Krieg gegen Iran – Tag 184 seit dem Beginn der Kämpfe

18. Elul 5786

Entsalzungsanlage Hedera

Aufgrund des hohen Wellengangs und der damit einhergehenden starken Trübung durch Schwebstoffe mussten in Israel alle Wasserentsalzungsanlagen, mit Ausnahme der Anlage in Hadera, geschlossen werden. Mekorot, der israelische Wasserversorger, erklärte jedoch, dass das nationale Wasserversorgungssystem weiterhin unter Kontrolle sei. «Nach aktuellen Schätzungen werden einige Entsalzungsanlagen bald wieder in Betrieb genommen», hiess es weiter. «Fachteams überwachen die Wasserqualität genau und werden die Anlagen wieder in Betrieb nehmen, sobald die Meereswasserbedingungen dies zulassen.» Abgeschaltet wurden einige nicht unbedingt notwendige Wasserquellen, wie z.B. die Reinigungsduschen an den Stränden. Die Schwebstoffe führen dazu, dass die Membranen je nach Wassereinlasstiefe verstopfen. Betroffen von möglichen Einschränkungen sind derzeit hauptsächlich die südlichen Gebiete. «Es gibt routinemässige Ereignisse und Wartungsarbeiten, bei denen Anlagen abgeschaltet werden. Dieses Ereignis ist zwar ungewöhnlich, aber dass Entsalzungsanlagen wegen Störungen stillgelegt werden, kommt vor.» Die Klimaänderung wird es mit sich bringen, dass in Zukunft mit vermehrtem hohen Wellengang zu rechnen sein wird. 

Je mehr ihm die Wahl-Felle davonschwimmen, desto mehr versucht Netanyahu hektisch, mit fragwürdigen Methoden doch noch Boden zu gewinnen. Er befürchtet, dass die neue rechte Partei von Ofer Winter seiner Koalition Stimmen kosten wird, wenn er als Einzelpartei zur Wahl antritt.

Nachdem Netanyahu offenbar bei Ben-Gvir und Smotrich kein Glück hatte, hat er jetzt Winter zu einem Gespräch einberufen. «Ich befürchte, dass diese Partei eines von zwei Dingen bewirken könnte: entweder Stimmen verschwenden oder dazu führen, dass eine der von mir genannten Parteien unter die Wahlhürde fällt», sagt der PM während eines Auftritts beim ihm wohlgesonnenen Kanal 14. «Ich sage zu Winter: Lass uns treffen, lass uns reden. Sofort. Um eine Situation zu verhindern, in der eine Partei wie diese die Koalition zu Fall bringt», sagt Netanyahu und bestätigt gleichzeitig Berichte, wonach sich die beiden bereits getroffen haben, um das Thema zu besprechen. Diesen Berichten zufolge lehnte Winter die Bitte des Ministerpräsidenten um Abstimmung ab. Winter erklärte: «Meine Partei ist Teil des rechten Lagers. Sie arbeitet aber für niemanden – nur für das israelische Volk.» und fährt fort: «was das rechte Lager und das gesamte israelische Volk gefährdet, sind die politischen Massnahmen der aktuellen Regierung, darunter der Umgang mit der Hamas, die Einfahrt von Hunderten von Hilfs-Lkw in den Gazastreifen und die unterlassene Einberufung der Haredim. Es gibt nur eine echte Möglichkeit für einen Wandel im rechten Lager und allgemein – neue Leute, die an den Fehlern vom 7. Oktober keinen Anteil hatten.» 

Netanyahu behauptet erneut, dass das Massaker vom 7. Oktober 2023 nicht in dieser Form stattgefunden hätte, wenn man ihn rechtzeitig aufgeweckt hätte. Gleichzeitig beteuert er, dass die ‘Kriegsprotokolle’ seine Aussage bestätigen würden. «Wollen Sie die Wahrheit wissen? Ja. Es wäre ganz anders verlaufen. Ganz anders, glaube ich. Aber ich denke, dass wir eines Tages alle Protokolle einsehen werden.» Sogar der oberste Staatskontroller Englman sei nach der Sichtung des Materials erstaunt gewesen. Er unterstellt damit, dass Englman das sensible Material mit ihm teilt, was vor einer Untersuchung verboten ist. «Sie haben mich gefragt, was passiert wäre, wenn man mich geweckt hätte – es wäre nicht passiert. Ich sage Ihnen nicht, dass nichts passiert wäre. Die Hamas hatte es vorbereitet», fährt er fort und macht für das Versagen zum Teil die vor dem Krieg herrschende Auffassung des Sicherheitsapparats verantwortlich, dass die Hamas abgeschreckt sei – eine Auffassung, von der er sich distanzieren möchte. «Es gab meinerseits niemals eine Unterschätzung … Was den Wunsch der Hamas angeht, uns zu vernichten – das zu unterschätzen, ist weit von der Realität entfernt», betont Netanyahu. Auf die Frage, warum er sich daher gegen eine staatliche Untersuchungskommission zu den Versäumnissen rund um den 7. Oktober ausspricht, behauptet Netanyahu, das Ergebnis einer solchen Untersuchung sei vorherbestimmt. Er sagt, er bevorzuge stattdessen «eine paritätische Zusammensetzung: halb Opposition, halb Koalition»und fragt: «Was könnte fairer sein als das?» Netanyahu vergisst erneut zu erwähnen, dass die Opposition sich klar gegen eine Beteiligung an einer solchen ‘Schmierenkomödie’ ausspricht. Die Kommission besteht daher nur noch aus Mitgliedern der Koalition und ist deshalb wertlos. 

