Krieg in Israel – Tag 275

Der israelische Präsident Isaac Herzog erinnerte heute daran, dass genau vor neun Monaten die Hamas und andere palästinensische Terror-Organisationen, sowie zahlreiche radikale Zivilisten, darunter auch UNRWA-Mitarbeiter das Massaker im Süden Israels durchführten. «Es ist die Pflicht des Landes, sie zurückzubringen und dies ist der Kern der Planung. Die gesamte Nation wünscht sich ihre Rückkehr und eine absolute Mehrheit unterstützt einen Geiseldeal. Unser Engagement für die Rückkehr der Geiseln ist ganz oben bei unseren Prioritäten. Wir vergessen sie keinen Moment lang. Die Nation Israel vergisst sie keinen Moment lang. In jedem Haus und jeder Familie, in jeder Synagoge, in jeder Gemeinschaft, bei jeder öffentlichen und privaten Veranstaltung – wir hören von allen Seiten die Sorge um die Geiseln, die Gebete und den Ruf nach ihrer schnellen Rückkehr nach Hause.»

Die IDF musste leider erneut den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Cpt. Jalaa Ibrahem, 25, s’’l, wurde bei Kämpfen in Rafah getötet.

Bei einer wöchentlichen Sitzung hat das Kabinett Haushaltskürzungen in Höhe von einer halben Milliarde Schekel (US$ 135 Millionen) zugestimmt. Die Gelder sollen indirekt den Vertriebenen aus dem Süden und Norden des Landes zugutekommen. Gelder verlieren werden unter anderem die Ministerien für Gesundheit, Soziales und Bildung. So verliert z.B. das Gesundheitsministerium etwa 32 Millionen Schekel.

Nicht in allen Fällen zeigte sich der Finanzminister einverstanden, musste sich aber der Mehrheit beugen. Das, was eigentlich schön aussieht, ist also nur Kosmetik. Deshalb wurde auch auf die Bekanntgabe verzichtet, welche Minister mit Kürzungen und welche mit Zuwendungen rechnen dürfen. Nur einige wenige Informationen sickerten bereits im Vorfeld der Abstimmung durch.

Frauen an die Macht! Ja, klar, ich bin einverstanden. Wenn sich zwei gleichwertige Bewerber[1] für einen Job interessieren, dann soll der Geeignetere den Vertrag bekommen. Ob das für Kindergärtner gilt oder für Generalstabschefs. Ich verlange aber eines: Er muss tatsächlich über eine entsprechende Qualifikation verfügen und darf kein Quotenmann sein!

Das Parlament in Jerusalem stritt wieder einmal. Diesmal ging es um die notwendige Aufstockung der Truppenstärke im Kriegsfall. Umweltministerin Idit Silman forderte, dass Haredim in Führungspositionen bei der IDF eingesetzt werden müssen.

Und als ob diese Forderung nicht schon weltfremd genug wäre, doppelt sie nach, «dass es den 7. Oktober nicht gegeben hätte, wenn Orit Strock die IDF-Generalstabschefin gewesen wäre.» Dazu fehlen sogar mir die Worte! Eine Frau, die gestern die letzten Monate als «Zeit der Wunder für die Siedlerbewegung» bezeichnete und in einem Interview des Armee-Radios erklärte «Ich fühle mich wie jemand, der an einer Kreuzung feststeckt, wenn „eine grüne Ampel“ aufleuchtet. Es ist nicht klar, ob die Regierung Bestand haben wird, aber ich will, solange ich dabei bin, so viel wie möglich tun, solange die Regierung an der Macht bleibt.»

Eine Frau, die nach der Schule nichts anders mehr gemacht hat, als sich um die Siedler zu kümmern, die ganz logisch auch ‘Ministerin für die Siedlungen und Nationale Missionen’ ist als Generalstabschefin, das wäre schlimmer als der bekannte Fuchs im Hühnerstall.

Am frühen Vormittag wurde, wie erst am späten Nachmittag bekannt wurde, aus dem südlichen Libanon wiederum eine Salve von Panzer-Abwehr-Raketen in Richtung Israel abgeschossen. Ein Soldat und zwei Zivilisten erlitten Verletzungen und wurden zur Behandlung nach Nahariya evakuiert. Einer der Zivilisten ist amerikanischer Staatsbürger. Die IDF untersucht, warum sich die beiden Zivilisten in der Militärstation aufhielten.

Erneut wurden in einem Schul-Komplexes in Gaza City eine Waffenfabrik entdeckt und zerstört. Das Gebäude diente auch als Rückzugsort und Kommandozentrale. Bevor der gezielte Angriff durchgeführt wurde, wurden Informationen der Luftaufklärung ausgewertet, um Zivilisten zu schonen. Auch wird wieder klar, dass die Hamas unaufhörlich das internationale Recht verletzt, indem sie zivile Infrastrukturen für sich einnehmen und sich hinter der Zivilbevölkerung verstecken. Gleichgültig, ob es sich dabei um Erwachsene oder Kinder handelt.


[1] Bevor man mir jetzt aufjaulend erklärt, ich müsse gendern, halte ich hier ein- für allemal fest: es gelten grundsätzlich immer alle möglichen Geschlechter, auch wenn ich wegen der besseren Lesbarkeit für gemischte Gruppen nur die männliche Form wähle.



Kategorien:Israel

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar