21. Elul 5786

Das ist ein klarer Sieg für die Haredim in Jerusalem. Nachdem sie zwei Monate lang gegen die Öffnung des Café Basimta am Shabbat randaliert haben, haben die Eigentümer beschlossen, dem Druck nachzugeben und es am Shabbat geschlossen zu halten. Auch wenn die Betreiber des Cafés ‘Jews for Jesus’ waren, deren Ziel es ist, möglichst viele Israelis zu missionieren, ist es doch sehr schade, dass sie aufgegeben haben.
MK Arye Deri, Vorsitzender der Shas, torpedierte die Bemühungen der IDF, Haredim für den Wehrdienst zu gewinnen, um die dramatischen Personalmängel zu mindern. «Die Armee – bei allem Respekt –, die weiss, wie man den Iran bombardiert – diese Armee weiss, wie sie damit zurechtkommt. Sollen sie doch damit zurechtkommen», sagt er gegenüber dem ultraorthodoxen Radiosender Kol Berama. Der Parteivorsitzende behauptet zudem: «Die Armee will keine ultraorthodoxen Soldaten. Das bereitet ihr grosse Kopfschmerzen.» Solange es in der IDF keine Möglichkeit gebe, dass die Haredim ihren streng religiösen Lebensstil beibehalten könnten, sehe er keine Notwendigkeit, für den Dienst zu werben. Der Vorsitzende von B’Yachad, Naftali Bennett, bemerkt, dass die IDF «händeringend Soldaten braucht und Deri lügt und Ausreden vorbringt.» Für jemanden, der nie im Militär war, ist das eine sehr schnoddrige Aussage!

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will die Anwesenheit von etwa 50.000 Soldaten in der Golfregion bis 2027 fortsetzen. Der Einsatz umfasst die Besatzungen von Kriegsschiffen, Luftabwehr-Einheiten und Fallschirmjäger. Das berichtet das Wall Street Journal. Gleichzeitig wird betont, dass Trump Gespräche mit seinen Beratern führt, ob er den Krieg gegen den Iran als beendet erklären soll.

Gleichzeitig mischt sich der Iran heftig in die Beziehungen der USA zu Israel ein. So hat er die USA gewarnt, dass er auf jede israelische Offensive gegen das ‘Ali-Taher-Riff’ in Südlibanon mit aller Härte reagieren werde. VM Israel Katz reagierte prompt: «Ein iranischer Angriff auf Israel befreit die IDF von allen Zwängen», und er fuhr fort: «In einem solchen Szenario greift das Militär die gesamte Infrastruktur – einschliesslich der Energieinfrastruktur – an und setzt den Iran in die Steinzeit und in die Dunkelheit zurück.» Unter dem Riff befindet sich eine strategisch wichtige Kommandozentrale der Hisbollah, von der aus sie den gesamten Südosten des Libanon überblicken kann. Israel hat weite Teile des Gebietes eingenommen und als einen seiner «vorrangigen operativen Schwerpunkte» bezeichnet.
Nach mehr als drei Wochen Besatzung durch jüdische Siedler-Terroristen im palästinensischen Dorf Qusra wurde nun endlich die erste Festnahme vorgenommen. Ein 19-jähriger wurde nach einer gemeinsamen Untersuchung von Shin-Bet und der israelischen Polizei zur Befragung festgenommen.
Sara N. update:
David Horovitz, Herausgeber der ToI, analysiert heute, warum Netanyahu so verzweifelt versucht, alle Schuld an seinem eigenen Versagen am 7. Oktober 2023 auf andere abzuwälzen.
Zitat: [aus dem Artikel]: «In seiner Verzweiflung, wiedergewählt zu werden, behauptet der Ministerpräsident, er sei am 7. Oktober ein politisches Opfer gewesen, während seine Frau eine widerwärtige Verschwörungstheorie verbreitet; doch es lässt sich nicht leugnen, dass die Invasion unter seiner Verantwortung stattfand – durch eine terroristische Regierung, deren Herrschaft im Gazastreifen er beharrlich finanziert hat.»
Die damaligen Köpfe der Sicherheitsapparate und der IDF, der Stabschef Herzi Halevi, der Chef des Shin Bet, Ronen Bar, der Geheimdienstchef der IDF, Aharon Haliva und der Chef des Mossad, David Barnea, haben schon lange die Konsequenzen gezogen und sind aus ihren Ämtern ausgeschieden. Ob eine nationale Untersuchungskommission für sie rechtliche Konsequenzen haben wird, bleibt abzuwarten. Sie haben die Signale, die in der Zeit vor dem Massaker zu beobachten waren, ignoriert. Das gilt natürlich auch und vor allem für Netanyahu, der, wie Horovitz festhält, schon jahrelang zuvor im Amt als PM war. Doch ausgerechnet er versucht nun krampfhaft, die alleinige Schuld auf ‘die anderen’ abzuwälzen.
Zitat: «Sie hätten es versäumt, die Anzeichen vor der Invasion zu erkennen, insbesondere in den letzten Stunden, bevor die Hamas den Zaun durchbrach, und hätten sich in ihrer Überheblichkeit und aufgrund ihrer ‘Fehleinschätzung’ bewusst dafür entschieden, ihn nicht zu wecken, behauptete er diese Woche. Hätten sie ihn alarmiert, hätte er eine Mobilmachung angeordnet und den Angriff verhindert. „Hätten sie mich geweckt, wäre alles anders gekommen. Das ist die Geschichte des 7. Oktober“, erklärte er.» Dabei hat sein Verhalten in den vergangenen Jahren deutlich dazu beigetragen, die Hamas zu fördern.
Zitat: «Er unterstützte – ja, er setzte sich sogar leidenschaftlich dafür ein –, dass Katar den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen jahrelang mit Hunderten und Aberhunderten von Millionen Dollar finanzierte, und zwar bis unmittelbar vor der Invasion, wobei er verkündete, dies sei unerlässlich, um den Gazastreifen vor einer humanitären Katastrophe zu bewahren, obwohl dies offensichtlich die Herrschaft der Hamas im Gazastreifen erleichterte und zur Finanzierung ihrer Terrorarmee beitrug.»

