01. Adar I 5782
Geschichte:
1948 Das illegale Einwanderungsschiff «Die Helden von Gush le Zion» ankert in der Hoffnung, die Passagiere ausschiffen zu dürfen, in der Bucht von Haifa. Doch statt nach Palästina einreisen zu dürfen, wurden sie mit einem zweiten Schiff, der «Empire Rival» nach Zypern verbracht. 280 illegale Einwanderer müssen dort in Auffanglagern, die von den Briten im Stil von KZ betrieben wurden, auf weitere Entscheidungen warten.
Wirtschaft:
1959 wird das erste in Israel gebaute Auto präsentiert. Der Name «Sussita» (Pferdchen). Ein Zweitürer, den es auch als Pickup gab. Gebaut wurde dieses Wunderwerk, das ein wenig an einen Trabi erinnert, bis zum Jahr 1966. Nachfolgemodelle gab es bis 1975. Der in Israel beliebte PKW zeichnete sich vor allem durch seine leichte Bauweise mit Fiberglashülle aus. Eine zweite Produktreihe war der schnittige Sportwagen «Sabra»,(Feigenkaktus) der es, rein optisch bewertet, mit einigen heutigen Sportwagen aufnehmen kann. Yitzhak Shubinsky, der Mann hinter dem Autohersteller in Haifa, importierte mit Staatsgeldern Autoteile aus GB und liess sie in Haifa von ungelernten Arbeitern zusammenschrauben. Darüber kam die Fiberglashaut und fertig war das «Auto made in Israel». Einige waren nicht sehr langlebig, andere fahren noch heute. Einige Sussitas, auf dem Weg zu einer Autoshow in den USA, fielen aber leider auseinander. Yitzhak Shubinsky konnte den Finanzminister überzeugen, in sein Projekt zu investieren. Er kaufte billig ein, und verkaufte die fertigen Autos teurer, wenn auch noch mit einem Rabatt an die Armee und die Regierung.
Politik:
2022 Amnesty International veröffentlicht eine 248 Seiten starke «Analyse» , die nur ein Thema hat. «Israels’ Apartheid gegen die Palästinenser. Ein grausames System der Herrschaft und Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Die Timeline, S. 36 ff des Berichtes, zieht sich von 1922 bis in den Mai des Jahres 2021 und umfass daher die gesamte Geschichte des israelischen Staates.
«Sie [die Analyse] konzentriert sich auf die wichtigsten und grundlegenden Elemente der israelischen Diskriminierung von Palästinensern in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT) und von palästinensischen Flüchtlingen, die sich außerhalb Israels und der OPT befinden.» Da ist es wieder, das Narrativ der Flüchtlinge der dritten Generation, die im Ausland leben, die neue Staatsbürgerschaft angenommen haben und keinerlei Bezug mehr zum Land ihrer Vorfahren haben. Wenn da nicht die UNWRA wäre, die immer und immer erklärt, sie seien Flüchtlinge, würden als solche für die Statistiken mitgezählt und hätten das Recht auf Heimkehr.
Es gibt auch einen Hauch von Selbsterkenntnis. «Dieser Bericht ist nicht umfassend und sollte nicht als erschöpfende Analyse aller Formen von Diskriminierung gelesen werden, die Palästinenser in Israel und den OPT erfahren (oder tatsächlich aller Formen von Diskriminierung, die in Israel und den OPT begangen werden).» Bedauern klingt mit, dass nicht alles aufgezeigt werden kann, gipfelnd in der Aussage «Die Organisation hat auch Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, die von palästinensischen Behörden oder bewaffneten Gruppen gegen Palästinenser und Israelis begangen wurden, die nicht Gegenstand dieses Berichts sind.»
Ist das fair? Ist das allumfassend? Ist das objektiv? Sicher nicht, denn jede Reaktion Israels auf eine Aktion der Palästinenser muss unter diesem Gesichtspunkt als Angriff verstanden werden. Und so ist es verständlich, dass immer nur von Angriffen die Rede ist und nie von Verteidigung.
Den Anklagen folgen seitenlange Hinweise und Vorschläge, was Israel tun muss, um die Situation der Palästinenser zu verbessern.
Auf der Webseite von Amnesty Deutschland findet man folgenden ergänzenden Hinweis «In Deutschland wurde die systematische Vernichtung jüdischer Menschen geplant und umgesetzt. Antisemitische gewalttätige Übergriffe, Sachbeschädigungen oder Verschwörungsideologien sind in Deutschland präsent und auf einem beunruhigenden Höchststand. Daraus erwächst für die deutsche Amnesty-Sektion eine besondere Verantwortung. Im nationalen aktuellen, wie historischen Kontext ist eine objektive, sachbezogene Debatte zu der vom Bericht vorgenommenen Einordnung nur schwer möglich. Um der Gefahr der Instrumentalisierung oder Missinterpretationen des Berichts entgegenzuwirken, wird die deutsche Amnesty-Sektion zu diesem Bericht keine Aktivitäten planen und durchführen.» Hier muss man dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zustimmen, wenn er sagt «Der Bericht ist fahrlässig, weil er den ohnehin verbreiteten israelbezogenen Antisemitismus in Europa weiter schüren wird. Die deutsche Sektion von Amnesty muss ihrer Verantwortung nachkommen und sich von dem antisemitischen Bericht distanzieren.»
Unklar bleibt, wer genau diese über Jahrzehnte gehende Analyse in Auftrag gegeben hat. Während palästinensische Seiten die grobe Verurteilung lautstark loben, kommt vom israelischen FM, Yair Lapid eine klare Aussage «Israel ist nicht perfekt, aber es ist eine Demokratie, die sich dem internationalen Recht verschrieben hat und jeder Überprüfung gegenüber offen ist. Wir haben eine freie Presse und einen starken Obersten Gerichtshof. Ich hasse es, dieses Argument zu verwenden, aber in diesem Fall gibt es keine andere Möglichkeit: Wenn Israel kein jüdischer Staat wäre, würde Amnesty es nicht wagen, eine solche Ansicht zu publizieren.»
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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