Krieg in Israel – Tag 546

6. Nissan 5785

Während Netanyahu mit 48-Sekunden-Videos Politik betreibt, erledigt Trump seinen Job vermehrt auf Mini-Presse-Konferenzen an Bord der Air Force One auf einem seiner zahlreichen Inlandsflüge. Gestern, auf dem Weg ins Wochenende nach Miami, verkündete er, dass «Netanyahu ziemlich sicher in der kommenden Woche nach Washington kommen wird.» Einen ungünstigeren Termin für den Besuch kann nicht gefunden werden. Er kommt erst am Sonntagabend von seinem Ungarn-Besuch zurück und müsste bereits am Freitagmittag wieder in Jerusalem sein. Am Samstagabend beginnt die Pessach-Woche, die erst am Sonntag darauf, dem 20. April zu Ende ist. Das wird also nichts werden mit dem Besuch beim Best Buddy!

Apropos Ungarn, was hat Sara N. während der HaTikwa auf dem Treppchen schräg hinter Netanyahu und Orban zu suchen? Sie stand völlig einsam dort, noch nicht einmal begleitet von der Frau des ungarischen PM.

Gestern Abend gab der ungarische PM Viktor Orban ein Staatsbankett in der ‘Alten Reithalle’ der Hauptwache der Burg Buda zu Ehren von Netanyahu und Sara N.. Unter den Teilnehmern waren Regierungsmitglieder und Honoratioren der jüdischen Gemeinden. Heute wird Netanyahu das Holocaust-Denkmal ‘Die Schuhe’ am Ufer der Donau besuchen, sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinden treffen und anschliessend an der ‘Ludovika Universität’ die Ehrendoktorwürde entgegennehmen.

Der Kibbutz Nir Oz wurde von den Massakern vom 7. Oktober 2023 besonders hart getroffen. Am Dienstag haben sich das Management des Kibbutz und der Staat auf eine Finanzhilfe von US$ 95 Millionen zum Wiederaufbau geeinigt. Der zugrunde liegende Plan wird in den kommenden Tagen von der Kibbutz-Verwaltung genehmigt werden. Während des Massakers wurden 194 der 200 Häuser weitgehend zerstört, 117 der 400 Bewohner grausam ermordet; von den Verschleppten werden noch 14 in Gaza festgehalten. Jedoch geht man davon aus, dass nur mehr fünf von ihnen leben.

Mit Bewilligung der Familie von Matan Angrest, 22, der noch immer in Gaza als Geisel festgehalten wird, veröffentlichte ‘Uvda’, eine investigative TV-Sendung von Kanal 12, ein Video, das seine Verschleppung am 7. Oktober 2023 zeigt. Angrest wurde aus seinem Panzer gezerrt, der dann von den Terroristen besetzt wurde. Ein zweites, nicht datiertes Video zeigt eine Befragung durch die Terroristen. Er gibt darin an, 20 Jahre alt zu sein. Anfang März war ein aktuelles Video veröffentlicht worden, das ebenfalls von der Familie freigegeben wurde. Anat Angrest flehte Netanyahu und die Regierung an, die Verhandlungen voranzutreiben und die Geiseln so schnell wie möglich zu befreien. «Wir haben keine Zeit. Wir haben medizinische Berichte von Analysen der Videos, die von langfristigen Behinderungen, Misshandlungen und Gesichtsfrakturen sprechen – schwere Verletzungen, die sich jeden Tag verschlimmern. Mein Sohn ist in einem Käfig eingesperrt, unter Hunger leidend und ohne Tageslicht.»

Hassan Farhat, der Hamas-Chef im westlichen Libanon, wurde heute durch einen gezielten Angriff der IAF in seinem Appartement in Sidon im südlichen Libanon eliminiert. Farhat war verantwortlich für zahlreiche Anschläge gegen israelische Zivilisten und IDF-Truppen, nicht zuletzt auf die Militärbasis in Sfad vom 14. Februar 2024.

Die IDF erweitert ihre Operationen im nördlichen Gazastreifen mit dem Ziel, die Pufferzonen zwischen Gaza und Israel auszudehnen. Heute wurden dabei einige terroristische Infrastrukturen zerstört, darunter ein Hamas-Kommando-Zentrum. Nachdem gestern eine dringende Aufforderung an die Zivilbevölkerung ergangen war, das Gebiet zu verlassen, schafft die IDF auch heute noch die Möglichkeit einer sicheren Evakuierung.

Palästinenser, die Steine auf eine Schnellstrasse in Samaria warfen und damit Zivilisten gefährdeten, wurden von der IDF eliminiert. Die IDF sprach von einem Terror-Anschlag, an dem mehrere Palästinenser beteiligt gewesen seien.

