22. Aw 5786

Theodor Herzl hatte testamentarisch verfügt, dass nicht nur er, sondern auch seine Eltern und Kinder im von ihm angestrebten ‘Judenstaat’ beigesetzt werden sollten, sobald dieses Ziel erreicht sein würde. So wurden, seinem Wunsch entsprechend, seine sterblichen Überreste und die seiner Eltern am 14. August 1949 nach Israel überführt. Sie wurden jedoch nicht, wie es sein Wunsch gewesen war, in Haifa beigesetzt, sondern auf dem Friedhof des Herzlbergs. 2006 wurden seine beiden Kinder Pauline und Hans neben ihm beigesetzt, 2007 sein einziger Enkel. Seine Tochter Margarethe hat als Opfer der Shoah kein Grab. Heute wurden die sterblichen Überreste seiner Grosseltern Shimon und Rivka als letzte Familienmitglieder von Theodor Herzl neben den anderen beigesetzt. Präsident Isaac Herzog und Netanyahu nahmen neben zahlreichen Politikern an der Gedenkzeremonie teil. Herzog betonte in seiner Rede: «Wir müssen Israels Sicherheit unter allen Umständen auf dem Gebiet der Sicherheit gewährleisten, doch ohne diplomatische Bemühungen am Ende kann es keinen vollständigen Sieg geben.» Diese Aussage darf als Kritik an der Regierung aufgefasst werden, die lieber klare Absagen an mögliche Vorschläge macht, ohne überhaupt auf die Option von diplomatischen Verhandlungen einzugehen.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte laut Berichten der staatlichen iranischen Medien, Teheran werde jede Initiative oder Entscheidung der palästinensischen Führung im Rahmen der laufenden indirekten Verhandlungen zwischen der Hamas und Israel unterstützen. Trump gab letzte Woche an, dass sein Friedensrat eine Einigung über die vollständige Entwaffnung der Hamas und aller anderen Terror-Gruppen in Gaza erreicht habe. Netanyahu gab gestern Abend erneut bekannt, dass er, nach Durchsicht aller Papiere, dem Plan nicht zustimmen werde. Der Grund: keines der israelischen Bedürfnisse wurde berücksichtigt.
VM Israel Katz hat die IDF angewiesen, die Truppen-Stärke in den Zivilschutzgruppen entlang der Grenze zu Gaza nicht zu reduzieren, obwohl dies geplant war. Die IDF hatte angestrebt, diese Sicherheitsteams an allen Fronten aus dem Reservedienst zu entlassen, weil ihr Einsatz «überflüssig und kostspielig» sei. Die IDF verfügt über zwei Divisionen, in der Stärke zwischen 10.000 und 20.000 Soldaten, die am Gazastreifen zum Einsatz kommen und als Zivilschutzgruppen in den Grenzgemeinden stationiert sind.

Der OGH hat in einem Schnell-Entscheid sämtliche gestern vom Finanzkomitee angekündigten Zahlungen vorübergehend gestoppt. Man werde die Entscheidung vor einem 3-Richter-Gremium ‘so schnell wie möglich’ herbeiführen. Ausgenommen sind Zahlungen, die direkt der Sicherheit der Bürger zukommen. Die Opposition hatte sich bereits gestern gegen die Sitzung und die neue Umverteilung der Budgetgelder gewehrt. Als Grund gaben sie an, dass dies nach der Auflösung der Knesset in der vorvergangenen Woche und vor der Wahl im Oktober 2026 unzulässig ist.
In der Siedlung Beit El, fünf Kilometer nord-östlich von Ramallah, wurde gestern in Anwesenheit von Bildungsminister Yoav Kisch eine neue Schule gegründet. Sie soll als Schulzentrum für Jugendliche fungieren, die in den umliegenden illegalen, landwirtschaftlichen ‘Aussenposten’ leben. Die vier derartigen Schulen, die von der aktuellen Regierung gefördert werden, sollen helfen, die Jugendlichen «auf den Weg des Handelns und des Beitrags zum Staat Israel zu bringen.» Viele dieser Kinder sind Schulabbrecher und gehören zum Kreis der ‘gefährdeten Jugendlichen’. Soziale Fürsorgekreise hoffen, das Aggressionspotential der Jugendlichen zu senken und damit die Zahl der Gewalttaten zu reduzieren und sie auf den Militärdienst vorzubereiten. Wie die Kinder und Jugendlichen regelmässig zur Schule kommen sollen, wurde noch nicht angedacht. Ebenfalls ist noch völlig offen, ob dieses Projekt tatsächlich Erfolge bringt. Die bisherigen negativen Erfahrungen sprechen jedenfalls dagegen!


