Krieg gegen Iran – Tag 25 nach dem Ende der Waffenruhe

29. Ijjara 5786

Leider musste auch heute die IDF den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Cpt. Maoz Israel Recanati, 24, s’’l,  wurde Opfer eines Drohnenangriffs im südlichen Libanon.

In einem Interview mit ‘Mehdi Unfiltered’ sprach der Chef-Kläger des ICC Karim Khan nicht nur über die Gründe, die zu seinem vorübergehenden Rücktritt von seinem Posten im Mai 2024 geführt haben, sondern auch über den Elefanten im Raum, den vermuteten Genozid in Gaza. Karim Khan erklärte, dass Völkermord den Nachweis einer konkreten Absicht zur Vernichtung einer Gruppe erfordere – eine Hürde, die die Beweislage für die Haftbefehlsanträge gegen Netanyahu und Gallant nicht erfülle. Im November 2024 wurden Haftbefehle wegen Kriegsverbrechen wie: Aushungern und Mord sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit, jedoch nicht wegen Völkermords erlassen. Ähnliche Anklagen richteten sich auch gegen den damaligen Hamas-Führer Sinwar. Den Vorwurf des Genozids hatte Khan bei der Begründung der Haftbefehle bewusst weggelassen. Khan erklärte, dass der ICC dafür konkrete Beweise brauche, die es derzeit aber nicht gebe. «Es wäre ein rücksichtsloser Ankläger, der nur wegen des öffentlichen Drucks handelt. Man handelt auf Grundlage von Beweisen. Die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen, sie laufen weiter.»

Gleich zu mehreren erschreckenden Vorfällen kam es gestern und vorgestern in Judäa und Samaria. In Beit Iksa, etwa 6 km nordöstlich von Jerusalem haben bewaffnete jüdische Siedler-Terroristen einen älteren Palästinenser, der irrtümlich das Gelände eines neuen illegalen Aussenposten betreten hatte, misshandelt. Im Video ist zu sehen, wie ein Siedler-Terrorist den Mann, dessen Augen verbunden sind und der gefesselt ist, festhält. Ein Soldat tritt dem Palästinenser einige Male leicht in den Oberschenkel, bevor er sich abwendet. Kurz darauf wird eine Blendgranate auf die abseits stehenden Palästinenser geworfen. Der Siedler-Terrorist, der, wie sich herausstellt, ein aktiver Reservist ist, zieht ihn anschliessend über den Schotterweg zur Strasse. Die IDF bezeichnet den Vorfall als ‘unangemessen und nicht den Regeln der IDF entsprechend’ behauptet allerdings, der Palästinenser habe sie vor seiner Verhaftung angegriffen.

Ein Palästinenser weidete auf einer, als palästinensisch ausgewiesenen Fläche, im nördlichen Jordantal seine Schafe. Das Gebiet ist auch als ‘Firing Zone’ der IDF eingetragen. Scheinbar gefiel das jedoch einem Siedler nicht, sodass er die IDF bat, zu kommen. Eine Soldatin erklärte, die Bewilligung, das Vieh auf dem Gebiet weiden zu lassen, gelte ab 12 Uhr. Es wäre aber erst 11 Uhr. Zunächst argumentierte sie nur, dann entsicherte sie ihre Waffe und stiess den Mann mit dem Lauf, die Finger am Abzug, mehrfach zurück. Drei weitere Soldatinnen schauten gleichgültig zu.

Bereits am Donnerstag wurde Lior Amihai, Chef von ‘Peace now’, von jüdischen Siedler-Terroristen während einer Gruppenführung in Samiya angegriffen. Der Grund für den Angriff war das Verhalten der Gäste, die im Minibus auf Amihai warteten. Sie weigerten sich, den Siedlern, völlig zu Recht, ihre ID-Karten zu zeigen. Daraufhin griff einer der Siedler-Terroristen Amihai an und verursachten dabei Blutergüsse in seinem Gesicht. Anschliessend blockierten die Siedler den Bus und weigerten sich, ihm die Weiterfahrt zu gestatten. Die Polizei wurde zwar über den Vorfall informiert, schickten aber keine Polizisten an den Tatort. Als später ein Mann in Uniform auftauchte, flohen die Siedler-Terroristen.