Jetzt, wo die Nahrungsmittel in Gaza langsam knapp werden und nur mehr für etwa zwei Wochen ausreichen, scheint sich zu bewahrheiten, was schon seit Langem vermutet wurde. Die palästinensische Terror-Organisation Hamas hat die Kontrolle über gut gefüllte UNWRA Lebensmittel-Lagerhäuser übernommen. Der Preis für einen Sack Mehl ist von US$13.50 auf US$ 600.00 angestiegen, seit Israel die Lieferungen in den Gazastreifen eingestellt hat. In den letzten Tagen wurden zwei junge Männer von Hamas-Mitgliedern kaltblütig ermordet, als sie in eines der Lagerhäuser kamen, um ein Lebensmittelpaket abzuholen. Dass diese Informationen an die Öffentlichkeit kamen und überhaupt laut ausgesprochen wurden, ist ein Zeichen, dass die Hamas zunehmend mit internen Autoritätsproblemen zu kämpfen hat. Die beiden betroffenen Clans forderten, die Mörder, die ihnen namentlich bekannt sind, zu bestrafen und drohen mit Rache, sollte dies nicht geschehen. Zeitweise kommt es in den Lagerhäusern zu tumultartigen Szenen, wenn Männer und Jugendliche die Lager stürmen, um Lebensmittel gewaltsam in ihren Besitz zu bringen.

Yonathan Urich soll während der Befragungen durch die Polizei wegen Schmerzen in der Brust geklagt haben, von der Polizei aber mit ‘Halt’s Maul!’ abgefertigt worden. Das jedenfalls behauptet sein Rechtsanwalt Amit Hadad. Auf dem Weg zum Polizeiauto sei er bewusstlos geworden und kollabiert. Erst dann sei die Rettung informiert worden. Die Polizei widerspricht dieser Version natürlich. «Ich bin sofort zum Parkplatz geeilt, als ich hörte, dass Urich Hilfe brauchte. Urich sass auf dem Boden, war aber bei Bewusstsein», erklärte der bei Gericht anwesende Polizist. Urich habe sich geweigert, zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht zu werden, weil er nicht mit Handschellen in der Öffentlichkeit gesehen werden wollte. Auf seinen Wunsch wurde er im Befragungsraum versorgt.

VM Israel Katz zeigt erneut, wes Geistes Kind er ist. Er bezeichnet den Überfall von jüdischen Siedler-Terroristen auf das palästinensische Dort Duma in der vergangenen Woche nicht als Terror. Obwohl die Terroristen drei Palästinenser verletzten und Teile ihres Eigentums in Brand setzten. Gegenüber dem Armeeradio betonte er: «Ich betrachte dies nicht als Terror. Diejenigen, die gegen das Gesetz verstossen haben, sollen strafrechtlich verfolgt werden, aber nicht durch den Einsatz ‚drakonischer‘ Verwaltungshaft.» Im Januar hatte Katz die Verwaltungshaft für jüdische Siedler-Terroristen in Judäa und Shomron aufgehoben. «Das ist dazu gedacht, eine klare Botschaft der Stärkung und Ermutigung für die Siedlungen zu vermitteln, die an vorderster Front im Kampf gegen den palästinensischen Terrorismus stehen und sich wachsenden Sicherheitsherausforderungen gegenübersehen. Es ist besser, wenn die Familien jüdischer Siedler glücklich sind, als die Familien entlassener Terroristen.» Katz hatte diese Entscheidung getroffen, ohne zuvor die Sicherheitsdienste darüber zu informieren.Der Shin Bet hatte immer wieder vor der Aufhebung der Verwaltungshaft gewarnt, die ein grosses Sicherheitsrisiko für Israel darstellen kann: «Ein Verbot der Massnahme gegen Israelis kann zu einer unmittelbaren, schweren und ernsthaften Beeinträchtigung der Sicherheit des Staates führen, wenn eindeutige Informationen vorliegen, dass ein Verdächtiger einen Terroranschlag gegen Palästinenser verüben könnte.»

Der Kaktus der Woche gebührt der UNO! Obwohl sich zahlreiche Staaten, darunter die USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, UK und die Niederlande dagegen aussprachen, wird der UN-Menschenrechtsrat heute den Vertrag mit der chronisch antisemitischen Sonder-Beauftragten Francesca Albanese um weitere drei Jahre verlängern. Die UNO verlangt von dieser Position Unparteilichkeit, Integrität und Objektivität. Keine dieser Voraussetzungen erfüllt die Berufs-Antisemitin Albanese. Im Gegenteil, wo immer sie kann, verbreitet sie Lügen und Unterstellungen gegen Israel. US-Beamte, sowohl unter der Regierung Biden als auch unter der Regierung Trump haben erklärt, dass sie für ihre Rolle ungeeignet ist. Die US-Mission bei den Vereinten Nationen gab am Mittwoch bekannt, dass sie einen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, geschickt hat, in dem sie sich gegen die Wiederernennung von Albanese ausspricht. Anne Bayefsky, Direktorin des New Yorker ‘Touro Institute on Human Rights’ und Präsidentin der Interessenvertretung ‘Human Rights Voices’ betont: «Genau, weil sie die Kriterien nicht erfüllt, wurde sie überhaupt erst ernannt, nämlich, um die gleiche antiisraelische und antijüdische Voreingenommenheit zu verbreiten, die für den Menschenrechtsrat selbst charakteristisch ist.»



Kategorien:Israel, Politik

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