Krieg gegen Iran – Tag 147 seit dem Beginn der Kämpfe

11. Aw 5786

Die Bewohner des Dorfes Tell, wo gestern die tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und jüdischen Siedler-Terroristen stattfanden, mussten ihre vier Toten, Scheich Faruq, Imran, Jawad und Ibrahim, in einem Gemeinschaftsgrab um ein Uhr nachts beisetzen. Die IDF hatte die Teilnahme auf 30 Personen beschränkt. Walid Zidan, der Ortsvorsitzende von Tell, betont, dass etwa 20 Siedler das Dorf überfallen hätten, woraufhin sie versuchten, ihr Eigentum zu verteidigen und zu schützen. Die Situation eskalierte, als ein Dorfbewohner einem Siedler die Waffe entriss und das Feuer eröffnete. Herbeigerufene Helfer aus einem nahegelegenen illegalen ‘Aussenposten’ erwiderten das Feuer.  Am Ende gab es sechs Tote: vier Palästinenser und zwei Israelis. (s. gestern) Die IDF sperrte das Gebiet grossräumig ab. Bis zum Morgen waren 51 Palästinenser zur Befragung festgenommen worden, nur sechs waren bis zum Mittag wieder frei.

Für mich ergeben sich einige Fragen: Wenn die Siedler, wie sie selbst angeben, im Gebiet des Dorfes ‘wanderten’, warum waren sie dann allesamt bewaffnet? Warum ‘wanderten’ sie in einem für Juden verbotenen Gebiet der Zone ‘B’? Warum drangen sie auf ihrer Wanderung zweimal in Häuser von Palästinensern ein? Warum erklärte die IDF einen amtsbekannten jüdischen Siedler-Terroristen und einen weiteren Reservisten zu ‘gefallenen Soldaten’, nachdem beide zum Zeitpunkt der Auseinandersetzungen als zivile Bewohner von illegalen ‘Aussenposten’ unterwegs waren. Fragen über Fragen, die von der IDF und Polizei nicht beantwortet werden.

Gleich zu Beginn der Rede anlässlich des White House Correspondents’ Association Dinner’ liess Trump einen, nennen wir es ‘Versuchs-Ballon’ los. «Was meine Präsidentschaft angeht, die zweite ist immer besser als die erste, immer. Und die dritte wird noch besser werden.» God save America! Will er damit sagen, dass er vorhat, die Welt mit noch weiteren vier Jahren zu gefährden? Dazu passend setzte er eine Baseballcap mit der Aufschrift ‘Trump 2028’ auf, die er später in den Raum warf. Um eine dritte Amtszeit zu ermöglichen, müsste er zunächst die Verfassung ändern oder gleich ausser Kraft setzen. Immerhin lässt sich Trump die Möglichkeit offen, denn als Sensation des Abends verkündete er, nochmals kandidieren zu wollen.

Tatsächlich muss man manchmal mit dem Veröffentlichen von Nachrichten warten, bis alle Teilchen des Ganzen bekannt sind. Das betrifft auch meinen Bericht über die Haredim, die anlässlich der Eröffnung vom Café Basmita am 4. Juli (s. 5. Juli) über die Störung der Shabbat-Ruhe klagten. ‘Hapaoel’ , neben Beitar der zweite bekannte Fussballverein in Jerusalem, wollte ein Zeichen setzen. Der Verein, der ausschliesslich einer von seinen Fans finanzierten NGO gehört, hält fest: «Jerusalem ist eine offene und vielfältige Stadt ist, in der Platz für alle ist.» Deshalb boten sie dem Café an, kostenlos Werbung auf ihren Shirts zu machen. Am Dienstag zogen sie das Projekt zurück, nachdem bekannt wurde, dass das Café zur Sekte ‘Jews for Jesus’ gehört. Jener missionierenden Gruppe, die mit mehr als 280 Mitarbeitern und mehr als 125 ‘gut ausgebildeten Freiwilligen’ weltweit, ausgehend von San Francisco, Menschen davon überzeugt, dass Jesus der Messias ist, an den sie glauben. Missionierung ist in Israel zwar nicht grundsätzlich verboten, aber unterliegt strengen Richtlinien.

