23. Adar I 5784

In Zürich kam es gestern zu einer Messerattacke gegen einen 50-jährigen orthodoxen Juden. Das Opfer erlitt bei dem Angriff lebensbedrohliche Verletzungen. Über Nacht hat sich sein Zustand, wie Freunde in den sozialen Medien schreiben, stabilisiert. Der Täter konnte vor Ort festgenommen werden, es handelt sich um einen 15 Jahre alten Schweizer mit arabischen Wurzeln. Nach bisher unbekannten Aussagen soll er kurz vor dem Angriff «Allahu Akbar» und «Tod aller Juden» gerufen haben. Dem Angriff vorhergegangen sei eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, die gegen 21:35 von einigen Nachbarn der Polizei gemeldet wurde. Der Täter hatte sich offenbar gegenüber Familienangehörigen des Opfers zu den al-Aksa-Brigaden bekannt und gesagt, es sei seine ’muslimische Pflicht zur Tat zu schreiten’.
Die Oberjugendanwaltschaft kann und will auf Grund der noch laufenden Untersuchungen nichts Genaues bekanntgeben.


Am späten Nachmittag und frühen Abend fanden heute Mahnwachen und eine Demonstration statt. Die Polizei hatte sich erstaunlich flexibel gezeigt und die Veranstaltungen äusserst kurzfristig bewilligt. Die Teilnehmerzahlen waren trotz der kurzen Vorlaufzeit erfreulich hoch.


Gestern musste die IDF leider erneut den Tod von vier Soldaten bekannt geben. Sgt. Dolev Malka, 19, Sgt. Afik Terym 19, Sgt. Maj. (res.) Dennis Yekimov, 33 und Sgt. Ion Yitzhak, s‘’l, verloren ihr Leben durch die Explosion in einem verminten Haus in Khan Younis, resp. bei Kämpfen im südlichen Gazastreifen.
Die IDF bestätigte heute Vormittag, dass die sofort eingeleiteten Untersuchungen des angeblichen Massakers vom frühen Morgen des Donnerstags ergaben, dass es keinen Drohnenangriff von Israel gab. Der Konvoi war der vierte seiner Art, der von israelischen Soldaten während der ganzen Fahrt von Rafah in den Norden gesichert wurde. Die Panik brach aus, als Tausende hungriger Palästinenser auf die langsam fahrenden Konvois zu rannten, um sie zu stoppen und anschliessend zu plündern. Die meisten Opfer kamen als Folge dieser Panik ums Leben. Die IDF habe, so betonte IDF-Sprecher Hagari, begonnen, Warnschüsse abzugeben, nachdem sie versuchten, der Gefahr durch die herandrängenden Palästinenser zu entgehen. Der Vorfall wird weiterhin von einem unabhängigen, professionellen und sachverständigen Gremium untersucht werden. Die Ergebnisse werden fortlaufend veröffentlicht werden.



Israel überlegt, wie die Lieferung humanitärer Hilfsstoffe und vor allem auch Lebensmittel in den nördlichen Gazastreifen gebracht werden kann, ohne dass es zu Vorfällen wie dem von der vergangenen Woche kommt. Eine mögliche Variante ist es, die Transporte komplett von der IDF bewachen und begleiten zu lassen, ohne die Aufgabe an lokale Sicherheitskräfte abzugeben. Auch die ausschliessliche Lieferung über den wiedereröffneten Übergang Karni in der Nähe von Gaza City wäre denkbar. «Wir erwarten, dass weitaus mehr Lieferungen in den Norden von Gaza gelangen als bisher.»
Man muss sich fragen, ob Netanyahu wirklich noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, oder ob er sich so in seinem narzisstischen Selbst gekränkt fühlt, dass er nur als infantil zu bezeichnende Anweisungen gibt. Nachdem bekannt wurde, dass Benny Gantz in diesen Tagen via London nach New York reisen wird, schäumt er vor Wut. Hatte Gantz es doch, wahrscheinlich aus gutem Grund, verabsäumt, ihn über seine Reisepläne zu informieren. Jetzt wurde die israelische Botschaft in Washington angewiesen, den Besuch quasi zu ignorieren. Angeblich wird auch der Botschafter, Michael Herzog, an keinem Treffen teilnehmen. Ein Journalist des Haaretz, berichtet aus Washington: «Benny Gantz wird sich in den USA u.a. mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris und Sicherheitsberater Jake Sullivan treffen. Das ist ein Zeichen, dass das Weisse Haus ihn, und nicht den PM als den ‘Erwachsenen im Raum’ ansieht. Den verlässlichen Partner. Den politischen Führer mit einer Vision. Den Mann, der die Hand am Ruder hat. Die Biden-Verwaltung hat keine dieser Zuschreibungen je für Netanyahu gesehen.»
Zur Vorbereitung von intensiven Operationen in bisher nicht betroffenen Gebieten von Khan Younis hat die IAF über Nacht innerhalb weniger Minuten etwa 50 Ziele angegriffen. Die Ziele waren Tunnelanlagen, von der Hamas genutzte Häuser, verminte Gebäude und Sammelplätze der Terror-Organisation. Es war ein Überraschungsangriff, bei dem auch einige Terroristen eliminiert werden konnten. Die intensiven Kämpfe setzen sich am Vormittag noch fort.

