11. Tammus 5786
Vier Soldaten wurden gestern bei einem Zusammenstoss mit einem Scharfschützen der Hisbollah im südlichen Libanon verletzt. Der Terrorist hatte sich in einem Haus versteckt und warf eine Granate auf die Soldaten, die sich dem Haus näherten. Er wurde sofort von der IDF neutralisiert.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun unterstützt die Bemühungen von Frankreich und Italien, eine Nachfolgetruppe für die per Jahresende abziehende UNIFIL zusammenzustellen. Er erkennt in der Initiative den «aufrichtigen Ausdruck des internationalen Engagements zur Unterstützung der Souveränität und Stabilität des Libanons.» Frankreichs Präsident Macron betonte: «Wir wollen eine Koalition für die Zeit nach dem UNIFIL-Mandat ins Leben rufen, natürlich in Abstimmung mit der EU und der UNO, um die Souveränität des Libanons und die seiner Streitkräfte zu stärken und zu verhindern, dass sein Staatsgebiet zu einem Sprungbrett für eine regionale Eskalation wird.» Hoffentlich wird diese Koalition ihrer Aufgabe besser gerecht als die scheidende UNIFIL. Unter deren Augen konnte die Hisbollah ungehindert den Süden des Libanons aufrüsten, Tunnelanlagen bauen und Vorbereitungen für eine Invasion Nordisraels vorbereiten. Also all das tun, was entsprechend der UN-Resolution 1701 verboten ist.

Naim Qassem, der Chef der Hisbollah, der bereits gestern erklärt hatte, Israel müsse sich ‘geschlagen geben und fliehen’, legte heute nochmals nach: «Israel hat keine andere Wahl, als sich vollständig aus jedem Zentimeter unseres libanesischen Landes zurückzuziehen … Israel muss bedingungslos abziehen», sagte er in einer Fernsehansprache vor Zehntausenden Anhängern anlässlich des Ashura-Festes. «Meine Terrororganisation wird keine Normalisierung, keine Aufhebung der Feindschaft, keine Vorteile für Israel und keine teilweise Präsenz auf libanesischem Boden akzeptieren. Israel muss gedemütigt und besiegt abziehen, und genau das wird auch geschehen.»
Das Ashura-Fest ist Freuden- und Trauerfest, je nach der religiösen Ausrichtung des Islams. Für Shiiten und Aleviten ist es der Tag, an dem sie der Tötung von Imam Hussein ibn Ali, dem Enkel Mohammeds bei der Schlacht von Karbala gedenken. Bereits seit Jahren finden die traditionellen Trauermärsche auch schon in Berlin statt. Allerdings (noch) nicht mit den Selbstgeisselungen, die z.B. im Irak üblich sind. Aber das kann ja noch kommen! Für die Sunniten ist es ein freudiger und besinnlicher Gedenktag. Man gedenkt, wie Moshe das Volk Israel aus der Sklaverei führte.
Die Strasse von Hormus wird weiterhin der Streitpunkt zwischen den USA und dem Iran bleiben. Während die USA klarstellen, dass es sich um ein internationales Gewässer handelt, das kosten-und bedingungslos von jedermann befahren werden darf, hält der Iran daran fest, dass eine Passage nur nach Abstimmung mit Teheran erfolgen darf. Eine Nichtbefolgung könne zur Sperrung aller festgelegten und sicheren Passagen führen.

Ein zweiter Streitpunkt über die Absichtserklärung ist der Besuch der Nuklearanlagen. Das Papier hält ausdrücklich fest, dass die IAEO Zugang erhalten muss und Inspektionen durchführen darf. Das erklärt Rafael Grossi, der Chef der Atombehörde. «Wir hoffen, bald vor Ort sein zu können. Ich denke, das Ziel dieses Abkommens ist es, sicherzustellen, dass im Iran keine Atomwaffen entwickelt werden. Die iranische Regierung hat ganz klar erklärt, dass dies nicht ihre Absicht ist», sagt Rafael Grossi gegenüber Reportern. «Aber natürlich reichen Absichten nicht aus. Wir müssen ein sehr strenges Überprüfungssystem einrichten … so bald wie möglich.» Der Iran hat seinerseits bereits festgehalten, dass der Zugang zu während des Krieges beschädigten Nuklearwerken nicht gestattet wird. So kann der Grad der Beschädigung natürlich geheim gehalten werden.



Der Beschuss des Irans auf US-amerikanische Einrichtungen in der Golfregion hat vor allem auf der ‘Naval Support Activity Bahrain’ namhafte Schäden hinterlassen. Mehr als 8.000 Raketen und Drohnen wurden aus dem Iran auf den Stützpunkt abgeschossen. Nur zwei explodierten auf dem Stützpunkt. Insgesamt wurden 20 US-Standorte in der gesamten Region, militärische und diplomatische Vertretungen angegriffen. Das Wall Street Journal berichtet (übrigens mit einem hervorragenden interaktiven Teil), dass die USA ihre Präsenz in der Golf-Region neu überdenken. Das Militär erwägt nun scheinbar, den Stützpunkt in Bahrain umzugestalten, die US-Präsenz in Kuwait und Saudi-Arabien zu reduzieren und einige Stützpunkte oder Stützpunktfunktionen nach Westen zu verlegen, weiter weg aus der Reichweite iranischer Raketen und Drohnen, so die mit den Überlegungen vertrauten Beamten. Ein Teil der zerstörten Gebäude soll nicht mehr aufgebaut werden, Kommando- und Kontrollzentren könnten unterirdisch verlegt werden. Entschieden sei aber noch nichts. Israel könnte einer der neuen Standorte werden. Dort hatten die USA während des Krieges bereits einige Kampfflugzeuge ‘geparkt’.

Die IDF warf heute Vormittag Flyer über der südlibanesischen Stadt Mansouri in der Nähe von Tyos ab, um die Bevölkerung zu warnen, sich nicht der gekennzeichneten Zone zu nähern. Es bestehe Lebensgefahr.
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