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Drei Soldaten der IDF, s’’l, die an der Grenze zu Ägypten ihren Dienst versahen und ein ägyptischer Polizist, der zum Mörder wurde. Drei Männer und eine junge Frau.

Die israelischen Opfer: Feldwebel Lia Ben-Nun, 19 aus Rishon le Zion, Feldwebel Ori Yitzhak Illouz, 30 aus Tzfat und Stabsfeldwebel Ohad Dahan, 20 aus Ofakim.
Und der Terrorist: Mohammed Salah Ibrahim, 22 aus Kairo.
Was weiss man über den schrecklichen Terroranschlag? Lia Ben-Nun und Ori Yitzhal Illouz traten am Freitagabend um 21 Uhr ihre gemeinsame Schicht an. Beide waren Mitglied des Bardelas Bataillon. Das Bataillon besteht seit 2015 und steht als Infanterie Einheit Männern und Frauen offen. Das Einsatzgebiet zieht sich quer durch die Arava Region vom Toten Meer bis nach Eilat und wird zur Grenzsicherung eingesetzt. Dahan war Mitglied des Karakal Bataillons, einer Kampfeinheit, die ebenfalls an den Grenzen zum Einsatz kommt.
Die Dauer der Schicht betrug 12 Stunden, eine extrem lange Zeit, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass Freitagnacht in ganz Israel aussergewöhnlich warm war. So lange Schichten werden in der Regel nur dann angesetzt, wenn es konkrete Geheimdienstinformationen über einen geplanten Schmuggel von Ägypten nach Israel gibt. Oder, wenn der Einsatz an einem Wochenende stattfindet, wenn einige der Soldaten nicht vor Ort sind. Dann könnte es je nach Standort auch schon einmal zu einer 14 Stunden dauernden Schicht kommen, wenn man die Fahrzeiten dazu rechnet. Der Beobachtungraum, den die beiden in jener Nacht besetzten, war so klein, dass er kaum Platz für zwei Personen bot.

Um 4:15 gab es den letzten telefonischen Kontakt, ein späterer Versuch, die Soldaten per Funk zu erreichen, scheiterte, woraufhin sich eine Patrouille auf den Weg machte. Die Leichen der beiden Getöteten wurden an unterschiedlichen Orten den Beobachtungsbereiches gefunden. Offensichtlich hatten sie keine Gelegenheit mehr, sich zu wehren, es gab keinen Schusswechsel. Erste Informationen bestätigten, dass die Tat zwischen 6:00 und 7:00 morgens stattgefunden haben muss.
Unmittelbar nach dem Auffinden der Ermordeten wurden Anti-Terroreinheiten der Israelischen Polizei informiert. Sie warteten allerdings vergebens auf den angeforderten Helikopter, der nie startete. Aus technischen Gründen wurde der Abflug nicht freigegeben. Normalerweise beträgt die Flugzeit von der Basis ab dem Moment, in dem der Alarm eintrifft, zwischen 20 und 40 Minuten.
Brigadier Itzik Cohen, Kommandeur der 80. Division, fuhr 1 ½ Stunden von seiner Wohnung zum Tatort, ohne einen zusätzlichen Kampfhubschrauber anzufordern, der das Gebiet sondieren und nach Verdächtigen absuchen sollte. Wenn, und da beginnen die ersten Ungereimtheiten, Spezialeinheiten früh genug im Tatgebiet eingetroffen, hätte die zweite Schiesserei vielleicht verhindert werden können. Der Tod des dritten Soldaten wäre dann vielleicht vermeidbar gewesen.
Statt eines Hubschraubers wurde eine Drohne eingesetzt, die eine verdächtige Person in einer Entfernung von etwa 1 ½ Kilometern entdeckte. Sicherheitskräfte, die mittlerweile vor Ort waren, eröffneten das Feuer auf den Verdächtigen. Bevor er neutralisiert wurde, gelang es dem Ägypter noch, den dritten Soldaten, Ohad Dahan, zu erschiessen und einen weiteren Soldaten leicht zu verletzen.




