28. Tevet 5782
Geschichte:
1934 mussten Juden in Deutschland, sofern sie nicht von Geburt einen typischen jüdischen Namen trugen, als zweiten Vornamen «Sarah» bzw. «Israel» in den Ausweisen eintragen lassen.
Geboren:
1879 wird Ernest Jones in Rhosfelyn, heute Gowertonm in Wales geboren. Nach seinem Studium an der Universität London wechselte Jones ins Bürghölzli in Zürich, wo er auf C.G. Jung traf. Seinen langjährigen Freund, Sigmund Freud traf er 1908 in Wien, kurz bevor er nach Toronto übersiedelte. 1911 wurde er Präsident der «Psychoanalytischen Vereinigung von Amerika». Jung, der evangelische Pastorensohn wurde zunächst von Freud herzlich in seinen Kreis aufgenommen. Der habe, so schrieb Freud «… die Psychoanalyse der Gefahr entzogen … eine jüdische nationale Angelegenheit zu werden.» Freud sah in Jung sogar den natürlichen Nachfolger auf dem Gebiet der Psychoanalyse. Doch 1912 kam es zum Bruch zwischen den beiden und Jones schlug vor, einen kleinen Kreis zur Rettung der Psychoanalyse zu gründen. Eine Idee, die Freud gerne aufnahm. Die Mitglieder sollten verpflichtet sein, keine radikalen Änderungen zu publizieren, bevor sie nicht von allen Mitgliedern abgesegnet waren. Zu Beginn der Zeit der Nationalsozialisten wurde es immer klarer, dass die jüdischen Analytiker in Deutschland nicht weiterarbeiten durften oder bereits ausgewandert waren. Der nicht-jüdische Jones nahm Kontakt mit dem Göring Institut in Berlin auf und konnten nicht-jüdischen Analytikern die Weiterarbeit unter dem Schutz dieses Institutes sichern. Auch eine komplette Ausgabe der Schriften Freunds wurde dort archiviert und stand nach dem Krieg sofort wieder zur Verfügung. Der Leiter des Institutes war ein Vetter von Hermann Göring. Jones unterstützt Freud bis zu dessen Emigration 1938 nach London und blieb bis zu dessen Tod in engem Kontakt. Eines seiner bedeutendsten Werke ist die drei-bändige Biografie Freuds. Jones verstarb am 11. Feb. 1958 in London.
1880 wird Schalom Asch in Kutno, Russisches Kaiserreich geboren. 1899 übersiedelte er nach Warschau und begann dort als Schriftsteller zu arbeiten. Zunächst schlug sich die jüdische Aufklärung (Haskala) in seinen Werken nieder, die er hauptsächlich in Jiddisch und Hebräisch verfasste. Ein Teil seiner Werke beschäftigte sich mit der Beschreibung des Lebens in der Welt des ostjüdischen Shtetls. Sein Spätwerk, biografische Romane über Jesus, Maria und den Apostel Paulus brachte ihm jedoch die Kritik und Ablehnung nicht nur der orthodoxen jüdischen Welt ein. Trotzdem gelang es ihm, sich als erster Schriftsteller weltweit zu etablieren, der der jiddischen Literatur zu grossem Ansehen verhalf. Er starb am 10. Juli 1957 in London.
1914 wurde Boris Carmi in Moskau geboren. 1930 begann er an der Sorbonne in Paris vergleichende Sozial- und Kulturwissenschaft zu studieren. Über Danzig wollte er 1936 nach Palästina auswandern, erhielt jedoch keine Ausreisewilligen. Nach seiner Einreise in Palästina im Jahr 1939 verdiente er sich zunächst seinen Lebensunterhalt als Lagerarbeiter und Obstpflücker. Während des Zweiten Weltkrieges diente er in der Britischen Armee als Luftbildfotograf, u.a. in Ägypten und in Italien. Den Unabhängigkeitskrieg dokumentierte er als einer der ersten und wichtigsten Photojournalisten. Seine Bilder stellen eine eindrückliche Dokumentation des jungen Staates Israel dar. Er verstarb am 18. Sept. 2002 in Tel Aviv.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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