Nicht nur, dass Smotrich rechtsextrem ist, er ist auch ein Verteidiger anti-feministischer Werte. 16 Soldaten wurden gestern zu Haftstrafen verurteilt, weil sie sich weigerten, gemeinsam mit einer Sanitäterin in einem gepanzerten Mannschaftstransporter zu einem Einsatz nach Gaza zu fahren. Smotrich erklärte, die Givatis hätten jedes Recht gehabt, «ihre Werte und Überzeugungen zu wahren», und betont, dass sie «die volle Unterstützung» ihrer religiös-zionistischen Rabbiner hätten. «Ich habe von ganzem Herzen gebetet und gehofft, dass die IDF zur Vernunft kommen und meine Intervention überflüssig machen würde, aber da dies nicht geschehen ist – als Führer des religiösen Zionismus kann ich nicht tatenlos zusehen», schreibt der Minister und fordert eine Erklärung vom Militär. Die Absage des Einsatzes, nachdem sich die Männer weigerten, mit einer Frau im gleichen Panzerwagen zu sitzen, «habe nur Schaden angerichtet und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die IDF untergraben.» Es muss gesagt werden, dass das ‘Rotem-Bataillon’ der Givatis keine ultraorthodoxe Einheit ist, sondern eine Einheit, in der Männer und Frauen gemeinsam dienen. Die Verurteilung ist daher völlig rechtens und die Frage bleibt, was es Smotrich überhaupt angeht. Er mischt sich in Dinge ein, die nicht in seinem Resort liegen.

Der Iran gab bekannt, am heutigen Vormittag den VAE- Stützpunkt Al Minhad mit Drohnen attackiert zu haben. Das Gebiet des Stützpunkts, auf dem US-amerikanische Flugzeuge und Helikopter stationiert sind, wurde angegriffen. Ob Schaden entstand und welcher Art er war, ist noch unbekannt. 

Die Strasse von Hormus

Die IRGC gab bekannt, einen Supertanker mit zwei Seeminen getroffen zu haben. Der Tanker fing Feuer und stoppte im südlichen Bereich der Strasse von Hormus. Er hatte, so die IRGC, versucht, ohne Bewilligung die Meerenge zu passieren. Die IRGC, die weder den Namen noch die Nationalität des Tankers nennt, nimmt den Vorfall zum Anlass, zu warnen, dass dieses Schicksal allen Schiffen drohe, die es verabsäumten, eine Bewilligung des Irans für die sichere Passage einzuholen. CENTCOM weist die Aussage der IRGC zurück und stellt fest, dass kein Frachter von Minen getroffen wurde und dass diese Behauptung jeder Grundlage entbehre.

Am frühen Morgen schoss die IRGC eine US-amerikanische MQ-9 Drohne über der Strasse von Hormus ab, die daraufhin über dem Golf abstürzte. 

Jordanien hat während der letzten Stunden acht Raketen abgeschossen. Die IRGC hatte kurz zuvor erklärt, die US-amerikanischen Stützpunkte King Hussein und Al Azraqin Jordanien angegriffen zu haben. Die Raketen wurden von den jordanischen Luftabwehr-Systemen abgefangen. Trump meldete sich zu Wort und kündigte an: «Wir werden sie sehr hart treffen, es wird eine starke Antwort geben. «

Bei Angriffen der IDF auf den Eingang eines Appartementhauses und später auf ein privates Fahrzeug wurden heute fünf Personen getötet und mehrere verletzt. Die Angriffe wurden mit Drohnen durchgeführt. Die Namen der Opfer und ihre Position sind noch nicht bekannt. 

Ein Video zeigt, wie ein angeblich israelischer Soldat eine Wasserleitung gewaltsam zerstört, die den Beduinen im Jordantal zur Bewässerung ihrer Felder und als Trinkwasserquelle dient. Die Beduinen und Palästinenser leiden nach eigenen Angaben vermehrt unter Angriffen von jüdischen Siedler-Terroristen, die sie aus der Region, die sich in der ‘C-Zone’ vertreiben wollen. 



Kategorien:Israel, Politik

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