nicht mehr sein! … Die Wahrheit ist ewig! … Das dürfen wir nicht zulassen!“), die mit grossem Pathos vorgetragen wurden. Hier und da waren Sätze von Substanz eingestreut, wie beispielsweise seine Vision für den Gazastreifen – Em-i-gra-tion (Hervorhebung im Original, sowohl gesprochen als auch geschrieben» Ach je, diese Partei sollte sofort wieder von der politischen Landkarte verschwinden.Wes Geistes Kind Winter ist, zeigt die Einschätzung von Verter: «Ein weiterer Rassist und Befürworter des Bevölkerungsaustauschs, der der Meinung ist, dass der Gazastreifen nicht seinen palästinensischen Bewohnern, sondern den Juden gehört. Inwiefern unterscheidet er sich dadurch von Bezalel Smotrich und Orit Strock? Von Itamar Ben-Gvir und Amichay Eliyahu?» Wer jetzt glaubt, es könne nicht schlimmer kommen, der muss die nächsten Sätze mehrfach lesen: «Wie sein Vorgänger im ‘Religiösen Zionismus’ ist auch Winter von messianischen Wahnvorstellungen durchdrungen: «Seit drei Jahren höre ich eine Stimme in mir – vereinigt euch, vereinigt euch“, verriet Winter. Zu seiner Zeit sagte Effi Eitam, ein Politiker, der aus derselben Gussform stammte, er höre ebenfalls Stimmen. Menschen, die Stimmen hören, egal ob sie von innen oder von aussen kommen, sind gefährlich. Sie gehören nicht in die Politik, sondern in eine religiöse Sekte.» Menschen die Stimmen hören und sich von ihnen leiten lassen, sind nicht geeignet, Politiker zu werden. Ihr Gesundheitsstatus muss zumindest abgeklärt werden. «Winter sprach sich gegen Israels fehlerhafte Sicherheitsdoktrin, Vorurteile, diplomatische Vereinbarungen und Eindämmungspolitik aus. „Genauso kommen wir zu Vorurteilen“, warnte er. Aber es war nicht nur das, dass er sich weigerte, mit dem Finger auf diejenigen zu zeigen, die für all diese Fehler in den letzten 16 Jahren verantwortlich waren.» Verter beschreibt nachfolgend den Werdegang Winters in der IDF bis hin zu dem Punkt, an dem Winter sich nicht darüber beschwert, nicht zum Generalmajor befördert worden zu sein. In seinen Augen war die Weigerung der IDF gerechtfertigt, weil «Mein ganzes Leben lang habe ich einen hohen persönlichen Preis für die rechten Positionen gezahlt, die ich vertreten habe.» Er gibt zu, dass sein Verhalten in der IDF, wo er bis zum Brigadegeneral aufstieg, nicht professionell, sondern eher ideologisch und politisch geprägt war.» Winter schreibt weiter: «Wer immer noch über die politische Ausrichtung dieses Mannes spekuliert, sollte sich der Realität bewusst werden. „People of Israel“ ist nur eine weitere messianisch-rechtsextreme Partei. Eines ihrer Mitglieder, Davidi Ben Zion, stellvertretender Vorsitzender des Regionalrats von Samaria, forderte im Februar 2023, das Dorf Huwara solle „ausgelöscht“ werden, und zwar „ohne Gnade“.» Wie immer gilt meine Empfehlung, den Artikel im Ha’aretz selbst zu lesen!


In der neunten Woche in Folge demonstrieren Ultraorthodoxe nach dem Morgengebet vor dem Café Basimta. Sie wollen nicht wahrhaben, dass neben ihrer Lebensform auch andere Formen existieren. Und dass alle ihre Berechtigung haben, ausgelebt zu werden. Die Proteste begannen am 4. Juli, als Ultraorthodoxe, viele von ihnen noch minderjährig, mit ihnen begannen. Eine Woche später durchbrachen Haredim die Absperrungen, um ins Café einzudringen. Eine Frau verklebte am frühen Morgen das Vorhangschloss des Gebäudes. Natürlich gab es auch Gegendemonstrationen. Mitglieder der Partei ‘Demokraten’ und anderer Gruppen, wollen erreichen, dass sie ihren Samstag-Café allein oder mit Freunden in Ruhe geniessen können. Was es für die Haredim besonders schwierig macht, ist die Tatsache, dass der Eigentümer zu der Gruppe ‘Jews for Jesus’ gehört, die immer wieder versuchen, zu missionieren. Das ist in Israel, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, strikt verboten.
Naim Qassem, Chef der Hisbollah, lehnt erneut jedes Abkommen zwischen dem Libanon und Israel ab. «Wir sind gegen das Rahmenabkommen und fordern dessen Scheitern», sagt Qassem in einer Fernsehansprache, die auf dem Hisbollah-Sender Al-Manar ausgestrahlt wird. Ende Juni unterzeichneten der Libanon und Israel ein Rahmenabkommen, das die Entwaffnung der Hisbollah, einen schrittweisen Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Südlibanon und den Einsatz der libanesischen Armee in der Region vorsieht, beginnend in „Pilotzonen“. Qassem empfindet es als «illegitim, rechtswidrig, demütigend. Wir stimmen weder den ‚Pilotzonen‘ noch dem zu, was daraus hervorgeht.”



Dutzende jüdische Siedler-Terroristen haben heute, am Shabbat-Vormittag, erneut das Dorf Qusra angegriffen. Seit drei Wochen werden mehrere Häuser des palästinensischen Dorfes de facto besetzt. Ein Video zeigt, wie sich die Siedler dem Dorf nähern und Steine von der Strasse aufheben.
Ein weiteres Video zeigt einige Feuer in der Nähe des Ortes, die vermutlich von jüdischen Siedler-Terroristen entfacht worden waren.
Im Laufe des Nachmittags wurde bekannt, dass Dutzende jüdischer Siedler-Terroristen ein Haus in Qusra gestürmt haben. Die IDF und die Grenzpolizei erschienen vor Ort, nachdem Dutzende israelischer Randalierer das Dorf gestürmt und die Bewohner mit Steinen angegriffen hatten. «Bei Eintreffen der Einsatzkräfte wurden Dutzende Randalierer identifiziert, die sich in einem palästinensischen Haus verbarrikadiert hatten, während sich palästinensische Bewohner darin aufhielten», heisst es in einer Erklärung der IDF.» Acht Palästinenser wurden verletzt, eine Frau musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zunächst bemühten sich die Truppen, die jüdischen Siedler-Terroristen aus dem Haus zu entfernen. Sie beschlagnahmten mehrere Fahrzeuge und andere Gegenstände, um sie zu überprüfen und ggf. den wahren Eigentümern zurückzugeben.
Für den August ungewöhnlich heftige Regenfälle im Mittelmeerraum haben auch Israel erreicht. Der Flugverkehr wurde erheblich gestört und Flüge, die über das Mittelmeer kommen, haben stundenlange Verzögerungen.


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