Eine Delegation der Hamas ist in Kairo zu erneuten Gesprächen eingetroffen. Ob eine Delegation aus Israel bei den Verhandlungen anwesend sein wird, ist noch unklar. Bisher machte Israel die Teilnahme davon abhängig, ob die beiden von der Hamas geforderten Listen eintreffen oder nicht. Andererseits kam aus den USA die Nachricht, dass die Rahmenbedingungen für eine sechs Wochen andauernde Feuerpause fixiert wurden und es nun wieder von der Hamas abhängt, ob diese Vereinbarung tatsächlich zustande kommt. Die Hamas hat heute Mittag verkündet, um neue Informationen über die Geiseln zu erhalten, müsse Israel ‘einen hohen Preis’ zahlen. Welcher Art dieser Preis ist, wurde nicht konkretisiert. Die Delegationen aus Katar und den USA sind bereits in Kairo angekommen. Die Hamas hat festgehalten, dass, vorausgesetzt Israel stimmt ihren Bedingungen zu, die neue Vereinbarung innerhalb von 24 bis 48 Stunden fixiert werden kann. Um 13 Uhr Ortszeit kam von der Hamas die Antwort, dass sie die von Israel geforderten Listen nicht aushändigen wird. Demzufolge wird nun auch keine israelische Delegation nach Kairo fahren. Die Verhandlungen gestalten sich zu einem gordischen Knoten, der auf multilateralem diplomatischem Weg nicht gelöst werden kann.

Kinder sind die Hauptleidtragenden an den Massakern vom 7. Oktober. Das ‘National Council for the child’, eine israelische NGO hat die folgenden Zahlen veröffentlicht. 38 Kinder wurden während des Massakers ermordet, drei von ihnen unter drei Jahren, vier zwischen drei und sechs Jahren. 20 Kinder verloren beide Elternteile, 96 ein Elternteil. 42 Kinder wurden in den Gazastreifen verschleppt, bis heute sind noch zwei von ihnen, Baby Kfir, 1 und sein Bruder Ariel, 4, in den Fängen der Hamas oder anderer Terror-Organisationen. 19.407 Kinder, davon 37% unter sechs Jahren, erlitten physische oder mentale Verletzungen. Erschreckend sind auch die Beobachtungen der Eltern. Israelweit leiden 84% unter emotionalem Stress, 64% fürchten sich, 62% haben Angstattacken, 43% reagieren verstört auf Lärm, 36% leiden unter der Angst, verlassen zu werden, 34% können nicht einschlafen.

Seit mehr als einer Woche ist ein neun Jahre altes Mädchen aus Sfad abgängig. Haymanut Kasau ist 1.2 m gross, hat dunkle Haare und Augen. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug sie rosa Hosen, einen schwarzen Rock und ein weisses Shirt. Das letzte Bild von ihr stammt vom vergangenen Sonntag, als sie abends gegen 19:45 vor dem Zentrum der Jewish Agency Wahlwerbung verteilte. Sie lebt dort mit ihren Eltern, seit sie vor drei Jahren aus Äthiopien eingewandert ist. An der Suche nach dem Kind beteiligen sich 1.2000 Freiwillige.

Oppositionspolitiker Avigdor Liberman hat offensichtlich seine Meinung zur derzeitigen Nicht-Regierung geändert und fordert sofortige Neuwahlen. «Nach den letzten zehn Tagen hat die Regierung keine Existenzberechtigung mehr und wir müssen Wahlen abhalten», sagte er gegenüber dem Armee-Radio. «Die Regierung ist nicht in der Lage, das Volk Israel zu führen, wenn drei ihrer Mitglieder nicht in der Lage sind, mit einer Botschaft zusammenzukommen.»

Nicht nur der ausgelaufene Treibstoff des gesunkenen Frachters Rubymar stellt eine grosse Gefahr für die Umwelt dar, sondern auch die 41.000 Tonnen von Dünger, die der Frachter geladen hat. Die Ladung wurde als Ammoniumphosphat-Sulfat-Dünger bezeichnet.

Eyal Waldmann, der Erfinder der Mellanox-Technologie, deren Produkte, wie z.B. Netzwerkkarten, Adapter oder Schalter viele von uns in ihren PCs nutzen, war für den Israel- Preis 2024 im Bereich Unternehmen und Technologie nominiert. Er ist ein scharfer Gegner der aktuellen Nicht-Regierung und als solcher ein Feindbild für Netanyahu und seine Kumpane.

Waldmann ist überzeugt, dass u.a. Shlomi Fogel, enger Freund und Vertrauter Netanyahus versuchte hatte, das Nominierung-Komitee davon zu überzeugen, einen anderen Preisträger «aus dem rechten Lager» zu finden. Seine Nominierung fand weder die Zustimmung von Erziehungsminister Yoav Kisch noch vom Umfeld Netanyahus und schon gar nicht von ihm selbst. Die Folge: Bis auf zwei neu geschaffene, kriegsbezogene Bereiche wurde der Israel-Preis abgesagt. Die dürftige Begründung: Im Krieg werden keine Preise verteilt. Waldman erklärte heute vor dem Wirtschaftskomitee der Knesset: «Gerade in Kriegszeiten müssen die zivilen Bereiche des Unternehmertums, der Wissenschaft und der Kultur gestärkt werden.»
Die EU gab bekannt, dass sie die erste Zahlung an die UNRWA in Höhe von € 50 Millionen zur Überweisung freigeben wird. Insgesamt ist für das laufende Jahr ein Betrag von € 82 Millionen budgetiert.
Kategorien:Israel
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