Die Abteilung für interne polizeiliche Ermittlungen (DIPI) teilte einem Polizisten mit, dass gegen ihn Anklage wegen fahrlässiger Tötung von Muhammad Hussein Tarabin, 36, am 4. Januar dieses Jahres erhoben wird. Der Verdächtige, dessen Identität geschützt ist, gab bei einer Befragung durch die DIPI an, Tarabin sei mit «einem waffenähnlichen Gegenstand wie einem Messer» auf ihn losgestürmt und ihn bedroht, er hätte also in Notwehr gehandelt. Eine an den Ermittlungen beteiligte Person berichtet jedoch, dass am Tatort kein Gegenstand gefunden wurde, der dieser Beschreibung entspreche. Die Polizei und die von Ben-Gvir installierte Nationalgarde hatten an dem Tag die Beduinenstadt Tarabin al-Sana durchsucht, um Verdachtsmomenten wegen Brandstiftung und Vandalismus nachzugehen. Damals lobte Ben-Gvir das Vorgehen, obwohl ihm eine Hetzkampagne gegen beduinische Israelis vorgeworfen wurde. «Diejenigen, die unsere Polizei und unsere Kämpfer gefährden, müssen neutralisiert werden.» Die Polizei hatte an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen die Beduinenstadt immer wieder gestürmt. Während die Familie beteuerte, Muhammad sei mitten in der Nacht von der Polizei aus dem Schlaf gerissen und auf der Türschwelle seines Hauses erschossen worden, behauptete die Polizei, er habe sich ihnen in bedrohlicher Art genähert und sie damit in Gefahr gebracht. Der älteste Sohn des Opfers, Hussein erzählt eine ganz andere Geschichte: «Ich hörte, wie jemand an die Tür klopfte, mein Vater öffnete die Tür, er sprach nicht mit ihnen oder so, und sie schossen ihm in die Brust», sagte der Junge. Seinen Angaben zufolge setzten die Beamten daraufhin die Durchsuchung des Hauses fort, anstatt medizinische Hilfe zu rufen. Der Verstorbene sei in einem Polizeiauto und nicht in einem Krankenwagen vom Tatort abtransportiert worden.

Die IDF zerstörte einen Tunnel unter dem südlichen Gazastreifen, in dem Dutzende Raketen gelagert waren. Das Video zeigt einen Hund des Oketz Bataillons, der den Tunnel scannte, bevor kurz hinter ihm die Soldaten folgen.
Die IDF erklärte, ‘präzise Angriffe’ im Süden des Libanon innerhalb der Pufferzone durchgeführt zu haben, nachdem die Hisbollah nennenswerte Verletzungen der Waffenruhe begangen hatte. Einzelheiten wurden noch nicht bekannt. Kurz vor den Angriffen gab die IDF eine Evakuierungsaufforderung für das Dorf Mansouri heraus. Zivilisten waren unter dem Schutz des regulären libanesischen Militärs in das Dorf eingedrungen und hatten dabei Strassensperren umgangen, die zum Schutz der Bevölkerung errichtet worden waren. Die Evakuierung des Dorfes fand statt, nachdem es dort immer wieder zu militärischen Operationen kommt.
Bei einem Angriff auf einen Gebetsraum auf dem Zentralfriedhof der südlibanesischen Stadt Tebine wurden vor Kurzem eine Person getötet und mindestens elf verletzt. Als Begründung für den Angriff gab die IDF an, die Hisbollah habe die Waffenruhe verletzt.
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