Der katarische Gesandte Mohammed Al-Emadi, umgeben von schwerbewaffneten Hamas–Terroristen liess keine Chance aus, sich als der ‘gute Onkel aus dem Morgenland’ in Gaza blicken zu lassen. Bei sich Koffer voller Geld, oder zumindest die Zusagen von Netanyahu, dass er die Koffer wieder durchwinken würde. Offiziell war er der Mann, der für den Wiederaufbau des Gazastreifens zuständig war. Nur zu gerne zeigte er sich mit dem Hamas-Freund der UNRWA, Direktor Mathias Schmale. Den Wiederaufbau gab es nicht, das Geld floss in die Kriegskasse. Netanyahu wusste davon, doch das Geld floss weiter.
Zitat: «Laut einem Bericht der „New York Times“ vom Dezember 2023 drängte der damalige Mossad-Chef David Barnea bei Gesprächen in Doha nur wenige Wochen vor dem Einmarsch der Hamas Katar dazu, die Finanzhilfen aufrechtzuerhalten, da «die Regierung Netanyahus kürzlich beschlossen hatte, diese Politik fortzusetzen». Im September 2023 bat Israel Katar, die finanzielle Unterstützung für den Gazastreifen zu erhöhen, wie die Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“ im Januar 2026 berichtete. Netanyahu bestreitet, dass er vor der Fortsetzung der Finanzhilfen gewarnt worden sei, und wies auch den Bericht der „Yedioth Ahronoth“ zurück.»
Vergessen wir nicht, welch selbsternannte gewichtige Rolle sich Katar bei den Verhandlungen anmasste, gleich ob es um einen Waffenstillstand oder die Befreiung der Geiseln ging. Hat man da nicht den Bock zum Gärtner gemacht? Israel vermutete schon bald, dass Katar nach wie vor die Interessen der Hamas vertrat. Trotzdem hat Netanyahu den Kontakt nie abgeklemmt. Heute verspottet er seine Berater, «dass sie an der falschen Vorstellung festhielten, die Hamas sei von einem Angriff auf Israel abgehalten worden», und behauptet diese Woche: «Es gab meinerseits niemals eine Unterschätzung, was den Wunsch der Hamas angeht, uns zu vernichten.»
Zitat: «Im Mai 2023 bei einer Fraktionssitzung des Likud erklärte er, wie von Kan berichtet und vom INSS-Thinktank der Universität Tel Aviv zitiert, dass die terroristischen Machthaber im Gazastreifen tatsächlich abgeschreckt worden seien. Er argumentierte, dass die „Operation Wächter der Mauern“ von 2021 … der Hamas den schwersten Schlag in ihrer Geschichte versetzt habe – ihre Luftstreitkräfte, ihre Seestreitkräfte und ihre unterirdischen Kapazitäten zerstört habe. Dies habe zu einer Verschiebung des Abschreckungsgleichgewichts geführt, und zumindest habe dies seit Jahren, seit zwei Jahren, so funktioniert.»
Zitat: «Er behauptet, er werfe diesen Sicherheitschefs keinen „Verrat“ vor – sondern lediglich Versagen: ein Versagen, das aus Arroganz und Hybris entstanden sei, zu erkennen, was sich in Gaza abspielte, und somit das Land zu schützen. All dessen sind sie in der Tat schuldig … und er ebenso.»

An dieser Stelle irrt Horovitz! Netanyahu allein trägt die Hauptschuld, vor allem weil er in seiner Arroganz und Hybris behauptete, dass alles nicht geschehen wäre, wenn man ihn nur aufgeweckt hätte. Während alle anderen schon die Konsequenzen gezogen haben, hat nur er bisher alle Schuld von sich gewiesen und auf andere abgeschoben. Das ist feige, verantwortungslos und eines Staatsmannes nicht würdig. Ein Staatsmann, das müssen wir heute erkennen, der Angst vor den rechtlichen Konsequenzen seines verpfuschten politischen Lebens hat.
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