Krieg gegen Iran – Tag 30 nach dem Ende der Waffenruhe

5. Siwan 5786

Wenn Trump immer noch davon träumt, dass ein Deal mit dem Iran nahe ist und damit auch der Krieg unmittelbar vor seinem Ende steht, dann wird er heute einen unangenehmen Vormittag haben. Der noch nicht in der Öffentlichkeit aufgetretene oberste iranische Führer, Mojtaba Khamenei, hat angeordnet, dass nichts vom bereits hochangereicherten Uran, wir sprechen von etwa 400 kg, ins Ausland verbracht werden darf. Ein israelischer Experte schätzte, dass diese Menge für elf Atombomben ausreichen wird. Israel geht davon aus, dass im Fall, dass das Uran nicht ausgeliefert wird, der ganze bisherige Krieg ein einziger grosser Fehlschlag war. Trump gibt sich weiter siegessicher: «Wir werden es bekommen. Wir brauchen es nicht, wir wollen es nicht. Wir werden es wahrscheinlich vernichten, sobald wir es haben, aber wir werden es ihnen nicht überlassen», sagte Trump gegenüber Reportern im Weissen Haus.

Das gestern gezeigte, unglaublich beschämende Verhalten von Ben-Gvir gegenüber den Aktivisten der Gaza-Flotilla sorgt weiterhin weltweit für Aufsehen. Der polnische Aussenminister hat das Innenministerium gebeten, ein Einreiseverbot für den skandalösen Minister auszustellen. Neuseeland, Australien und die EU haben sich ebenfalls dem Protest angeschlossen. Nickolay Mladenov Friedensrat Gaza, betont: «Inakzeptabel und beschämend! Ich schliesse mich der allgemeinen Verurteilung von Minister Ben-Gvir wegen seiner würdelosen Verspottung der inhaftierten Aktivisten an», twittert Mladenov. «Diese abscheulichen Handlungen lenken von der dringenden Arbeit ab, Präsident Trumps umfassenden Plan für Gaza umzusetzen, den Wiederaufbau für die Palästinenser voranzutreiben und die Sicherheit Israels zu gewährleisten. Alle müssen mit dem Theater aufhören und sich auf Ergebnisse konzentrieren“, fügt er hinzu.

Israel Botschafter in den USA, Yechiel Leitner, von Netanyahu ernannter Freund und Vertreter der Siedler, hat gerade viel zu tun. Nicht nur, dass er Stellungnahmen zum Missverhalten Ben-Gvirs abgeben muss, nein, jetzt muss er sich auch noch mit einer Likud-Schreihälsin und Ministerin für soziale Gleichstellung, May Golan auseinandersetzen. Sie verschmähte vom Rednerpult der Knesset aus den MK der Demokraten, Gilad Kariv, der selbst Reformrabbiner ist: «du kannst Rafi Kedoshim nicht das Wasser reichen. In euren verrückten Synagogen heiratet ihr Hunde!» Kedoshim, verurteilter Straftäter erklärte als Gast im Knesset-Gremium zum Thema ‘zunehmende Jugendgewalt’: «Die Jugendlichen, die den Pizzeria-Mitarbeiter Yemanu Zelka letzte Woche überfallen und tödlich niedergestochen hatten, hätten ihn nicht töten, sondern nur erstechen wollen.» Leitner verurteilte die Aussage auf das Schärfste. «Als orthodoxer Jude und als Israels Vertreter in den Vereinigten Staaten finde ich ihre Worte widerwärtig und verwerflich, sie verdienen scharfe Kritik und Zurechtweisung», sagt er und fügt hinzu, dass «theologische, politische und ideologische Differenzen sind zwar in Ordnung … es gibt aber eine Grenze, die nicht überschritten werden darf; es ist eine Grenze, die Debatte von Hass trennt und Altruismus von Populismus. Zu viele überschreiten diese Grenze. May Golans Äusserung ist eine davon. Ich werde mich bald persönlich mit führenden Vertretern der Reformbewegung treffen, um mich im Namen Israels zu entschuldigen.»

Zohar Regev im Amtsgericht Ashkelon

Die meisten der etwa 430 Aktivisten, die von der IDF vorübergehend festgenommen wurden, befinden sich auf dem Heimweg. Sie werden mit Bussen zu einem Privatflughafen in der Nähe von Eilat gebracht, um von dort aus abgeschoben zu werden. Die Türkei schickt Flugzeuge, um die Aktivisten zunächst in die Türkei zu bringen. Nur ein Aktivist, Zohar Regev, der die israelische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde festgehalten. Im Amtsgericht Ashkelon findet eine Gerichtsverhandlung gegen ihn statt. Vorgeworfen wird ihm illegale Einreise nach Israel, unrechtmässiger Aufenthalt und der Versuch, die Blockade zu durchbrechen. Adala, die Rechtsberatungsgruppe ‘Legal Center for Arab Minority Rights in Israel’ bezeichnet die Vorwürfe als absurd, da Regev in internationalen Gewässern gewaltsam entführt und völlig gegen seinen Willen auf israelisches Territorium gebracht worden sei.

Schöne neue Welt! Gen. Maj. Aviad Dagan, Leiter der Direktion für C4I und Cyberabwehr weiht im neuen Technologiecampus in Beer Sheba die neue KI-Einheit ‘Alumot’ ein. Sie soll für Entwicklung von Fähigkeiten und Informationsverarbeitung für Truppen eingesetzt werden. ‘Alumot’ soll für die IDF als technologisch-operatives Zentrum eingesetzt werden, KI- und Datenverarbeitungsplattformen zügig entwickeln und an die Truppen an der Front liefern. Die Einheit setzt sich aus Kampfsoldaten, Technikpersonal, Informationsforschern und KI-Experten zusammen. «Die Kombination aus den Soldaten vor Ort und den fortschrittlichen technologischen Fähigkeiten, über die die IDF verfügt, hat viele der Erfolge in diesem Krieg ermöglicht», sagte Gen. Maj. Aviad Dagan. «Das Schlachtfeld entwickelt sich vor unseren Augen weiter und erfordert von uns ständiges Lernen und Innovationen.»



Kategorien:Israel, Politik

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