Bei der Beisetzung der jungen Soldatin beschuldigte ihre Schwester den regierungsfreundlichen Sender Kanal 14, ihrer Schwester eine Mitschuld an dem Terrorakt zugeschrieben zu haben. Der hatte durch seine Berichterstattung die Vermutung aufkommen lassen, dass der gemeinsame Dienst einer Soldatin mit ihrem männlichen Kollegen in einer abgelegenen Gegend und während einer so langen Dauer, zu unangemessenem Verhalten im Dienst geführt hätte. Irgendwo hattes es sogar explizit gestanden, dass sie wohl, statt ihrem Dienst nachzukommen, Sex gehabt hätten.
Einige Moderatoren des Senders gifteten bei einer Sendung am Sonntag:
«Es ist problematisch, einen männlichen Kampfsoldaten und eine weibliche Kampfsoldatin 12 Stunden lang allein in der Nacht zu lassen. Es ist unverantwortlich, so etwas zu tun. Sagen wir, es sind zwei Männer oder zwei Frauen – 12 Stunden, allein, an der Grenze, ohne Kontakt?» (Militärsprecher von Kanal 14, Bitton Rosen)
«Das ist unprofessionell und eine Schande für die Werte der Armee, und es wird von verrückten linken Agenden vorangetrieben.» (Boaz Glan)
«Ich höre von einer Partystimmung, auch in diesen Bataillonen, über die ganze Frage von Männern und Frauen.» (Yinon Magal)
Rosen versuchte später, seine Aussagen zu relativieren. Seine Kritik hätte nur die Dauer der Schicht betroffen. Das Publikum hatte seine Ausführungen schon richtig verstanden, bis zum Nachmittag gingen beim Sender mehr als 2.000 Beschwerden ein. Sollten sich die Vorwürfe gegen den Sender erhärten, was zu hoffen ist, droht ihm eine angemessene Geldstrafe.
Mehrere rechte MKs, darunter Zvi Sukkot, Religious Zionism, hingegen unterstützten den Sender. «Ich stimme Bitton Rosen 100% zu. Es ist inakzeptabel, dass während unserer Regierung diese linken Agenden innerhalb der Armee fortbestehen. Das muss sich ändern.»
Ariel Kallner, Likud, stellte fest: «Diese Sache mit einem Mann und einer Frau, die zusammen an einem Ort sind, muss unter operativen und sozialen Gesichtspunkten untersucht werden.»
Meirav Michaeli, Vorsitzende der Arbeiterpartei fand klare Worte: «Die Medienkanäle der Koalition sehen einen jungen Mann und eine junge Frau, die nachts allein Wachdienst leisten, und alles, woran sie denken können, ist Sex. Keine Verantwortung, kein Dienst, kein Mut, keine Kameradschaft. Nur Sex. Die widerliche Giftmaschinerie der Koalition schämt sich nicht, sie und ihr Andenken zu beleidigen. Schande über die Medien und Schande über das Land!»

Michaeli ging in ihrer heftigen Kritik noch weiter: «Die Haredi-Nachrichtenseite JDN veröffentlichte einen Artikel über den Vorfall. Auf den Bildern sieht man die Bilder von Ori und Ohad. In der Mitte, wo wir alle das Bild von Lia sehen könnten, sieht man hier eine Kerze vor schwarzem Hintergrund oder einen Stacheldrahtzaun. In den ultraorthodoxen Medien denken sie so viel über Sex nach, dass sie Lia nicht einmal zeigen. Sie ist gelöscht. Statt eines Bildes von ihr zeigen sie das Bild eines Zauns oder einer Kerze. Lia war gut genug für sie, mit ihrem Leben zu bezahlen, um sie zu beschützen und dafür zu sorgen, dass sie nachts gut schlafen können, aber Gott behüte, dass sie ihr die letzte Ehre erweisen und ihr Bild wie die der anderen beiden Soldaten zeigen sollten. Lia war für sie gut genug, um an einem Ort zu dienen, an dem ihre ultraorthodoxen Kollegen vom Dienst befreit sind. Befreit von der Pflicht, der Verteidigung des Landes. Sie sind davon ausgenommen, ihre Aufgabe zu übernehmen.»
Meirav, kol hakavod lach!
Wir kennen die Tendenz der Ultra-Orthodoxen und der Haredim, Frauen und auch Bilder von Frauen aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Die Tatsache, dass dies auf eine Soldatin angewendet wurde, die beim Bewachen der Landesgrenze starb, ist besonders beunruhigend. Es ist respektlos ihr gegenüber und durchaus ein Zeichen der Radikalisierung dieser Nicht-Regierung.
Nicht nur respektlos, sondern durch und durch heuchlerisch und bigott!
Kategorien:Israel
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