Krieg gegen Iran – Tag 186 seit dem Beginn der Kämpfe

20. Elul 5786

Trump bestreitet, dass seine derzeitige Taktik darauf abzielt, Teheran wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen. «Es ist mir völlig egal, ob sie ein Abkommen unterzeichnen, das für sie wertlos ist», schreibt Trump auf Truth Social. «Mir gefällt unsere derzeitige Position viel besser: Wir haben fast die vollständige Kontrolle über die Strasse von Hormus, und ihre Wirtschaft bricht völlig zusammen. Sie spielen nur das Unvermeidliche aus», fügt er hinzu. «Wann wird das iranische Volk endlich aufstehen und kämpfen?» Trump scheint vergessen zu haben, dass er bei den Unruhen Ende des vergangenen Jahres lautstark ankündigte, zu Hilfe zu kommen und die Iraner dann im Stich liess. Damals wurden einige Zehntausend Menschen von der IRGC grausam ermordet. Der Glaube an Trump als ‘Heilsbringer’ dürfte bei den Iranern verflogen sein. 

Der Iran weigert sich nach wie vor, Inspektoren der IAEA zu Besuchen in den Nuklearanlagen zuzulassen. «Der Mangel an Informationen der Organisation über dieses Material und der fehlende Zugang zu den Anlagen, um dies zu überprüfen, geben Anlass zur Sorge hinsichtlich der Verbreitung von Kernwaffen», heisst es in dem Bericht der Aufsichtsbehörde, der von IAEO-Chef Rafael Grossi verfasst wurde. Grossi verlangt von Teheran, den Inspektoren den Besuch der Anlagen unverzüglich zu ermöglichen. «Die Behörde kann keinerlei Angaben zum aktuellen Umfang, zur Zusammensetzung oder zum Verbleib der Bestände an angereichertem Uran im Iran machen, noch dazu, ob der Iran alle Anreicherungsaktivitäten eingestellt hat.»

Der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf bezeichnete die USA als ‘Satan’.  Bei einem angeblich direkten Angriff auf ein Haus, in dem gerade eine Hochzeitsfeier stattfand, wurden vier Personen, darunter leider ein Kind, getötet und mehr als 50 weitere verletzt. Der Angriff fand in der Stadt Kuhestak im Süden des Irans statt. «Schule in Minab: Kinder massakriert. Sporthalle in Lamerd: Kinder abgeschlachtet. Hochzeit in Kuhestak: Kinder gemeinsam mit ihren Familien getötet. Wenn eine Macht sich wie der Satan verhält, Ziele wie der Satan wählt und tötet wie der Satan, dann ist sie der Satan. Schützt sie einen kleinen Satan, der dasselbe tut? Dann ist sie der ‘Grosse Satan’.» Als ‘kleiner Satan’ wird Israel bezeichnetBei einem weiteren Angriff in der südlichen Provinz Khuzestan wurden laut iranischen Medien sieben Personen getötet und acht weitere verletzt. 

Bei einem Besuch eines IDF-Stützpunkts in Gaza erklärte Netanyahu, der von Generalstabschef Eyal Zamir begleitet wurde, «Wir kontrollieren das Gebiet hier. Wir ziehen uns nicht zurück. Wir bleiben an dieser Linie. Wir kontrollieren 60 % des Gazastreifens. Und es wird noch mehr folgen, denn wir eliminieren die Terroristen, die uns bedrohen – das tun wir Tag für Tag», sagte er und verwies dabei auf den israelischen Angriff vom Montag, der auf einen hochrangigen Hamas-Kommandeur abzielte. Netanyahu erklärte damit indirekt, dass er sich nicht an die im Waffenstillstandsabkommen vom Oktober 2025 vereinbarten 53 % halten wird, sondern die israelische Kontrolle auf 70 % ausdehnen wird. Das ist erneut eine klare Absage an Trumps 20-Punkte-Plan. «Aber wir tun alles Notwendige, um unser Ziel zu erreichen – die Entwaffnung der Hamas und die Entmilitarisierung des Gazastreifens, und sicherzustellen, dass der Gazastreifen keine Bedrohung mehr für Israel darstellt», fährt Netanyahu fort und fügt hinzu: «Dieses Ziel ist tatsächlich bereits weitgehend erreicht. Es gibt noch Arbeit zu erledigen – und wir werden sie zu Ende bringen.»

Der Iran gab an, mehrere US-amerikanische Militärziele in den VAE, Kuwait, Bahrain und anderen Staaten in der Region angegriffen zu haben. Getroffen wurden angeblich Radarsysteme und Militärstellungen in Al Dhafra und Al Minhad sowie die Sheikh Isa Air Base. Die IRGC betonte auch, amerikanische Ziele in Jordanien und Erbil erfolgreich angegriffen zu haben. In Kuwait fing eine Wohnanlage Feuer. Es entstand Sachschaden, Menschen kamen nicht zu Schaden. 