Bei den Gesprächen zwischen dem Libanon und Israel auf Diplomatenebene ist auch das dritte Treffen ‘sehr produktiv’ verlaufen. Daher konnte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Tommy Pigott, verkünden, dass die Waffenruhe um 45 Tage verlängert wird, «um weitere Fortschritte zu erreichen. Wir hoffen, dass die Gespräche einen dauerhaften Frieden zwischen den beiden Ländern, die uneingeschränkte Anerkennung der Souveränität und der territorialen Integrität des jeweils anderen sowie die Schaffung echter Sicherheit entlang ihrer gemeinsamen Grenze voranbringen werden», fügte er hinzu. Dabei sieht es im Libanon ganz und gar nicht nach Waffenruhe aus. Die Hisbollah schiesst täglich zahlreiche, grossteils mit Sprengstoff beladene Drohnen, sowie Raketen nach Israel und seit Neuestem auch auf IDF-Soldaten im Süden des Libanon. Es gibt täglich verletzte Soldaten und Zivilisten, 19 Soldaten, s’’l, verloren seit Beginn des Krieges ihr Leben. Der Süden des Libanons, innerhalb der neuen Sicherheitszone, die von Israel festgelegt wurde, gleicht einem Trümmerfeld in Gaza. Die IDF gab an, dass sie allein in den letzten Wochen 60 Terroristen getötet hat.

Die IAF flog gestern mehrere Angriffe auf Gebäude in Gaza City, um Izz al-Din Hadadd, den derzeitigen Führer der Hamas-Terror-Organisation, zu eliminieren. Bei dem Angriff wurden mindestens drei Personen getötet und 20 verletzt. Es war zunächst nicht klar, ob der Terrorist getötet wurde. Sein Tod wurde erst später bestätigt. Der Angriff wurde bereits vor mehr als einer Woche freigegeben, seither stand Hadadd unter ständiger Überwachung. Der Zeitpunkt des Angriffs wurde so gewählt, dass eine möglichst hohe Treffsicherheit bestand.

Hadadd war der letzte der Hamas-Funktionäre, die zur Führungsgruppe der Hamas gehörte, die massgeblich am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt war. Haddad gehörte zu denen, der die bei ihm festgehaltenen Geiseln mit äusserster Grausamkeit behandelt hatte. Unter anderem wurden die Soldatinnen der Aufklärungseinheit 8200 Nahal Oz festgehalten.

Hadadd verhinderte auch die Umsetzung des von den USA ausgearbeiteten Friedensplans, der in der ersten Phase die Entwaffnung der Hamas vorsah. Ob jetzt nach seinem Tod etwas Bewegung in die Umsetzung kommt?

Der ehemalige Geisel, Omri Miran, der im Oktober 2025 aus der Geiselhaft freikam, jubelt: «In den Tunneln von Gaza war ich mehrmals gezwungen, mit dem Erzmörder Izz al-Din al-Haddad zusammenzubleiben. Ich sah das Böse in seinen Augen, etwas, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt. Ganz gelassen, während er von einem Ohr zum anderen grinste, prahlte er stolz damit, dass er der Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober gewesen sei. Die Welt ist heute ein bisschen besser geworden!»

Der Jerusalem Tag, insbesondere der ‘Tanz der Fahnen’ auf dem Platz vor der Klagemauer, verlief nach dem altbekannten Muster: Gewalt, Vandalismus, rassistische und hasserfüllte Gesänge und vor allem die Verherrlichung der jüdischen Überheblichkeit. Der eigentliche Kern der Aggressionen war vor dem eigentlichen Marsch durch die Altstadt zu beobachten. Gewalttätige jüdische Siedler, heuchlerisch romantisierend als ‘Hilltop Jugendliche’ bekannt, zogen früher am Tag marodierend durch die engen Gassen und griffen palästinensische Bewohner, Journalisten und Aktivisten an. Die Stadt reagierte zusammen mit der Polizei ebenso befremdlich wie schon in den Vorjahren. Sie liessen die Altstadt komplett räumen, und machten damit den Weg für die Demonstranten frei. Diese skandierte Hasslieder wie: «Möge ihr Dorf brennen»; «Er ist Amalek»– in Anspielung auf den alten Erzfeind der Israeliten, den Gott ihnen zu vernichten befahl; «Mohammed ist tot» und natürlich «Und ich werde Rache an den Philistern nehmen, und sei es nur für eines meiner beiden Augen, möge Gott ihren Namen auslöschen.» Gleichzeitig hämmerten sie lautstark an die zumeist fest verschlossenen Metalltüren, was zu einer unglaublichen Lärmentwicklung führt.

Bei Angriffen der IDF auf das Gebiet im Tyros wurden gestern mindestens 37 Menschen verletzt, darunter neun Frauen und vier Kinder. Auch sechs Krankenhausmitarbeiter sind unter den Verletzten. Laut APF gab es mehrere Angriffe, zwei davon in der Nähe von Tyros, wurde. Hafez Ramadan, ein Anwohner in der Nähe des getroffenen Gebäudes, sagt, dort seien Menschen untergebracht gewesen, die aufgrund des Krieges aus ihren Städten geflohen waren, und es habe direkt neben einem Hotel gelegen, in dem weitere Vertriebene untergebracht waren. «Hier sind nur Frauen, Kinder und ältere Menschen», behauptet er. «Wegen dieses Angriffs sind die Menschen erneut vertrieben worden.»



Kategorien:Israel, Politik

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