18. Juli 2026

Für die einen ist es irrelevant, wem das Café gehört, für die anderen ist es schwieriger geworden, dort einzukehren. Jerusalem will die Stadt sein, die Raum für alle gibt, sofern nicht einer für sich mehr Rechte einfordert, als alle haben. Die Betreiber vom Café Basimta haben auf jeden Fall ihren Standort falsch gewählt. Inmitten des von Haredim bewohnten Stadtteil Nahalot, wo der Shabbat strikt eingehalten wird, sind sie eine Povokation, die entfernt werden muss. Die ultraorthodoxe Anti-Missions-Organisation ‘Or leAchim’ machte die Zugehörigkeit zu ‘Jews for Jesus’ bekannt und hing Poster auf: «Der missionarisch-messianische Einfluss wirkt umso stärker, indem er die Herzen durch Essen und Trinken für sich gewinnt. Und als ob das noch nicht genug wäre, haben sie noch eins draufgesetzt und begonnen, den Betrieb am heiligen Sabbat fortzusetzen – eine schändliche Shabbatentweihung im Herzen der heiligen Stadt.»

Ben David, ein Mitglied der Sekte, gibt zu, dass das neue Café Teil eines grösseren Netzwerkes in ganz Israel ist. «Jeder wirft uns das vor», sagte Ben David über die Missionierung. «Das Ziel, Menschen zu Jesus zu führen, steht nicht völlig im Hintergrund, aber es steht auch nicht im Vordergrund.» Unter dem Gesichtspunkt verstehe ich die Demonstrationen der Haredim.

Nicht nur Netanyahu, sondern auch Lapid werden am Dienstag an den Beisetzungsfeierlichkeiten für Lindsey Graham in Washington teilnehmen. Ob der Oppositionsführer wohl in der ‘Wing of Zion’ mitfliegen darf? Das würde nicht nur einige Tausend Dollar einsparen, sondern auch die Möglichkeit geben, dass die beiden für einige Stunden ungestört miteinander sprechen könnten. Oder wird Netanyahu Sara N. mitnehmen, und den Ausflug in die USA zeitlich ausdehnen?

Obwohl das Gebiet um das Dorf Tell militärisches Sperrgebiet ist, haben heute etwa 20 aggressive jüdische Siedler-Terroristen das Dorf betreten und von dort aus ‘Wanderungen’ im Gebiet zu machen. Es gab keine Zusammenstösse mit den Dorfbewohnern. Dieses provokative Vorgehen wurde von der IDF stillschweigend toleriert, obwohl es keine vorherige Absprache mit ihnen gab. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Siedler vier neue illegale Aussenposten in unmittelbarer Nähe des Dorfes gegründet haben.

Im Laufe des Shabbat wurden in Gaza bei Angriffen der IDF der Chef der nördlichen Polizei in Gaza, Abdel-Nasser Al-Maqadma, getötet. Er war gleichzeitig auch im ‘Innenministerium’ der Hamas tätig. Im Flüchtlingscamp Nuseirat wurden ein Arzt und ein junger Mann getötet. Khaled al-Breim, so sein Name, hat gerade die High School absolviert und bereitet sich auf sein Studium vor. Anlässlich dieses Freudentages war er mit Süssigkeiten unterwegs, um mit seinen Freunden zu feiern…..

Das US-amerikanische Militär gab an, einen Tanker beschossen und maneuvrierunfähig geschossen zu haben. Der Tanker habe mehrfach versucht, die amerikanische Blockade von iranischen Häfen zu durchbrechen. «Die Besatzung wurde wiederholt gewarnt, kam den Anweisungen jedoch nicht nach, woraufhin US-Streitkräfte vor Ort das Schiff ausser Gefecht setzten, nachdem sie auf dessen Maschinenraum geschossen hatten», sagt er. «Das Schiff ist nicht mehr auf dem Weg in den Iran.»

Zwei Raketen, die vom Jemen auf Saudi-Arabien abgeschossen worden waren, wurden von einem von Griechenland betriebenen Luftabwehr-System abgefangen und zerstört. Das Ziel der Raketen war die Ölraffinerie in Yanbu’ al-Bahr am Roten Meer. Die Houthi-Rebellen allerdings hatten behauptet, die Stadt Jizan angegriffen zu haben. Im Gegensatz zu Yanbu liegt Jizan unmittelbar an der Grenze zum Jemen. Zuvor hatte Riyadh maritime Ziele der Houthis im Hafen Hodeida beschossen und dabei zwei Personen verletzt. «Die Angriffe des saudischen Feindes auf zivile Einrichtungen in Hodeida und auf der Insel Kamaran stellen eine gefährliche Eskalation dar», heisst es in einem Beitrag des Houthi-Medienkanals „Ansarollah“ auf Telegram. «Wir bekräftigen, dass diese jüngsten Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben werden.»



Kategorien:Israel

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