CENTCOM erklärte, in einer Angriffswelle Ziele des IRGC getroffen zu haben, darunter Luftverteidigungs- und Radarsysteme, maritime Infrastruktur sowie Minenleger. «Die Angriffe folgen auf die jüngsten Anschlagsversuche des IRGC gegen die Handelsschifffahrt in der Strasse von Hormus und gegen amerikanische Soldaten.»

Zwei ranghohe Hamas-Terroristen wurden im Laufe dieser Woche in Gaza-Stadt eliminiert. Es handelt sich um Talal Mustafa Saleh Badawi, Kommandant des Sicherheitsapparats der Hamas und Momen Saeed Mohammed Al-Hawari, dessen Position nicht bekannt ist. Die Angriffe wurden von Spezialeinheiten des Shin-Bet und der IDF durchgeführt. 

Mehrere jüdische Siedler-Terroristen wurden dabei gefilmt, wie sie im palästinensischen Dorf Beita zwei Fahrzeuge in Brand setzten, bevor sie wieder verschwanden.

Bei einem Angriff auf das  Dorf Burqa bei Ramallah  durch jüdische Siedler-Terroristen musste eine  ältere Palästinenserin mit schweren Kopfverletzungen ins Spital eingeliefert werden.  Die Männer hatten mit Prügeln auf sie eingeschlagen. Auch ihr Mann wurde während des Angriffs verletzt. Als  die jüdischen Siedler-Terroristen schliesslich abzogen, stahlen sie auch die Schafherde der Familie Hamdan. 

Für 2.6 Millionen Schulkinder hat gestern das neue Schuljahr begonnen. Hoffen wir für sie, dass es ungestört bleibt. Die letzten Schuljahre waren von immer wiederkehrenden Unterbrüchen aufgrund von Bedrohungen seitens des Irans, der Hisbollah oder anderer Terrorgruppen geprägt. In Metula, der nördlichen Grenzstadt, begann der Unterricht erstmals seit dem 7. Oktober 2023 wieder. Netanyahu besuchte, wie jedes Jahr, wieder einige Schulen und wünschte den Schülern viel Erfolg für das kommende Jahr. Eine besondere Überraschung gab es von der Partei Otzma Yehudit. Ein Kinderbuch, das an alle Grundschüler verteilt wurde, zeigt u.a. eine Karikatur der wütenden GStA Gali Baharav-Miara, die Ben-Gvir vor Zorn beschimpft, und bezeichnet die arabischen Knesset-Abgeordneten Ahmad Tibi und Mansour Abbas als „Feinde von innen“, vergleichbar mit den „Feinden von aussen“ – dem Iran und der Hisbollah.»  Auf der anderen Seite lobt es die ‘Errungenschaften’ von Ben-Gvir,  wie die Ausweitung des privaten Waffenbesitzes und der zivilen Sicherheitstrupps, seine erfolgreichen Bemühungen um die Verabschiedung eines Gesetzes zur Todesstrafe für palästinensische Terroristen sowie seine verstärkten Anstrengungen zur Zerstörung von Beduinenbehausungen, die ohne Genehmigung im Negev errichtet wurden. Das Buch ist nichts als reine Manipulation und Gehirnwäsche für Kinder. Es muss dringend eingezogen und jeglicher Verbreitung gehindert werden! (Auch wenn ihr kein Ivrit versteht, die Bilder sprechen für sich!!!!)

Sara N. Update: 

Wie zu erwarten, kam von Sara N. keine Entschuldigung, wie sie Yair Golan gefordert hatte. Stattdessen schlug sie zurück. Golan verbreite wilde Lügen und verdrehe ihre Worte. Er solle binnen 48 Stunden seine Vorwürfe zurücknehmen und an eine Militärschule spenden. Andernfalls werde sie ihn ihrerseits verklagen, auf umgerechnet rund 270 000 Franken. In israelischen Zeitungen ist das noch nicht zu lesen, wohl aber in der Schweizer Zeitung NZZ

Ravit Hecht beschäftigt sich heute in einer Analyse im Haaretz mit den Folgen des Interviews von Sara N.  Sie bezeichnet das Interview, aufgenommen in der Residenz des PM, als ‘sorgfältig ausgeheckte Propagandaveranstaltung’, die noch einmal ‘editiert’ wurde, bevor sie veröffentlicht wurde. 

