25. Elul 5786
US-Energieminister Chris Wright erklärte, dass die USA möglicherweise davon absehen werden, ein Atomabkommen mit dem Iran zu erreichen. «Es wird vielleicht kein Atomabkommen geben. Es könnte einfach darum gehen, die Fähigkeiten des Iran, eine Atombombe zu bauen, zu zerstören. Ein Abkommen könnte erst unter der nächsten iranischen Regierung zustande kommen. Das wissen wir einfach nicht.» Damit ist das nächste Kriegsziel endgültig vom Tisch. Wenn Israel die andauernde Bedrohung durch den Iran beseitigen will, bleibt der kommenden Regierung nichts anderes übrig, als diese schwierige Aufgabe im Alleingang zu lösen.
Rafael Grossi, Chef der IAEO, erklärte, dass der Zugang zu wichtigen Nuklearanlagen des Irans positive Auswirkungen auf den Staat haben würde. Seit 2025 konnte die Atombehörde keine Kontrollbesuche mehr durchführen. Im aktuellen Krieg wurden einige Nuklearanlagen getroffen, und die IAEO hat mehrfach um Zugangsrechte gebeten, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. «Der beste und kürzeste Weg zu einem positiven Ergebnis ist, dass der Iran mit uns zusammenarbeitet», sagte Grossi auf einer Pressekonferenz nach der Eröffnung der vierteljährlichen Sitzung des IAEO-Gouverneurrats. Ein von den USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland ausgearbeiteter Resolutionsentwurf, der voraussichtlich noch in dieser Woche vorgelegt und zur Abstimmung gebracht wird, zielt darauf ab, den Iran wegen Nichteinhaltung seiner Berichtspflichten im Nuklearbereich an den UN-Sicherheitsrat zu verweisen.

Bereits bei einer gemeinsamen Pressekonferenz kurz nach dem ersten Amtsantritt von Trump im Januar 2017 erklärten Netanyahu und Trump: «Die regionale Annäherung zwischen Israel und den arabischen Staaten werde zu einem umfassenden Frieden im Nahen Osten führen, besser als man sich das vorstellen könne.» Von diesem Frieden sind wir weiter entfernt denn je.

Jared Kushner, politischer Besserwisser für den Nahen Osten und Russland/Ukraine, äusserte sich zum israelischen Wahlkampf: «Wir arbeiten gerade an der Lösung einiger politischer Probleme in Israel. Ich denke, wir sind uns mit ihnen über das Endziel einig», sagte Kushner gegenüber Reportern in Kiew. «Sie haben gerade einen verrückten Wahlkampf, und das lässt sie in gewisser Hinsicht ein wenig irrational handeln, aber wir sind fest entschlossen, diese Probleme zu lösen. Wir beginnen jetzt erst, das Ausmass der Militarisierung des Gazastreifens zu verstehen», sagte Kushner. «Es übersteigt jede Vorstellungskraft, und daher wird die Entmilitarisierung nicht einfach sein.» So ist es, wenn man glaubt, alles zu wissen und zu kennen, und dann plötzlich mit der Realität konfrontiert wird.

Bei einem nächtlichen Angriff der IDF auf ein Appartementhaus in Kfar Reman im südlichen Libanon wurden elf Personen, darunter leider erneut zwei Kinder, getötet. Fünf Personen wurden verletzt. Bei einem Drohnenangriff, ebenfalls in Kfar Reman, wurden zwei Ersthelfer der mit der Hisbollah verbundenen Rettungsorganisation ‘Risala Scouts’ getötet. Die ‘National News Agency’ berichtet von weiteren nächtlichen Angriffen auf Nabatieh und die nahegelegene Stadt Arab Salim. Ein Angriff zerstörte zudem ein Gebäude in Deir al-Zahrani, nachdem die IDF eine Evakuierungswarnung für dieses Gebäude herausgegeben hatte. Von der IDF war nicht zu erfahren, warum diese aussergewöhnlich heftige Angriffswelle durchgeführt wurde.
Jüdische Siedler-Terroristen liessen in der Nacht eine Drohne über dem Dorf Hajjaj, östlich von Qalqilya, kreisen. Den Bewohnern des Dorfes gelang es, diese durch gezielte Steinwürfe zum Absturz zu bringen. Als die Siedler unter dem Schutz von Soldaten in das Dorf eindrangen, um die Drohne zu suchen, kam es zu Zusammenstössen mit den Palästinensern. Daraufhin eröffnete die IDF das Feuer, zwei Personen wurden durch Schüsse in den Kopf und in die Beine verletzt. Ein Mann, Omar Muhammad Tubasi, 20, verstarb noch vor Ort.

Das greise spirituelle Oberhaupt von ‘Degel HaTorah’, Rav Dov Lando, hat am Samstagabend beschlossen, zwei Urgesteine der Fraktion, Moshe Gafni und Uri Maklev aus den Wahllisten der Partei auszuschliessen. Gafni ist der MK, der am längsten in der Knesset dient. Als Gafni 1988 erstmals in die Knesset gewählt wurde, gab es in Israel nur einen nationalen Fernsehsender, Yitzhak Shamir war Ministerpräsident, Ronald Reagan residierte im Weissen Haus und Michail Gorbatschow stand an der Spitze der noch intakten Sowjetunion. Auch Netanyahu wurde 1998 erstmals gewählt, verliess die Knesset 1999 und kehrte 2003 zurück. Gafni war von 1992 bis 1994 abwesend und hatte 1998 eine kurze Pause. Davon abgesehen hatte er seinen Sitz 38 Jahre lang. Gafni zeigte nie Ambitionen, eine besondere Position zu erreichen, war aber immer wieder derjenige, der als ‘Königsmacher’ von unsicheren Koalitionen galt. Mit Gafni könnte die übermächtige Position der Haredim enden, die in den letzten Jahren immer unübersehbarer wurde.

Der Kosovo hat als fünftes Land formell seine Unterstützung für Trumps 20-Punkte-Plan bekundet. Nachdem das Land bereits im April einen entsprechenden Regierungsbeschluss gebilligt hatte, unterzeichnete es heute die Zusage, Truppen in den Gazastreifen zu schicken. Sie sollen Teil der internationalen Sicherheitstruppe werden. Die anderen Staaten sind: Indonesien, Marokko, Kasachstan und Albanien. Ägypten und Jordanien haben erklärt, die Polizei für Gaza ausbilden zu wollen. Entgegen den Aussagen von Nikolay Mladenow gibt es noch keinen Zeitplan für den Einsatz der Sicherheitstruppen.
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