Zitat: «Neben der üblichen, selbstvergessenen Selbstdarstellung als Opfer folgte dies einem klassischen Netanyahu-Muster: einen Stellvertreter schicken, um stellvertretende Botschaften zu überbringen, die indirekt genug sind, um sie zu leugnen, aber klar genug, damit jeder sie versteht. Es gibt keine andere Möglichkeit, die Worte seiner Frau über den Vorsitzenden der Demokraten zu deuten, der am Tag des Hamas-Massakers Menschen gerettet hat.» Netanyahu hat nach dem 7. Oktober nicht gewagt, so Hecht, die Botschaft, die Sara N. hier verkündet (siehe Video), zu verbreiten. Geschwächt sei er gewesen und auf eine Notstandsregierung mit Benny Gantz und Eisenkot angewiesen. Die Botschaft hat zwei Zwecke verfolgt. 

Zitat: «Erstens, Netanyahu vollständig von der Verantwortung für das Massaker freizusprechen und die gesamte Schuld auf die IDF abzuwälzen, die ‘ihm nichts gesagt hat’, als wäre der Ministerpräsident erst am 7. Oktober geboren worden und trüge keinerlei Verantwortung für die jahrelange Politik gegenüber der Hamas. Zweitens, Golan und die Demokraten zu diffamieren. Nach der Dämonisierung der Araber folgt die Delegitimierung von Golan und seiner Partei, um die Bildung einer Regierung durch das Anti-Netanyahu-Lager zu verhindern. Diese Ziele liessen sich zumindest als Reaktion – wie abscheulich sie auch sein mag – auf die tatsächlichen Gegebenheiten verstehen. Stattdessen verkörpern sie eine kranke Umkehrung der Realität und in vielerlei Hinsicht einen direkten Angriff auf die Grundfesten der Vernunft. Golan, der sich sofort auf den Weg machte, um junge Menschen auf dem Nova-Festival-Gelände zu retten, wird als Verräter dargestellt; Netanyahu, der sich während des schlimmsten Massakers an Juden seit dem Holocaust – während er als Ministerpräsident im Amt war – in den Schutzraum seines milliardenschweren Freundes flüchtete, ist der Held. Sara Netanyahu legte damit ein Likud-Memorandum vor, das einen aussergewöhnlichen moralischen Verfall widerspiegelt: Netanyahu trägt keine Verantwortung für den 7. Oktober; vielmehr ist er dessen Opfer. Und die Demokraten müssen, ebenso wie die arabischen Parteien, über die Grenzen der politischen Legitimität hinausgedrängt werden, um einen Regierungswechsel zu verhindern.»

https://twitter.com/c14english/status/2094545202283188655/video/1

In einem Interview widerspricht Gadi Eisenkot direkt den Darstellungen Netanyahus zu den Stunden am frühen Morgen des 7. Oktober 2023. «Ganz eindeutig. Ich sage das auf der Grundlage direkter Kenntnis», so der ehemalige Stabschef der IDF. «Sein Büro erhält die Geheimdienstinformationen, sobald sie vorliegen und dem Stabschef sowie dem Leiter des Shin-Bet vorgelegt werden. Er sollte sich fragen, wie er ein Umfeld geschaffen hat, in dem er nicht über wichtige Informationen auf dem Laufenden gehalten wurde, und sich selbst die Schuld dafür geben, dass er nicht informiert wurde», fügt Eisenkot hinzu. «Das Büro des Ministerpräsidenten hat bereits um 3:30 Uhr morgens, also Stunden vor den von der Hamas angeführten Angriffen, erste Geheimdienstinformationen über ungewöhnliche Aktivitäten im Gazastreifen erhalten.» In diesem Fall ging es, wie auch an anderer Stelle berichtet, um die plötzliche Freischaltung zahlreicher israelischer SIM-Karten, was auf eine bevorstehende aussergewöhnliche Aktivität der Hamas hindeutet. 

Neue Videoaufnahmen und Bilder wurden gestern von Kanal 12 ausgestrahlt. Sie zeigen Yair Golan im Grenzgebiet zu Gaza. Zwei Bilder zeigen ihn mit Oz Davidian, einem lokalen Landwirt. Davidian hatte am 7. Oktober etwa 20 (sic!) Fahrten unternommen, um Menschen vom Nova-Festival zu retten. Davidian ist damit einer der Helden, die sich selbstlos für die gefährdeten Jugendlichen einsetzten. «Um mich auf die Fakten zu konzentrieren: Am 7. Oktober traf ich Yair Golan auf dem Feld. Er sass in einem kleinen Auto, einem Toyota Yaris, der das Wadi nicht überqueren konnte. Ich half ihm mit meinem Pick-up über das Wadi, während er uns Deckung gab. Dann fuhren wir hinein, um drei Kinder zu bergen, die sich vor dem Beschuss der Terroristen versteckt hatten», erzählt Davidian gegenüber Channel 12. «Ich bin gezwungen, hierher zu kommen und ein Interview zu geben, denn er war nicht nur am 7. Oktober vor Ort, sondern sass auch mit mir im Fahrzeug; wir haben drei Kinder lebend gerettet», sagt Davidian. «Danach hat er ganz allein eine weitere Gruppe gerettet.»



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